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Was den DDR-Bürgern genommen wurde

#1 von Brigitte Queck , 12.08.2020 18:37

Was den DDR-Bürgern genommen wurde
Zum Erinnern und Nachahmen
von Brigitte Queck
1. Die DDR war der 1. deutsche Friedensstaat der Welt.
2. Die DDR hielt sich an internationale Gesetze und das Völkerrecht und führte keine Angriffskriege gegen andere Staaten.
3. Die DDR war ein sozialistischer Staat in der Anfangsetappe.
4. Die DDR war ein weltweit anerkannter Industriestaat, der an 10. Stelle der Welt stand.
5. Die DDR besaß eine ausgezeichnete Landwirtschaft, die in den letzten Jahren in der Lage war, ihre Bevölkerung selbstständig mit Produkten aus der eigenen Landwirtschaft, Fleisch, Wurst, Obst, Gemüse, Eier usw. zu versorgen, ja sie brauchte nicht einmal Weizen einzuführen !
6. Die DDR war ein Staat des Volkes.
7. Der Mensch stand im Mittelpunkt, nicht das Geld.
8. In der DDR war die Gleichberechtigung von Mann und Frau—auch lohnmäßig—gesetzlich verankert.
9. Der Staat gab alle vom Volk erwirtschafteten Gewinne neben notwendiger Ausgaben für die Entwicklung der Wirtschaft und
infrastruktureller Maßnahmen aus für:
- medizinische Betreuung,
sowie Übernahme aller Kosten in Bezug auf
Zahnbehandlung, Augenkorrektur, Grippe-und anderer Erkrankungen
bis zur Genesung des Betreffenden, notwendiger anschließender, auch jährlicher, Kuren;
- kostenfreie Bildung für alle, einschließlich nicht rückzahlbarer Stipendien an Universitäten und Fachschulen;
- Kinderkrippen-und Kindergärtenbetreuung für 0,50 Mark pro Tag, durch die es den Frauen möglich war, weiterhin ihren Beruf auszuüben;
- niedrige Mieten;
- niedrige Fahrpreise im Nah-und Fernverkehr> 1 Monatsticket im Nahverkehr kostete 6,50 Mark und
- kostenlose Ferienaufenthalte für alle Kinder.
10. In der DDR gab es ein Mehrparteiensystem, geführt von der SED.
11. Die DDR hatte ein gut funktionierendes Rechtsystem, das für jedermann
kostenfrei war. Kleine Streitigkeiten wurden durch geschulte Schöffen im
Betrieb und Wohngebiet selbstständig und ohne Bürokratie gelöst.
Beschwerden der Bevölkerung an staatliche Organe mussten innerhalb von
4 Wochen schriftlich beantwortet werden !
AN ALL DAS ERINNERN SICH DIE DDR-BÜRGER BIS HEUTE UND WERDEN ES AN DIE NÄCHSTE GENERATION ZUM NACHAHMEN WEITERGEBEN !!

Wir sind ein Verein von politisch Gleichgesinnten aus der DDR und den alten Bundesländern, die sich seit dem Aggressionskrieg der NATO gegen den souveränen Staat Jugoslawien zusammengefunden hat.
Seit dieser Zeit stehen wir jede Woche auf der Straße, um per Mikrofon gegen US/NATO-Aggressionen in aller Welt unsere Stimme zu erheben und die Menschen aufzufordern, gegen solche Verbrechen, die leider bis heute andauern, zu protestieren.
Die DDR ist unsere gewesene Heimat (Vereinsmitglieder aus der DDR) und politische Heimat (Vereinsmitglieder aus den alten Bundesländern).
Die DDR hat seit ihrer Gründung im Jahre 1949 bis zum Jahre 1989 keine Kriege geführt.
Frieden und Völkerverständigung war das Grundanliegen des sozialistischen Staates DDR.
Deshalb haben wir als „Mütter gegen den Krieg Berlin-Brandenburg“ über die Vorstellung unseres Vereins im Internet, den Versanfang eines in der DDR gern gesungenen Liedes gewählt: „Arbeit, Brot und Völkerfrieden, das ist uns`re Welt!“.
Für dieses Anliegen stehen wir auf der Straße und werben für eine Welt ohne Kriege und Angst vor dem Morgen !
www.muetter-gegen-den-krieg-berlin.de

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RE: Was den DDR-Bürgern genommen wurde

#2 von Dr.Josef Haas , 12.08.2020 20:52

Und immer wieder aufs neue sondert Frau Queck hier ihre kommunistische Propaganda ab.
Warum ist diese von ihr so hoch gelobte DDR dann überhaupt verschwunden, wenn sie so gut
war? Warum hat denn die Nationale Volksarmee und das Ministerium für Staatssicherheit diesen
so "einmaligen Staat" nicht mit Waffengewalt gegen die "Konterrevolution" verteidigt, frei nach dem
Ausspruch des früheren KPD-Vorsitzenden Ernst Thälmann "Eine Revolution ist dann nur wert eine
genannt zu werden, wenn sie sich auch zu verteidigen vermag"?
Ich will und kann Herrn Dr.Özoguz nicht verstehen, der es immer wieder zulässt, das hier kommunistische
Erklärungen erscheinen, womit übrigens auch gegen den erklärten Willen von Imam Chomeini gehandelt wird,
welcher bekanntlich derartiges Gedankengut im Iran energisch bekämpfte.
Überdies wird durch eine derartige ideologische Toleranz oder besser gesagt Prinzipienlosigkeit nur zur
Lächerlichkeit beigetragen, denn Israel z.B. fiele es ja niemals ein, in seinen Medien Stellungnahmen der
palästinensischen Freiheitsbewegungen zu bringen!

Dr.Josef Haas  
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RE: Was den DDR-Bürgern genommen wurde

#3 von Yavuz Özoguz , 13.08.2020 08:13

Lieber Herr Dr. Haas,

Israel ist kein Maßstab für unser Handeln im Muslim-Markt, Imam Chamenei schon. Dazu eine Geschichte aus dem Leben Imam Chameneis. Es war zur Schah-Zeit üblich, dass man revolutinäre Geistliche und revolutionäre atheistische Kommunisten zusammen in eine Zelle gesteckt hat, damit sie sich gegenseitig bekämpfen. Die Idee dahinter war sehr einfach. Ein bekennender Atheist ist aus Sicht eines "Religiösen" spirituell unrein. Das hat zur Wirkung, das man z.B. nicht zusammen aus einem Teller essen kann, nicht gemeinsam ein Glas verwenden kann (ohne es vorher zu reinigen) usw. In den meisten Fällen gelang auch diese Art der Zwiepalterzeugung durch das Schah-Regime. Bei Imam Chamenei funktionierte es nicht. Sein damals erzkommunistischer Zellenpartner erzählte viele Jahre nach der Revolution die Begebenheit, wie Imam Chamenei in die Zelle kam und der Kommunist schon die Augen verdrehte vor solch einem "Geistlichen". Doch Imam Chamenei machte keinerlei Anstalten, unterhielt sich immer sachlich und sehr freundlich mit dem Kommunisten, kannte den Kommunismus besser als der Kommunist und aß mit ihm vom gleichen Teller usw. Der Mitgefangen war mehr als erstaunt, denn gleichzeitg betete jener Mitgefangene und stand auch tief in der Nacht zu zuzsätzlichen freiwilligen Gebeten auf, die er aber sehr leise verrichtete, um den Mitgefangenen nicht zu stören. Als Imam Chamenei (vor dem Kommunisten) frei kommen sollte, frage er seinen Zellenanchbarn, ob er etwas für ihn draußen erledigen könne. Der Zellennachbar gab ihm einen Brief mit für seine Angehörigen und bat ihn um einige Dinge. Als der Kommunist später selbst herausgekommen ist, erfuhr er, dass Imam Chamenei alle Aufträge exakt erfüllt hatte, was sein Herz erweichen ließt und er anfing nachzudenken.

Ich weiß nicht, ob es gelingt das Herz von Frau Queck zu erwecken für die Wahrheit, die vom Kommunismus sicherlich nicht mitgetragen wird. Ich würde es ihr wünschen. Aber ich weiß, dass hier sowohl viele "Rechtsradikale" als auch "Linksradikale" mitlesen, denen auch meine Aufmerksamkeit gilt. Ich erinnere mich nur an meine Reise in den Iran mit ca. 15 intellektuellen Deutschen, von denen ca. 5 als "rechtsradikal" eingestuft werden könnte und ca. 5 als "linksradikal". Die meisten sind so geblieben, wie sie waren oder sind noch schlimmer geworden. Aber zu einem vermeintlich rechtsradikalen Paar habe ich heute noch gute Beziehungen und wir Duzen uns und zu einem vermeintlich linksradikalen Paar genau so.

Ich halte nichts von diesem Schlubladendenken. Wenn ich mir z.B. den Text von Frau Queck ansehe, so steht da zwar das Wort "Kommunismus" oder "Sozialismus" darüber, weil sie kein anderes Wort für das kennt, was sie beschreiben möchte, aber das, was sie beschreibt, sind doch erhabene und gesegnete Wünsche, die wir doch alle haben. Jene Wünsche haben zwar mit der Realität nichts zu tun, aber sie zeigen, dass zumindest im Herzen ein Ideal angesprochen wird, dazu einige Beispiele:

"1. Die DDR war der 1. deutsche Friedensstaat der Welt."

Was für eine Realitätsverdrehung. Kein Friedensstaat der Welt hindert seine eigenen unbewaffneten Bürger mit Mauern und Schießbefehl Grenzen zu überschreiten. Aber selbst wenn man dafür noch eine Rechtfertigung finden sollte, so kann man durchaus aufzählen, wo DDR-Soldaten mitgemischt haben. Allein die Reihe der muslimischen Länder, in denen DDR-Offiziere als "Berater" tätig waren, diente nicht etwa zum Schutz der Bevölkerung und der Befreiung, sondern lediglich der "Abwehr" des Westens. Algerien, Libyen, Irak, Syrien und Südjemen wurden von DDR-Soldaten unterstützt, aber deren Regierungen waren zumeist nicht einmal kommunistisch sondern lupenreine Diktatoren! Alleind er Begriff "Nationale" Volksarmee zeigt, den Charakter eines Systems, das "Nation" im westlichen Sinn aufrecht erhielt. Aber all das und noch viel mehr hat Frau Queck nicht geschrieben. Ihr Wunsch war ein erster "Friedensstaat". Ist jener Wunsch nicht zu unterstützen?

"2. Die DDR hielt sich an internationale Gesetze und das Völkerrecht und führte keine Angriffskriege gegen andere Staaten."

So lange es die DDR gab, galt das auch für die BRD. Allerdings ist zu hinterfragen, was denn ein "internationales Gesetz" wert ist, bei dem 5 Staaten durch Veto-Recht jedes Unrecht in Recht verwandeln können. Wer solch ein ungerechtes Weltsystem mitträgt, muss sich schon selbst hinterfragen, wie weit das Ideal von der Realität abweicht. Mir ist kein DDR-Spietzenfunktionär bekannt, der das undemokratische Veto-Recht angeprangert hat.

"3. Die DDR war ein sozialistischer Staat in der Anfangsetappe."

In bestimmten Bereichen war die DDR ganz sicher nicht mehr in der Anfangsetappe. In der Verbannung Gottes aus der Gesellschaft und den Herzen der Menschen und in der Verbannung von Nächstenliebe war die DDR viel weiter als die BRD und das kann man heute noch in allen jenen Bundesländern zu spüren bekommen. Ein Muslim in Deutschland ist in allen ehemaligen DDR-Bundesländern viel gefährdeter als in der BRD!

"4. Die DDR war ein weltweit anerkannter Industriestaat, der an 10. Stelle der Welt stand."

Mag sein, aber warum ist das eine Auszeichnung, wenn man im Wettkampf mit einem an Wahnsinn grenzenden Kapitalismus mithalten kann aber gleichzeitig die Bedrüfnisse der eigenen Bevölkerung nicht stillt. Selbst im vergleichsweise armen Irak kann man im Supermarkt mehr kaufen, als jemals in der DDR.

"5. Die DDR besaß eine ausgezeichnete Landwirtschaft, die in den letzten Jahren in der Lage war, ihre Bevölkerung selbstständig mit Produkten aus der eigenen Landwirtschaft, Fleisch, Wurst, Obst, Gemüse, Eier usw. zu versorgen, ja sie brauchte nicht einmal Weizen einzuführen !"

Das ist zwar eine sehr wichtige Errungenschaft für jedes Land der Erde, aber ich verstehen nicht, worin hierbei die Überlegenheit gegenüber der BRD bestehen soll!?

"6. Die DDR war ein Staat des Volkes."

Das Volk wohnte nicht in den Häusern, in denen die Spitze wohnte. Der Prophet des Islam und sein heutiges Spiegelbild seines Spiegelbildes Imam Chamenei leben so bescheiden, wie die Ärmsten im Land. Das kann man von DDR-Oberen sicherlich nicht sagen. Dennoch stimmt die Aussage wahrscheinlich. Denn das Volk wurde zu Materialismus erzogen und in diesem Sinn lebten die Spitze auch materialistisch. Dennoch: Ist hier nicht wieder ein Wunsch vorhanden, den die DDR zwar nie erfüllen konnte, aber der ein Ideal ist, der zu unterstützen wäre?

"7. Der Mensch stand im Mittelpunkt, nicht das Geld."

Wenn ein rein materialistischer Mensch im Mittelpunkt steht ohne Gott, worin unterscheidet sich die Denkweise dann vom reinen Kapitalismus außer in der möglichen nicht ganz so extremen Ungleichverteilung? In Artikel 4 der DDR-Verfassung stand aber "Lebenssstandart" vor der Würde des Menschen. In Artikel 20 glaubte man auch in der DDR-Verfassung, dass man Menschen nach Rassen unterteilen kann. Insofern war das, was als Mensch beschrieben wurde, nur eine Art Tier, wie ihn auch der westen sieht. Aber auch hier gilt, wäre es nicht schön, wenn es eine Verfassung gäbe, bei der der Menschen im Mittelpunkt steht. Alt-Kommunisten träumen vielleicht von einem Ideal, das nie erreicht worden ist. Älteren MeEnschen fällt es schwer sich selbst Fehler im eigenen Leben einzugestehen und das Leben und die Denkweise zu ändern, aber gilt das nur für Alt-Kommunisten?

"8. In der DDR war die Gleichberechtigung von Mann und Frau—auch lohnmäßig—gesetzlich verankert."

Auch in der DDR gab es kein Hausfrauengehalt oder Kindererziehungsgehalt. Vielmehr musste man seine Kinder frühzeitig abgeben, damit man weiter "werktätig" sein konnte. Die Arbeit für das eigene Heim und die familäre Erziehung der eigenen Kinder galt nicht als "werktätig". Wahre Gleichberechtigung berücksichtigt die Unterschiede von Mann und Frau. Dazu bedarf es aber eines anderen Menschenbildes. Der Wunsch nach Gleichberechtigung ist aber zu unterstüzen.

"10. In der DDR gab es ein Mehrparteiensystem, geführt von der SED."

Ist das wirlich ein anzustrebendes Ziel? Sollte es nicht Volksvertreter geben und nicht Volksvertreterparteien?


In diesem Stil könnte man jeden der genannten Aspekte viel intensiver behandeln. Aber wenn jemand verstehen möchte, warum wir hier "kommunistische Propaganda" nicht unterbinden, so sollte auch verstanden werden, dass die Situation in Detuschland eine andere ist als im Iran. Die wahren gerechtigktisliebenden Menschen in diesem Land sind unter dem von Verfassungschutz beoabachteten "Radikalen" links wie rechts. Ältere unter jenen Personen sind in ihren Denkstrukturen meist verkrustet und können nicht mehr flexibel umdenken. Aber besteht jene Gefahr nicht bei uns allen?

Wir hatten letztens eine interessante Diskussion über einen bstimmten Vers im Heiligen Quran, bei dem ein aufgebrachter Gläubiger gefragt hat, wie es überhaupt sein kann, dass irgendjemand jenen Vers anders versteht oder interpretiert (was getan wird). Meine Gegenfrage war: Wie kann es in der heutigen Zeit sein, dass jemand nicht Muslim, nicht Schiit und nicht Anhänger Imam Chameneis ist? Der Fragendem war überrascht über meine Gegenfrage, denn die Mehrheit der Menschheit sind keine Muslime, die Mehrheit der Muslime sind keine Schiiten und die Mehrheit der Schiiten sind keine Imam Chamenei-Anhänger. So stehen wir also alle immer wieder vor der Wahl, und genau jene Wahlmöglichkeit wollen wir unseren kommunistischen Lesern in diesem Forum weiter offen halten - so Gott will!


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zuletzt bearbeitet 13.08.2020 | Top

RE: Was den DDR-Bürgern genommen wurde

#4 von Dr.Josef Haas , 13.08.2020 09:34

Lieber Herr Dr.Özoguz,

ich möchte Ihnen meinen von Herzen kommenden Dank dafür sagen, dass Sie sich- buchstäblich zu nehmen-
die Zeit dafür genommen haben, sich so ausführlich mit der Darstellung von Frau Queck, die übrigens
wortgleich vor einiger Zeit schon einmal im "Muslim-Forum" veröffentlicht worden war, zu beschäftigen.
Dafür, sowie Ihre in diesem Zusammenhang verwendeten Worte, sei Ihnen noch einmal sehr herzlich gedankt.
Ich habe damit Ihre Gedankenführung besser kennenlernen können, welche ich ja auch in meiner Erwiderung
auf Frau Queck nicht böswillig angreifen wollte.

Mit herzlichen Grüßen
Ihr Josef Haas

Dr.Josef Haas  
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RE: Was den DDR-Bürgern genommen wurde

#5 von Dörte Donker , 13.08.2020 11:35

Vielleicht müssen wir alle lernen, politisch und geistig Andersdenkenden nicht ausschließen zu wollen.
Ich habe auch Kontakte zu Menschen, die politisch anders denken, meist von rechts.
Sie finden es nicht gut, dass ich konvertiert bin, sicher oder gar vielleicht, aber es kommen niemals irgendwelche persönlichen Angriffe oder Beschimpfungen oder die Tendenz, jetzt nicht mehr mit mir reden zu wollen.
Wenn ich deren Propaganda bekomme, lese ich sie und meist muss ich feststellen, dass da nichts anderes geredet wird, wie immer seit vielen Jahren geredet wurde. Ich sehe ein Feststecken in Überzeugungen und meist kann man da machen und entgegnen, was man will, es findet keine Bewegung statt. Ich kann dabei nur hoffen, dass ich nicht irgendwann geistig so stehen bleibe, vor allem, wenn die Stehengebliebenen etwas ganz anderes eigentlich leben. Aber wenn man mit diesen Menschen gar nicht mehr redet, dass kann man auch nicht erwarten, dass sich bei ihnen etwas bewegt.
Und dann ist da der Mensch, der vielleicht eine andere politische Überzeugung hat, aber der Mensch transportiert dann Dinge, die ich wieder gebrauchen kann, aus denen ich etwas lerne. Und warum soll ich jemanden nur für den einen Teil seines Gesamtwesens ausschließen?
Wer sind wir, dass wir das nötig haben?
Was Yavuz da geschrieben hat, zeugt doch von einer Position der geistigen Größe !!!
Und diese Größe sollte sagen, wir schließen nicht aus, wir holen herein.


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RE: Was den DDR-Bürgern genommen wurde

#6 von Dörte Donker , 13.08.2020 14:43

Und wieder ein Beispiel von dem, was wir eben nicht machen sollten, aber in dieser "Demokratie" zum Handwerk gehört;
wer kommt da nicht das Gefühl, dass sowas niedrig und verächtlich ist?

https://www.sueddeutsche.de/kultur/xavie...t-hof-1.4998162

Zitat
"Die Aussagen des Künstlers auch außerhalb seines künstlerischen Engagements sind umstritten und haben aus meiner Sicht an Deutlichkeit gewonnen", erklärte Oberbürgermeisterin Eva Döhla. Grundsätzlich seien andere Meinungen zu akzeptieren, meinte die SPD-Politikern. "Doch wir distanzieren uns kategorisch von jedem, der Ressentiments befeuert, antisemitisches oder homophobes Gedankengut verbreitet oder Verschwörungstheoretikern nahe steht und sich von Extremisten vereinnahmen lässt. Denn Hass ist keine Meinung." Die Debatte in Hof hatte ein Antrag von Thomas Etzel ausgelöst, der für die Linken im Stadtrat sitzt


Was Hass ist und was das Maß aller Dinge ist, definieren natürlich diese Damen und Herren, die sich eh schon total vom Volk entfernt haben.
Nur machen solche Machenschaften Schule und zu viele möchten bequem Andersdenkende ausgrenzen und meinen damit sogar Meinungsfreiheit und Demokratie zu verteidigen.
Nein, man muss sich bewusst werden, welches geistige Prinzip dahintersteht. Und deshalb, egal wie euch die Meinung eines politisch Andersdenkenden stört, man steht dafür ein, dass jemand diese sagen darf und wenn einen diese stört, setzt man sich inhaltlich damit auseinander.


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zuletzt bearbeitet 13.08.2020 | Top

RE: Was den DDR-Bürgern genommen wurde

#7 von Dr.Josef Haas , 13.08.2020 19:38

Ich gebe Ihnen in der Beurteilung des Auftrittsverbotes von Xavier Naidoo in Hof
völlig recht.
Auffallend dabei ist, dass die sogenannte "Linke" inzwischen führend an den hierzulande immer
schlimmere Ausmaße annehmenden geistigen Denkverboten beteiligt ist.
Wir nähern uns infolgedessen, nein: die Grenzen dazu sind mittlerweile schon längst
überschritten, der früheren DDR. Infolgedessen bezeichne ich die heutige hiesige BRD zumindest
schon als eine "DDR 2.0". Wobei zur "Ehrenrettung" der früheren Deutschen Demokratischen
Republik gesagt sei, dass deren vernünftige Ansätze teilweise ja auch schon der hiesigen geistigen
Diktatur zum Opfer gefallen sind.
Bei Frau Queck, auf die sich ja dieser Gedankenaustausch in erster Linie bezieht, kommt dabei aber
noch etwas anderes hinzu:
Es ist in meinen Augen nämlich extrem arrogant und überheblich, wenn Sie hier, wie geschehen,
einen Text einstellt, der vor einiger Zeit bereits wörtlich im "Muslim-Forum" zu lesen und auch
entsprechend kommentiert worden war und an dem von ihr nicht das Geringste verändert wurde.
Dass er voller historischer Lügen geblieben ist, schadet m.E. dem guten Renommee dieser Internet-
Seite und kann auch nicht mit der Notwendigkeit begründet werden, es müsse auf ihr jeder zu Wort
kommen.
Sie wissen, sehr geehrte Frau Donker, selber, dass unkonventionelle historische Meinungsäußerungen
einen hierzulande inzwischen sofort der Gefahr einer Hausdurchsuchung aussetzen.
DDR- Lobpreisungen werden hingegen als scheinbarer Ausdruck einer notwendigen Meinungsfreiheit
hingenommen.
Dies belegt dann allerdings meinen Vergleich der aktuellen BRD mit einem sich einstmals DDR nennenden
Staat.
Also: Meinungsfreiheit ist in jeder Weise notwendig, und darunter können sogar die Beiträge von Frau Queck
fallen, die aber- umgekehrt- mit Teilen ihrer geistigen Anhängerschaft alles daransetzen wird, jeden ihrer
Denkweise missfallenden Beitrag zu bekämpfen.
Dies wäre und ist dann aber keine Ausübung von Meinungsfreiheit, sondern schlicht und einfach nackte
Meinungsdiktatur!

Dr.Josef Haas  
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RE: Was den DDR-Bürgern genommen wurde

#8 von Werner Arndt , 13.08.2020 21:02

Zitat von Yavuz Özoguz im Beitrag 8. Mai muss staatlich anerkannter Mahn-und Gedenktag werden
Liebe Frau Queck, sie sind ein sehr langes Mitglied des Muslim-Forum und niemand wird sie daran hindern, Ihre Beiträge, die teils wie altkommunistische Propaganda wirken, hier zu veröffentlichen. Aber ich wünschte mir von Herzen, dass Sie erkennen könnten, dass der Rückschritt in die Geschichte niemandem hilft, und ein Sozialismus, wie er im Realen aber auch Idealen gelebt oder vorgestellt wird, die Bedrüfnisse der Menschen genau so wenig befriedigt wie der verbrecherische Kapitalismus.

Zitat von Yavuz Özoguz im Beitrag Internationale Erklärung zugunsten Chinas
Diese Zusammenhänge sollten Ihnen deutlich sein, wenn Sie hier irgendwelche kommunistischen Gedankegüter verbreiten. Sie werden auch weiterhin frei darin sein, stellen doch Ihre Texte den notwendigen Kontrast zu dem dar, was hier in der Regel vertreten wird (übrigens auch von Nichtmuslimen). Aber Sie sollten sich nicht wundern, dass Ihre Texte dieser Art bestenfalls belächelt werden.


Frau Queck wird offiziell geduldet, ihre Beiträge lösten heftige Kontroversen wie auch Unmut aus. Dass kommunistische Propaganda hier auf die Dauer auch als Provokation empfunden werden kann, dürfte kaum verwundern, aber sie hat sicherlich Gründe, dieses Forum trotz alledem heimzusuchen.

Als Kompromisslösung möchte ich deshalb einen Vorschlag aus dem Vorjahr erneuern, denn es wäre wirklich angemessener, für Frau Quecks Zwecke statt "Religion & Politik im Islam" den Bereich "Verschiedenes" zu nutzen. Dort findet sich übrigens auch ein DDR-thread, der Veteranen vorbehalten ist.

Zitat von Werner Arndt im Beitrag Weltredakteur pietätlos gibt mit seinem Beitrag Faschisten Auftrieb
Solche Anklänge wird man wohl vergeblich in Frau Quecks Beiträgen suchen, welche aber einen Teil des Meinungsspektrums abbilden und hier seit Jahren großzügig Raum erhalten.

Damit ausgerechnet den Bereich "Religion und Politik im Islam" zu fluten, strapaziert das Gastrecht für mein Empfinden allerdings über Gebühr. Angemessener (um nicht zu sagen anständiger) wäre es doch, für dgl. grundsätzlich das Unterforum "Verschiedenes" zu nutzen.


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zuletzt bearbeitet 14.08.2020 | Top

RE: Was den DDR-Bürgern genommen wurde

#9 von Dörte Donker , 15.08.2020 19:25

Lieber Herr Haas

Zitat
Sie wissen, sehr geehrte Frau Donker, selber, dass unkonventionelle historische Meinungsäußerungen
einen hierzulande inzwischen sofort der Gefahr einer Hausdurchsuchung aussetzen.
DDR- Lobpreisungen werden hingegen als scheinbarer Ausdruck einer notwendigen Meinungsfreiheit
hingenommen.
Dies belegt dann allerdings meinen Vergleich der aktuellen BRD mit einem sich einstmals DDR nennenden
Staat.
Also: Meinungsfreiheit ist in jeder Weise notwendig, und darunter können sogar die Beiträge von Frau Queck
fallen, die aber- umgekehrt- mit Teilen ihrer geistigen Anhängerschaft alles daransetzen wird, jeden ihrer
Denkweise missfallenden Beitrag zu bekämpfen.
Dies wäre und ist dann aber keine Ausübung von Meinungsfreiheit, sondern schlicht und einfach nackte
Meinungsdiktatur!



Wenn ich für die Herstellung der freien Rede bin, für die Abschaffung aller Maulkorbparagraphen, im Endeffekt sogar gegen dieses klischeehafte Recht-Links Schubladendenken, dann darf ich das in keinster Weise bei anderen anwenden.
Und selbst nicht, wenn die mich für meine Ansichten verfolgen würden.


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RE: Was den DDR-Bürgern genommen wurde

#10 von Dörte Donker , 15.08.2020 19:25

Lieber Herr Haas

Zitat
Sie wissen, sehr geehrte Frau Donker, selber, dass unkonventionelle historische Meinungsäußerungen
einen hierzulande inzwischen sofort der Gefahr einer Hausdurchsuchung aussetzen.
DDR- Lobpreisungen werden hingegen als scheinbarer Ausdruck einer notwendigen Meinungsfreiheit
hingenommen.
Dies belegt dann allerdings meinen Vergleich der aktuellen BRD mit einem sich einstmals DDR nennenden
Staat.
Also: Meinungsfreiheit ist in jeder Weise notwendig, und darunter können sogar die Beiträge von Frau Queck
fallen, die aber- umgekehrt- mit Teilen ihrer geistigen Anhängerschaft alles daransetzen wird, jeden ihrer
Denkweise missfallenden Beitrag zu bekämpfen.
Dies wäre und ist dann aber keine Ausübung von Meinungsfreiheit, sondern schlicht und einfach nackte
Meinungsdiktatur!



Wenn ich für die Herstellung der freien Rede bin, für die Abschaffung aller Maulkorbparagraphen, im Endeffekt sogar gegen dieses klischeehafte Recht-Links Schubladendenken, dann darf ich das in keinster Weise bei anderen anwenden.
Und selbst nicht, wenn die mich für meine Ansichten verfolgen würden.


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RE: Was den DDR-Bürgern genommen wurde

#11 von Dr.Josef Haas , 16.08.2020 11:30

Diese Ihre Haltung ist sehr edel, sehr geehrte Frau Donker, und dies meine ich ohne den
geringsten ironischen Beigeschmack.
Aber eine derartige Einstellung, welche man beispielsweise in der christlichen Überlieferung bei
der Lebensschilderung des heiligen Martin findet, schadet letztendlich unserer gemeinsamen
Sache. Gäbe es denn heute beispielsweise einen Islam, wenn der Prophet Mohammed allen
seinen zahlreichen damaligen Feinden nur mit Liebe begegnet wäre?
Man sollte aber auch der Frau Queck mit ihren, wenn es um die DDR geht, absolut einseitigen
Darstellungen, nicht eine Aufmerksamkeit zuteil werden, welche sie gar nicht verdient.
Infolgedessen wäre ein baldiges Ende dieser, sie betreffenden, Hin- und Her-Schreiberei ebenso
notwendig wie nützlich.
Anderen Mitgliedern dieses Forums würde ja bei verklärenden Darstellungen bestimmter Zeitabschnitte
der jüngeren deutschen Geschichte mit Sicherheit nicht diese übermäßige Toleranz zuteil werden, wie
man sie in Sachen Brigitte Queck hier immer wieder zu registrieren hat!

Dr.Josef Haas  
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RE: Was den DDR-Bürgern genommen wurde

#12 von Dörte Donker , 16.08.2020 12:06

Zitat
Diese Ihre Haltung ist sehr edel, sehr geehrte Frau Donker, und dies meine ich ohne den
geringsten ironischen Beigeschmack.
Aber eine derartige Einstellung, welche man beispielsweise in der christlichen Überlieferung bei
der Lebensschilderung des heiligen Martin findet, schadet letztendlich unserer gemeinsamen
Sache. Gäbe es denn heute beispielsweise einen Islam, wenn der Prophet Mohammed allen
seinen zahlreichen damaligen Feinden nur mit Liebe begegnet wäre?



Lieber Herr Haas,

ich glaube hier muss man unterscheiden, ob es Angriffe gegen Leib und Leben sind, oder Meinungen.
Frau Queck stellt nun wirklich keine Bedrohung gegen Leib und Leben dar und auch sind ihre Ansichten vielleicht nicht konsenzfähig, aber sie sind doch auch sonst keine Gefährdung in Bezug darauf, dass sie andere überzeugt. Und selbst wenn. ja was dann? Bekommen wir dann DDR Verhältnisse in einer Zeit, die von ganz andere Seiten solche Verhältnisse einführt?
Ich kenne mich nicht so extrem aus in der islamischen Religionsgeschichte und es wäre gut, wenn jemand mich da verbessert oder bestimmte Dinge konkretisiert: es musste sehr viel passieren, bevor der Prophet sein Schwert zog. Und m.E. waren da nur Kriegserklärung des Gegner zu nennen.
Eloquenz und logische Argumentieren ist im Islam hoch angesehen; diese Tugenden werden natürlich dafür eingesetzt, andere zu überzeugen.

Gott sagt im Koran, wenn er gewollt hätte, hätte er alle gleich gemacht (vgl. z.B. 30:22 und 49:13). Nein, es geht um göttliche Entwicklung durch die Auseinandersetzung auch mit Ansichten, die uns nicht gefallen. Bei der Widerlegung können sogar wirklich große menschliche Potentiale freigesetzt werden. Aber was wäre, wenn niemand seine Ansichten äußert, alles nur im Verborgenen schlummert. Keiner könnte überzeugt werden; es wäre ein Mangel im Menschen, sowohl für den, der überzeugt werden muss, als auch für den, der überzeugen möchte.


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zuletzt bearbeitet 18.08.2020 | Top

RE: Was den DDR-Bürgern genommen wurde

#13 von Werner Arndt , 18.08.2020 12:48

Zitat
Nein, es geht um göttliche Entwicklung durch die Auseinandersetzung auch mit Ansichten, die uns nicht gefallen. Bei der Widerlegung können sogar wirklich große menschliche Potentiale freigesetzt werden.



Bestimmte Stichworte bieten sich jedenfalls an, um miteinander ins Gespräch zu kommen und bei allen Differenzen auch Schnittmengen zu entdecken. Verteilungsgerechtigkeit z.B. ist ein Thema, welches Anlass einer weiterführenden Betrachtung sein könnte.

Zitat von Yavuz Özoguz im Beitrag Was ist der größte Terrorismus und wer sind die größten Terroristen?
Das Problem liegt in der halbwegs gerechten Verteilung dieser Güter auf Erden. Würde man den Bürgern in Deutschland die Sachlage in dieser Welt schonungslos und in aller Deutlichkeit sachlich erklären, dann wäre ein Großteil der Bevölkerung sensibilisiert und würde eine gerechtere Verteilung der Güter anstreben. Würde jede Tagessschau mit dem Hinweis beginnen, „heute sind 17.260 Kinder verhungert“, gäbe es eine andere Betrachtungsweise der Welt.

Da dies nicht geschieht, muss eine Ideologie dahinterstecken, die das verhindert. Jene Ideologie heißt Kapitalismus! Wenn Terrorismus kriminelle Gewaltaktionen gegen Menschen oder Gegenstände zur Erreichung eines politischen, religiösen oder ideologischen Ziels ist, dann ist der Kapitalismus die größte Terrorideologie der Geschichte der Menschheit. Keine noch so brutale und haltlose Terrorideologie von Terroristen kann da mithalten, zumal viele Terroristen im Sold des Kapitalismus stehen.

An dieser Stelle werden Sozialisten, die auf eine gerechtere Verteilung der Güter drängen, möglicherweise aufhorchen und zu der fehlerhaften Annahme gelangen, dass doch der inzwischen durch Spinnfäden verstaubte Sozialismus die rettende Lösung sei. Dazu bedarf es nicht nur eines Blicks in die untergegangenen Systeme, die Sozialismus angestrebt haben. Auch aktuelle Systeme vernichten die Menschlichkeit. In China gibt es kaum Hungertote und die Verteilung der materiellen Güter ist sicherlich gleichmäßiger als in der westlichen Welt, aber das System verdinglicht den Menschen und vergöttert Dinge. Es lässt seine Menschen zu Workoholiks mutieren, die nur nach materiellen Gütern streben und dadurch zunehmend Menschlichkeit verlieren. Der sogenannte Sozialismus wird eine Art Turbo-Kapitalismus mit gleichmäßiger Versklavung der Arbeitstiere. Es gibt sogar sozialistische Big-Macs. Der Mensch wird wie ein Tier betrachtet und behandelt. Ihm werden rein materielle Gelüste und Bedürfnisse zugeschrieben, die zu erfüllen sind.


Laut Verfassung der DDR, Art. 9 (2), hatte deren Volkswirtschaft u.a. "der ständig besseren Befriedigung der materiellen und kulturellen Bedürfnisse der Bürger" und "Entfaltung ihrer Persönlichkeit" zu dienen, was zumindest auf dem Papier deutlich über rein materielle Gelüste und Bedürfnisse hinausging. Die gottlose Ideologie bleibt unter dem Strich jedoch das zentrale Manko.

Zitat von Yavuz Özoguz im Beitrag Was ist der größte Terrorismus und wer sind die größten Terroristen?
Das Menschenbild im Sozialismus und Kapitalismus unterschiedet sich kaum voneinander. Ein Mensch mit Geist und Seele, ein Mensch, der höhere Ziele anstrebt und Menschlichkeit vervollkommnen möchte, so etwas ist in beiden Ideologien nicht vorgesehen. ...

Ein Mensch ohne Seele wird den Geist Gottes in seinem Herzen nicht erkennen können. Ein seelenloser Mensch wird zu einem geistlosen Menschen, der einem Tier gleicht.


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RE: Was den DDR-Bürgern genommen wurde

#14 von Werner Arndt , 18.08.2020 13:46

Zitat von Dörte Donker im Beitrag #12
Gott sagt im Koran, wenn er gewollt hätte, hätte er alle gleich gemacht (vgl. z.B. 30:22 und 49:13). Nein, es geht um göttliche Entwicklung durch die Auseinandersetzung auch mit Ansichten, die uns nicht gefallen. Bei der Widerlegung können sogar wirklich große menschliche Potentiale freigesetzt werden.


Die Freisetzung großer menschlicher Potenziale würde wunderbar in die Zeit passen, so dass man hier ein weiteres zentrales Stichwort aufgreifen könnte: Entwicklung. Angesichts der oben zitierten Passage aus #12 fühlte ich mich an Prof. Schwarzenaus Ausführungen erinnert:

Zitat

Die Koranoffenbarung ist der letzte geschichtsbegründende und -beschleunigende »Richtungsstoß«, um mit Lessing zu reden, den Gott seiner Menschheit gab. Von diesem letzten Impuls her hat die Menschheit sich dann mehr und mehr selbständig, unter Gebrauch ihrer Vernunft autonom zu entwickeln.


Paul Schwarzenau
"Korankunde für Christen"
Kreuz Verlag, Stuttgart 1982
S. 119

Dr. Paul Schwarzenau [1923 - 2006] ist Professor für Evangelische Theologie und Didaktik mit Schwerpunkt Religionswissenschaft an der Universität Dortmund. (Rücktitel - Kreuz Verlag)




Mehr als 20 Jahre verbrachte ich in der DDR, wo mir während Grundschulzeit (Polytechnische Oberschule) und Abitur neben dem ständigen "Rotlicht" auch viel nützliches Wissen zuteil wurde, welches ab 1990 im Studium unter Westbedingungen durchaus von Vorteil war und heute noch sehr nützlich ist, wie ich bei schulischen Fragen meiner Kinder immer wieder feststelle. Die universelle Lösung aber und Antwort darauf, "was die Welt im Innersten zusammenhält", blieb mir in der DDR vorenthalten.

Zitat von Dörte Donker im Beitrag Offener Brief eines patriotischen deutschen Muslims an PEGIDA
Die Lehre des Islam ist perfekt, zuende gedacht und bietet den Menschen alles, was seine Position innerhalb der Schöpfung und gegenüber GOTT klärt. Der Rest ist meine persönliche Aufgabe, nämlich meine Beziehung zu Gott zu vertiefen, eine Beziehung, die von tiefer Liebe geprägt ist und mir enorm wichtig ist. Diese ganzen Diskussionen drum herum lenken m.E. nur von GOTT ab.


Werner Arndt  
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RE: Was den DDR-Bürgern genommen wurde

#15 von Dörte Donker , 19.08.2020 10:09

Gott wurde uns in der Schule auch nicht vermittelt. Wenn wir Religionsunterricht hatten, dann ging es um die geschichtlichen Abläufe und mehr noch um Philosophie. Ich denke, dass alle Konvertiten ganz gut nachvollziehen können, dass der Islam, vor allem bei uns Älteren, eine völlig unbekannte Religion war und man kaum Berührung mit Muslimen hatte. Ich kenne heute noch den Namen des einzigen türkischen Mädchens an meiner Schule. Deshalb war unser Leben geprägt von der Suche nach Gott und wir mussten auch viele Irrtümer durchmachen.

Und so ist auch die ganze geschichtliche Entwicklung des Menschen zu sehen.
Als der Islam die Bühne der Welt betrat, war er in Europa noch nicht ersichtlich.
Das Christentum traf auf Europa und weil man direkt aus dem Polytheismus zum Christentum fand, in dem viele "Götter" Vermittler zum Höchsten waren, der Höchste aber unerreichbar blieb, hat man sich einen Vermittler zu Gott geschaffen und ihn zu Gott gemacht. Ich habe gehört, dass orientalische Christen da eine andere Einstellung haben und Jesus bei ihnen nicht gleichzusetzen ist mit Gott.
Aber die menschliche Entwicklung geht zur Unabhängigkeit. Sie wird keine Vermittler zwischen sich und Gott mehr benötigen und darum sehe ich im Islam die Befreiung des Menschen von der Unmündigkeit.
Die Widersprüche werden aufgelöst, wie dass Jesus niemals gesagt hat, dass man ihn anbeten solle und er als "Sohn Gottes" niemals gesagt hat, dass die Gottessohnschaft nur ihm gehöre; sie steht allen Menschen zu und jeder Mensch kann diese Stufe erreichen. Erst mit der Erkenntnis wird klar, was Jesu sagte, als er sagte, dass es keinen Weg zum Vater gäbe außer über den Sohn. Es gibt keinen Weg zu Gott außer du findest ihn in dir selbst. Keine äußere Anbetung, wie die der Pharisäer, sondern Gott in sich hinein lassen und durch sich wirken lassen.
Und nur darin findet der Mensch seine Freiheit.
Im Islam tritt der Mensch das erste mal völlig unabhängig, ohne Mittler zu Gott und auch er, je nach der Stufe, die er erreichen kann und will, kann IHN so nahe kommen. Etwas, was von der Kirchenlehre geprägte Christen immer verneinen müssen und manche gehen so weit, damit im Islam die Anbetung des Teufels zu sehen.
Kein Heilsweg ist im Islam vom Menschen abgetrennt, er geht ihn aus sich selbst heraus. Selbst das Gebet hat für jeden seine eigenen Stufe. Für den einen etwas, was er verrichten muss, weil ihn sonst Schlechtes im Jenseits erwartet, für den anderen, was er verrichten will, weil es ihn sozusagen ermöglicht, sich in den Momenten auf Gott zu besinnen und eine aktive Verbindung zu ihm einzugehen. Er versteht es als Chance, als Einladung, die er folgt, nicht als Zwang.
Der Islam ist nicht der Gegenspieler anderer monotheistischen Religionen, sondern die Revision, die Korrektur, die Erfüllung.
Und im geschichtlichen Ablauf der Menschheit muss genau diese Rolle des Islams erkannt werden. Dann benötigt die Menschheit keine Ideologien, die sich bisher alle als Fehlschluss herausgestellt haben und keine "Ismen" mehr, die den selben Irrtum in sich tragen. Sie scheitern, weil sie mit Mängeln behaftet sind oder Gott gänzlich ausschließen.


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