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RE: Warum leben wir?

#136 von Dörte Donker , 19.02.2015 13:18

Lieber Yavuz,
entschuldige bitte, dass ich das Thema nicht ruhen lasse, aber mir brennt es in der Seele, weil für mich jetzt erst die interessanten Aspekte des Islam kommen könnten und ich dazu für mich einige Unklarheiten beseitigt haben möchte.
Wenn du sagst, dass alle Menschen die Nähe zu Gott erreichen können, warum tun es die Menschen nicht.
Schau dir unsere Gesellschaft an die vollkommen auf Materialismus aufgebaut ist. Warum kümmert sich hier niemand um seine geistigen Werte und um seine Seele. In meiner Kindheit gab es für mich noch so etwas wie Seelenraum, Raum für die Seele, in vielen Momenten des Alltags, in denen man durch nichts abgelenkt war und sich Gedanken über die Welt und Gott machen konnte. Diesen Seelenraum haben die Menschen heute nicht mehr, nicht einmal Kinder, wel sie ständig beschäftigt werden. Ich habe bei der Erziehung meiner Kinder darauf geachtet, dass sie Seelenraum hatten und habe viel Medien aus unseren Leben verband, mit den Gleichaltrige ruhig gestellt wurden. Gestern sagte mein Sohn zu mir, dass das Leben für ihn ein Wunder ansich sei und ihn alles faszinieren würde. Genau diese Einstellung habe ich seit meiner Kindheit, jeden Tag aufs Neue freue ich mich auf meine Erkenntnisse und darüber etwas Neues gelernt zu haben.
Warum ist der Mensch in unserer Gesellschaft und in der westlichen Moderne so entfremdet von sich selbst und muss ständig vor sich flüchten? Ich hätte dafür ein paar Erklärungen, die ich vielleicht im Laufe einer Diskussion einbringen könnte. Eine Erklärung ist, dass das Geistige in der christlichen Welt völlig aus dem Weltlichen ausgeschlossen wurde, was wir auch in der Trennung von Kirche und Staat sehen. Dabei sollte das Geistige ein intrigierter Bestandteil der Politik sein, Im Islam ist es so. Es gibt da sicher noch weitere Aspekte, aber das erst einmal dazu.

Dann habe ich die Frage, die ich unbedingt beantwortet haben will, warum Allah einige in die Irre führt, wenn er uns doch alle die gleiche Chance gibt, ihm nah zu sein.
Macht es dir also etwas aus, wenn wir die Diskussion eventuell ein Stück weit alleine führen, wenn kein anderer an diesem Punkt mitdiskutieren will?


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RE: Warum leben wir?

#137 von Yavuz Özoguz , 19.02.2015 15:02

Liebe Dörte, gerne gehe ich auch weiterhin auf bestehende Fragen ein, so weit meine Wenigkeit dazu in der Lage ist. Der Hinweis diente nur dazu zu verstehen, dass solche Diskussionen eben auch Denkpausen benötigen.

Zitat

Wenn du sagst, dass alle Menschen die Nähe zu Gott erreichen können, warum tun es die Menschen nicht.



Wie kommst Du darauf, dass es alle nicht tun? es gibt so viel Gutes in der Welt. Lass Dich nicht von den Nachrichten und Medien iireführen. Das Gute in der Welt dominiert. Könnten wir solnst so friedlich zusammen leben? Und in jeder Gesellschaft gibt es auch "Heilige". Wenn aber viele Menshen es nicht tun, so liegt es in der Freiheit, die sie haben. Sie sollten die Liebe Gottes in höchstmöglicher Stufe erhalgen. Dafür haben sie die Freiheit erhalten, selbst gott ablehnen zu können. Dennoch haben Sie auch Verstand, Geist Gottes im Herzen usw.. Wenn sie das nicht nutzen, dann ist das die Auswirkung ihrer Freiheit.

Zitat
Schau dir unsere Gesellschaft an die vollkommen auf Materialismus aufgebaut ist. Warum kümmert sich hier niemand um seine geistigen Werte und um seine Seele. In meiner Kindheit gab es für mich noch so etwas wie Seelenraum, Raum für die Seele, in vielen Momenten des Alltags, in denen man durch nichts abgelenkt war und sich Gedanken über die Welt und Gott machen konnte. Diesen Seelenraum haben die Menschen heute nicht mehr, nicht einmal Kinder, wel sie ständig beschäftigt werden. Ich habe bei der Erziehung meiner Kinder darauf geachtet, dass sie Seelenraum hatten und habe viel Medien aus unseren Leben verband, mit den Gleichaltrige ruhig gestellt wurden. Gestern sagte mein Sohn zu mir, dass das Leben für ihn ein Wunder ansich sei und ihn alles faszinieren würde. Genau diese Einstellung habe ich seit meiner Kindheit, jeden Tag aufs Neue freue ich mich auf meine Erkenntnisse und darüber etwas Neues gelernt zu haben.



Jede Generation hat einen anderen Zugang zu Spirituelität. Und das, was Du oben beschreibst, hat es seit Tausenden von Jahren immer gegeben. Aber auch heute noch gibt es Familien mit tischgebet und Spiritualität. Der Wunsch nach Yoga, Esotherik usw. ist ein deutliches Zeichen dafür. Wenn aber die ältere Generation die Spiritualität der Jüngeren nicht auf Anhieb versteht, bedeutet das nicht, dass sie keine haben.

Zitat
Warum ist der Mensch in unserer Gesellschaft und in der westlichen Moderne so entfremdet von sich selbst und muss ständig vor sich flüchten? Ich hätte dafür ein paar Erklärungen, die ich vielleicht im Laufe einer Diskussion einbringen könnte. Eine Erklärung ist, dass das Geistige in der christlichen Welt völlig aus dem Weltlichen ausgeschlossen wurde, was wir auch in der Trennung von Kirche und Staat sehen. Dabei sollte das Geistige ein intrigierter Bestandteil der Politik sein, Im Islam ist es so. Es gibt da sicher noch weitere Aspekte, aber das erst einmal dazu.



Wohlgemerkt. Es ist eine Vorstellung von "Älteren", wie meiner Wenigkeit, dass wir denken, dass es früher alles Besser war. Aber as haben die Menschen zu Zeiten von Aristoteles auch geglaubt. Wenn ich mir aber die muslimische Junged in deutschlnad heute ansehe (z.B. bei der Briefverteilaktion), so muss ich ganz objektiv feststellen,d ass sie besser sind, als wir es waren!

Zitat
Dann habe ich die Frage, die ich unbedingt beantwortet haben will, warum Allah einige in die Irre führt, wenn er uns doch alle die gleiche Chance gibt, ihm nah zu sein.



Wenn es Allah wäre, der die Menschen in die Irre führt, dann wäre auch Er dafür verantwortlich! Zudem könnte er dann nicht Allah sein, denn ein allah, der in die Irre führt, führt weg von sich selbst, was ein Widerspruch wäre. Es ist vielmehr so, dass Allah jemdem Menschen die Gelgenheit und Freiheit gegeben hat, sich Seiner Liebe anzunähern. Dafür hat er eine "Konstrkuktion" namens menshclicher Körper und iridsche Schöpfung in usner eHand gegeben. Die Gebrauchsanleitung hat er gleich mitgeliefert. Und er hat darauf verwiesen, welche Hanldung zu welchem Ergenis führt. Der Rest liegt jetzt bei uns.

Ich hoffe, das hilft weiter.

Yavuz Özoguz  
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RE: Warum leben wir?

#138 von Dörte Donker , 20.02.2015 10:10

Zitat
Jede Generation hat einen anderen Zugang zu Spirituelität. Und das, was Du oben beschreibst, hat es seit Tausenden von Jahren immer gegeben. Aber auch heute noch gibt es Familien mit tischgebet und Spiritualität. Der Wunsch nach Yoga, Esotherik usw. ist ein deutliches Zeichen dafür. Wenn aber die ältere Generation die Spiritualität der Jüngeren nicht auf Anhieb versteht, bedeutet das nicht, dass sie keine haben.



Diese Nachfrage nach diesen Spirituellen Sachen gab es doch auch in unserer Jugend. Die Jugend muss sich ausprobieren. Das ist auch nicht das Problem.

Zitat
Wie kommst Du darauf, dass es alle nicht tun? es gibt so viel Gutes in der Welt. Lass Dich nicht von den Nachrichten und Medien iireführen. Das Gute in der Welt dominiert. Könnten wir solnst so friedlich zusammen leben? Und in jeder Gesellschaft gibt es auch "Heilige". Wenn aber viele Menshen es nicht tun, so liegt es in der Freiheit, die sie haben. Sie sollten die Liebe Gottes in höchstmöglicher Stufe erhalgen. Dafür haben sie die Freiheit erhalten, selbst gott ablehnen zu können. Dennoch haben Sie auch Verstand, Geist Gottes im Herzen usw.. Wenn sie das nicht nutzen, dann ist das die Auswirkung ihrer Freiheit.



Ales sicher nicht. Aber viele. Das habe ich nicht aus dem TV sondern ich weiß das, weil ich viel mit Menschen umgehe. FReiheit hat man nur, wenn man die Möglichkeiten kennt, die man hat. Die meisten kennen nicht einmal Gott. Sie haben überghaupt keine Vorstellung davon. Welchen Weg sollen sie dann gehen hinsichtlich Annäherung? Sie jagen anderen Dingen hinterher.
Man hat enen anderen Blick auf die Dinge, wenn man anders als du vielleicht, sich mit den Normalos abgibt. Ich denke, dass du schon ziemlich viele religiöse Menschen um dich herum hast.


Zitat
Wohlgemerkt. Es ist eine Vorstellung von "Älteren", wie meiner Wenigkeit, dass wir denken, dass es früher alles Besser war. Aber as haben die Menschen zu Zeiten von Aristoteles auch geglaubt. Wenn ich mir aber die muslimische Junged in deutschlnad heute ansehe (z.B. bei der Briefverteilaktion), so muss ich ganz objektiv feststellen,d ass sie besser sind, als wir es waren!



Es geht nicht um uns, die Jugend oder uns Mittelalten. Wir leben alle im gleichen Raum und Zeitfenster, und sind uns näher, als wir es wissen, weil wir alle Kinder dieser Zeit sind. Die Moderne, die ich meine, besteht schon seit hunderten von Jahren. Sie ist beschrieben in der Trennung von geistigen und materiellen Prinzip. Und das führt in der heutigen Konsequenz, in der das Geistige völlig abgetrennt wurde, zur Entfremdung des Einzelnen und Krise der staatlichen und gesellschaftlichen Führung.

Mag sein, dass muslimische Jugendliche anders sind. Der Islam erfährt zur Zeit gerade unter Jugendlchen eine Renaissanse und diese kommt genau aus der genannten Krise. Während die Jugend zu unserer Zeit eher linken und anarchistischen Tendenzen nachliefen, ist es heute die Spiritualität und vor allem die Ordnung des Islams. Dass hier einige auch in die Irre gehen, ist uns bekannt.
Mein Sohn hat gerne muslimische Freunde, da er dort wenigsten noch etwas von der Kameradschaft findet, zu der ich ihn erzogen habe und vor allen kann er mit denen über Gott reden. Mit Deutschen geht das alles schon nicht mehr, da herrscht nur Konkurrenz, Mobbing, üble Nachrede, ein jeder macht jeden fertig, Egoismus, Falschheit, Materialismus...das ist das, was ich nicht nur von meinen Sohn höre, sondern auch von meinen anderen Kindern und anderen Jugendlichen. Wir leben in einer Fertigmachgesellschaft, ein Ausdruck, die meine beste Freundin gewählt hat, selbst keine Deutsche. Aber ich kann das bestätigen.
In meinen Leben war jeder Mensch eine Enttäuschung, mag sein, dass meine Ansprüche hoch sind, ich liebe Menschen trotzdem, ich bin deswegen kein Menschenfeind geworden, ich liebe sie, weil es Geschöpfe Gottes sind und jeder von ihnen Träger des Göttlichen ist...aber erwarten tue ich von ihnen nichts und in meinen Augen können sie gar nichts dafür, weil sie es nicht besser wissen !!!. Und bei allen was ich weiß, bleibt nur eines, für das es sich zu leben lohnt, die eigenen Kinder und GOTT. Gott schenkt mir immer wieder ein zwei Menschen, die mich dann im Leben begleiten und meine besten Freunde sind, und wenn ich einen verliere, durch Tod oder andere Umstände, oder sei es weil der gemeinsame Weg zuende ist, da ich einen anderen eingeschlagen habe, dann steht schon wieder einer vor der Tür und bietet mir seine Freundschaft an. Aber ich bin nicht darauf angewiesen. Wenn meine Kinder bald aus dem Haus sind, werde ich mich Gott noch weiter zuwenden und meiner Arbeit. Das ist das, was mich frei macht.

Zitat
Wenn es Allah wäre, der die Menschen in die Irre führt, dann wäre auch Er dafür verantwortlich! Zudem könnte er dann nicht Allah sein, denn ein allah, der in die Irre führt, führt weg von sich selbst, was ein Widerspruch wäre. Es ist vielmehr so, dass Allah jemdem Menschen die Gelgenheit und Freiheit gegeben hat, sich Seiner Liebe anzunähern. Dafür hat er eine "Konstrkuktion" namens menshclicher Körper und iridsche Schöpfung in usner eHand gegeben. Die Gebrauchsanleitung hat er gleich mitgeliefert. Und er hat darauf verwiesen, welche Hanldung zu welchem Ergenis führt. Der Rest liegt jetzt bei uns.



Es gibt da einige Suren, die immer wieder betonen, dass Allah rechtleitet, wen er will und in die Irre führt, wen er will.
Nicht nur, dass ich mich frage, ob er mich eventuell auch in die Irre führt. Wie kann ich mir sicher sein, wenn ich die Suren so verstehe, wie sie dort stehen. Ich kann nur um Rechtleitung beten. Oder ist es vielleicht so, dass ich mir sicher sein kann, dass er mich nicht in die Irre führt, da ich mich entschieden habe, nicht in die Irre zu gehen und mich entschieden habe, IHM näher zu kommen?

Und wie kann man davon ausgehen, dass es der freie Wille des Menschen ist, in die Irre zu gehen oder sich Gott zuzuwenden, wenn viele Menschen gar nicht wissen, dass es die Möglichkeit gibt GOTT aktiv zu suchen und sich ihn zuzuwenden?
Nehmen wir meine Pflegetochter. Sie hat keine Vorstellung von GOTT, weil ihr nie jemand GOTT vermittelt hat, davon erzählt hat usw.
Sie war der Überzeugung es gäbe keinen GOTT und machte sich lustig. Erst durch mich fängt sie an sich Gedanken zu machen. Sicher ist sie sich immer noch nicht, aber sie macht sich Gedanken. Gleichzeitig scheint auch ihre Seele zu gesunden.
Und wie lange dauert es, bis man den Islam findet. Mag es heute schneller sein, aber als ich als junge Frau mich dem Studium derr Religionen gewidmet habe, kam ich auf das Judentum, Christentum, heidnische europäische Religionen, Buddhismus und Hinduismus, aber den Islam hatte ich völlig übersehen. Aber gut, dass war eben mein Weg.


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RE: Warum leben wir?

#139 von Dörte Donker , 21.02.2015 11:39

Also, da ich mich getsern selbst intensiv mit der Frage beschäftigt habe, wie diese Suren über die Rechtleitung und in die Irre führen gemeint sein können, bin ich zu folgenden Interpretation gekommen. Wenn ich mich entschließe, den rechten Weg zu sehen, läßt Gott es zu, wenn ich den flaschen Weg gehen will, läßt Gott es auch zu oder er bringt mich auf den richtigen Weg. Also erst meine Entscheidung, dass die Gottes ?!

Jetzt meine nächste Frage. Ist im Islam jeder dazu berechtigt, Suren zu interpretieren oder muss man jemanden fragen, der mehr davon versteht. Auf was bezieht sich die im Schiitentum anerkannte Möglichkeit der freien Rechtleitung.


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RE: Warum leben wir?

#140 von Yavuz Özoguz , 21.02.2015 20:26

Auf der einen Seite gibt es Verse im Heiligen Qur’an, die den Eindruck erwecken, als wenn Allah es ist, der irreleitet und rechtleitet: „…Allah lässt abirren, wen er will, und leitet recht, wen er will…“ (74:31). Es gibt aber andere Verse, die den Eindruck erwecken, als wenn Allah sozusagen „reagiert“ auf das gute Handeln: „Und wer gehorsam Gutes tut, dann ist Allah dankend, Allwissender“ (2:158).

Zum Verständnis beider Verse (und vieler anderer) ist eben die Grundlagendiskussion von großer Bedeutung, denn ohne das Grundalgenwissen würde man beides fehl interpretieren können. Weder ist Allah verantwortlich für unsere Abwendung von Ihm, noch können wir Ihn dazu bewegen, zu reagieren! Vielmehr sind beide Verse zu verstehen, wenn man das Grundprinzip verinnerlicht hat. Allah hat uns erschaffen, damit wir die höchste Stufe der Liebe erlangen. Dafür hat er uns ein gewisses Maß an Freiheit gegeben. Er hat uns aber auch alle Mittel und Wege gezeigt, wie wir die Freiheit so nutzen können, dass wir zu Seiner Liebe gelangen. Somit sind Irreleitung wie auch Rechtleitung beides im Rahmen seines „Programms“, das Er für uns bereitgestellt hat. Nichts kann Seinem Willen entgegen treten. Es ist sein Wille, dass wir in Freiheit die höchste Stufe der Liebe erlangen können, und daher ist es Sein Wille, dass wir die Freiheit haben, und daher ist es Sein Wille, dass wir in der Freiheit auch die Gelegenheit haben, uns von Ihm abzuwenden. Und es ist ebenfalls Sein voreingestelltes „Programm“, dass unsere guten Taten dazu führen, dass unser Zugang zu Allah erleichtert wird. Aus Sicht des Wohltäters „nähert“ Allah sich dem Wohltäter immer mehr. Es ist aber keine „Reaktion“ Allahs, sondern nichts als Die Liebe, für die wir erschaffen worden sind.

Was die Interpretation des Heiligen Qur’an angeht, so ist es ein sehr persönlicher Liebesbrief an jeden einzelnen Gläubigen! Jeder einzelne Gläubige kann ihn im Rahmen seiner Annäherung an Allah verstehen. So lange er sein Verständnis für seine private Annäherung nutzt, ist das eine Sache zwischen ihm und Allah. Er darf aber nicht den Fehler machen, allgemeingültige und für andere gültige oder für die zwischenmenschlichen Beziehungen gültige Ableitungen bzw. Handlungsanweisungen ableiten zu wollen. In der Schia gibt es Grundprinzipien (die fünf Grundlagen: Stamm der Religion), die jeder selbst verinnerlicht und verstanden haben muss. Die darf man NICHT nachahmen. Niemand darf an Allah glauben, weil seine Eltern das sagen. Niemand darf Seinen Propheten nachahmen, weil es jemand vorgibt. Das sind Dinge, die man selbst verstehen muss. Die hier angestoßene Diskussion diente genau dazu, diese Dingen zu vertiefen.

Bei Handlungsanweisungen aber (zehn „Zweige der Religion) wählt jeder Nichtexperte einen Experten seiner Wahl und folgt in Detailfragen seinen Ausführungen.

Ich hoffe, das hilft weiter.


Yavuz Özoguz  
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zuletzt bearbeitet 22.02.2015 | Top

RE: Warum leben wir?

#141 von Dörte Donker , 22.02.2015 15:26

Lieber Yavuz,
ja das hat mir weiter geholfen und ist sehr schön geschrieben und vor allem einleuchtend und zeigt wieder einmal die tiefe Vernunft, die wir im Islam finden können. Und ich hoffe, dass auch der distanzierte Leser diese Vernunft das Islams durch diesen Faden, der sicher noch weiter wachsen wird, so Gott will, erkennen kann.


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RE: Warum leben wir?

#142 von Dörte Donker , 29.09.2016 13:07

Das war auch mein Gedanke.
Dann fange ich auch gerne an mit folgenden Thesen und zitiere dabei als erstes Hegel (frei):
Religionen sind die Selbstoffenbarungen Gottes in der Gechichte der Menscheit.

Dann gebe ich noch Nietzsche zum Besten:
Zu den größten Wirkungen der Menschen, welche man Genies und Heilige nennt, gehört es, dass sie sich Interpreten erzwingen, welche sie zum Heile der Menschheit mißverstehen.

Nur weil es so ist, heißt es nicht, dass man das Ganze erst einmal schlecht reden muss, denn nur die Erkenntnis, dass das Universum von einem Schöpfer geschaffen worden ist, bringt den Menschen erst einmal gar nichts. Er muss wissen, in welcher Position er sich gegenüber der Schöpfung und gegenüber Gott befindet und wie er mit den Geschöpfen der Schöpfung umgehen sollte. So wie das Universum voller fein abgestimmter Gesetze ist, so muss auch unser Leben ausgerichtet sein, um dem Ganzen nicht zu schaden, um letztendlich Gott zu dienen.


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RE: Warum leben wir?

#143 von Thomas Steffen , 11.02.2017 13:50

Zitat
Er muss wissen, in welcher Position er sich gegenüber der Schöpfung und gegenüber Gott befindet und wie er mit den Geschöpfen der Schöpfung umgehen sollte. So wie das Universum voller fein abgestimmter Gesetze ist, so muss auch unser Leben ausgerichtet sein, um dem Ganzen nicht zu schaden, um letztendlich Gott zu dienen.



Schönes Fazit, welches ich hier zur Belebung des Themas nochmals wiedergebe. Daraus könnte man wiederum die Frage ableiten, wie der Mensch Gott dienen kann, dienen soll.

Darauf wurde im Forum auch an anderer Stelle Bezug genommen, jedoch ohne der Breite des Spektrums gottgefälliger Handlungen gerecht zu werden und in Verkennung einer Säule des Islam:

Zitat
Diese können dafür aber eine Grundwahrheit für sich in jeder Weise beanspruchen, die bei jeder
Religion Gültigkeit besitzt.
Es zählen in ihr nämlich nicht unbedingt Riten oder sogar Gebete, sondern nur das hat stattdessen vor Gott
Bestand, was da Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe heißt.



Nur das hat stattdessen vor Gott Bestand?

Zitat
Das Gebet (Salah): die Verbindung zwischen Gott und Mensch

Das Wort "Salah", das meist mit "Gebet" übersetzt wird, kommt ursprünglich von dem Grundwort "wasala" (arab.: "hingelangen zu") und heißt wörtlich"Verbindung", "das Hingelangen". Das Gebet ist also die Verbindung zwischen Gott, dem Erhabenen, und Mensch, direkt und ohne Vermittler.

(A. Reidegeld: "Handbuch Islam", S. 243)



Das Gebet - für den Menschen unverzichtbar und zugleich alltägliche Pflicht...


... wahrlich das Gebet zu bestimmten Zeiten ist für die Gläubigen eine Pflicht.
(Qur´an 4:103)



Zurück zum Spektrum gottgefälliger Handlungen und der Frage, wie man Gott dienen kann:


Denjenigen, die sich in Reue (zu Allah) wenden, (Ihn) anbeten, (Ihn) lobpreisen,
die (in Seiner Sache) umherziehen, die sich beugen und niederwerfen,
die das Gute gebieten und das Böse verbieten und die Schranken Allahs achten -
verkünde (diesen) Gläubigen die frohe Botschaft.
(Qur´an 9:112)


Dies sind die Verse der vollkommenen Schrift, eine Führung und eine Barmherzigkeit für jene, die Gutes tun,
die das Gebet verrichten und die Zakah entrichten und fest ans Jenseits glauben.
Sie sind es, die der Führung ihres Herrn folgen, und sie sind es, die erfolgreich sind.
(Qur´an 31:2-5)


Es ist keine Frömmigkeit, wenn ihr eure Angesichter in Richtung Osten oder Westen wendet;
Frömmigkeit ist vielmehr, dass man an Allāh glaubt,
den Jüngsten Tag, die Engel, das Buch und die Propheten
und vom Vermögen - obwohl man es liebt - den Verwandten gibt, den Waisen, den Armen,
dem Sohn des Weges, den Bettlern und (für den Freikauf von) Sklaven,
dass man das Gebet verrichtet und die Zakāh entrichtet.
Es sind diejenigen, die ihr Versprechen einhalten, wenn sie es gegeben haben;
und diejenigen, die in Elend, Not und in Kriegszeiten geduldig sind;
sie sind es, die wahrhaftig und gottesfürchtig sind.
(Qur´an 2:177)



Zitat
Im Jenseits jedoch wird der Ungläubige nicht nur für seinen Unglauben bestraft, sondern auch dafür, dass er die Dinge unterließ, die ihm der Islam als Muslim auferlegt hätte.

(A. Reidegeld: "Handbuch Islam", S. 565)



Am Tage, wenn die Beine entblößt werden und sie aufgefordert werden, sich anbetend niederzuwerfen, werden sie es nicht können.
Ihre Blicke werden niedergeschlagen sein, (und) Schande wird sie bedecken; denn sie waren (vergebens) aufgefordert worden, sich anbetend niederzuwerfen,
damals als sie (noch) wohlbehalten waren.
(Qur´an 68:42-43)


Ein jeder wird für das aufkommen, was er vorausgeschickt hat,
ausgenommen die von der Rechten, die einander in Gärten fragen nach den Schuldigen:
"Was hat euch in Saqar [›››] gebracht?"
Sie sagen: "Wir waren nicht bei denen, die beteten,
noch speisten wir die Armen. Und wir ließen uns ein im Geschwätz mit den Schwätzern.
Und wir pflegten den Tag des Gerichts zu leugnen, bis der Tod uns ereilte."
(Qur´an 74:38-47)



Der Sinn des Lebens - Was bedeutet es, Gott zu dienen?




Wahrlich, Ich bin Allah. Es ist kein Gott außer Mir;
darum diene Mir und verrichte das Gebet zu Meinem Gedenken.
(Qur´an 20:14)




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zuletzt bearbeitet 14.02.2017 | Top

   

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