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Offener Brief eines deutschen Muslims an meine Brüder und Schwestern im Iran (Teil 4: Sogenannte freie Sexualität)

#1 von Yavuz Özoguz , 24.02.2021 12:27

Offener Brief eines deutschen Muslims an meine Brüder und Schwestern im Iran im Wahljahr 1400
(Teil 4: Sogenannte freie Sexualität)


Liebe Brüder und Schwestern im Iran,
im vierten Teil meines Briefes an Euch erlaube ich mir ein Thema aufzugreifen, in dem der Islam sehr leicht zum Vorbild für die gesamte Menschheit werden könnte, wenn wir Muslime uns daran halten würden. Aber leider haben wir Muslime – auch im Zuge der Kolonialisierung – unislamische Vorstellungen der Imperialisten in unsere Wertevorstellung übernommen, so dass daraus in Teilbereichen eine ungenießbare Brühe geworden ist.



Die Westliche Welt wirbt damit, dass es hier – im Gegensatz zum angeblich so prüden Orient, insbesondere im Gegensatz zum Islam – einen freien Zugang zum menschlichen Bedürfnis der Sexualität gäbe. Das wirkt insbesondere für viele junge Menschen in der muslimischen Welt – leider auch im Iran – anziehend. Dabei war es der Islam, der die Lust-Ehe eingeführt hat, die hier auch Zeit-Ehe genannt wird, in der sich unverheiratete Personen auch für kurze Zeit zusammenschließen konnten. Es war der Islam, der Witwen und Geschiedenen das selbstständige Wiederverheiratungsrecht gewährt hat, über ein Jahrtausend, bevor es in der westlichen Welt möglich war, sich überhaupt scheiden zu lassen. Wie viele Witwen und Geschiedene hat allein der Prophet des Islam geheiratet? Es war der Islam, der junge Menschen zum Heiraten geraten hat. Und es war der Islam, der den Frauen ein Befriedigungsrecht durch den Mann zugesprochen hat, ein Jahrtausend bevor in der Westlichen Welt das überhaupt thematisiert wurde, dass auch eine Frau sexuelle Rechte haben könnte.

Wenn heute in der islamischen Welt – und leider auch in der Islamischen Republik Iran – die Zeit-Ehe verpönt ist, wenn Witwen durch ihre Söhne oder die Gesellschaft die Wiederverheiratung erschwert wird und keine Lehre bezüglich sexueller Befriedigung erfolgt, wenn heute jungen Menschen die Heirat durch unermessliche Bedingungen unmöglich gemacht wird, so sind das bedauerlicherweise Ansatzpunkte für den Softwar (psychologische Kriegsführung), um eine angebliche Überlegenheit der Westlichen Welt der Jugend vorzugaukeln und sie irrezuleiten. Was die Korrektur der gesellschaftlichen Normen zum islamischen Ideal angeht, so hat die Heiligkeit unserer Zeit Imam Chamenei – Gott schütze ihn – die zweite Phase der islamischen Revolution eigeläutet, in der es um die Etablierung einer islamischen Zivilisation geht. Das, liebe Iraner, ist eine schwere Aufgabe der Anstrengung (Dschihad), in die sich ein so weit von Euch entfernt lebender Muslim nicht einmischen wird. Ihr wisst selbst, dass die Überlegenheit der islamischen Sexualität darin besteht, dass Lust und Vereinbarung (und sei es nur für wenige Stunden) oder Lust und Verantwortung nie voneinander getrennt gedeihen können. Schließlich sind wir keine Tiere, sondern Menschen. Ich habe keinen Zweifel daran, dass schon in wenigen Jahrzehnten die islamische Republik Iran auch in diesen gesellschaftlichen Bereichen zu solch einem Vorbild werden kann, wie sie es im politischen Kampf gegen den Imperialismus heute schon ist.

Es gibt aber eine zweite Seite der Medaille, nämlich die westliche Propaganda, von der insbesondere Eure Jugendlichen wenig Kenntnis haben. Und diese zweite Seite ist der eigentliche Grund dieses Brief-Teils. Auch diese andere, westliche Seite muss beleuchtet werden, bevor man in die Grube der Propaganda von der angeblich „sexuellen Freiheit“ hineinfällt. In gewissem Sinn haben wir hier tatsächlich eine Art „sexuelle Freiheit“. Es stellt sich allerdings die Frage: Freiheit für wen? Wir haben hier ein Internet, bei dem jedes Kleinkind mit nur ein bis zwei Mausklicks die abartigsten pornographischen Bilder und Filme sehen kann, die selbst den Anstand der westlichen Welt übersteigen, und das will schon etwas heißen! Selbstverständlich ist mir bekannt, dass es auch im Iran einige Jugendliche gibt, die jene Bilder und Filme konsumieren. Aber im Iran gibt es Gesetze dagegen, es gibt im Internet Barrieren, die ein 9-jähriger nicht so ohne weiteres überwinden kann. Es gibt eine gesellschaftliche Abneigung dagegen.

Bei uns in Deutschland ist es anders. Inzwischen gibt es keinerlei Barrieren mehr. Jedes Kleinkind kann problemlos mit seinem Smartphone alles Unvorstellbare sehen. Selbst kleine Kinder erhalten hier Smartphones, damit sie die überforderten und meist alleinerziehenden Eltern in Ruhe lassen. Was die Kinder sehen, ist für die jungen, noch nicht verdorbenen Seele teilweise sehr verstörend.

Wieder sehe ich Euren skeptischen Blick. Ihr fragt, ob ich nicht übertreibe. Ihr fragt, ob es sein kann, dass ein so entwickeltes Land wie Deutschland keine Gesetze hat, welche die Kinder vor Pornographie schützen würden. Doch, liebe Iraner, wir haben solche Gesetze! Wir haben sogar Gesetze, bei denen derjenigen, der solche Dinge für Jugendliche zugänglich macht, ins Gefängnis kommen könnte. Aber es gibt keinen Staatsanwalt mehr in Deutschland, der jenes Gesetz anwenden wird! Jetzt seid Ihr noch mehr verwundert und fragt: Wieso? Die Antwort ist ganz einfach. Derjenigen, der die meisten pornographischen Inhalte und am aller einfachsten zugänglich verbreitet, ist Google. Google gehört dem US-Unternehmen Alphabet Inc. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens ist doppelt so hoch wie der Bundeshaushalt in einem Jahr, und das, obwohl wir zu den reichsten Ländern der Erde gehören. Aber Googles Macht ist nicht nur finanzieller Art. Googles Macht ist vor aller informeller Art. Sie bestimmen, wer was im Internet findet oder nicht findet, wer welche Nachrichten zu lesen bekommt oder so lange danach suchen muss, dass er aufgibt. Kein deutscher Staatsanwalt wird Google jemals für pornographische Inhalte anklagen. Nicht das Gesetz kontrolliert die Macht im Kapitalismus, sondern die Macht das Recht.

Aber unabhängig von Google, habt Ihr Euch eigentlich jemals die Frage gestellt, warum scheinbar unendlich viel Pornographie weltweit kostenlos angeboten wird. Irgendwer muss das doch finanzieren. Auch die Antwort auf diese Frage ist klar: Ein Pornographie-Abhängiger wird zu einem Tier in Menschengestalt. Solch ein Wesen ist viel leichter zu kontrollieren von Tyranneien als mündige suchtunabhängige Bürger, die sich ihre Menschlichkeit bewahrt haben. Die Pornographie-Sucht ist inzwischen hier als Krankheit anerkannt und es sind nicht wenige, die darunter leiden. Wenn also Eure Regierenden Euch den Zugang zu Pornographie verbieten und damit zumindest erschweren, dann dient es nicht dazu, euch zu bevormunden, sondern dazu, euch zu mündigen Bürgern zu erziehen, die im Bedarfsfall den Islam verteidigen. Die Westliche Welt braucht keine Bürger, die die westlichen Werte verteidigen, denn es gibt solche Werte kaum noch. Vielmehr braucht der Raubtierkapitalismus Menschen, die kaufen, kaufen und noch einmal kaufen. Sie sollen wie Tiere nur hinter Genüssen herrennen und Werte wie Nächstenliebe und Anstand als überholt ansehen. Der Wert des Menschen in der Westlichen Welt misst sich daran, was er kauft. Er soll Menschen verdinglichen und Dinge vergöttern. Solch ein Mensch ist aber nur dann im großen Stil erzielbar, wenn die tierischen Triebe außer Kontrolle geraten.

Sexualität wird in die ganze Gesellschaft getragen, nicht allein durch Pornografie. Es gibt keinen einzigen Spielfilm mehr mit einer halbwegs vernünftigen Handlung, in dem es nicht eine Sexszene gibt. Keine einzige Schauspielerin in Deutschland kann es zu Ruhm bringen, wenn sie sich nicht auszieht und mindestens einmal nackt auftritt. Aber das alles ist keine Schande mehr in diesem Land. Ganz im Gegenteil: Die Frauen werden dafür ausgezeichnet mit Preisen und Geld. Jede Frau, die sich nackt auszieht, verdient mehr als eine Krankenschwester, die den ganzen Tag Kranke pflegt. Es gibt diesbezüglich kaum mehr eine Scham. Einige der höchsten Politiker im Land sind mit Nacktstars verheiratet. Allein der Begriff „Scham“ gilt schon als rückschrittlich und unfrei.

Jetzt sollte man annehmen, wenn schon dem tierischen Sexualität so viel „Freiheit“ gewährt wird, dass dann zumindest die Menschen ein befriedigenderes Sexualleben haben. Aber genau das Gegenteil ist der Fall. Es gibt immer mehr Single-Haushalte, die überhaupt keinen Sexualpartner mehr finden. Die Forschungseinrichtungen verdienen sich dumm und dämlich mit Untersuchungen über diese Phänomene. Es gibt jedes Jahr neue Rekordwerte an Scheidungen. Doch selbst die noch bestehenden Ehepaare gründen keine Familie. Wir haben in Deutschland inzwischen mehr Ehepaare ohne Kinder als Ehepaare mit Kindern. Und das liegt nicht daran, dass hier inzwischen Männer auch Männer heiraten dürfen und Frauen andere Frauen. Während die Gesetzgeber in Deutschland darüber diskutieren die Sexualität mit Mahram-Verwandten (also nahen Blutsverwandten) zu erlauben, haben diejenigen, die noch nicht auf solche Abwege geraten sind, immer weniger Sexualität. In unseren Nachbarländern ist die Sexualität mit Mahram-Verwandten inzwischen legalisiert. Und durch diese Zerstörung der Ehe und Familie werden die Menschen immer einsamer. Bitte lacht jetzt nicht, es ist kein Scherz: In einem unserer Nachbarländer gibt es schon einen Einsamkeitsminister im Regierungskabinett und in Deutschland wurde auch schon darüber diskutiert.

Ich weiß liebe Iraner, Ihr glaubt mir nicht! Das klingt alles so absurd, dass es nicht vorstellbar ist. Aber forscht nach, versucht herauszufinden, ob das, was ich hier schreibe, der Realität entspricht oder nicht. Und während Ihr Euch noch immer darüber wundert, dass hier nicht nur zwei Männer miteinander heiraten dürfen, sondern jenes „Ehepaar“ sogar Kinder adoptieren darf, muss ich euch berichten, dass es bald diese „Männer“ oder „Frauen“ gar nicht mehr geben wird. In immer mehr Regionen Deutschlands darf man „geschlechtsneutral“ sein, und der Staat wird das auch in den Pässen, Personalausweisen usw. umsetzen. Da ich Euch mit diesem Aspekt jetzt total überfordere, liebe Iraner, und ihr anfangt an meiner Zurechnungsfähigkeit zu zweifeln, kehre ich zurück zur „sexuellen Freiheit“.

Die sogenannte sexuelle Freiheit ist nur eines der vielen Mittel zur Ausbeutung der Menschen durch die Unterdrücker der Zeit. Auf der einen Seite wird im Menschen mit künstlichen Mitteln sein tierischer Trieb zu einem Monster gezüchtet. Auf der anderen Seite wird das Monster so überfüttert, dass er keinen normalen Appetit mehr hat und nach immer Abartigerem sucht. Solch ein Mensch ist leicht zu kontrollieren. Er hat keine Familie als Schutzzone. Er hat kein befriedigendes Leben. Er ist nie ausgeglichen und kann sich so auch nicht um die Entrechteten der Erde sorgen. Sein Leben wird buchstäblich zerstört. Das führt dann auch zu einer unvorstellbaren Zahl von Selbstmorden. Obwohl die Zahl der Selbstmorde im Iran meines Erachtens viel zu hoch ist, so hat Deutschland eine – nach offiziellen Zahlen – dreimal so hohe Selbstmordrate, und das, obwohl wir hier viel reicher und angeblich „freier“ sind. Alle in Deutschland aber wissen, dass die tatsächlichen Zahlen noch extrem viel höher liegen. Die 27 führenden Länder bezüglich Selbstmordrate, sind bis auf zwei Ausnahmen (Kasachstan und Indien) alles Länder, in denen der westliche Lebensstil gelebt wird. Unter den 27 Ländern mit der geringsten Selbstmordrate sind allein 16 muslimische Länder! Denn im Islam ist Familie noch ein Wert und Schutzzone, die in der Westlichen Welt systematisch abgeschafft worden sind. Dabei haben wir im Deutschen Grundgesetz einen Artikel, der explizit die Familie schützt. Doch wenn selbst Verfassungsrichter die „Ehe“ zwischen zwei Männern inzwischen zur Familie erklären, ist das Grundgesetzt nicht einmal das Papier wert, auf dem es geschrieben steht.

Aus den oben genannten Gründen möchte ich Euch, liebe Iraner, in aller Höflichkeit bitten, bei den bevorstehenden Wahlen keine Stimme denjenigen Kandidaten zu geben, die den Westen anhimmeln oder gesellschaftliche Aspekte des Westens bevorzugen. Bitte wählt nicht diejenigen, die für Euch „Freiheiten“ einfordern, die in Sklaverei münden. Das ist meine Bitte an Euch als Deutscher. Bitte wählt diejenigen, die die Ideale des Islam verstanden haben und gegen jegliche westlichen Angriffe verteidigen. Bitte wählt diejenigen, die der Welt zeigen, was wahre Liebe, Nächstenliebe und Familienleben als Vorstufe zur Liebe Gottes sind. Bitte wählt diejenigen, die eheliche Sexualität als paradiesische Gnade Gottes für die Menschheit verstanden haben und Ehe und Familie gegen die in Zukunft noch wachsenden Angriffe aus der Westlichen Welt schützen werden. Ich wünsche mir das so sehr, denn es ist meine Hoffnung, dass eines Tages unsere kapitalistisch überbezahlten Forschungseinrichtungen in den Iran geschickt werden, um zu erkunden, wie eine glückliche Familie und damit eine glückliche Gesellschaft aussehen kann.

Ihr schafft das inschaallah – auch für uns!

Siehe auch:
- Teil 1: Ihr wisst nicht, was hier geschieht
- Teil 2: Atomdemütigung
- Teil 3: Bankensystem


Yavuz Özoguz  
Yavuz Özoguz
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