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Wen soll ich als deutscher Muslim bei den Bundestagswahlen wählen?

#1 von Yavuz Özoguz , 02.09.2017 11:06

Wen soll ich als deutscher Muslim bei den Bundestagswahlen wählen?

Je näher die Bundestagswahlen rücken, desto mehr Freunde fragen mich nach meiner Meinung. Zwar könnte ich mich auf das Wahlgeheimnis berufen, aber das schiene mir mehr feige als hilfreich für meine Heimat Deutschland angesichts der katastrophalen moralischen Situation, die durch einen ungerecht verteilten materiellen Reichtum übertüncht wird. Auch könnte ich es mir leicht machen mit dem Hinweis, alles sei sinnlos, da die Aussichten ohnehin so trübe sind, zumal wiederum eine schwarz-rote GroKo droht [1].



Bereits im Jahr 2009 habe ich öffentlich erläutert, warum in damals die Linke wählen wollte [2] und im Jahr 2013 war die Linke für mich das Geringste aller Parteien-Übel, so dass ich wieder die Linke gewählte und das öffentlich begründet habe [3]. Bei den Europawahlen 2014 war ich mir nicht mehr so sicher [4]. Bei den bevorstehenden Bundestagswahlen bin ich unentschlossener als je zuvor. Nur eine Entscheidung der vorherigen Wahlen werde ich – so Gott will – aufrecht erhalten, nämlich wählen zu gehen, damit meine Stimme nicht anteilig an die etablierten Parteien verteilt wird.

In meiner Unentschlossenheit fasse ich zunächst einmal zusammen, was ich in wenigen Sätzen über die etablierten Parteien sagen kann:

Die CDU ist für mich als Muslim nicht wählbar, da die Kanzlerin und ihr Gefolge nicht an erster Stelle die Interessen meiner Heimat Deutschland vertreten sondern die Interessen Israels und der USA. Die Regierung schickt deutsche Soldaten an der Seite der USA in teils völkerrechtswidrige Kriege (nennt das aber Friedensmission). Sie schickt Waffen in Kriegsgebiete (nennt das aber Friedenssicherung) und unterstützt die übelsten Diktatoren der Welt. Im weltweiten Wirtschaftskrieg der USA gegen Konkurrenten werden deutsche Interessen verraten. Selbst die moralischen Aspekte und Werte wie Ehe und Familie wurden von den Konservativen auf den Kopf gestellt. Unter der Regierung der CDU sind die Reichen reicher geworden und die Schere zwischen Reich und Arm ist auseinandergedriftet. Bei der Politik gegen Muslime würde ich die CDU – aber insbesondere auch die CSU – als offen islamfeindlich einstufen.

Die SPD ist für mich als Muslim nicht wählbar, da alles, was ich über die CDU geschrieben habe auch für die SPD gilt. Das Schlimme dabei ist, dass diese Art der Politik von der CDU zwar zu erwarten gewesen ist, von der SPD aber eine Art Gegengewicht erwartet worden wäre. Genau das ist nicht geschehen. Bei der Politik gegen Muslime würde ich die SPD – aber insbesondere den amtierenden Außenminister – als latent islamfeindlich einstufen. Meine Gedanken zu ihm habe ich im Brief eines türkischstämmigen Menschen in Deutschland an Außenminister Gabriel [5] zusammengefasst.

Die Grünen sind für mich als Muslim nicht wählbar, da ich deren Politik als den Höhepunkt dessen erachte, was der deutsche Bundestag jemals an Heuchelei gesehen hat. Sitzen die Grünen in der Opposition, so kritisieren sie das, was sie als Regierungsbeteiligte selbst umsetzen. Galionsfiguren der Gründergeneration wie Petra Kelly und Gerd Bastian würden sich im Grab umdrehen, wenn sie sehen würden, wie aus der ehemaligen Antikriegspartei eine Partei geworden ist, die mit deutschen Soldaten an der Seite des Weltimperialismus Politik machen will um den Kapitalismus zu stützen. So sehr ich die Kriegspolitik der CDU und SPD verurteile, so ist die gleiche Politik bei den Grünen für mich viel schlimmer, denn ich ziehe den offenen Feind dem Heuchler vor. Bei der Politik gegen Muslime würde ich die Grünen nicht nur als offen islamfeindlich einstufen sondern auch noch als so arrogant, dass sie den Muslimen den Islam erklären wollen. Diese Art der Arroganz bei Einzelpersonen anderer Parteien ist bei den Grünen im Parteivorsitzenden gebündelt.

Die Linke ist hinsichtlich der moralischen und spirituellen Werte sicherlich die armseligste Partei. Und im Falle von Regierungsbeteiligungen der Linken auf Landtagsebene kann ich nicht erkennen, dass sie dann immer noch zu ihren Idealen stehen, aber zumindest erscheinen sie mir nicht so extrem heuchlerisch wie die Grünen. Bei der Politik gegen Muslime würde ich die Linke als offen islamfeindlich einstufen. Allerdings sind sie die einzige Partei unter den Etablierten, die den Palästinensern ein gewisses Recht zum Atmen einräumen will, auch mit der Konsequenz, dass Israel etwas abgeben müsste. Der Grund, der mich einstmals dazu bewegt hat, die Linke zu wählen, ist immer noch vorhanden. Sie sind die Einzigen, die glaubhaft gegen Kriegseinsätze der Bundeswehr sind. Auch erscheinen Sie mir nach wie vor als Einzige, die das Auseinanderdriften von Reich und Arm nicht unterstützten wollen. Möglicherweise würden sie sogar dagegen vorgehen. Diese beiden Aspekte haben mich einstmals davon absehen lassen, dass auch die Linke sehr deutlich gegen den Islam auftritt und moralische Wertelosigkeit in der Gesellschaft nur dann bekämpfen will, wenn sie rein materieller Art ist.

Hätte ich nur die Wahl der im Bundestag sitzenden Parteien, würde ich gezwungenermaßen wieder die Linke wählen müssen. Doch werfen wir auch einen Blick auf weitere Parteien.

Die FDP vertritt sicherlich einige Aspekte, die deutsche Interessen berühren. Der Hinweis des Parteivorsitzenden Lindner, dass man die Situation auf der Krim hinnehmen sollte, verdeutlicht zumindest, dass er kein direkter Diener des Imperialismus sein will. Über den rein materiellen Kapitalismus ist er es dann aber letztendlich doch. Ich kann nicht erkennen, dass die FDP für mehr wirtschaftliche Gerechtigkeit in der Gesellschaft eintreten wird. Auch kann ich nicht erkennen, dass die heutigen FDP – wie einstmals mit Möllemann – intensiver deutsche Interessen in der Außenpolitik vertreten würde. Insofern müsste man hier abwarten. Bei der Politik für oder gegen Muslime würde ich der FDP eine gewisse Neutralität zubilligen, da „Liberale“ die einzigen der Etablierten sein dürften, die z.B. das Kopftuch nicht verbieten wollen. Ist das aber hinreichend, um so zu wählen, dass die Reichen reicher werden?

Die AfD ist ein Werkzeug des weltweiten Imperialismus um eine zu stark werdenden CDU zu „bremsen“. Das USraelische Imperium hat bei aller Macht ein Dilemma. Niemand dient ihnen voller Freude, nicht einmal eine Frau Merkel. Und falls eine ihrer Dienerinnen zu stark werden sollte und zu viel Rückendeckung vom eigenen Volk erhielte, könnten die Imperialisten nie sicher sein, ob jene Gewählten dann nicht eingeständig werden. So wurde die eigentlich gegen den Euro gegründete Partei in eine Anti-Islam-Partei umgebaut. Sämtliches Unheil der Welt, das den Superreichen und Imperialisten zuzuschreiben wäre, wird mit Hilfe solcher Parteien nicht nur in Deutschland auf den Sündenbock Islam projiziert. Die AfD ist aus Sicht vieler Muslime eine der hässlichsten Fratzen deutscher Stammtische und wohl die erste Partei, die in den Bundestag einziehen wird, die eigene Staatsbürger aufgrund von ethnischen Gründen ausweisen würde, wenn sie könnte! Ziel der „Macher“ ist es auch das im Orient und in vielen Teilen der Welt positive Bild Deutschlands zu zerstören, damit die Köpfe des Imperialismus USA, England und Israel wieder konkurrenzfähig werden. Wenn AfD-Wähler wüssten, dass jede Stimme für die AfD eine Stimme für den sie selbst ausbeutenden Imperialismus ist, würden sie die AfD nicht wählen. Aber blinde Schafe folgen auch dann dem Schäfer, wenn dieser sie an den Abgrund führt.

Um mir selbst ein besseres Bild zu machen, wende ich mich an den Wahlomaten [6], der dieses Jahr manipulatorischer als je zuvor ist. Denn Auslandseinsätze der Bundeswehr werden genau so wenig behandelt wie z.B. moralische Fragen bezüglich Ehe und Familie. Dennoch will ich zumindest herausfinden, welche Parteien bei den abgefragten 38 Thesen mit meinen Idealen am meisten übereinstimmen.

Unter den Etablierten gewinnt erwartungsgemäß DIE LINKE allerdings knapp mit 64,5 %. Zum Vergleich: GRÜNE 63,2 %, SPD 52,6 %, FDP 43,4 %, CDU/CSU 38,2 %. Dass die AfD mit 34,2 % den letzten Platz einnimmt ist ebenfalls nicht überraschend.

Zwei Parteien wurden mir von muslimischen Freunden immer wieder empfohlen: DM und ADD. Doch beide Parteien schneiden gar nicht so gut ab: DM 60,5 % und Allianz Deutscher Demokraten 59,2 %.

Das mit Abstand herausragende Ergebnis erzielt bei mir eine alte Bekannte, die ich vor ca. 30 Jahren schon einmal gewählt hatte: ÖDP 75 %. Die ÖDP war in meiner Jugend eine Partei, die ich als konservative bzw. gottesehrfürchtige (christliche) Alternative zu den Grünen gesehen habe. Im Gegensatz zu den Grünen haben sie sich nicht mit dem Kapitalismus arrangiert. Sucht man auf der Homepage der Partei nach Islam, findet man einen Artikel zu einem Spontanbesuch in der Moschee Penzberg [7]. Es kann wohl angemerkt werden, dass kaum eine andere Partei ein so positives Bild über den Islam ganz offen auf ihrer eigenen Homepage veröffentlicht. Allerdings behauptet die Partei auch, dass betäubungsloses Schlachten Tierquälerei sei, was wissenschaftlich widerlegt werden kann. Da das aber fast alle anderen Parteien auch behaupten, kann es vernachlässigt werden. Keine Partei traut sich noch in irgendeiner Weise gegen Homosexualität zu agieren, aber immerhin will die ÖDP die Ehe als Beziehung von Mann und Frau erhalten: „Das Leitbild der aus der Ehe eines Mannes und einer Frau gegründeten Familie schließt nicht aus, andere Formen verbindlicher Lebensgestaltung rechtlich anzuerkennen und abzusichern.“ [8] Der Satz hätte auch von der CSU stammen können, aber die haben ja erst jüngst bewiesen, dass sie aus taktischen Gründen bereit sind auf ihre eigenen Ideale zu verzichten, wenn dadurch der Machterhalt gesichert werden kann.

Beim Kernkonflikt der heutigen Kriegswelt, der zionistischen Verbrechen gegen Palästina, hat die ÖDP eine derart eindeutige Position, dass Bürger, die diese Partei nicht kennen, wohl eher überrascht sein würden. Dazu genügt ein Blick in eine kurze Rede des ehemaligen Bundesvorsitzenden der Partei und heutigen Europaabgeordneten Prof. Dr. Klaus Buchner im Europaparlament von 2016 [8]. Allein diese Einstellung dürfte mit dafür verantwortlich sein, dass über diese Partei kaum etwas zu hören ist, obwohl sie aktuell immerhin 18 Bürgermeistern stellt.

Ich gebe es offen zu: Nach wie vor denke ich nach und habe mich noch nicht entschieden. Aber es ist durchaus möglich, dass ich dieses Mal anders als die Jahre zuvor, nicht das geringere Übel unter den Etablierten wähle sondern eine Partei, die zumindest in einigen Kernfragen moralischer Vorstellungen und im Gerechtigkeitssinn dem Islam und den Muslimen nicht fern zu sein scheint.

[1] https://www.heise.de/tp/features/Truebe-...hl-3819758.html
[2] http://www.muslim-markt.de/forum/messages_archiv/972.htm
[3] Gedanken zur bevorstehenden Bundestagswahl
[4] Wen soll ich bei der Europawahl als Muslim wählen?
[5] Brief eines türkischstämmigen Menschen in Deutschland an Außenminister Gabriel
[6] https://www.wahl-o-mat.de/bundestagswahl2017/
[7] https://www.oedp.de/aktuelles/pressemitt...trifft-islam-2/
[8] https://www.oedp.de/fileadmin/user_uploa...rogramm2016.pdf
[9] https://www.youtube.com/watch?v=qwfhmSVrAxE


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RE: Wen soll ich als deutscher Muslim bei den Bundestagswahlen wählen?

#2 von Werner Arndt , 03.09.2017 15:41

Vielen Dank für die ausführlichen Begründungen zur kritischen Würdigung nicht wählbarer Parteien. Im Weiteren dann den als manipulatorisch erkannten Wahlomaten zu bemühen, überrascht allerdings. Dem Tenor freundschaftlicher Empfehlungen dürfte man m.E. mehr Gewicht beimessen als volksverdummender Software, die relevante Themen ausblendet. Letztlich ist es natürlich alternativlos, sich zur Entscheidungsfindung selbst mit den Parteiprogrammen zu befassen.

Zu den Positionen der ÖDP stellen sich u.a. diese Fragen: Spricht sich die Partei für den Abzug aller Atomwaffen aus Deutschland aus? Stellt sie das Zinssystem in Frage? Wie äußert man sich zum Adoptionsrecht unter den Bedingungen der Ehe für alle?

Zum Vergleich: Zur bevorstehenden Bundestagswahl 2017

Zitat von Yavuz Özoguz im Beitrag Gedanken zur bevorstehenden Bundestagswahl
Am liebsten würde ich eine Partei wählen, die zumindest ansatzweise freiheitliche, friedvolle, gerechtigkeitsorientierte, also islamische Werte vertritt. In dem einen oder anderen Bundesland soll das tatsächlich schon möglich sein, aber in den mit Abstand meisten Bundesländern tritt eine solche Partei nicht an. Wenn das nicht der Fall ist, würde ich gerne eine Partei wählen, die zumindest christliche Werte vertritt und den Begriff „Nächstenliebe“ noch nicht vergessen hat. Aber solch eine Partei gibt es in Deutschland schon lange nicht mehr. ...

Also würde ich zumindest eine Partei wählen, die Artikel 146 des Grundgesetzes umsetzen und Deutschland unabhängig von den Kriegsverbrechern der USA und Israels gestalten will. Ich würde gerne ein Atomwaffenfreies Deutschland miterleben, in dem die USA nicht ihre Atomwaffen auf startklaren Raketen lagern kann, wo immer sie es wünschen. ...

Wenn das auch nicht möglich ist, so würde ich zumindest gerne eine Partei wählen, die eine der Ursachen für die gesamte Ungerechtigkeit auf dieser Erde, wozu der Kapitalismus mit ihrem verbrecherischen Zins- und Zinsenszinssystem gehört abgeschafft will; selbst wenn es nur eine utopische Idee wäre. ...

Die Linke will kleinen unschuldige Waisenkinder, die bereits durch den Verlust der Eltern schwer geprüft sind, zwei „Mütter“ bzw. zwei „Väter“ aufzwingen. Das erscheint für mich ebenfalls als ein Verbrechen, an dem ich nicht mitschuldig sein will, auch nicht durch meine Wahlstimme.


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RE: Wen soll ich als deutscher Muslim bei den Bundestagswahlen wählen?

#3 von Yavuz Özoguz , 03.09.2017 17:41

Ich will hier keine Wahlwerbung für eine Partei machen, die ich nicht hinreichend kenne, aber zu der obigen Frage lässt sich vfeststellen, dass Zinsen auf Zinsen zu verbieten eine uralte Forderung der ÖDP ist. Und zur Homoehe schreiben sie: "Gleichgeschlechtliche, eheähnliche Verbindungen dürfen nicht diskriminiert werden. Allerdings sehen wir das Vorhandensein einer Mutter und eines Vaters als Basis für das Kindeswohl als vorrangig an." Man kann aber selbst auf deren Homepage (oben links) Suchbegriffe eingeben und danach suchen:

https://www.oedp.de/programm/bundesprogramm/themen-a-z/newsdetails/news/gleichgeschlechtliche-verbindungen/?cHash=f6eeaa5bd5523ef50bd243c897baa468&L=0

Man wird auf interessante Thesen stoßen. Zugegben, es ist mühselig, aber dann muss man diese Thesen auch mit anderen vergleichen. Doch so viel sollte einem seine Stimme schon wert sein.


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RE: Wen soll ich als deutscher Muslim bei den Bundestagswahlen wählen?

#4 von Cengiz Tuna , 03.09.2017 18:25

Wenn ich die Wahl zwischen der DM und der ÖDP hätte, dann eindeutig Deutsche Mitte. Herr Hörstel spricht öffentlich die brisantesten Themen an und nimmt kein Blatt vor den Mund.

Zitat
Ich will hier keine Wahlwerbung für eine Partei machen, die ich nicht hinreichend kenne.


Das was ich von Herrn Hörstel kenne, genügt mir. Er hat seinen Job aufgegeben, weil er die Lügen der “Öffentlich-Rechtlichen“ nicht mittragen wollte. Stattdessen gibt er nun einem iranischen Feindsender Interviews. Hätte er bei den Lügen der deutschen Hauptmedien mitgemacht, müsste er jetzt vermutlich nicht betteln. Was ich jedoch sehr schätze: Er beteiligt sich an der berüchtigten Quds-Demo. Die meisten anderen haben da Berührungsängste. Ganz sicher hat die ÖDP da auch Vorbehalte.

Was Herr Hörstel hier über die AfD und die Finanzkartelle schreibt, entspricht einfach der Wahrheit:

Zitat
Alle Banken weltweit bilden EIN Kartell, sagt diese Studie zur globalen Konzernvernetzung – unter anderem.

https://deutsche-mitte.de/warum-die-afd-...erung-braechte/


Davon bin ich überzeugt. Keine Bank handelt eigenständig außerhalb des Systems. Alle Zentralbanken weltweit, sind vernetzt mit der Oberzentralbank (FED).

Die Rolle der AfD hat Herr Hörstel auch richtig durchschaut.

Zitat
VORHERSAGE: Die AfD wird weder die Migrationswelle zurückdrehen noch Deutschland aus dem Euro bringen. Sie wird dies nicht einmal ernsthaft angehen.

Aber sie wird sehr geschickt so tun als ob. Die AfD hat dafür weder Programm, noch konkrete Ideen zur Durchsetzung, weder im nationalen Kontext noch in der internationalen, der globalen Arena.

https://deutsche-mitte.de/warum-die-afd-...erung-braechte/


Was für mich ebenfalls gegen die ÖDP spricht, ist, dass die Partei schon seit 35 Jahren aktiv ist und trotzdem kaum bekannt ist. Sich also nicht durchgesetzt hat. Herr Hörstel steht erst am Start.


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RE: Wen soll ich als deutscher Muslim bei den Bundestagswahlen wählen?

#5 von Werner Arndt , 04.09.2017 12:38

Zitat von Yavuz Özoguz
Ich will hier keine Wahlwerbung für eine Partei machen, die ich nicht hinreichend kenne, aber zu der obigen Frage lässt sich vfeststellen, dass Zinsen auf Zinsen zu verbieten eine uralte Forderung der ÖDP ist.



Lediglich Zinsen auf Zinsen abschaffen zu wollen, wirkt zaghaft, könnte aber ein Anfang sein. Im oben verlinkten Grundsatzprogramm der ÖDP finde ich jedoch keinen Hinweis darauf, lediglich den Ruf nach "durchgreifenden Bankenaufsichtsregeln" (Seite 19). Diese werden im Bundespolitischen Programm 2017 konkretisiert: Seite 70 listet Vorschläge zur Regulierung der Finanzwirtschaft auf, darunter ein Verbot von Derivaten ohne Grundgeschäfte. Nach einem Zinsverbot suche ich auch hier vergeblich.
https://www.oedp.de/fileadmin/user_uploa...hesProgramm.pdf

Auf der ÖDP-Internetseite führt der Suchbegriff -Zins*- zu 2 Treffern, jeweils im Zusammenhang mit Griechenland und der Bedienung fälliger Zins- und Tilgungsraten. Die Suche nach -Zinsen*- bringt immerhin 9 Ergebnisse. Darunter finde ich nirgends auch nur den Anklang eines Zinsverbotes, stattdessen die vielsagende Passage "Je höher die Zinsen einer Geldanlage sind, desto höher ist in der Regel das Risiko. Das muss wieder klar gemacht werden!"

Ob man sich von o.g. Forderung inzwischen verabschiedete oder diese nur im Verborgenen thematisiert? Auf jeden Fall vielen Dank für diesen thread und den Impuls, sich auch mit der ÖDP näher zu befassen. Im Hinblick auf den 24. September trug dies für mich zur Klärung bei, auch über die Programmpunkte Wirtschaftliche Rahmenbedingungen / Finanzen und Geldwirtschaft hinaus.


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zuletzt bearbeitet 04.09.2017 | Top

RE: Wen soll ich als deutscher Muslim bei den Bundestagswahlen wählen?

#6 von Yavuz Özoguz , 21.09.2017 15:01

Um Unklarheiten mit der ÖDP zu klären, habe ich denen folgende Zeile geschrieben:

Von: Muslim-Markt [mailto:info@muslim-markt.de]
Gesendet: Dienstag, 5. September 2017 18:44
An: info@oedp.de
Betreff: Fragen von Muslimen zu Ihrer Partei

Sehr geehrte Damen und Herren,

nachdem meine Wenigkeit eine Art indirekte Wahlempfehlung zu Ihrer Partei ausgesprochen hat:

Wen soll ich als deutscher Muslim bei den Bundestagswahlen wählen?

kam unter Muslimen eine Diskussion auf, dass Sie im Jahr 2002 eine eher antimuslimische Haltung hatten. Siehe dazu die Fragen und Antworten von
2002:

http://www.muslim-markt.de/demokratie/pa...worten/oedp.htm

Da ich selbst daran interessiert bin, neue Wege bei Wahlen zu gehen, wäre ich sehr daran interessiert zu erfahren, in wie weit Sie heute andere Antworten geben würden (z.B. bei der Frage zum Kopftuch). Daher gebe ich Ihnen die Möglichkeit, direkt noch einmal auf die Fragen von damals zu antworten, was wir unkommentiert veröffentlichen würden, oder in Form eines Interviews eines Vertreters der Partei, siehe dazu:

http://www.muslim-markt.de/interview/interview.htm

Über eine Antwort würde ich mich freuen.

Dr. Yavuz Özoguz
Webmaster Muslim-Markt
Schilfweg 53
27751 Delmenhorst
Tel.: 0173 357 78 59


Heute Erhielt ich die Antwort - möge es bei der Wahlentscheidung hilfreich sein:

Sehr geehrter Herr Dr. Özoguz,

vielen dank für Ihre Mitteilung. Dieser Verweis auf den Beitrag aus dem Jahr 2002 hat uns vor einigen Tagen anderweitig bereits erreicht.
Ich kopiere Ihnen meine Antwort nachfolgend ein.

"Sehr geehrte Frau ........,

ich danke Ihnen sehr herzlich für Ihre Mail und den gesetzten Link. Ich kannte bisher diese Stellungnahme aus dem Jahr 2002 nicht und kann Ihnen nur bedauernd mitteilen, dass ich - selbst unter dem damaligen Hinweis, "manchmal etwas provokant" zu sein, Ihre Wahrnehmung teile: Das war arrogant und unwürdig. Davon kann man sich heute nur distanzieren.

Im Grundsatzprogramm der ÖDP finden Sie folgenden Hinweis:

"Das Menschenbild der ÖDP ruht auf christlich-humanistischen Werten. Insbesondere auf den Prinzipien der Toleranz, der Gewaltfreiheit, der Gewissens- und Meinungsfreiheit, der Gerechtigkeit und der Solidarität. Aus diesem Selbstverständnis heraus sind wir in der ÖDP offen für Menschen verschiedener Religionen und Weltanschauungen. Diese Werte sind grundlegend für ein friedliches und gerechtes Zusammenleben der Menschen. Die ÖDP erkennt die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen an und setzt sich entschlossen für die Achtung und Einhaltung der Menschenrechte ein.

Der oberste Grundsatz für unser politisches Handeln, unsere „goldene Regel“ lautet: Wir dürfen nicht nur an uns selbst denken, sondern müssen solidarisch Sorge tragen für alle Menschen auf unserer Erde und für die, die noch nicht geboren sind. Darüber hinaus sind wir uns bewusst, dass wir in die belebte und unbelebte Natur um uns herum eingebettet sind und für sie Verantwortung tragen."

"Mensch und Umwelt vor Profit und ausschließlich dem Gemeinwohl verpflichtet" ist unser Angebot an die Wählerinnen und Wähler.

Wir streben das gute Leben in Würde für alle Menschen an, ohne unseren Lebensraum, unsere Erde, zu vernichten.

Für dieses ehrgeizige Projekt brauchen wir jeden verantwortlich denkenden Menschen, egal welchen Geschlechts, welchen Alters, welcher Hautfarbe, Herkunft, mit oder ohne Religion bzw. welcher Religionszugehörigkeit.

Es würde mich freuen, wenn Sie einen etwas tieferen Blick in die ÖDP-Programmatik nehmen könnten. Sie finden das umfangreiche Bundespolitische Programm unter

https://www.oedp.de/programm/bundesprogramm/

Die Kurzwahl-Broschüre hänge ich Ihnen an. Sollten Sie weiteren Fragen haben, wenden Sie sich bitte gerne nochmals an mich."

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass uns im Moment die Zeit fehlt, die früher gestellten Fragen heute erneut zu beantworten. Als kleine Partei mit wenig hauptamtlichen Mitarbeitern und überwiegend im Ehrenamt tätig, sind wir über Gebühr mit dem Wahlkampf belastet. Das ist auch der Grund, weshalb meine Antwort etwas gedauert hat.

Kopftuch: Im Tragen eines Kopftuches aus religiösen Gründen sieht die ÖDP kein Problem.

Mit freundlichen Grüßen und auf Ihr Verständnis hoffend, was unsere derzeitige Überlastung betrifft. Wenn ich mir den Hinweis erlauben darf: Ich fände es bereichernd, wenn Frauen und Männer mit muslimischen Wurzeln in einer Zukunftspartei mitarbeiten würden.

Angehängt auch das Themen-Faltblatt "Jede Stimme wirkt - Ihre auch!".

Mit freundlichen Grüßen
Gabriela Schimmer-Göresz
Bundesvorsitzende

Sandweg 4, 89296 Osterberg/OT Weiler
Tel. 08337/742536 (ÖDP)
Tel. 08337/740972 (privat)
E-Mail: gabi.schimmer-goeresz@web.de
Ökologisch-Demokratische Partei, ÖDP
www.oedp.de
www.oedp-bayern.de
www.oedp-memmingen.de
www.oedp-neu-ulm.de


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