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Offener Brief eines deutschen Muslims (Teil 7: An der Seite der Unterdrücker oder der Unterdrückten)

#1 von Yavuz Özoguz , 04.03.2021 09:05

Offener Brief eines deutschen Muslims an meine Brüder und Schwestern im Iran im Wahljahr 1400
(Teil 7: An der Seite der Unterdrücker oder der Unterdrückten)


Liebe Brüder und Schwestern im Iran,
im siebten Teil meines Briefes an Euch erlaube ich mir zu Beginn aus der Präambel der Verfassung der Islamischen Republik Iran zu zitieren: „Da der islamische Gehalt der Revolution des Iran einen Beginn zur Befreiung aller Unterdrückten von ihren Unterdrückern darstellte, bereitet die Verfassung die Grundlage für die Fortsetzung dieser Revolution mit Wirkungen im In- und Ausland…“ Das ist wirklich ein schwerwiegender Satz, an den sich Euer Volk – Maaschaallah – bis heute gehalten hat. Ihr steht überall an der Seite der Unterdrückten! Eure Betrachtung der Welt unterteilt die Staaten in Unterdrücker und Unterdrückte. Ist ein Staat (oder Volk) unterdrückt, steht Ihr an dessen Seite, völlig unabhängig davon, ob jener Staat Euch gegenüber loyal, freundlich oder fair ist. Wenn hingegen ein Staat Unterdrücker ist, dann steht Ihr aufrecht im Widerstand und das genau ist der Hauptgrund dafür, dass Ihr so viel Leid und Ärger ertragen müsst von den Unterdrückern dieser Welt seit Beginn der Islamischen Revolution. Euer Ansatz ist der Ansatz der Menschlichkeit, der wahren Menschenrechte. Eigentlich sollten alle Völker ihre Politiker dazu bewegen, diesen menschlichen Ansatz zu verfolgen.



Bei uns in Deutschland ist es anders. Deutschland steht grundsätzlich an der Seite der Unterdrücker, wie ich es Euch gleich an vielen Beispielen verdeutlichen werde. Das hängt allerdings nicht damit zusammen, dass wir ein unmenschliches Volk wären. Vielmehr hängt es damit zusammen, dass wir in ein System integriert sind, dass im missbrauchten Namen der Menschenrechte, im missbrauchten Namen von Frieden und Freiheit und bei völliger Ausklammerung des Wertes Gerechtigkeit die Menschheit unterdrückt. Dieses System heißt zwar Kapitalismus und Neoliberalismus, aber ein korrekter Name wäre eher imperialistischer Raubtierkapitalismus. Solch einen Namen würde natürlich kein Regierungschef seinem eigenen System geben, weil dann das Volk zu viele Fragen stellen könnte. Aber in der Praxis stehen wir stets an der Seite der Unterdrücker, denn Westliche Staaten sind die staatliche Spiegelung satanischen Wirkens. Hinter einer lächelnden Fratze befindet sich ein teuflisches Monster. Ich will hier nicht auf unsere westliche Führungsmacht USA – die Ihr ja zurecht „großer Satan“ nennt – eingehen, sondern begrenze mich auf Deutschland. Wo stehen wir?

Im Dauerkrieg in Afghanistan stehen wir an der Seite der Besatzer USA und Ihr steht an der Seite des Volkes. Wir haben zugelassen, dass die USA Afghanistan zum größten Drogenanbaugebiet der Welt umfunktioniert haben, Ihr habt die Drogenfelder abgebrannt. Wir erlauben den USA von deutschem Boden Drohnen zur Ermordung von Afghanen zu lenken, Ihr nehmt die Flüchtlinge dieser Massaker auf. Wir erziehen die besser gestellten Flüchtlinge aus Afghanistan, die es bis nach Deutschland geschafft haben, zu Westbürgern um, Ihr bewahrt deren Kultur. Wir sind sogar an der Ermordung von afghanischen Zivilisten mit unserer Bundeswehr beteiligt und sprechen die Verantwortlichen Offiziere in Schauprozessen, die darlegen sollen, dass wir gerecht seien, frei. Ihr bildet den afghanischen Widerstand gegen die Besatzer aus.

Blicken wir auf Jemen; der größten humanitären Katastrophe dieser Tage. Wir stehen an der Seite der Saudis und Amerikaner, die den Jemen vernichten wollen. Wir liefern den Saudis Waffen, erklären aber unserem eigenen Volk, dass jene Waffen nicht gegen Jemen eingesetzt werden, weil unser Volk sich diesbezüglich gerne betrügen lässt. Wir unterstützen den mörderischen saudischen Möchtegernmachthaber, Ihr aber unterstützt das entrechtete Volk des Jemen, dass es Euch noch Jahrzehnte lang danken wird.

Schauen wir auf den Irak. Ihr habt so viel für den Irak getan, wie kein anderes Land und Volk der Erde. Ihr habt maßgeblich zur Befreiung ausgerechnet des Landes beigetragen, das euch im Auftrag des Westens acht Jahre lang mit einem der grausamsten Kriege unserer Zeit überzogen hat. Deutschland hat damals Waffen an Saddam geliefert. Ihr wisst, dass ein Teil des Giftgases, welches gegen Euch eingesetzt worden ist, aus Deutschland kam. Noch heute steht Deutschland an der Seite der Besatzer USA im Irak. Als das irakische Parlament die Stimme des Volkes in den Parlamentsbeschluss umgesetzt hat, dass alle ausländischen Truppen den Irak verlassen sollen, haben wir unsere deutschen Truppen aus dem Irak nicht abgezogen. Sie bilden dort Kurden aus mit dem Fernziel der Spaltung des Irak (aber auch des Irans, Syriens und der Türkei) mit dem Vorwand, Kurden einen eigenen Staat zu gewähren. Ihr hingegen befolgt den Ansatz der islamischen Einheit, damit auch die Kurden keine Grenzen zwischen sich haben.

Die gleichen Kräfte in Deutschland, die jeden Tag gleich vier Staaten weiter aufspalten und ein separatistisches Kurdistan unterstützen, gewähren den Palästinensern dieses Recht nicht. Wir stehen seit der Staatsgründung unerschütterlich an der Seite des Besatzungs- und Apartheidsstaates Israel, während Ihr an der Seite der unterdrückten Palästinenser steht. Wir beliefern Israel mit allen Waffen, die wir haben – teilweise kostenlos – und Ihr unterstützt den legitimen Widerstand des palästinensischen Volkes gegen die Besatzer. An diesem Beispiel kann deutlich erkannt werden, wie sehr Ihr euren eigenen Idealen verbunden seid. Denn Ihr standet selbst dann an der Seite der Palästinenser, als deren Anführer Arafat die wahre Gefahr „aus dem Osten“ sah. Die Mercedes-Anführer der Palästinenser haben Euch zu Feinden erklärt, und Ihr habt Euch dennoch nicht abhalten lassen, dem palästinensischen Volk zu helfen. Wir helfen den Palästinensern nicht einmal dann, wenn sie uns um Hilfe bitten, außer der Besatzer Israel erlaubt es.

In Syrien standet Ihr an der Seite des Volkes, obwohl der Kampf am Anfang aussichtlos erschien. Es mag Euch wirklich erstaunen, aber wir standen von Anfang an nicht nur an der Seite der USA und Israels, sondern auch auf der Seite der Kopfabschneider. Bis heute faseln unsere Politiker und Medien, dass wir die Menschenrechte in Idlib schützen müssten. Natürlich sagen sie dem eigenen Volk nicht, dass wir nur die IS-Terroristen schützen wollen, die der Westen selbst geschaffen hat, um die islamische Welt zu beherrschen und den wahren Islamischen Staat Iran zu diskreditieren. Glaubt Ihr, unsere Politiker könnten weiterhin auf der Seite der Kopfabschneider stehen, wenn unser Volk das wüsste? Daher lügen wir uns die Menschenrechte zurecht.

Im Libanon stehen wir an der Seite der israelischen Besatzer – auch als sie große Teile des Südlibanon besetzt gehalten haben – und schweigen zu den tagtäglichen Luftraumverletzungen durch die Besatzer. Der libanesische Widerstand hingegen gilt in Deutschland als terroristisch und im Namen von was auch immer, stürmen unsere Polizisten die Moscheen von Libanesen, die ab und zu die Worte von Sayyid Hassan gehört haben. Ihr aber steht auf der Seite des Widerstandes.

Es würde den Rahmen des Briefes sprengen, wenn ich sämtliche Beispiele der Unterdrückung in der islamischen Welt nennen würde, um darzulegen, wie wir immer auf der Seite der Unterdrücker, Ihr hingegen auf der Seite der Unterdrückten steht. Ein weiteres Beispiel aus der muslimischen Welt und weitere Beispiele aus der nichtmuslimischen Welt sollen das Gesamtbild abrunden.

Bei den Uiguren in China scheint es oberflächlich betrachtet so, dass ausnahmsweise die USA und damit auch Deutschland auf der Seite der unterdrückten Muslime stehen und Iran auf der Seite des Unterdrückers China. Aber das genaue Gegenteil ist der Fall. Denn tatsächlich unterstützt die Westliche Welt den gewaltsamen Separatismus der Uiguren nicht etwa, weil sie an Menschenrechten interessiert wären, sondern weil der Westen sich im Krieg mit China befindet und China schwächen will. Hingegen versucht Imam Chamenei – Gott schütze ihn – die Lage der Uiguren dadurch zu verbessern, indem er einerseits seine Kontakte zu China nutzt und andererseits den Muslimen erklärt, dass wir gegen Separatismus vorgehen sollen, einem Separatismus, der ein Markenzeichen des Satans ist.

Auch in der nichtmuslimischen Welt steht Ihr an der Seite der Unterdrückten, wie das Beispiel Venezuela zeigt. Während Ihr mit Euren Handelsschiffen die unmenschliche Blockade der westlichen Welt durchbrochen habt, haben wir völkerrechtswidrig eine Westmarionette zum Präsidenten Venezuelas erklärt, der überhaupt keine Basis im Volk hatte. Während Ihr wirklich leise Hilfe geliefert habt, haben wir filmreife Theaterinszenierungen mit brennenden Lastwagen mitgetragen, um einen Umsturz in Venezuela durchzusetzen, der unseren Interessen dienen sollte. So wie in Venezuela steht Deutschland an der Seite der USA gegen Nicaragua, gegen Kuba und gegen viele afrikanische Staaten. Bitte vergesst niemals, dass Deutschland eines der letzten Staaten war, der Südafrikas Apartheid entgegengetreten ist, als das System ohnehin schon zusammenfiel. Bis zuletzt standen wir an der Seite der Unterdrücker!

Schaut Euch die gesamte Welt an, und Ihr werdet sehen, wo wir stehen und wo Ihr. Wir unterstützen die schlimmsten Diktatoren der Welt, wenn sie nur westliche Interessen verfolgen und gewähren ihnen sogar große Weltsportereignisse. Wir unterstützen jeden brutalen Umsturz, ob sogenannte Farbenrevolution oder Militärputsch, Hauptsache unsere Interessen werden bedient. Ihr hingegen unterstützt die Unterdrückten der Welt, obwohl Euch das große Opfer abverlangt!

Ich brauche Euch nicht zu erklären, auf wessen Seite wir Deutsche bei dem Terroranschlag auf General Sulaimani standen und bis heute stehen. Nicht diejenigen werden in Deutschland verfolgt, die den Terroranschlag befürworten, sondern diejenigen, die ihn verurteilen. Und mit welchen staatlichen Mitteln die iranischen Volksheuchler (sogenannte Volksmudschahedin) in Deutschland unterstützt werden, dürfte Euch auch nicht entgangen sein.

Die West-Fans unter Euch werden jetzt zumindest leise protestieren und darauf hinweisen, dass wir Deutschen – ganz ohne staatliche Mittel – allein für die Welthungerhilfe über 200 Millionen Euro in einem Jahr gespendet haben. Was in Euren Augen wie sehr viel Geld klingt, ist bei realer Betrachtung eine Beleidigung unseres Reichtums, ohne dass ich den guten Willen vieler Spenden übersehen möchte. Aber wir Deutsche haben im gleichen Zeitraum das Vierfache an Futter für unsere eigenen Katzen und Hunde ausgegeben.

Möglicherweise fragt Ihr Euch, wie es sein kann, dass es im Volk der Dichter und Denker keine Führungsfiguren gibt, die sich gegen so viel Unrecht auflehnen. Doch liebe Iraner, es gibt Sie. Ich will Euch heute stellvertretend für Dutzende solcher Führungsfiguren den Namen Alfred Herrenhausen nennen, den Ihr wahrscheinlich noch nie gehört habt. Herrenhausen war in den 1980er Jahren – in der Zeit als Ihr den kriegerischen westlichen Angriff auf die junge Revolution abwehren musstet – einer unserer Spitzenbänker. Er galt fachlich und persönlich als Ausnahmeerscheinung unter den deutschen Spitzenmanagern, was niemand bestreitet. Er wollte z.B., dass Banken mit ihrer Macht verantwortungsvoll umgehen. Er forderte unter anderem einen Schuldenerlass für hochverschuldete Entwicklungsländer. Kurz darauf fiel er einem angeblichen Terroranschlag zum Opfer. Meine Wenigkeit war damals noch sehr jung, und damals gab es kein Internet. Aber schon damals kam mir jener Mord sehr merkwürdig vor, was sich im Laufe der späteren Jahre verstärken sollte. Manche unserer Spitzenkräfte wurden ermordet, andere haben angeblich bei einem Fallschirmsprung Selbstmord begangen. Das System, in das wir eingebettet sind, duldet keine wahre Opposition. Und im Gegensatz zu Euch haben wir kein unerschöpfliches Reservoir an solchen Menschen! Wenn einer von unseren Besten verschwindet, findet sich lange niemand, der ihn ersetzen kann. Bei Euch wurden hunderte Spitzenkräfte durch vom Westen unterstütze Terroristen ermordet, aber ihr habt sie stets durch noch bessere Kräfte ersetzt.

Ja liebe Iraner, auch wenn ich mich als Deutscher dafür schäme, auch wenn ich mich mit allen meinen bescheidenen Möglichkeiten versuche dagegen zu wehren, und auch wenn es mehrere Meinesgleichen gibt, so müssen wir doch zusammenfassen, dass wir Deutsche mehrheitlich auf der Seite der Unterdrücker stehen und das ganz freiwillig, weil wir nicht bereit sind, für unsere wahre Freiheit im großen Maß zu opfern. Ihr aber seid die Hoffnung aller Entrechteten der Welt. Eure Islamische Revolution ist die Hoffnung aller Unterdrückten, völlig unabhängig davon, welcher Religion sie angehören. Und der Segen Gottes, den Ihr dafür erhaltet, ist unbezahlbar, während wir immer weiter in Gottlosigkeit versinken. So seid Ihr auch Hoffnung für uns!

Daher, liebe Iran, bitte ich Euch von ganzem Herzen. Gebt den Westanhimmlern unter Euch keine einzige Stimme. Wählt diejenigen, die das Leben aller Menschen schützen wollen im Dies- wie im Jenseits. Und wählt diejenigen, die die Rückkehr des erwarteten Erlösers vorbereiten, damit auch Jesus zurückkehrt und den verbliebenen Rest Christen und Gottesehrfürchtiger in Deutschland rettet.

Siehe auch:
- Teil 1: Ihr wisst nicht, was hier geschieht
- Teil 2: Atomdemütigung
- Teil 3: Bankensystem
- Teil 4: Sogenannte freie Sexualität
- Teil 5: Unser materieller Reichtum
- Teil 6: Tributzahlungen und Irreführung der Jugend


Yavuz Özoguz  
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zuletzt bearbeitet 04.03.2021 | Top

RE: Offener Brief eines deutschen Muslims (Teil 7: An der Seite der Unterdrücker oder der Unterdrückten)

#2 von Dr.Josef Haas , 04.03.2021 10:51

Wie immer, haben Sie auch in Ihrem siebenten Schreiben die Iranerinnen und Iraner über die wahren Verhältnisse, insbesondere
in der BRD, informiert. Darüber hinaus war und ist Ihr darin abgelegtes Bekenntnis zur unbedingten Solidarität mit dem palästinensischen
Freiheitskampf gegen die israelische Besatzerherrschaft ebenso beeindruckend wie notwendig gewesen. Möge sich- dies ist und bleibt meine
Hoffnung- ihr zukünftig wenigstens der Iran verpflichtet wissen. Bekanntlich ist ja die unbedingte Notwendigkeit, die armen Palästinenserinnen
und Palästinensern gegen den Terror-Staat Israel zu unterstützen, von immer mehr sogenannten "islamischen" Staaten verraten und verkauft
worden.
Fazit: Das kommende iranische Wählervotum stellt also in jeder Hinsicht eine schicksalsträchtige Angelegenheit dar.
Sollten hierbei die reaktionären, volksfeindlichen Kräfte Oberwasser bekommen, was ja bekanntlich nicht ausgeschlossen werden kann, wäre
dies eine furchtbare Niederlage, gerade für Palästina, aber darüber hinaus auch für die Menschen überall auf der Erde, welche im USA-
Imperialismus und dem von ihm krampfhaft unterstützten rassistischen Israel d e n Hauptfeind für den Weltfrieden und die universelle
Gerechtigkeit sehen. Daher darf diese negative Vision unter keinen Umständen zur Wirklichkeit werden!

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