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RE: Endzeitspiele

#16 von Dörte Donker , 20.04.2020 17:00

Zitat
Sie sind ja schon als Naturwissenschaftlerin von vorneherein an praktischen, aber auch realisierbaren,
Lösungen interessiert.



Ja, ich bin aber auch Idealistin und gehe dann auch mal vom Ideal aus. Das mag dann wie Träumerei erscheinen, aber das Menschen sich ändern können, wissen wir alle. Ich denke, dass es auch in Israel ein Herauswachsen und überhaupt ein Wachstum über ihren derzeitigen niedrigen Status heraus geben kann. Ich denke, dass hat natürlich auch mit Erziehung zu tun, aber auch mit der Überwindung des Holocausttraumas, dass vielen noch in die Wiege gelegt wurde. Dann kommt hinzu, dass das Gebilde Israel generell sich überlegen muss, wo es landen will, wenn der Westen als Unterstützer bald ausfällt. Lernfähigkeit, Anpassung und Umdenken ist dann eine Frage des Überlebens.
Wir haben doch in Europa mehr oder weniger alle gelernt, Rassismus zu überwinden und wie das Zitat im meinen letzten Beitrag auch sagt, Israel muss seine Lektion lernen. Wie es diese lernt, bleibt ihnen selbst überlassen.
Wir wissen wie schnell Systeme fallen und wir wissen auch, wie lange sich manche halten, denen man Jahr für Jahr den Untergang prophezeit und wie schnell wir heute durch Corona in ein Verhalten und Konsequenzen gedrängt werden, dass wir vorher für unmöglich gehalten haben.

Ich habe neulich einen Vortrag von einem ehemaligen Mossad Offizier und Politberater gehört. Er hatte nichts Sachliches zu sagen, zu dem Vorschlag, mit den Palästinensern einen Staat zu gründen, außer immer die gleiche Leier: Wie könne man mit denen zusammenleben, wenn man sieht, wie die miteinander umgehen. Nicht ein einziges Mal musste er diese Rhetorik und seine Annahme rechtfertigen. Wenn der Interviewer ein wenig gebohrt hätte und geschichtlich versiert gewesen wäre, wäre er sehr schnell in die Ecke gedrängt worden. So ein hochkarätiger Mann kann nichts anderes von sich geben, als Samstagnachmittag Stammtischparolen, wogegen so manche dieser intellektuell gelungener sind.
Und genau das ist Israels Schwäche, sie haben für ihr Verhalten keine Argumente und ihre intellektuelle Basis der Rechtfertigung bröckelt, wenn sie in Zukunft ihren Opferstatus verlieren und das werden die jungen Israelis begreifen, insch Allah.
Und vielleicht begreifen sie auch, wer sie mit in diese Falle getrieben hat.


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zuletzt bearbeitet 20.04.2020 | Top

RE: Endzeitspiele

#17 von Werner Arndt , 23.04.2020 08:33

So idealistisch und verträumt ist die Hoffnung gar nicht. Impulse bis hin zur Lösung könnten nicht zuletzt aus dem Judentum selbst kommen, welches in der Realität weder homogen/monolithisch, noch mit dem Staat Israel oder Zionismus gleichzusetzen ist.

Zitat
Ultra-Orthodoxe gegen den Staat Israel

Die Idee des Zionismus ist ein Angriff auf unsere Religion

... „Israel inszeniert sich selbst als Nationalstaat des jüdischen Volkes. Das ist einfach falsch. 1948 kommen ein paar Leute zusammen, gründen einen Staat im Nahen Osten und behaupten dann, das sei der Staat von Millionen Menschen in Polen, England, Amerika und Frankreich. Das ist mehr als Betrug, das ist verrückt!“

Sie sollen sich nicht gegen die Völker der Welt erheben

... Im Talmud heißt es im Traktat Ketubot in Anlehnung an einen Vers aus dem Hohelied, dass der Allmächtige den Juden einen Eid abverlangt habe: Erstens – sie sollen sich nicht selbst aus dem Exil zu einem eigenen Staat aufmachen vor der Ankunft des Messias. Und zweitens: Sie sollen sich nicht gegen die Völker der Welt erheben.

Judentum und Zionismus strikt voneinander trennen

Rabbiner Yisroel möchte darüber aufklären, dass Judentum und Zionismus strikt voneinander zu trennende Dinge sind. Deshalb gibt er Interviews und betreibt auch die Internetplattform natruna.eu. Rabbiner Yisroel lehnt einen weltlichen Staat Israel, dessen Selbstverteidigung und dessen Siedlungspolitik auf Kosten der Palästinenser ab. Auch der Terminus „jüdischer Nationalismus“ überzeugt ihn nicht.

„Der Begriff ‚jüdischer Nationalismus‘ ist ein Widerspruch in sich. Es ist eine Neudefinition jüdischer Identität, indem man Judentum von einer Religion in eine Nationalität umdefiniert. Judentum ist keine Nationalität im modernen Wortsinn. Juden sind nur deshalb Juden, weil sie Gottes Gesetze akzeptieren, nicht weil sie ein gemeinsames Land oder eine gemeinsame Sprache haben. Die Idee des Zionismus ist ein Angriff auf unsere Religion und aus jüdischer Sicht eine Art Götzenanbetung.“ ...

Dass Juden, die den Staat Israel ablehnen, in den USA oder Antwerpen leben, klingt logisch. Aber auch in Israel gibt es sie. ...

Zugleich ist Israel bereits in vielem von den Vorstellungen orthodoxer und ultra-orthodoxer Parteien geprägt: So regeln religiöse Gerichte Ehe- und Scheidungsangelegenheiten. Am Schabbat ruht der öffentliche Nahverkehr fast vollständig. Öffentliche Kantinen bieten ausschließlich koschere Speisen an. Der Potsdamer Judaist Eik Dödtmann erforscht, welche Spannungen durch die wachsende Zahl ultra-orthoxer Juden, genannt Haredim, in Israel entstehen. Derzeit stellen sie etwa zehn bis zwölf Prozent der Bevölkerung, Tendenz steigend. Je religiöser der Staat werde, desto heftiger die Auseinandersetzungen...

https://www.deutschlandfunkkultur.de/ult...ticle_id=417316

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