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Warum ich nicht in den Jubel zur Merkelabstrafung mit einstimme

#1 von Yavuz Özoguz , 05.09.2016 11:38

Warum ich nicht in den Jubel zur Merkelabstrafung mit einstimme

Ein indisches Sprichwort besagt, dass nur ein toter Fisch mit dem Strom schwimmt und der Strom der Merkel-Abgangs-Bejubler ist mir zu deutlich!

Um Missverständnisse zu vermeiden, muss ich eines vorweg schicken: Zweifelsohne steht meine Wenigkeit nicht im Verdacht eine Merkelanhängerin zu sein oder auch nur im Geringsten die Politik einer Person schützen zu wollen, die ich für maßgeblich mitverantwortlich an vielen Verbrechen dieser Welt erachte! Es ist noch nicht lange her, dass ich zusammen mit über 900 Unterstützern in der Aktion „DelFrieden: Delmenhorster Stimme für Frieden“ eine Strafanzeige gegen die Bundesregierung wegen Syrien verfasst habe [1]. Und wenn es um eine Beurteilung der Politik der Kanzlerin geht, so betrachte ich ihre bisherige Weltpolitik als das Übelste, was meinem Heimatland Deutschland bisher widerfahren ist.

Dennoch schrillen bei mir die Alarmglocken auf, wenn ich sehe, mit welcher Lautstärke von rechts bis links die Leute über die „Ohrfeige“ für Merkel jubeln [2]. Und geradezu die höchste Alarmstufe meiner journalistischen Analyse wird aktiviert, wenn ich ausgerechnet von einem Springer-Presse-Ableger folgende Schlagzeile lese: „Merkel wirkt wie eine türkische Provinzpolitikerin“ [3]. Jene Medien, die diese Frau hochgejubelt haben in himmlische deutsche Sphären und zum weltweit größten Unterstützer des Imperialismus, Kapitalismus und Zionismus gekrönt haben, sägen sie jetzt erbarmungslos ab. Bereits Schiller wusste im 18. Jahrhundert in seinem Trauerspiel „Die Verschwörung des Fiesko zu Genua“ festzustellen: „Der Mohr hat seine Arbeit getan, der Mohr kann gehen.“ Daraus ist das deutsche Sprichwort entstanden: „Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan …“ Theodor Fontane hat es in seinem Gedicht „die Alten und die Jungen“ auf den Punkt gebracht: „Der Mohr kann gehn, neu Spiel hebt an, Sie beherrschen die Szene, sie sind dran.“

Doch wer beherrscht die Szene und was ist der Grund dafür, dass die Mohrin gehen soll? Liegt es daran, dass sie jetzt geläutert ist, sich für Gerechtigkeit, Frieden und Nächstenliebe einsetzt? Liegt es daran, dass sie dem Zionismus abgeschworen hat und nicht mehr deutsche Güter verschenken will? Kann es sein, dass sie das verbrecherische System des Raubtierkapitalismus erkannt hat und sich jetzt dagegen wendet? Ist sie jetzt zur echten Europäerin mutiert, die sich gegen die USA und damit für mehr Frieden in der Welt engagiert?

Ich glaube, dass keines dieser Dinge zutrifft. Nach wie vor gehe ich davon aus, dass die Bundeskanzlerin mehr an den Kapitalismus glaubt als an das „C“ ihrer Partei. Nach wie vor gehe ich davon aus, dass sie die Unterstützung des Zionismus als eine ihrer wichtigsten Aufgaben ansieht und die USA – zumindest mit Obama – ihre frei gewählten Oberbefehlshaber sind. Sie wird nunmehr bei allen diesen Aspekten nicht deswegen abgesägt, weil sie davon abgerückt ist und menschlichere Ziele verfolgt, sondern weil sie nicht dazu bewegt werden konnte, noch unmenschlicher zu werden, als ihre Politik es ohnehin schon ist.

Wahrscheinlich werden zukünftige Geschichtsschreiber eines Tages feststellen, dass der Dritte Weltkrieg in unserer Zeit bereits angefangen hat. Sie werden die Stellvertreterkriege in Syrien, Jemen, Irak und anderenorts als Einstiegskriege einstufen. Sie werden den massiven Wirtschaftskrieg der USA gegen Europa (siehe z.B. VW) als Vorstufe noch üblerer Strangulationen einstufen, wobei Europa inzwischen deutlich zurückschießt (siehe Steuernachzahlungen Apple). Sie werden auch feststellen, dass das Weltkapitalsystem kurz vor dem Zusammenbruch stand und daher es eines Sündenbocks bedurfte. Wir sind in Europa inzwischen so weit, dass man ungestraft die Abschaffung des Islam und das Verbot des Heiligen Qur’an fordern darf. Wir sind in Europa so weit, dass Frauen zwangsentkleidet werden, ein Berührungszwang auferlegt wird und jegliche Maßnahmen sich gegen Muslime richten. Wir sind so weit, dass der Sündenbock „Muslim“ herhalten muss für das gescheiterte raubtierkapitalistische System, bei dem die Armen immer ärmer und die Reichen immer reicher werden. Wer hier eins und eins zusammenzählen kann, der weiß, dass die Westliche Welt einen fürchterlichen Krieg vorbereitet, der weit über das hinausgeht, was wir bisher bereits an unvorstellbarer Brutalität in Syrien und Jemen gesehen haben. Da werden die läppischen Vorräte in Kellern auch nichts nützen.

Bundeskanzlerin Merkel kann als promovierte Naturwissenschaftlerin eins und eins zusammen zählen. Sie sieht, welche beiden Präsidentschaftskandidaten in den USA auflaufen und dass sie sich bezüglich bevorstehender Kriege nicht unterscheiden. Sie sieht, dass Frankreich mit Terror überzogen worden ist, nur weil sie sich etwas heftiger gegen die US-Hegemonialpolitik gewehrt haben. Entgegen dem, was uns mitgeteilt wird, dürften die fähigen deutschen Geheimdienste die Bundeskanzlerin anders informieren. Sie sieht auch, wie der Terror in ihrem eigenen Land begonnen hat, nur weil es Widerstand gegen die vollständige Unterwerfung Deutschlands in den US-Kapitalismus gibt. Sie weiß auch aus der Geschichte, was es für Deutschland bedeutet, wenn die USA in einen Weltkrieg einsteigt. Ist es da wirklich ausgeschlossen, dass sie – allein um das Leben der ihr nahe stehenden Personen zu retten – nicht mehr alles mitmachen will?

Schauen wir uns doch einmal die „Alternative“ an, welche jetzt von der Zionismus-nahen Springer-Presse in geschickten Portionen hoffähig gemacht wird. Ist die AFD menschenfreundlicher? Sicher nicht! Sie will den Menschen die Freiheit rauben und nach Rassen unterscheiden, selbst wenn sie das selbst so nicht nennen. Sie will in Deutschland den Islam ausweisen, was faktisch zu einem Bürgerkrieg führen würde.

Aber will die AFD wenigstens für die „reinrassigen“ Deutschen, die keine Muslime sind und sie wählen, etwas Gutes? Die AFD will intensiver als alle anderen Parteien die Reichen reicher und die Armen ärmer machen, da kommt selbst die FDP nicht mit. Sie will die Erbschaftssteuer abschaffen, die Vermögensteuer in jedem Fall verhindern und Renten und Sozialleistungen kürzen. Angesichts dieses offen vorgetragenen Umverteilungswahns würde Merkels Politik geradezu als Linksliberal eingestuft werden.

Aber wollen die AFD wenigstens eine echte deutsche Alternative sein? Nicht einmal das ist der Fall. Mehr als alle anderen Parteien vor ihr wollen sie Deutschland den USA und dem Zionismus verschenken. Es scheint ausgemachte Sache der Springer-Presse, diese Partei in den Bundestag zu hieven. So können verbrecherisch-kapitalistische Herrenmenschenziele entweder mit Hilfe jener Partei selbst verwirklicht werden oder dadurch, dass die CDU ihre Morin absägt und dann selbst die Ziele verfolgt, die von Deutschland in einer immer verbrecherischen und kriegerischen Welt verlangt werden.

In solch einer Zeit weigere ich mich, in das Merkel-Bashing einzustimmen. Vielmehr müssen wir wieder bei der Graswurzel beginnen und Aufklärungsarbeit im Kleinen leisten. Der Karikaturist Jochen Schaudig hat gesagt: „Wenn in dem Land mit der geringsten Bevölkerungsdichte und den wenigsten Flüchtlingen 22% der Leute (oder so was um den Dreh) die AfD wählen, aus Angst vor Flüchtlingen, dann sollte die Regierung nicht ihre Flüchtlingspolitik überdenken, sondern ihre Bildungspolitik.“

Als deutsche Muslime ist es unsere Aufgabe, einer Spaltung der Gesellschaft entgegenzuwirken. Wir streben weder die Macht noch die Herrschaft an, denn die Macht und Herrschaft sind ohnehin allein Gottes. Wer Macht und Herrschaft anstrebt, wird beides verlieren. Unser Streben muss Nächstenliebe und Menschlichkeit sein, eine Menschlichkeit, die in das ewige Glück mündet. In solch einer Phase, in der sich Deutschland derzeit befindet, kann es sogar notwendig sein, Politiker zu schützen, die einem sonst wegen ihrer Unmenschlichkeit verhasst sind. Gerne hätte ich es gesehen, wenn die Linke, die zumindest was soziale Gerechtigkeit und Weltkriege angeht, der islamischen Position am Nächsten stehen, in Mecklenburg-Vorpommern besser abgeschnitten hätten. Aber der Etappensieg der AFD ging auch noch einher mit dem größten Verlust der Linken im Osten, so dass wir uns gemeinsam Gedanken darüber machen müssen, wie wir den Spuck des neuerlichen Rassismus und Hyper-Kapitalismus entgegen treten können.

Ein sehr wichtiger Aspekt ist die Bekämpfung von Angst. Hierfür müssen sich die vernünftigen Kräfte des Landes – auch gegen den Widerstand der Springer-Presse – zusammentun und gemeinsam wirken. Aufrichtige verantwortungsvolle Menschen müssen aufhören das erfüllen zu wollen, was die Springer-Presse vorgibt, sondern wahre Werte vermitteln. Zu diesen Werten gehören Anstand, Aufrichtigkeit, Freiheit, Frieden und vor allem Gerechtigkeit. Zu diesen Werten gehört Demut. Nach wie vor glaube ich, dass Deutschland das Potential dazu hat, den dritten Weltkrieg zu verhindern! Nach wie vor glaube ich in Deutschland hinreichend Menschen zu sehen, die über ein enormes Potential an Vernunft gepaart mit Nächstenliebe verfügen. Damit dieses Potential wirken kann, ist die Überwindung des „Ich“ eine große Voraussetzung.

Meine Wenigkeit glaubt, dass aktuell nicht die Zeit ist, sich über die systematische Vertreibung der Bundeskanzlerin aus dem Amt zu freuen, sondern die Zeit ist, die wahren teuflischen Kräfte und Mächte der Welt zu benennen und mit erlaubten Mitteln ihre tagtäglichen Angriffe abzuwehren. Und wer weiß – vielleicht läutert sich dann ja eines Tages wundersam eine Bundeskanzlerin – die inzwischen gemerkt haben dürfte, dass sie nicht ewig leben wird, auch nicht politisch. Solche Erfahrungen sind Chance für jeden Menschen. Nutzen wir unsere zahlreichen Chancen diesbezüglich zur Läuterung des eigenen Herzens.

[1] http://www.delfrieden.de/
[2] http://derstandard.at/2000043838697/OhrfeigefuerMerkel
[3] https://beta.welt.de/debatte/kommentare/...olitikerin.html
[4] https://www.facebook.com/jochen.schaudig...212492092128046

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RE: Warum ich nicht in den Jubel zur Merkelabstrafung mit einstimme

#2 von Dörte Donker , 05.09.2016 12:54

Zitat
Ein sehr wichtiger Aspekt ist die Bekämpfung von Angst. Hierfür müssen sich die vernünftigen Kräfte des Landes – auch gegen den Widerstand der Springer-Presse – zusammentun und gemeinsam wirken. Aufrichtige verantwortungsvolle Menschen müssen aufhören das erfüllen zu wollen, was die Springer-Presse vorgibt, sondern wahre Werte vermitteln. Zu diesen Werten gehören Anstand, Aufrichtigkeit, Freiheit, Frieden und vor allem Gerechtigkeit. Zu diesen Werten gehört Demut. Nach wie vor glaube ich, dass Deutschland das Potential dazu hat, den dritten Weltkrieg zu verhindern! Nach wie vor glaube ich in Deutschland hinreichend Menschen zu sehen, die über ein enormes Potential an Vernunft gepaart mit Nächstenliebe verfügen. Damit dieses Potential wirken kann, ist die Überwindung des „Ich“ eine große Voraussetzung.



Da sind wir schon beim Kern des Problems. Was sind deutsche Werte.?!Jahrzehntelang durfte man wegen des Linksdruckes nicht einmal dieses definieren. Wenn heute Rechtspopulisten von deutschen Werten und deutscher Kultur sprechen, weiß ich, dass sie nicht das selbe meinen, wie ich. Das Dilemma vor dem wir jetzt stehen, hat genau damit zu tun. Unsere amerikanisierte Unkultur hat nichts mit deutschen Werten zu tun und islamische Werte sind 99% näher an den eigentlichen deutschen Werten, als das , was wir jetzt haben. Das man den Islam ständig falsch darstellt, soll verhindern, dass die Menschen das erkennen können. Wir haben einfach etwas versäumt klar zu stellen und jetzt ist der deutsche Mensch manipulierbar. Wenn man Discos und Nacktheit als Teil der deustchen Kultur ausruft, glauben sie es. Und der böse rückständige Moslem wird erst integriert sein, wenn er Discos mag und die Muslima ihr Kopftuch ablegt, um sich dort zu betrinken und sich am Strand auszieht, damit die Männer zufrieden sind. Wir haben uns auf das Primitivste geeinigt und das hat jetzt deutsche Kultur zu sein. So sieht es doch aus. Was für eine Katastrophe in meinen Augen.


Jeder sollte sich einfach fragen, was sich tatsächlich durch den Zuzug der Flüchtlinge geändert hat. Hier in meinem Stadtteile, ein altes Arbeiterviertel, sind wohl die meisten Flüchtlinge untergebracht. Das Straßenbild hat sich geändert. Aber für mich hat sich nichts geändert. Neulich saßen ein dutzend orientalischer Männer draußen und haben gegrillt. Dabei haben sie ihre Musik so laut gemacht, dass ich in meiner Wohnung nicht mehr lesen konnte und man es durch den halben Stadtteil hörte. Ich ging hin und fragt, warum das so laut sein muss. Sie sagten, dass sei eine Feier. Ich sagte, das ginge so nicht in Deutschland, nicht so laut, sonst müsse man das als Feier anmelden. Nun müsste man doch erwarten, weil die alle so böse und respektlos sind, dass die mich in männlicher Überzahl auslachen...zumal ich als Frau ganz alleine vor den stehend, ohne männlichen Schutz war. Aber was passierte...sie machten ihre Musik leise und obwohl sie bis in die Nacht dort saßen, wurde nicht einmal die Musik wieder laut gestellt.
Eine Gruppe Deutscher hätte mir wahrscheinlch einfach den Stinkefinger gezeigt.


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zuletzt bearbeitet 05.09.2016 | Top

RE: Warum ich nicht in den Jubel zur Merkelabstrafung mit einstimme

#3 von Dr.Josef Haas , 05.09.2016 19:57

Eine über weite Strecken sehr interessante und vor allem sachkundige Analyse der
beiden Autoren!
Allerdings möchte ich Yavuz Özoguz in seiner Annahme, Frau Merkel wolle "nicht
mehr alles mitmachen", leidenschaftlich widersprechen.
Nichts deutet nämlich auf eine derartige Vernunft der Bundeskanzlerin hin, welche
- darüber hinaus- mit ihrer bisherigen Nibelungentreue zu den USA und Israel die
nationalen Interessen dieses Landes in unvorstellbarer Weise geschädigt hat.
Dies wirkt auch in der Zukunft nach und wird diese Person daher stets stigmatisieren.
Außerdem nehme ich an, dass sie sowieso sehr stark mit der Vergesslichkeit des
hiesigen Wählervolkes rechnet und daher nach einigen Wochen ihre bisherige
Politik der Anbiederung gegenüber Washington und Tel Aviv möglicherweise in noch
stärkerem Maße fortsetzen wird.
Die von Dr.Özoguz richtig erkannte Notwendigkeit "die wahren teuflischen Kräfte und
Mächte der Welt zu benennen und mit erlaubten Mitteln ihre tagtäglichen Angriffe
abzuwehren" bedeutet nun allerdings, gerade von diesem Kampf die hiesige Regierungschefin
keinesfalls auszunehmen, stellt doch gerade sie als ein wichtiger Bestandteil des
imperialistischen Systems mehr denn je eine Gefahr für genau die Wertvorstellungen
dar, die Yavuz Özoguz und auch mir so sehr am Herzen liegen.
Konkret heißt dies wiederum: Soziale Gerechtigkeit kann und wird es mit einer Frau
nicht geben (können), welche engste Beziehungen mit dem supranationalen Großkapital,
insbesondere dem in den Vereinigten Staaten beheimateten,pflegt und deren Sympathie
für den Zionismus kaum mehr übertreffbar scheint.
Nein: Angela Merkel gehört in jeder Weise zu den "teuflischen Kräften dieser Welt",
ist sogar einer von deren wichtigsten Repräsentanten.
Infolgedessen wäre es eine Verhöhnung von Recht und Gerechtigkeit, einem derartigen
Menschen auch nur das geringste Verständnis entgegenzubringen, das übrigens Merkel
selber gegenüber antiimperialistischen und antizionistischen Auffassungen niemals aufbrächte!

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Die eigentlichen Werte

#4 von Thomas Steffen , 08.09.2016 06:57

Ohne Frage bietet Frau Merkels Kanzlerschaft hinreichend Stoff für kritische Kommentare wie auch Satire. Wer auch immer ihre Nachfolge im Amt antreten wird, die Verantwortung ist nicht zu unterschätzen [›››]. Viel interessanter als diese Personalie finde ich jedoch eine Anmerkung in #2, welche wirklich Vertiefung verdient. Ich wäre Frau Donker dankbar, wenn Sie darauf bei Gelegenheit näher eingehen könnte.

Zitat von Dörte Donker im Beitrag #2
... islamische Werte sind 99% näher an den eigentlichen deutschen Werten, als das, was wir jetzt haben.

Thomas Steffen  
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RE: Die eigentlichen Werte

#5 von Dörte Donker , 08.09.2016 12:13

Salam aleikum lieber Herr Steffen,

man könnte fast fragen, welche Tugenden des Islams denn nicht zu den Deutschen passen würden. Ja, da fällt mir ein, es zu lassen Alkohol zu trinken und Schweinefleisch zu essen, obwohl jeder weiß, dass es jedem gut tun würde und es absolut der Gesundheit dienlich wäre, auf Alkohol und Schweinefleisch ganz zu verzichten. Es ist nun gerade so, dass die Menschen, die regelmäßig trinken und sich dabei einreden, keine Alkoholiker zu sein, dieses Gebot am Meisten aufstößt. (Es sind genau die, die sich einfach gehen lassen, die den meisten Hass auf den Islam versprühen). Und jedem täte es gut, nicht zu jedem offiziellen Besäufnis zu rennen und das Spaß zu nennen. Da sind wir bei den deutschen Werten, wie ich sie mal benennen möchte. Wann gab es diese regelmäßigen Massenbesäufnisse in der deutschen Kultur. Ja, es gab Volksfeste, und dort gab es auch Alkohol. Aber wer betrank sich denn dort? Es waren die, die im Rest des Alltages auch Probleme mit Alkohol hatten. Der Rest und vor allem Frauen unterließen es tunlichst, denn man hatte auch einen Ruf zu verlieren.
Dann gibt es ja die deutschen Sekundärtugenden einst Primärtugenden, wie Sauberkeit, Ehrlichkeit, Pünktlichkeit, Pflichtbewusstsein, Treue, Sinn für das Familienleben, was Treue beinhaltet, das Wort und den Schwur halten, das Einhalten von Verträgen, gutes Benehmen schlechthin, ja und sogar die Gipfellinien der Tugenden wie Selbstüberwindung, Ehrgefühl und Bewahrung der eigenen Ehre und der der anderen, Opferbereitschaft und Kameradschaft, und und und. Es gibt sicher für jeden dieser Tugenden ein Hadith oder ein Koranvers, der das belegt, ohne diese jetzt raussuchen zu müssen. (was wir sicher dann auch noch mal gemeimsam tun könnten und vielleicht einen neue Faden eröffnen).
Was ist denn bei Muslimen tatsächlich zu finden, was den Deutschen aufstößt. Das Kopftuch? In meiner Kindheit gehörte es selbstverständlich dazu, auch wenn es in einem anderen Kontext getragen wurde. Aber haben wir Deutschen jemals jemanden diskriminiert, der Hut oder Kravatte trug. Der Vergleich hingt erst einmal, aber nicht, wenn man weiß, dass beide einen kriegerischen Ursprung haben und auch beide ein Symbol sind für etwas sind, was wir heute nicht mehr so toll finden. Dann holen wir solche Sachen hervor, wie das Hand geben, obwohl jeder wissen sollte, wie d
kompliziert die Regeln auch bei uns sind und eine Frau immer das Recht hat den Handschlag zu verweigern und ein Mann niemals einer Frau die Hand anbietet, sondern wartet, ob ihm die Hand angeboten wird. Naja, wir holen das ja nicht hervor, die Presse tut es, ansonsten wäre diese Fälle so unwichtig, wie der umfallende Reissack in China. Und haben wir da jemals von Männerdiskriminierung gesprochen? Es war sogar traditionell so, dass eine ehrbare Frau niemals einen Mann zuerst auf der Strasse begrüßte, denn Männer ansprechen, das durften nur Prostituierte. Meine Mutter hat mir das noch beigebracht. Das sind solche Kleinigkeiten, auf denen man herumreitet, damit man das Großeganze nicht mehr erkennt.
Noch an dieser Stelle ergänzend, der den Deutschen als Dichter und Denker wieder fördert: Wissenserwerb ist im Islam eine Plicht !!! Der Islam ist auch nicht, wie das Christentum einst, wissenschaftsfeindlich. Ein Muslim sollte sich auch in seiner freien Zeit mit Lesen, Lehren oder Lernen beschäftigen, wenn er es nicht gerade schon beruflich umsetzen kann.

Jetzt mal zur Sittsamkeit schlechthin. Tacitus konnte bei den Germanen eine Sittsamkeit erkennen, die er so in der römischen Kultur nicht kannte und diese Sittlichkeit überschritt niemals die Grenzen. Meine Mutter noch versuchte mir zu vermitteln, dass eine Frau nicht ausgeht. Auf den Gedanken, mich so zu kleiden und so viel Haut zu zeigen, kam ich damals auch nicht. Wo in unserer Geschichte zeigten sich Frauen so auf der Strasse. Welche Entwicklung stand dahinter. Das war keine deutsche Entwicklung, sondern schwappte aus Amerika zu uns.

Es mag auch den einen oder anderen aufstoßen, dass der Islam Gottesfurcht verlangt und die Pflichterfüllung mag den einen oder anderen zu streng erscheinen. War nicht gerade die Erfüllung der Pflicht eines der wichtigsten deutschen Tugenden?

Und wie kam Otto von Bismarck dazu, folgendes über die Deutschen zu sagen:

"Wir Deutsche fürchten Gott, aber sonst nichts in der Welt - und die Gottesfurcht ist es schon, die uns den Frieden lieben und pflegen lässt."

Den Satz sollte dann jeder einmal ganz genau abschmecken.

Ich gehe an dieser Stelle dann soweit zu sagen, dass der Islam jeden Sinn für das Leben, in der Tiefe, wie in der Höhe, für uns zurückerobert, den wir in der Moderne vergessen haben, aber schmerzlich vermissen und ohne den wir schließlich kein sinnerfülltes Leben leben können.


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RE: Die eigentlichen Werte

#6 von Fatima Özoguz , 09.09.2016 12:57

Assalamu alaikum liebe Dörte

das kann ich nur dick unterschreiben! Ich hätte dem höchstens hinzuzufügen, dass wir von den orientalischen Muslimen vielleicht ein wenig mehr Spontaneität, Gastfreundschaft, Herzenswärme und auch Emotionalität lernen könnten. Bei ihnen ist es anders als bei uns überhaupt kein Problem, wenn ein Mann weint, und nicht nur zu Aschura. In der deutschen Kultur dagegen wird so ein Verhalten mit Befremden aufgenommen. All diese Tugenden, die hier aufgezählt werden, sind wichtig. Aber ohne Herz wirkt das alles etwas kalt.


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RE: Die eigentlichen Werte

#7 von Dörte Donker , 09.09.2016 14:41

Salam aleikum, ja das Weinen von Männern ist mir auch fremd. Ich habe meinen Vater nur einmal weinen sehen und das, als sein Vater starb und er weinte in stiller Stunde als nur ich dabei war. Es gibt da einen Spruch: ein deutscher Mann weint nur wenn sein Vater oder sein Hund stirbt. Das ist wohl unserem kriegerischen Erbe geschultet, vielleicht auch unserem etwas unterkühlten Temperament. Ich weiß nicht, in welchen Situationen arabische Männer weinen...aber weinen in der Öffentlichkeit ist doch selbst uns deutschen Frauen unangenehm.


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RE: Die eigentlichen Werte

#8 von Thomas Steffen , 05.03.2017 10:40

Zitat von Dörte Donker im Beitrag Warum meiner Frau der Burkini-Kragen platzen soll!
Und jetzt dürfen die Deutschen das plötzlich unter solchen Vorzeichen, nämlich die deutsche Identität nur noch in Abgrenzung zum Islam zu erkennen. Das wird so nicht funktionieren und jeder Mensch mit etwas wachen Verstand sollte es erkennen, was dahinter steht.
Und es wird auch deshalb nicht funktionieren, weil der Islam und seine Werte mehr mit eigentlichen deutschen Werten zu tun hat, als dieser sinnentleerte moderne US- Einheitskulturbrei, der sich aufmacht, die ganze Welt unter seine Deutungshoheit nehmen zu wollen.


Wünschen wir Deutschland das Beste. Die Konstellation zeigt allerdings eine gewisse Konstanz, die Rollen scheinen verteilt - nur die Akteure wechseln mit der Zeit. (Könnte einem so in den Sinn kommen angesichts dieser Zitate und der Rückblende um fast 1.000 Jahre.)

Zitat
Die Kreuzritter bekämpften später etwas, vor dem sich in den Staub zu legen ihnen besser angestanden hätte, - eine Kultur, gegen die sich selbst unser neunzehntes Jahrhundert sehr arm, sehr "spät" vorkommen dürfte.

... "Friede, Freundschaft mit dem Islam": so empfand, so tat jener grosse Freigeist, das Genie unter den deutschen Kaisern, Friedrich der Zweite. Wie? muss ein Deutscher erst Genie, erst Freigeist sein, um anständig zu empfinden?

(Friedrich Nietzsche)


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zuletzt bearbeitet 05.03.2017 | Top

RE: Warum ich nicht in den Jubel zur Merkelabstrafung mit einstimme

#9 von Werner Arndt , 12.07.2017 18:34

Zitat
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