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Wann wird Deutschland endlich islamisch? – Teil 11: Schutz der Ehe und Familie gegen den Kapitalismus

#1 von Yavuz Özoguz , 08.03.2017 11:03

Wann wird Deutschland endlich islamisch? – Teil 11: Schutz der Ehe und Familie gegen den Kapitalismus

Der Schutz der Ehe und Familie ist Grundlage einer jeden Gesellschaft völlig unabhängig von ihrer Kultur und Religion. Wer diese Basis zerstört, zerstört die Widerstandsfähigkeit der Menschen gegen die Unterdrückung des Kapitalismus.



Im Islam gehört die Ehe zu den größten Gnaden Gottes für die Menschheit. In der Ehe kann der Mensch Paradiesisches durchleben und an der urschöpferischen Eigenschaft des Schöpfers beteiligt werden, nämlich Leben zu schenken. Die Ehe ist die kleinste Gemeinschaft einer Gesellschaft und daher ist eine gesunde Ehe die Grundlage für eine gesunde Familie. Gesunde Familien hingegen sind die Grundlage jeder gesunden Gesellschaft.

Das wussten auch die Gründerväter des Grundgesetzes und haben im Artikel 6 die Ehe und Familie unter einen besonderen Schutz gestellt, ein Schutz den in dieser Form sonst keine Gemeinschaft in der staatlichen Ordnung genießt. In Artikel 6 gibt es Begriffe wie Ehe, Familie, Eltern, Mutter und weitere Begriffe, die innerhalb der Menschheit seit Anbeginn unbestritten und eindeutig waren! Tausende von Jahren war klar, was Eltern sind, was eine Mutter ist, was eine Ehe ist usw. Auch heute noch besteht keine Notwendigkeit, jene Begriffe zu erläutern, außer für diejenigen, die die Gesellschaft zerstören wollen.

Plötzlich – und im historischen Kontext ist es wirklich plötzlich – ist eine Ehe nicht mehr der Zusammenschluss von Mann und Frau. Eine Familie ist nicht mehr Vater, Mutter und Kinder (ggf. über mehrere Generationen). Eine Mutter kann auch männlich sein und vieles andere mehr. Zwar kann man den Artikel 6 des Grundgesetzes nicht so ohne weiteres ändern. Aber man hat einfach den Inhalt der Begriffe geändert. So wird heutzutage die homosexuelle Beziehung genau so gefördert wie die Ehe zwischen Mann und Frau. Homosexuelle Eltern sollen sogar Kinder adoptieren dürfen. Damit das Ganze dann halbwegs mit dem Grundgesetz übereinstimmt, muss man sogar den Begriff „Mutter“ umdefinieren. In Artikel 6 (4) heißt es: „Jede Mutter hat Anspruch auf den Schutz und die Fürsorge der Gemeinschaft.“ Diesen besonderen und ausdrücklich erwähnten Schutz genießt der Vater im Grundgesetz nicht. Die besondere Rolle der Mutter entspricht genau der islamischen Vorstellung zum Thema. In einer homosexuellen Beziehung von zwei Männern, die ein Kind adoptieren wollen, gibt es jene Mutter nicht (mehr). Hier wird eine Diskriminierung der Kinder in Kauf genommen, nur und nur um dem so genannten Zeitgeist zu huldigen.

Homosexuelle Beziehungen werden mit den skurrilsten Begründungen gerechtfertigt. Dazu gehört die „freie sexuelle Orientierung“, die ein Menschenrecht sei. Schließlich gäbe es auch bei Tieren Homosexualität. In Oslo soll es sogar ein Museum dafür geben [1]. Was bei dieser Argumentation etwas verwundert ist: Im Tierreich gibt es auch Mord, Kannibalismus, Vergewaltigung, Kindermord und vieles andere mehr. Ist so etwas für den Menschen natürlich, weil es das im Tierreich gibt?

Artikel 1 des Grundgesetzes besagt, dass die Würde des Menschen unantastbar ist, das gilt für jeden Menschen, selbst wenn er Dinge tut, die aus Sicht einer Religion schwere Sünden sind. Im Islam darf nicht einmal die Würde eines Mörders angetastet werden, unabhängig davon, welche Strafe er erhalten wird. Doch das bedeutet nicht, dass man jene Sünden fördern muss. Zudem fällt auf, dass nur eine einzige Form der „freien sexuellen Orientierung“ eine solche Unterstützung in der Medienberichterstattung, bei den Filmen und in der Gesetzgebung erhält, andere formen aber nicht. Warum soll z.B. die homosexuelle Beziehung eine Ehe sein dürfen aber die Mehrehe nicht, selbst wenn alle Beteiligten damit einverstanden wären?

Immer noch gibt es in Deutschland auch Verbote bezüglich sexueller Beziehungen. Erst 2012 hat das Bundesverfassungsgericht das Inzestverbot bestätigt: Das Inzestverbot sei zur „Bewahrung der familiären Ordnung“ notwendig [2]. Doch wie lange wird das Bundesverfassungsgericht diesen vernünftigen Widerstand zum Schutz der Familie leisten können? In Frankreich wurde Inzest im Zuge der so genannte Aufklärung 1810 mit dem Strafgesetzbuch Napoleons für straflos erklärt. In den Niederlanden, Portugal und Spanien ist es ebenfalls erlaubt. Im Jahr 1997 wurde in Spanien einem Geschwisterpaar erlaubt, sich als Lebensgemeinschaft registrieren zu lassen [3], vergleichbar der Homo-Ehe in Deutschland. Im Jahr 2014 hat der deutsche Ethikrat empfohlen, Sex unter Geschwistern nicht mehr zu bestrafen, was einem Freibrief gleichkäme [4].

Die Zerstörung der Familie kennt in Europa keinerlei Grenzen mehr. Die Dämme sind vielerorts schon gebrochen. In Deutschland hat das Strafgesetzbuch die „widernatürliche Unzucht mit Tieren“ bis 1969 unter Strafe gestellt. Ab 1969 war der entsprechende Paragraf gestrichen. Mehr als 40 Jahre lang gab es kein Verbot für sexuelle Handlungen mit Tieren in Deutschland. Im Jahr 2013 wurde das Verbot ins Tierschutzgesetz aufgenommen, allerdings nicht als Straftatbestand, sondern als Ordnungswidrigkeit. Bei manchen Fingern, die unberechtigterweise auf Muslime gerichtet werden, zeigen drei Finger auf einen selbst. Viel weiter ist da der Nachbar Dänemark, wo es Hundebordelle gibt, wohlgemerkt nicht für Hunde sondern für Menschen [4]. In den USA kann man seinen Hund dann auch heiraten [5].

Der Leser möge dem Schreiber dieses Artikels entschuldigen, dass ihm hier schlecht wird! Ich entschuldige mich öffentlich dafür, dass ich diese drastischen Beispiele gebracht habe. Ziel war es aufzuzeigen, wohin es führt, wenn man Begriffe wie Ehe, Familie, Mutter, Vater usw. auf den Kopf stellt, nur um das Grundgesetzt im Wortlaut nicht zu ändern aber den Inhalt zu pervertieren.

Noch einmal sei an dieser Stelle betont, dass die Würde eines jeden Einzelnen, sei er körperlich oder geistig krank oder nicht, sei seine „Orientierung“ aus Sicht anderer eine schwere Sünder oder nicht, in jedem Fall unantastbar ist! Das ist auch das Ideal im Islam, selbst wenn wir Muslime diesbezüglich zuweilen sehr fern vom Ideal denken und handeln.

Doch warum wird die Familie so massiv angegriffen und zerstört? Die Antwort darauf ist der Kapitalismus. Der Kapitalismus ist eine derart Menschen zerstörende Wirtschaftsordnung, dass es sich im Prinzip noch über das Grundgesetz stellt und sämtliche Artikel des Grundgesetzes dem Kapitalismus unterordnet. Ja, die Würde des Menschen ist unantastbar, aber was Würde und Mensch sind, definiert der Kapitalismus. Ja, die Ehe steht unter dem besonderen Schutz der staatlichen Ordnung, aber was Ehe und Ordnung sind, definiert der Kapitalismus. Das geht so weit, dass auch die Familie sich jener kapitalistischen Ordnung unterzuordnen hat. So wird z.B. behauptet, dass die angebliche Vereinbarkeit von Beruf und Familie dem Schutz der Familie gelte. Doch tatsächlich geht es nicht um die Familie sondern um die Wirtschaft [6]. Nicht die Wirtschaft muss sich der Familie unterordnen, sondern umgekehrt. Die Folge sind ganztags betreute Kinder, die wiederum den sicheren Rückzugsort Familie nie zu schätzen lernen. Ohne Rückgrat werden sie zu optimalen Konsumenten erzogen, deren Lebensziel der Konsum und damit die Huldigung des Kapitalismus ist. Und solch ein sich durch einen Materialismus definierender Mensch stellt keine Gefahr für die Unmenschlichkeit des Kapitalismus dar. Tritt zuweilen eine Partei auf, die wieder Familie und Kinder fördern will, entpuppen sich die Mitglieder gleichzeitig als Förderer der Homosexualität, Huldiger der USA und extreme Islamhasser.

Das islamische Ideal zur Unterordnung der Wirtschaft unter den Menschen und damit die Familie kann folgendermaßen beschrieben werden: Bei der Festigung der ökonomischen Grundlagen geht es prinzipiell um die Befriedigung der Bedürfnisse des Menschen während seines Reife- und Entwicklungsprozesses, aber nicht, wie bei den anderen ökonomischen Systemen, um Zentralisierung und Akkumulation des Kapitals oder um Profitsucht, zumal die materialistischen Schulen die Wirtschaft als Selbstzweck betrachten, was auf dem Wege zur Entwicklung als Faktor der Zerstörung, Korruption und Verderbnis wirkt. Im Islam jedoch ist die Wirtschaft ein Mittel, und von einem Mittel erwartet man nur, zweckmäßig für das Erreichen eines Zieles zu sein. Aus dieser Sicht besteht das islamische Wirtschaftsprogramm darin, die geeigneten Grundlagen zur Entfaltung der unterschiedlichen menschlichen Kreativitäten zu bereiten. [7]

Alle oben aufgeführten Ansichten und die dazu bestehenden Gegenansichten in der Gesellschaft verlieren in der Zukunft ihre Bedeutung, wenn die Gesellschaft keine Kinder mehr bekommt. Deutschland hat diesbezüglich mit einer Geburtenrate von 1,4 in absehbarer Zeit gar keine Chance, sich zu entwickeln. Ohne Menschen, welche die Familie achten und ehren und bereit sind, die hohe Verantwortung der Kindererziehung zu übernehmen, ist der Fortbestand Deutschlands nicht zu gewährleisten. Mag sein, dass es Menschen gibt, die nicht traurig darüber wären. Als deutscher Staatsbürger aber bin ich für den Erhalt der positiven Werte, die von diesem Land ausgestrahlt werden können. Voraussetzung dafür ist der besondere Schutz der Ehe und Familie, wie er unmissverständlich im Grundgesetz verankert ist. Dieser Schutz wird auf Dauer ohne Muslime im Land nicht möglich sein. Auch die Anhänger der AFD haben keine höhere Geburtenrate. Insofern wird es Zeit, einen Weg des vernünftigen Miteinanders endlich organisiert und konstruktiv anzustreben. Noch ist es nicht zu spät. Das Grundgesetz bietet eine gute Basis zur gegenseitigen Verständigung.

[1] http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur...n-a-444512.html
[2] https://www.tagesschau.de/inland/inzest104.html
[3] http://www.focus.de/panorama/welt/tid-92...aid_265018.html
[4] http://www.focus.de/politik/deutschland/...id_4161004.html
[5] http://www.rp-online.de/panorama/leute/e...e-aid-1.2039458
[6] https://m.bpb.de/politik/innenpolitik/fa...patibel-gemacht
[7] http://www.eslam.de/manuskripte/verfassu....htm#Wirtschaft


Yavuz Özoguz  
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zuletzt bearbeitet 08.03.2017 | Top

   

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