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Kämpft Russland gegen den Antichristen?

#1 von Yavuz Özoguz , 05.05.2022 22:12

Kämpft Russland gegen den Antichristen?

Gestern (am 4.5.2022) erschien ein Text in Russland mit dem Titel: „Wir befinden uns in einem Krieg mit der Zivilisation des Antichristen“ und später in englischer Übersetzung auf einer Homepage über russische Geopolitik [1]. Der Autor war kein geringerer als Alexander Dugin. Er ist wohl der berühmteste politische Philosoph Russlands und gilt als geistiger Vater Putins. Im Westen wird er als Neofaschist diffamiert. In Russland gilt er als großer Vordenker eines neuen Eurasiens, bei dem die Welt sich vom degenerierten westlich-imperialistischen Materialismus befreit und für eine gerechtere Weltordnung eintritt. Er gehört zu denjenigen Christen, die an dem weltgrößten jährlichen Friedensmarsch von Nadschaf nach Kerbela [2], von Imam Ali (a.) zu seinem Sohn Imam Husain (a.) im Irak teilgenommen hat [3]; ein Fußmarsch von Millionen und Abermillionen Pilgern aus allen Konfessionen und Völkern, der systematisch im Westen verheimlicht wird!
Bevor meine Wenigkeit die Worte Alexander Dugins kommentiert, lesen wir zunächst die deutsche Übersetzung seines Textes:



[Beginn Alexander Dugins Artikel]

Wir befinden uns in einem Krieg mit der Zivilisation des Antichristen

Jetzt ist es an der Zeit, dass Russland den Menschen und der Welt sagt, für welche Werte wir kämpfen und welche Ideale wir hochhalten. Es ist seltsam, dass dies bis jetzt noch niemand versucht hat. Die einen meinen, man brauche nicht zu sagen, da der Westen ohnehin nicht zuhört. Die anderen befürchten, dass alle Wege zur Normalisierung der Beziehungen zum liberalen Westen für immer abgeschnitten sind, wenn wir jetzt die Dinge beim Namen nennen. Es gibt wahrscheinlich Leute an der Macht, für die diese Werte einfach hasserfüllt und sogar gefährlich sind, so sehr, dass sie nichts mit ihrer Vision zu tun haben. Das Ausmaß und die Entschlossenheit der SMO (Spezielle Militärische Operation, so heißt die Operation in Russland) sind so groß, dass es nicht möglich sein wird, das Thema der zivilen Konfrontation einfach damit abzuschließen, dass „nicht viel passiert ist“. Zunächst ist etwas Grundlegendes passiert, aber das Schwierigste steht noch bevor. Die Nato konzentriert sich ernsthaft, und es kann nicht ausgeschlossen werden, dass sie sich auf einen großen Schlag vorbereitet.

Die meisten Kriege in der russischen Geschichte – aber nicht alle – begannen nach dem Prinzip, dass wir angegriffen wurden, uns mit Verlusten verteidigten, dann in die Offensive gingen, den Feind verfolgten und ihn schließlich vernichteten (wobei wir auch gegenüber dem besiegten Feind eine humane Haltung einnahmen). SMO gehört nicht in diese Kategorie, hier war es anders, und das bedarf einer besonderen Klärung. Meiner Meinung nach ist die bisherige Schilderung der Anfänge nicht überzeugend genug. Nein, nicht einmal ansatzweise. Für die Menschen bei uns ist alles glasklar seit 2014. […]

Eine solche Ukraine, wie sie seit 30 Jahren Unabhängigkeit geworden ist, kann von niemandem toleriert werden, so denkt man. Wir kämpfen für unsere Identität, für unsere Souveränität, das zu sein, was wir wollen, ohne uns irgendeinem Druck von außen zu unterwerfen; wenn wir hartnäckig und heftig provoziert werden, dann platzt vielleicht irgendwann unsere Geduld, wir erliegen der Provokation – das wird also niemandem guttun. Wenn jemand unaufhörlich unter dem Fenster singt, „Wir werden die Russen aufhängen! Wir werden die Russen aufhängen!“ (Dies ist die Übersetzung des berüchtigten Refrains – „Moskalaku na gilyaku“), und hängt sie tatsächlich – die Übergriffe werden verbunden mit Verbrennungen, Tränen, Vergewaltigungen, Folterungen, Schlägen, sobald die Chance dazu besteht, wer wird es dann ertragen? Dieser Teil ist klar, aber die Frage bleibt: Wer sind wir heute? Was ist unsere Idee? Was genau sind die Werte und Ideale unserer eher widersprüchlichen Vergangenheit, die wir verteidigen? […]

Bei allem Sadismus und Grausamkeit der ukrainischen Terroristen und Mörder geht es natürlich überhaupt nicht um sie. Oder besser gesagt, es geht nicht nur um sie. Es geht um den Westen, das ist, wogegen wir sind, und der Westen ist ein viel ernsterer Rivale. Es ist eine ganze Zivilisation mit Ideologie, Struktur, Technologien, Informationen und sozialen Netzwerken, mit einer enormen Menge an kulturellen Symbolen, die aktiv in der Weltpropaganda verwendet werden, und hier ist unsere Implikation, die teilweisen und ausweichenden Erklärungen, die Umgehung direkter Formen und klare Thesen zerfallen in eine wahrhaft globale Pirouette. Es ist naiv zu glauben, dass irgendjemand auf der Welt – nicht nur im Westen – das, was wir aussenden, ernst nimmt. Ehrlich gesagt ist es absolut nicht überzeugend. Selbst diejenigen, die gut für Russland und schlecht für den Globalismus sind, haben nicht wirklich verstanden, was wir begonnen haben und warum, und unterstützen uns eher aus Trägheit.

Und hier kommt der rutschige Abhang des ukrainischen Nazitums ins Spiel. Ja, für uns ist es echtes Nazitum, Sadismus, eine völlig inakzeptable Theorie und eine darauf basierende kriminelle Praxis. Und vor allem ist es der höchste Ausdruck von Russophobie und unser Volk wird zu seinen Opfern. Wir trennen bei uns nicht Russen und Ukrainer. Sogar vernünftige Ukrainer sind Opfer des russophoben Nazitums, das ist uns klar. Aber ich fürchte, niemand außer uns ist bereit, es anzuhören. Wenn der Westen selbst den ukrainischen russophoben Nationalsozialismus gefördert und genährt hat – und gerade weil er in erster Linie russophob ist – wird er irgendwie auf die Fotos und Videos von unzähligen Körpern mit ekelhaften Nazi-Tattoos reagieren (die eher an die Sowjetzone erinnern als an das Deutschland der 1930er-40er Jahre) und eine Masse billigen Schrotts mit Nazi-Symbolen.

Schließlich geschah dasselbe mit dem islamistischen Terrorismus. Der Westen selbst schuf den islamistischen Fundamentalismus, um gegen seine eigenen Gebilde zu kämpfen, und als die Situation außer Kontrolle geriet, wurde der Westen sein Opfer. Jedes Mal, wenn wir unsere Hilfe angeboten haben, um sie zu bekämpfen, oder unsere Maßnahmen gegen dieselbe Bedrohung erklärt haben, hat sich der Westen rundweg geweigert, uns zuzuhören. Terroristen sind diejenigen, auf die der Westen einschlägt, und diejenigen gegen Russland sind die „Freiheitskämpfer“ und stolze „Krieger der Demokratie“. Nichts Persönliches: nur Doppelter Standard.

Jetzt passiert genau das Gleiche. Wenn die Nazis für den Westen und die Nato sind, sind sie „keine Nazis mehr“ und wenn sie russophob sind, dann sind sie einfach großartig und „wahre Demokraten“, und es gibt nichts und keine Möglichkeit, das zu ändern. Für den Westen sind wir das Böse, und seit wir die SMO begonnen haben, liegt die ganze Schuld bei uns. Hier endet das Gespräch.

Daher die Schlussfolgerung: Wir müssen alle von der SMO gesetzten Ziele erreichen und einen vollständigen und unumkehrbaren Sieg erringen. Dann werden wir aus einer neuen Perspektive mit dem Westen sprechen.

Kontextuell muss dieses Gespräch jetzt beginnen. Wir ändern die Regeln des globalen Spiels und die Grundlage dafür ist der Glaube an unsere historische Mission: die Welt nicht vor der Ukraine zu retten, sondern vor dem globalistischen Westen, vor dieser giftigen, verrotteten Zivilisation, die bereit ist, die Menschheit mit ihrer perversen Kultur zu zerstören , seine ungezügelte Technologie, seine unersättliche wahnsinnige Elite, seine großen überladenen Projekte und seine globale Kontrolle über das Bewusstsein der Menschen im Namen der Weltregierung.

Heute sind wir kein zaristisches, sowjetisches und schon gar kein liberaldemokratisches Russland. Wir sind der letzte Verteidiger, der Katechon (einer der den Antichristen Aufhält). Wir allein stellen uns dem globalen Bösen entgegen. Nun muss diese edle Idee entwickelt, diese Mission offen und ohne Scham erzählt werden. Dann wird sich alles fügen.

Wir kämpfen gegen den Antichristen, das muss gesagt werden. Das ist unsere russische Idee, so ist alles zu erklären.

Und es geht nicht nur um uns, nicht nur um Ukrainer oder Europäer. Es betrifft alle. Mit dieser besonderen Operation erfüllen wir unsere spirituelle Pflicht.

[Ende des Textes von Alexander Dugin]

Dieser Text mag aus der Seele des russischen Denkens herrühren. Aber meiner bescheidenen Ansicht nach ist die gesamte aktuelle Entwicklung eine Frucht eines Briefes, der vor gut 23 Jahren geschrieben worden ist, der Brief Imam Chomeinis an Michael Gorbatschow, den Präsidenten der ehemaligen Sowjetunion [4]. Und wir sehen, wie sich die Dinge immer deutlicher fügen. Die Russen laden Hamas ein und Israel versucht durch ein Telefonat mit Putin die Wogen zu glätten, während sie eindeutig Stellung auf Seiten der Ukrainer beziehen. Imam Chamenei erklärt die USA zum Hauptschuldigen des Konfliktes und kündigt die Endphase der Besatzung Palästinas an. Der Papst äußert sich verhalten Nato-kritisch, so dass die ultra-westlichen polnischen Katholiken ihm die Unfehlbarkeit absprechen. Und unsere deutsche Staatsführung verkauft im Augenblick fast alle materiellen und gleichzeitig fast alle moralischen Werte des eigenen Landes, um das System der westlichen Vorherrschaft aufrecht zu erhalten, während alle nichtwestlichen Länder nicht mehr mitmachen! Wann zuvor ist es z.B. jemals vorgekommen, dass Pakistan und Indien am gleichen Strang gegen die USA gezogen haben?

Wir stehen vor einer großen Zeitenwende. Alexander Dugin mag in manchen seiner Ansichten nicht richtig liegen. Aber sein Text verdeutlicht die Dimension des Kampfes, der hier aus russischer Sicht eingeläutet worden ist. Alles was der Westen dagegen aufzubieten hat sind Waffen und Propaganda. Aber es gibt keine Werte mehr, für die der Westen glaubhaft eintritt. Die ehemals hochgehaltenen Werte von Frieden, Freiheit und Demokratie wurden bereits dem Corona-Götzen geopfert. Und der Wert Gerechtigkeit wurde lange zuvor dem Zionismus geopfert. Der Westen steht für Unterdrückung, Apartheid, Massenmorde und Ausbeutung der Menschheit in einem Ausmaß, das einen Rekordhunger in der Welt zur Folge hat. Russland sieht sich hier in einer Mission, die weit über Russland hinausreicht. Kein vernünftiger Mensch wird das Leiden der Ukrainer wünschen! Aber fast alle Völker der Welt (außer der sogenannten westlichen) wünschen die Zerschlagung des Hochmuts der westlichen Arroganz, die kaum noch zu ertragen ist. Daher ist dieser Kampf sicherlich kein Kampf von wenigen Tagen oder Wochen!

Ob Russland die selbst gesteckten Ziele erreichen wird, weiß Gott allein. Fakt aber ist, dass der westliche Hochmut sich inzwischen nicht nur gegen fremde Völker richtet, sondern mit Hilfe der unersättlichen Pharma-, Militär- und Energieindustrie inzwischen auch gegen die eigenen Völker gerichtet ist. Während dem eigenen Volk eingeimpft wird, dass es sparen, opfern und leiden muss, streichen die Eliten Rekordgewinne ein. Und so wird der Unmut im eigenen Land immer lauter, was zu immer restriktiveren Verbotsmaßnahmen und zur völligen Zerstörung von Freiheit und Demokratie führt. Wir leben in einer echten Zeitenwende. Wohl dem, der das versteht und sich innerlich auf die Zukunft vorbereitet, die eine gerechtere werden könnte, wenn wir uns für wahren Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit einsetzen!

[1] https://www.geopolitika.ru/en/article/we...TSiwoIK4bDmPcwA
[2] http://www.eslam.de/begriffe/f/fussmarsc...haf_kerbela.htm
[3] https://twitter.com/erhngngr68/status/927932821766844416
[4] http://www.eslam.de/manuskripte/briefe/i...gorbatschow.htm


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zuletzt bearbeitet 06.05.2022 | Top

RE: Kämpft Russland gegen den Antichristen?

#2 von Albert von Bieren ( gelöscht ) , 22.05.2022 10:19

Salam,
nun ich denke das es mit dem Antichristen oder Teufelsdienern etwas aud sich hat.
https://wiki.edu.vn/wiki20/2021/01/01/groser-satan-wikipedia
Die USA zeigen durch ihre Taten welches Geistes Kinder sie sind.Hierbei sind natürlich die Eliten gemeint und nicht die kleinen Leute die bei Burgerking für einen Hungerlohn Burger braten. Derzeit ist der grosse Satan am schauen wo er etwas stehlen kann.Russland ist derzeit ein Gegengewicht.Auf die Dauer werden auch wohl Indien und China grösseren Einfluss gewinnen.
Die muslimische Welt könnte grossen Einfluss haben.Leider ist Saudi Arabien ein von schlechten Menschen geführtes Land.
Der grosse Satan USA unterstüzuz dieses Regime.Alle muslimischen Staaten sollten gegenüber Saudi Arabien den Dschjhad ausrufen. Dadurch würden Mörderbanden wie der IS die Unterstützung entzogen.
Wenn Mekka und Medina von den Wahabiten befreit sind dürfte es mit der muslimischen Welt aufwärts gehen oder was denkt Ihr?

Albert von Bieren

RE: Kämpft Russland gegen den Antichristen?

#3 von Werner Arndt , 29.09.2022 20:14

Zitat
28. September 2022

Westliche Experten zur militärischen Situation in der Ukraine nach den Referenden in 4 Gebieten

Die Referenden in den Volksrepubliken Donezk und Luhansk, sowie in Cherson und Teilen von Saporischschja haben wie erwartet mit klaren Voten für den Antrag zur Aufnahme in die Russische Föderation geendet. Damit ergibt sich eine völlig neue strategische Situation in der Auseinandersetzung zwischen Russland und der NATO in der Ukraine. Westliche Analysten wie etwa das Royal United Services Institute (RUSI), das älteste Institut der Welt und der führende Think Tank für Verteidigung und Sicherheit im Vereinigten Königreich, haben durchaus von den Mainstream Medien abweichende Erkenntnisse.

...

Eine ähnliche Einschätzung liefert Larry Johnson in seinem Blog. Larry C. Johnson ist ein Veteran der CIA und des Büros für Terrorismusbekämpfung des Außenministeriums. Er schreibt:

„Erinnern Sie sich noch an die Zeit vor drei Wochen, als Putin und das russische Militär in den Seilen hingen und die ukrainische Armee durch Charkow marschierte? Das war damals, und der von Urkaine versprochene Sieg blieb aus. Im Nachhinein hat es den Anschein, dass Russland das strategisch bedeutungslose Gebiet in der ukrainischen Oblast Charkow aufgegeben und seine Truppen in den Donbas, nach Saporischschja und Cherson verlegt hat. Und warum? Um für das Referendum in Position zu sein, d. h. um die ukrainischen Oblaste zu verteidigen, die über die Wiedervereinigung mit Mütterchen Russland abstimmen könnten. Putins spätere Ankündigung des Referendums, das am vergangenen Freitag begann, war weder ein Hail-Mary-Pass noch ein Akt der Verzweiflung. Die Planungen dafür liefen schon seit mindestens einem Monat, vielleicht sogar länger.“

In dem Zusammenhang ist von Interesse, dass Putin am 15. und 16. September anlässlich des Treffens der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit Gelegenheit für persönliche 4-Augen-Gespräche hatte mit Xi Jinping, dem Präsidenten von China, Narendra Modi, dem Premierminister von Indien, Recep Tayyip Edogan, dem Präsidenten der Türkei , sowie mit den Staatschefs von Iran, Belarus, Mongolei und einigen der Stans-Länder. Dass dabei über Russlands Pläne mit den Referenden und der Teilmobilisierung gesprochen wurde, liegt auf der Hand.

Johnson weiter über die Entwicklung:

„Die Ukraine warf zwar weiterhin ihre Truppen gegen die russischen Linien und schlug mit Artillerie auf zivile Ziele ein, zahlte aber einen schrecklichen Preis in Form von menschlichen Opfern und zerstörten Panzern und Kampffahrzeugen und schaffte es nicht, die Abstimmung vollständig zu stören. Die Abstimmung wurde in allen vier Oblasten von internationalen Beobachtern verfolgt.“

Johnson erwartet nach der Eingliederung der vier Regionen eine wesentlich aggressivere Reaktion Russlands auf weitere Angriffe der Ukraine gegen die neuen Territorien Russlands. Dadurch könne es zu einer Eskalation der Kämpfe kommen „aber die Ukraine und die NATO werden nur begrenzt in der Lage sein, darauf zu reagieren. Und warum?“ fragt Johnson.

Seine Antwort:

„Der Westen verfügt nicht mehr über die industrielle Basis, um mit Russlands Produktion von Kriegsmaterial Schritt zu halten. Diese Schwäche wird durch den doppelten Schlag der Inflation und des wirtschaftlichen Zusammenbruchs verschärft, der Europa heimsucht und auch die Vereinigten Staaten zu treffen beginnt.“

Zur Untermauerung zitiert er aus einer Analyse, die im Royal United Services Institute (RUSI) erschienen ist, in dem dieser Niedergang detailliert beschrieben wird. ...

Johnson fasst die Situation so zusammen:

„Ich weiß nicht, ob dies von Anfang an der russische Plan war – d.h. Operationen durchzuführen, die zu einer faktischen Entwaffnung der Vereinigten Staaten und Europas führen würden – oder ob dies reiner Zufall ist. Wie dem auch sei, der Westen hat keine praktikablen Möglichkeiten, Russland in der Ukraine zu besiegen, es sei denn, es kommt zu einem Atomkrieg.“

Er hält auch Risse im Gefüge der NATO für möglich. Die kollabierenden Volkswirtschaften in Frankreich, Deutschland und Italien werden die Politik auch dazu bringen sich mehr um die Lage der Bevölkerung im eignen Land zu kümmern, als den Krieg der Ukraine weiter zu unterstützen.

...

https://tkp.at/2022/09/28/westliche-expe...-in-4-gebieten/

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RE: Kämpft Russland gegen den Antichristen?

#4 von Werner Arndt , 04.10.2022 20:43

Zitat von Yavuz Özoguz im Beitrag #1
Gestern (am 4.5.2022) erschien ein Text in Russland mit dem Titel: „Wir befinden uns in einem Krieg mit der Zivilisation des Antichristen“ und später in englischer Übersetzung auf einer Homepage über russische Geopolitik [1]. Der Autor war kein geringerer als Alexander Dugin. Er ist wohl der berühmteste politische Philosoph Russlands und gilt als geistiger Vater Putins. ...

Alexander Dugin mag in manchen seiner Ansichten nicht richtig liegen. Aber sein Text verdeutlicht die Dimension des Kampfes, der hier aus russischer Sicht eingeläutet worden ist.




Der russische Präsident äußert sich inzwischen ähnlich und mit religiösem Bezug: Überzeugung oder bloße Rhetorik? Für Interessierte besteht die Möglichkeit, sich (jenseits "betreuten Denkens") anhand der Übersetzung seiner jüngsten Rede selbst einen Eindruck zu verschaffen.

Zitat
1. Oktober 2022

Putins Rede zur Vereinigung Russlands mit den ehemals ukrainischen Gebieten

...

Putins Rede fügt sich nahtlos ein in die Reden, die Putin in letzter Zeit zu dem Thema gehalten hat...

Es ist auffällig, dass westliche Medien, zum Beispiel der Spiegel, zwar ausführlich über Putins Rede berichtet haben, sie aber nicht zitieren. Stattdessen werden Putins Aussagen in den Artikeln eingeordnet, womit den Lesern vorgegeben wird, was sie über Putins Aussagen zu halten haben. Diese Form des betreuten Denkens zeigt, welche Angst man im Westen vor Putins Botschaften hat, die er auch direkt an die Menschen im Westen richtet, wie die aktuelle Rede wieder zeigt.

Nun kommen wir zur Rede von Präsident Putin, die ich komplett übersetzt habe.

Zitat
...

Russland ist sich seiner Verantwortung vor der internationalen Gemeinschaft bewusst und wird alles tun, um diese Hitzköpfe ["die westlichen Eliten"] zur Vernunft zu bringen.

Es ist klar, dass das derzeitige neokoloniale Modell auf lange Sicht zum Scheitern verurteilt ist. Aber auch hier gilt, dass seine wahren Herrscher bis zum Ende daran festhalten werden. Sie haben der Welt einfach nichts anderes zu bieten als dieses System aus Raub und Schutzgelderpressung.

Im Grunde spucken sie auf das natürliche Recht von Milliarden von Menschen, des größten Teils der Menschheit, auf Freiheit und Gerechtigkeit, darauf, dass die selbst über ihre eigene Zukunft bestimmen können. Jetzt sind sie zu einer radikalen Verleugnung von Moral, Religion und Familie übergegangen.

Lassen Sie uns selbst einige ganz einfache Fragen beantworten. Ich möchte nun auf das zurückkommen, was ich gesagt habe, und mich an alle russischen Bürger wenden, nicht nur an die Kollegen im Saal, sondern an alle russischen Bürger: Wollen wir bei uns, in unserem Land, in Russland, „Elternteil Nummer eins“, „Nummer zwei“, „Nummer drei“ – die sind da doch alle vollkommen bekloppt! – anstelle von Mama und Papa haben? Wollen wir, dass unsere Schulen den Kindern bereits in der Grundschule beibringen, Perversionen zu entwickeln, die zu Degradierung und Ausrottung führen? Wollen wir, dass ihnen beigebracht wird, dass es neben Frauen und Männern angeblich noch andere Geschlechter gibt, und dass ihnen eine Operation zur Geschlechtsumwandlung angeboten wird? Ist es das, was wir für unser Land und unsere Kinder wollen? All das ist für uns inakzeptabel, wir haben eine andere, unsere eigene Zukunft.

Ich wiederhole: Die Diktatur der westlichen Eliten richtet sich gegen alle Gesellschaften, auch gegen die Völker der westlichen Länder. Das ist eine Herausforderung für alle. Diese totale Verleugnung des Menschen, die Untergrabung des Glaubens und der traditionellen Werte, die Unterdrückung der Freiheit nimmt die Züge einer „umgekehrten Religion“ an – eines regelrechten Satanismus. In der Bergpredigt sagt Jesus Christus, als er die falschen Propheten anprangert: „An ihren Früchten also werdet ihr sie erkennen.“ Und diese giftigen Früchte sind für die Menschen bereits offensichtlich, nicht nur in unserem Land, sondern in allen Ländern, auch für viele Menschen im Westen.

...



https://www.anti-spiegel.ru/2022/putins-...schen-gebieten/


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RE: Kämpft Russland gegen den Antichristen?

#5 von Werner Arndt , 01.12.2022 19:58

Beinahe hätte ich diesen Beitrag im thread Ukraine Krieg: Wahrheiten aus den alternativen Medien untergebracht, aber das hätte manche/r vielleicht als unpassend empfunden. Wird die New York Times zur Alternative, wenn sie veröffentlicht, was dem Publikum deutscher Leitmedien vorenthalten bleibt? Hier Auszüge eines Interviews zur militärischen Lage und darüber hinaus: "Aber in Wahrheit bietet die ukrainische Seite keinen schönen Anblick."

Zitat
26. November 2022

Interview: Wieso ruft der Chef des US-Generalstabs Mark Milley jetzt zu Verhandlungen mit Russland auf?

Eine Stimme der Vernunft (Verhandlungen mit Russland anstreben) kommt jetzt ausgerechnet aus dem Pentagon, von Joe Bidens oberstem Militärberater, General Mark Milley. Letzterer machte der Administration den obigen Vorschlag und holte sich wohl eine Abfuhr – dann brach er das Schweigegebot und ging, über die New York Times, an die Öffentlichkeit. Obwohl er damit seine Karriere riskiert, wollte er doch nicht den Dingen ihren Lauf lassen bis hin zu dem Punkt, an dem die NATO nur die Wahl hätte, eine Kröte zu schlucken oder nuklear zu eskalieren. Mehr als die Russen fürchtet er offenbar die Inkompetenz und Hybris der Bidens, Blinkens, Nulands, Selenskis und Baerbocks dieser Welt. Der ehemalige Pentagon-Berater Colonel Doug Macgregor versucht im Interview mit dem US-amerikanischen Journalisten Aaron Maté, unsere Sinne für die militärische Realität zu schärfen.

...

Was ich sagen will: Wir können sie nicht konfrontieren, weil uns in der Tiefe der Nachschub fehlt. Und Milley weiß noch mehr: Er weiß, was kommen wird. Er hat gesehen, wie die Russen ihre Vorgehensweise völlig geändert haben. Als sie in die Ukraine einmarschierten, war es, als hätten sie eine Hand auf dem Rücken festgebunden. Sie nutzten nie mehr als 20 Prozent ihrer Bodentruppen, bei anfänglich 110.000 Soldaten in der Ukraine. Und im August verlegten sie sich ganz auf die Defensive. Und dabei ist es geblieben: die Stellung konsolidieren, die Hörner einziehen, denn die Generäle hatten Putin gesagt, dass der einzige Weg, dies zu beenden, der militärische ist.

Wenn wir das militärisch beenden wollen, bedeutet das: massive Offensiven, mehr Soldaten, mehr Material. Das braucht seine Zeit, und deshalb sagten die Russen: Schön, wir tauschen Landgewinn gegen Zeit, konsolidieren unsere Stellungen, minimieren unsere Verluste und lassen die Ukrainer sich verausgaben.

...

Russland kann man nicht zum Gehorsam zwingen, ebensowenig China. Wenn wir es trotzdem versuchen, verlieren wir in Osteuropa. Milley hat das ausgerechnet, versteht es und macht sich Sorgen, dass Blinken, Sullivan und Biden es nicht verstehen, weil sie von Kool-Aid [1] besoffen sind. Was meine ich mit Kool-Aid? Seit dem 24. Februar haben du und ich und alle Leute der ukrainischen Siegesrede gelauscht: „Die Ukrainer gewinnen, sieh doch, sie gewinnen…“

Nun, sieh dir die Landkarte an. Sie gewinnen mitnichten. Und sie haben schon mehr als 100.000 Tote und noch mehr Verletzte. Und eine große Menge an Ausrüstung ging verloren – zerstört oder gestohlen. Sie pfeifen momentan auf dem letzten Loch. Sie haben nichts mehr aufzubieten – sie warten nur noch, bis der Hammer erscheint, der sie zermalmen wird, und deshalb sagt Milley: „Sie haben ungefähr alles getan, was man erwarten kann, ich finde, sie sollten jetzt verhandeln“ ...

Die Russen haben Territorien immer als etwas betrachtet, das nur gut ist, wenn es der eigenen Seite Vorteile bringt. Sie haben eine lange Geschichte, Gebiete links und rechts aufzugeben, wenn es strategisch sinnvoll war. So haben sie die Mongolen bekämpft, so haben sie die Hunnen bekämpft, und auch die Türken, die Tartaren, jeden Gegner. Und sie bekämpften mit dieser Methode auch Napoleon und die Franzosen, und später im Zweiten Weltkrieg die Deutschen. Gelände an und für sich hat nicht viel Wert, außer wenn es dem Besitzer Vorteile bringt. Wenn du einen Vorteil hast, halt ihn fest, und das haben sie entlang der ganzen Ostfront beherzigt. Sie haben den Frontverlauf so gewählt, dass sich ihr Gelände leicht verteidigen lässt, denn du willst dich mit dem geringsten Aufwand verteidigen und dabei zugleich möglichst viele Angreifer töten.

Darauf verstehen sich die Russen, sie haben das erfolgreich praktiziert. Die jetzige Situation kann nicht lange so bleiben, weil es der Ukraine an Soldaten fehlt. Sie haben nicht einmal mehr Treibstoff für ihre gepanzerten Fahrzeuge. Deshalb mussten sie viele davon, die meisten, zurückziehen. So kommen sie keinen Schritt weiter. Sie können auch ihre Verwundeten nicht mehr vom Schlachtfeld in Sicherheit bringen. So sterben viele Ukrainer unnötig an ihren Verletzungen.

...

Zivile versus militärische Ziele

AM: Nach dem Angriff auf die Kerch-Brücke, die Russland mit der Krim verbindet, antwortete Russland mit den bis heute schlimmsten Angriffen auf die zivile Infrastruktur in der Ukraine, und kürzlich wurden sie fortgesetzt. Ich frage mich, wenn kein Waffenstillstand kommt, sondern eine große russische Offensive mit den neu ausgehobenen Hunderttausenden von Soldaten, was glaubst du, wie das aussehen wird?

DMG: Zuallererst muss ich zurück zu einem Punkt, um dich dort zu korrigieren. Wir reden immer von ziviler Infrastruktur. Aber wenn du im Krieg bist und das Stromnetz versorgt deine [3]) Armee, und du zerstörst das Stromnetz, dann nicht, weil du der Bevölkerung schaden willst. Sondern du versuchst, das Militär vom Zugang zu Energie abzuschneiden. Also sollten wir eines verstehen: die Russen haben nicht absichtlich Zivilisten als Ziel ausgewählt – umgekehrt jedoch gibt es eine Menge Beweise, dass der amerikanische HIMARS-Raketenwerfer von den Ukrainern wissentlich zum Angriff auf Zivilisten in Donezk, Luhansk, der Krim und anderen Orten eingesetzt wurde. [4]

Darüber redet keiner, weil ja die Ukraine immer makellos, demokratisch und perfekt ist, und Russland böse, autoritär und fürchterlich. Aber in Wahrheit bietet die ukrainische Seite keinen schönen Anblick. Bei den Russen hat man sich bisher recht genau an Ziele von militärischem Wert gehalten.

...

https://www.nachdenkseiten.de/?p=90830



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