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RE: Die Islamisierung des Abendlandes ist nicht mehr aufzuhalten

#46 von Werner Arndt , 27.09.2018 18:33


Cat Stevens (Yusuf Islam)


Zitat

... Malibu in Kalifornien: Ein Mann schwimmt vor der Küste. Plötzlich zieht ein Sturm auf, die Wellen schlagen höher. Der Mann treibt ab, kann sich nicht mehr selber aus den Fluten befreien und beginnt in seiner Not zu beten. Sollte er überleben, würde er sein Leben voll und ganz Gott widmen. Kurz darauf trägt ihn eine Welle ans rettende Ufer. Der Mann konvertiert zum Islam und ändert seinen Namen in "Yusuf Islam". Bei dem Mann aus dem Meer handelt es sich um Cat Stevens ...

https://www.dw.com/de/cat-yusuf-stevens-...r-da/a-18074520




Zitat

... Steve Demetre Georgio kam am 21. Juli 1948 in London als Sohn eines griechischen Vaters und einer schwedischen Mutter auf die Welt. Schon früh setzte er sich das Ziel Sänger zu werden und arbeitete bereits mit jungen Jahren im Restaurant seines Vaters, um seinem Traum von der ersten eigenen Gitarre ein Stück näher zu kommen. Der Grundstein für eine Karriere mit Höhen und Tiefen war gelegt. Als Teenager begann der Musiker, der sich Cat Stevens nannte, Lieder zu schreiben, womit er nur wenige Monate später Bekanntheit in der Londoner Musik-Szene erlangen sollte. ...

Mit nur 20 Jahren erkrankte Stevens an Tuberkulose und musste seine Karriere für ein Jahr auf Eis legen. Die Erkrankung leitete den Wendepunkt in seinem Leben ein. Er begann sich mit Religionen und Meditationstechniken auseinanderzusetzen. Er beschreibt in einem Interview diese Findungsphase folgendermaßen: „Ich wollte nicht diese Welt verlassen, ohne zu wissen, was danach kam“.

Erfolgreicher Musiker
Die lange Pause hatte ihn verändert. Er reiste mit Hilfsorganisationen in Entwicklungsländer und leistete ehrenamtliche Arbeit. Er wollte Menschen helfen und seinen Beitrag für das Gemeinwohl der Menschen leisten. Ab diesem Zeitpunkt fragte Stevens in seinen Liedern nach Gott, der Spiritualität und den Sinn des Lebens. Währenddessen eroberten seine Lieder die Top-Charts und Stevens wurde nicht nur in England, sondern auch in den USA berühmt. Die Musik der 70er Jahre wurde entscheidend von Stevens musikalischem Einfluss geprägt.

In diesen Jahren veröffentlichte er sieben Alben, die allesamt in die Top 10 kamen und weltweit 40 Millionen mal verkauft wurden. Der Mann mit der Gitarre und einer klaren und weichen Stimme, der in seinen Songs auf der Suche nach der Wahrheit im Leben war, wurde ein Superstar. Währenddessen ging seine Suche nach dem Sinn des Lebens weiter. Die Leere in seinem Geist ließ ihn nicht los. Er beschäftigte sich mit zahlreichen Religionen und Philosophien, darunter auch der Nummerologie, weshalb er eines seiner Alben „Numbers“ nannte, doch nichts stillte seine Seele und seinen Geist. Nichts konnte ihn vollständig zufriedenstellen.

Cat Stevens wird Yusuf Islam
Und so sollte das Jahr 1975 alles verändern. Als Stevens seinen Produzenten in Malibu besuchte und beschloss schwimmen zu gehen, wurde er von einem Wirbel erfasst und ins offene Meer hinausgezogen. Instinktiv betete er zu Gott und versprach ihm zu dienen, wenn er ihn aus dem Wasser retten würde. Kurze Zeit später hatte er wieder festen Boden unter seinen Füßen und hatte nun ein Versprechen gegeben von dem er nicht wusste, wie er es umsetzen sollte. Er wartete fast ein Jahr auf ein übersinnliches Zeichen, bis sein Bruder ihm einen Koran, ein Mitbringsel aus Palästina, geschenkt hatte. ...

http://www.islamiq.de/2017/11/25/yusuf-i...ach-dem-selbst/




Und wenn euch auf dem Meer ein Unheil trifft: entschwunden sind euch (dann auf einmal) jene (Götzen),
die ihr (zuvor) an Seiner Statt angerufen habt. ...
(Koran 17:67)

Sprich: "Wer errettet euch aus den Fährnissen zu Lande und Meer, wenn ihr Ihn in Demut anruft und insgeheim (denkt):
»Wenn Er uns hieraus errettet, werden wir wahrlich dankbar sein.«"
(Koran 6:63)


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RE: Die Islamisierung des Abendlandes ist nicht mehr aufzuhalten

#47 von Werner Arndt , 13.06.2019 11:21

Zitat

"Niemand soll hungern": Muslimischer Bäcker zeigt, wie Nächstenliebe geht

12.06.2019

"Liebe Leute, Sie haben Hunger aber kein Geld? Bei uns können Sie essen und später bezahlen. Oder aber Gott vergelt’s. Niemand soll hungern müssen." Der letzte Satz auf dem Schild ist fett gedruckt und unterstrichen. Die Kosans von der Karl Marx Allee meinen es ernst mit der Nächstenliebe.

Die türkische Familie betreibt seit acht Jahren ein Café und eine kleine Bäckerei in der Nähe des U-Bahnhofes Weberwiese. Seitdem hängt das Schild vor dem Laden, seitdem sind sie Anlaufpunkt für die unterschiedlichsten Menschen hier im Kiez.

"Wir sind ja Moslems", sagt Ugur Kosan, der jüngere Bruder des Chefs mit einem schüchternen Lächeln, als erkläre dies alles.

Und irgendwie ist es ja auch so. "In unserer Religion ist es Pflicht, den Hungrigen etwas zu geben. Du kannst nicht satt sein und nichts tun, wenn dein Nachbar hungert", sagt Oguzhan Kosan.

...

https://www.focus.de/panorama/welt/berli...d_10808556.html





Wir speisen euch nur um Allahs willen.
Wir begehren von euch weder Lohn noch Dank dafür.
(Koran 76:9)

Und was lehrt dich wissen, was das Hindernis ist?
(Es sind:) das Befreien eines Nackens;
oder an einem Tage während der Hungersnot das Speisen
einer nahverwandten Waise
oder eines Armen, der sich im Staube wälzt.
Dann wird er unter denen sein, die glauben
und einander ermahnen zur Geduld und einander ermahnen zur Barmherzigkeit.
(Koran 90:12-17)

Es ist keine Frömmigkeit, wenn ihr eure Angesichter in Richtung Osten oder Westen wendet;
Frömmigkeit ist vielmehr, dass man an Allah glaubt, den Jüngsten Tag, die Engel, das Buch und die Propheten
und vom Besitz - obwohl man ihn liebt - den Verwandten gibt, den Waisen, den Armen,
dem Sohn des Weges, den Bettlern und (für den Freikauf von) Sklaven,
dass man das Gebet verrichtet und die Zakah entrichtet.
Es sind diejenigen, die ihr Versprechen einhalten, wenn sie es gegeben haben;
und diejenigen, die in Elend, Not und in Kriegszeiten geduldig sind;
sie sind es, die wahrhaftig und gottesfürchtig sind.
(Koran 2:177)



vgl. #8

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RE: Die Islamisierung des Abendlandes ist nicht mehr aufzuhalten

#48 von Werner Arndt , 13.01.2020 17:05

Zitat
Muslim und deutscher Botschafter

Murad Wilfried Hofmann gestorben

13. Januar 2020

Der deutsche Diplomat Murad Wilfried Hofmann ist im Alter von 88 Jahren in Bonn gestorben.

Das teilte der Zentralrat der Muslime in Deutschland mit [›››], dessen Ehrenmitglied er war. Hofmann konvertierte 1980 zum Islam und machte mit Veröffentlichtungen dazu auf sich aufmerksam. Von 1987 bis 1994 war er deutscher Botschafter zunächst in Algerien und dann in Marokko.

https://www.deutschlandfunk.de/muslim-un...news_id=1090221



(siehe auch # 22, 34 und 39 sowie "Heisenbergsche Unschärfe islamisch betrachtet": # 16)


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zuletzt bearbeitet 16.01.2020 | Top

"Ihr kennt eure eigenen Klassiker nicht!"

#49 von Werner Arndt , 15.01.2020 13:54

Zitat

Vor allem aber und an erster Stelle ist hier eben Goethe zu nennen. Man möchte sich wünschen, daß bei den vielen Debatten über die Integration von Ausländern in Deutschland, Debatten, bei denen im Hintergrund immer heimlich die Frage mitschwingt, ob die Türken als Muslime wirklich je Deutsche werden können, einmal ein türkischer Deutscher aufstehen und den deutschen Spießbürgern mit ihrer Deutschtümelei entgegenhalten würde: Ihr kennt eure eigenen Klassiker nicht! Der größte deutsche Dichter hat sich mehrmals zum Islam bekannt!

(Peter Anton von Arnim: "Goethe als Leitfigur eines deutschen Islam?" - Nachwort zu Katharina Mommsen: "Goethe und der Islam", S. 445)




Zitat

Schon als 23jähriger pries Johann Wolfgang von Goethe den Propheten Mohammed. Die Faszination des Islam und seines Begründers ließ den Dichter sein ganzes Leben nicht mehr los. Noch der 70jährige Goethe bekennt in aller Öffentlichkeit, daß er sich mit dem Gedanken trage, "ehrfurchtsvoll jene heilige Nacht zu feiern, wo der Koran vollständig dem Propheten von obenher gebracht ward". Er setzte dem Islam mit seinem "West-östlichen Divan" ein literarisches Denkmal. Eine von ihm selbst verfaßte Ankündigung dieses Werkes enthält gar den erstaunlichen Satz, der Verfasser des Buches lehne "den Verdacht nicht ab, daß er selbst ein Muselmann sei".

https://www.welt.de/print-welt/article19...er-Prophet.html




Zitat

Immens ist der islamische Einfluss in der klassischen deutschen Literatur. ... Bei Geistesgrößen wie Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781), Johann Gottfried Herder (1744-1803) oder Friedrich Rückert (1788-1866) kann man den islamischen Einfluss nur als gewaltig bezeichnen. Goethe äußerte sogar, er sei dem Verdacht nicht abgeneigt, "selbst ein Muselmann" zu sein. Er schrieb das Stück "Mahomet" und den "West-östlichen Diwan", wo er dichtete: "Dass der Koran das Buch der Bücher sei, glaub ich aus Moslemenpflicht." Und allein durch diese Werke gehört der Islam längst zur deutschen Geistesgeschichte.

Georg Friedrich Wilhelm Hegel (1770-1831) setzte sich unter anderem mit der Dichtung des persischsprachigen Gelehrten Jalal-ed-Din Rumis (1207-1273) auseinander und bemerkte in seiner "Vorlesungen zur Ästhetik": "Indem sich nämlich der Dichter im Muhammedismus das Göttliche in Allem zu erblicken sehnt und es wirklich erblickt, gibt er nun auch sein eigenes Selbst dagegen auf. Dadurch erwächst ihm jene heitre Innigkeit, jenes freies Glück dessen, der sich bei der Lossagung von der eigenen Partikularität durchweg in das Ewige und Absolute versenkt, und in Allem das Bild und die Gegenwart des Göttlichen erkennt."

Der Dichter Rainer Maria Rilke (1875-1925) beschäftigte sich intensiv mit dem Islam [›››] und verfasste ein Gedicht über die erste Offenbarung des Propheten Mohammed. Die Beispiele für den Einfluss des Islams auf die deutsche Literatur ließen sich noch lange fortsetzen, aus Platzgründen soll dies hier genügen.

(Dr. Markus Fiedler)
http://www.multiperspektivisch.de/nachricht/detail/8.html


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RE: Die Islamisierung des Abendlandes ist nicht mehr aufzuhalten

#50 von Werner Arndt , 15.01.2020 17:50

Zitat

Maximilian Suleiman Massauer

Ich hatte ursprünglich vorgehabt, im Sommer letzten Jahres, also gewissermaßen zu meinem zehnjährigen Konvertierungs-»Jubiläum« einen Text zu verfassen, in dem ich meine Beweggründe diesbezüglich darzustellen gedachte. Dies gelang mir nun mit einiger Verspätung. …

Die Annahme einer Religion ist im Idealfall einer ehrlichen Überzeugung geschuldet. Meine persönliche Sicht auf die Lehren des Islams war die eines getauften Christen katholischer Konfession, der ursprünglich bemüht war, eben diese Überzeugung zu festigen. Doch war ich nie im Stande, die für das Christentum fundamentale Lehre der Dreieinigkeit zu verinnerlichen. Diese Schwierigkeit ergab sich nicht zuletzt aus der Tatsache, dass das Alte Testament, dem ich mich auf gewisse Weise immer sehr verbunden fühlte, keinen einigermaßen eindeutigen Hinweis auf ein solches Konzept liefert, sondern vielmehr an einem Gottesbild sich orientiert, welches – wie ich bald feststellen sollte – dem des Islam weitestgehend gleichkommt. Auch dem Judentum ist ein solches Konzept fremd. Weder im Alten Testament noch in den Aussagen Jesu Christi vermochte ich, eindeutige Belege für diese Lehre zu finden. Es ist zudem bekannt, dass diese Vorstellungen unter den frühen Christen alles andere als ein Konsens war und sich erst in den folgenden Jahrhunderten durchzusetzen vermochte. Auch die Lehre der Ur- oder Erbsünde, wonach der Sündenfall Adams und Evas die Menschheit als Ganzes von der göttlichen Gnade entfernt habe und einzig der Glaube an den Opfertod Jesu Christi den Menschen ihr wieder zuführen könne, schien weder durch das Alte Testament noch durch die Rede Jesu Christi selbst untermauert. Gesetzt, dass diese Vorstellungen richtig wären und dass Gott uns den Weg zum Heil leicht machen möchte, müssten sich jedoch klare Aussagen diesbezüglich in der Bibel finden lassen.

Ausgehend von diesen Problemstellungen war ich nun an einer Position angelangt, an der einerseits mein Widerspruch zur klassischen Lehre des Christentums offenkundig war, ich mich andererseits jedoch weiterhin dem abrahamitischen Monotheismus verbunden fühlte. Eine Annäherung an das Judentum wäre prinzipiell möglich gewesen, hätte mich jedoch gezwungen, den Bezug zur mir nach wie vor wichtigen Person Jesu Christi aufzugeben. In dieser Phase der Unsicherheit erfolgte nun eine intensivere Beschäftigung mit der Glaubenslehre des Islam. Wichtig war die Erkenntnis, dass der Islam beide Religionen, das Judentum wie das Christentum, als im Ursprung von Gott stammend betrachtet, auch wenn gemäß koranischer Aussagen die Schriften dieser beiden im Laufe der Zeit gewissen Veränderungen anheimfielen, die die ursprüngliche Lehre verfremdete. Der Islam ordnet sowohl Jesus Christus als auch die Propheten des Alten Testaments in ein Narrativ ein, demzufolge Gott in allen Völkern einen Propheten erweckte, welcher immer dazu aufrief, Gott alleine zu dienen. ...

Der Islam bedeutete also die Möglichkeiten eines klar monotheistischen Bekenntnisses einerseits und andererseits das Festhalten an der Person Jesu Christi als einem Propheten Gottes. Die Entscheidung für den Islam wurde endgültig durch die Lektüre des Koran. Bis zum heutigen Tage vermochte ich keiner religiösen Schrift ansichtig zu werden, die eine ähnlich eindrucksvolle Beschreibung Gottes enthielt. Die jeden Zweifel strafende Apodiktik, die Darstellungen der Angelegenheiten des Jenseits, die die Verheißung des Lohns und die Androhung der Strafe immer und immer wieder in das Bewusstsein des Lesers rufen – solcherlei Aspekte des koranischen Textes machten mich unfähig zu glauben, dass jenes Buch irdischen Ursprungs, also das Werk eines Menschen sein könnte. Von hier an waren es nur noch einige wenige Monate innerer Abwägung, bis ich den endgültigen Schritt zur Aussprache des Glaubensbekenntnisses tat. ...

So stehe ich heute also fest auf dem Grunde meiner religiösen Überzeugung und bin zugleich tief beseelt durch die Liebe zu meiner Heimat, ohne dass ich mich dadurch irgendeinem Widerspruch aussetzen müsste. Gerade der deutsche Geist, der Geist Goethes, Schillers, Hölderlins und Novalis‘, ist doch in jedem Winkel geprägt durch die Frage nach dem Höheren und steht alleine dadurch schon dem gähnenden Materialismus entgegen. Welch Gnade ist es für mich, an beidem teilhaben zu dürfen.

https://www.facebook.com/maximilian.mass...473111470306033



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zuletzt bearbeitet 16.01.2020 | Top

RE: Die Islamisierung des Abendlandes ist nicht mehr aufzuhalten

#51 von Werner Arndt , 23.01.2020 16:33

Zitat

Korankunde für Christen

Wir sind vom Gleichnis eines Juwels ausgegangen, darin sich das Licht in Bildern der Welt und der Geschichte bricht. Gott selbst ist das Licht über dem Licht, das Urlicht. Gott ist aber zugleich in der Allgewalt der Sprache gegenwärtig, die den ganzen Koran als Gottes Sprechen durchtönt. … Man muß es sich verdeutlichen, daß alles im Koran von Gott gesprochen wird. Gott spricht dem Propheten zu, was er sprechen soll, Gott spricht, was die Gegner sagen, Gott spricht von Gott als Gott, und aus Gott brechen die Preisungen Gottes hervor. Das Ich und das Du, das Er und das Wir, das Ihr, das Es und das Sie sind von diesem Sprechen umfangen. Überall Gott, der alle Dinge umfängt. ...

In allem aber ist es, als hebe sich Gott aus allen Bildern und Worten immer neu wie aus geheimnisvollem Hintergrund hervor, um sich sogleich auch wieder zu entziehen. Er erscheint wie im Bild und nimmt sein Bild zurück, weil kein Bild ihn erreicht: der Urgrund und die Höhe der Welt.

»Gott! Es gibt keinen Gott außer ihm.
Er ist der Lebendige, der Ewige.
Ihn erfaßt nicht Schlummer und nicht Schlaf.
Sein ist, was in den Himmeln und auf Erden.
Wer ist´s, der bei ihm Fürbitte einlegen könnte
ohne seine Erlaubnis?
Er weiß, was vor ihnen und was hinter ihnen liegt;
sie aber wissen nichts von seinem Wissen,
außer was er will.
Weit reicht sein Thron über die Himmel und die Erde,
beider Hut ist ihm keine Last.
Er ist der Hohe, der Gewaltige.«

Sure 2, 255: der Thronvers



Man hat im Koran immer wieder den Eindruck, als spielten sich die geschichtlichen Vorgänge, wie wir sie aus der Bibel oder anderen Überlieferungen kennen, auf einer erhöhten, archetypischen Ebene ab. … Die Bibel erscheint, gemessen am Koran, episch breit, der Koran hingegen pointierend und typisierend. Er wirkt in diesem Sinne wie eine Potenzierung der Bibel, und das dem Moslem eigene Gefühl, im Koran das eigentliche Buch zu besitzen, das die früheren heiligen Bücher verheißen haben, ist durchaus verständlich.



Der Koran enthüllt eine Dimension des Paradieses, die der Mönch, der Priester, der Philosoph, der Theologe, die unseren Kulturkreis prägten, nicht geschaut haben: das Symposion der Liebenden als Bild der Ewigkeit.

...

Die Koranoffenbarung ist der letzte geschichtsbegründende und -beschleunigende »Richtungsstoß«, um mit Lessing zu reden, den Gott seiner Menschheit gab. Von diesem letzten Impuls her hat die Menschheit sich dann mehr und mehr selbständig, unter Gebrauch ihrer Vernunft autonom zu entwickeln.



Das johanneische Jesuswort »Mein Reich ist nicht von dieser Welt« (18, 36) kann kein letztes Wort sein. Unter dem Walten des christlichen Geistes kamen Kirche und Welt. Aber Kirche und Welt können beide nicht Letztes sein. Gefordert ist vielmehr die Erkenntnis, »daß das weltliche Treiben ein geistiges Geschäft ist«. Der erste, der diese Einsicht mit geschichtlicher Wirksamkeit als Gegenstand einer letzten Offenbarung erfuhr, ist Mohammed gewesen mit seinem Auftrag, eine islamische umma aufzubauen. Diese stellt eine Gemeinschaft dar, die in ihrer ursprünglichen Gestalt durch und durch laizistisch ist (der Islam ist eine Laienreligion), also kein Kirchenstaat, dessen Gesetze und Lebensformen auf durchaus vernünftigen Anordnungen beruhen und der doch zugleich ganz und gar von der Hingabe an den einen Gott in aktualisierter Gottesnähe erfüllt ist.

...

Im ältesten Urchristentum und im daraus hervorgehenden Judenchristentum wurde Jesus niemals als Gott im eigentlichen und wesenhaften Sinne bezeichnet. ... Es ist eine Tatsache, daß die jesuanische und urchristliche Überlieferung nicht ungebrochen in das Neue Testament übergegangen ist. Der Koran ist die Ergänzung zum Neuen Testament. Er weist auf den »inneren Kanon« hin, den eschatologischen Menschen des Geistes und das Wort Gottes in Person – Jesus.


Paul Schwarzenau:
"Korankunde für Christen"
Kreuz Verlag, Stuttgart 1982
S. 23 f., 26, 72, 119, 122 ff.

Dr. Paul Schwarzenau [1923 - 2006] ist Professor für Evangelische Theologie und Didaktik mit Schwerpunkt Religionswissenschaft an der Universität Dortmund. (Rücktitel - Kreuz Verlag)




(siehe auch "Heisenbergsche Unschärfe islamisch betrachtet": #16)



O Leute der Schrift, zu euch ist nunmehr Unser Gesandter nach einer Zeitspanne zwischen den Gesandten gekommen, um euch aufzuklären, damit ihr nicht sagen könnt: "Kein Bringer froher Botschaft und kein Warner ist zu uns gekommen." So ist nun in Wahrheit ein Bringer froher Botschaft und ein Warner zu euch gekommen. Und Allah hat Macht über alle Dinge.
(Koran 5:19)

O Leute der Schrift, übertreibt nicht in eurem Glauben und sagt von Allah nichts als die Wahrheit. Wahrlich, der Messias, Jesus, Sohn der Maria, ist nur der Gesandte Allahs und Sein Wort, das Er Maria entboten hat, und von Seinem Geist. Darum glaubt an Allah und Seine Gesandten, und sagt nicht: "Drei". Lasst (davon) ab - (das) ist besser für euch. Allah ist nur ein einziger Gott. Es liegt Seiner Herrlichkeit fern, Ihm ein Kind zuzuschreiben. Sein ist, was in den Himmeln und was auf Erden ist; und Allah genügt als Sachwalter. Der Messias wird es niemals verschmähen, Diener Allahs zu sein; ebenso nicht die (Allah) nahestehenden Engel; und wer es verschmäht, Ihn anzubeten, und sich dazu zu erhaben fühlt - so wird Er sie alle zu Sich versammeln.
(Koran 4:171-172)

Sprich: "Ruft Allah an oder ruft den Allerbarmer an - bei welchem (Namen) ihr (Ihn auch) immer anruft, Ihm stehen die Schönsten Namen zu." Und sprich dein Gebet nicht zu laut, und flüstere es auch nicht zu leise, sondern suche einen Mittelweg. Und sprich: "Alles Lob gebührt Allah, Der Sich keinen Sohn genommen hat und niemanden in der Herrschaft neben Sich noch sonst einen Gehilfen aus Ohnmacht hat." Und rühme Seine Größe in gebührender Weise.
(Koran 17:110-111)

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