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Was hat der Uiguren-Konflikt mit dem Zionismus zu tun?

#1 von Yavuz Özoguz , 17.02.2020 15:41

Was hat der Uiguren-Konflikt mit dem Zionismus zu tun?

Eigentlich grenzt es an Verschwörungstheorien, wenn man immer wieder zersetzende Separatismusbestrebungen in der Welt mit radikalen Zionisten in Verbindung setzt, als wenn Israel ein Interesse daran hätte, die ganze Welt zu destabilisieren. Doch wenn im Einzelfall die Belege zu deutlich sind und von zionistisch orientierten Presstituierten bestätigt werden, dann sollte man die Augen davor nicht verschließen.



Bevor auf die neuerlichen Belege eingegangen wird, sollte zunächst die Frage erörtert werden, welches Interesse Israel daran haben könnte, das materialistisch-atheistische China destabilisieren zu wollen. Die Antwort hat weniger mit China selbst, sondern vielmehr mit der Islamischen Republik Iran zu tun. Das USraelische Weltimperium wähnt sich seinem Traum vom „Endsieg“ sehr nahe [1]. Ideologisch ist die gesamte Welt bereits gleichgeschaltet völlig unabhängig vom jeweiligen „System“. Coca-Cola und McDonalds gibt es in China, Saudi-Arabien oder Russland genau so wie in den USA oder Israel. In aller Welt hat der kapitalistische Materialismus die Oberhand gewonnen, völlig unabhängig davon, ob die Verteilung etwas sozialer oder weniger sozial erfolgt. Überall wird Weiblichkeit genauso „vermarktet“ wie Männlichkeit pervertiert. Familien werden zerstört und mit der Ideologie jeder gegen jeden wird die Perversität des Kapitalismus zur neuen Gottheit erklärt [2]. Sowohl die Kirchen als auch die Moscheen haben diesen Kampf größtenteils verloren. Es gibt nur noch eine verbliebende Befreiungsideologie, wie es General Qassim Sulaimani in seinem politisch-religiösen Testament veröffentlicht hat [3], die jenen Siegeszug des Kapitalismus zur Entmenschlichung des Menschen aufhalten kann. Und das ist die Islamische Befreiungstheologie unter Führung der Heiligkeit unserer Zeit Imam Chamenei in der Islamischen Republik Iran. Das ist der Grund für die USraelische Feindschaft gegenüber China, denn China hat sich in mehreren Konfliktherden zumindest nicht gegen den Iran gestellt. Dafür will USrael China bestrafen.

Die uigurische Falle, in die viel zu viele Muslime hineinstürzen [4], hat selbst erfahrene Staatsmänner dazu gebracht im Laufe der Zeit ihre Meinung zu ändern. Jetzt gibt es Belege, die zumindest bedacht werden sollten bei der nächsten zu erwartenden Propagandaflut westlicher Presstituierter bezüglich Uiguren. Die neuen Informationen hängen mit dem in Deutschland agierenden Dolkun Isa zusammen. Dolkun Isa ist kein geringerer als der amtierende Präsident des Weltkongress der Uiguren (WUC), einer Organisation der Exil-Uiguren mit Hauptsitz in München und Büros in Berlin und London.

Der WUC arbeitet eng mit der Unrepresented Nations and Peoples Organization zusammen. Dabei handelt es sich um eine Interessenvertretung für Staaten, Nationen und Völker, welche bei den Vereinten Nationen nicht als Staaten anerkannt sind aber anerkannt werden wollen. Mitgründer ist der Uigure Erkin Alptekin, der von 2004 bis 2006 Vorsitzender des WUC war.

Der aktuelle Vorsitzende Dolkun Isa floh 1994 aus China nach Europa. Seit 2006 besitzt er die deutsche Staatsbürgerschaft. Mit jenem Pass reist er viel in der Welt umher und setzt sich für einen eigenen Staat der Uiguren ein. Seine jüngste Reise Ende Januar führte ihn nach London [5], wo er sich mit zahlreichen Vertretern jüdischer Organisationen traf. Zu seinen Gesprächspartnern gehörten Vertreter der Bnei Akiva, eine radikal-zionistische Jugendorganisation, zu dessen Erziehungsmotte gehört: „Das Volk Israel im Land Israel nach der Tora Israels“. Die Auswanderung nach Israel wird dabei als Gebot des Judentums verbreitet. Kurz nach der Begegnung ruft dass die Times of Israel zu Aktionen gegen China auf [6].

Dolkun Isa traf sich auch mit dem Vizepräsidenten des Board of Deputies of British Jews Edwin Shuker und ließ sich freudig mit ihm fotografieren. Das Board of Deputies of British Jews ist die bedeutendste Organisation britischer Juden seit 1760 und maßgeblich mit dafür verantwortlich, dass die Besatzungsmacht England das besetzte Palästina den Zionisten geschenkt hat.

Auf der Homepage der WUC wird wenige Tage später ein Artikel aus dem österreichischen Standard wiedergegeben, bei dem in einem Gastkommentar Bini Guttmann von der Europäischen Union Jüdischer Studierender und Mischa Ushakov von der Jüdischen Studierendenunion Deutschland aufrufen, das „ohrenbetäubende Schweigen“ bezüglich der Lage der Uiguren zu brechen [6]. Ein Bezug zu den zuvor in London hergestellten Begegnungen wird nicht hergestellt. Und merkwürdigerweise berichtet nicht einmal die eigene Homepage des Weltkongress der Uiguren (WUC) über jene historische Begegnung in London [7]. Dort ist auch nicht nachzulesen, dass Dolkun Isa eine hervorrangede Ausbildung an gleich zwei chinesischen Universitäten erhalten hat und nach den von ihm organisierten Studentenprotesten in der Türkei weiter studiert hat, es dann allerdings vorgezogen hat nicht in der Türkei, sondern in Deutschland Asyl zu beantragen [8].

Fassen wir also zusammen: Der vom Westen als oberster Vertreter der Exil-Uiguren anerkannte Dolkun Isa trifft sich mit Vertretern von Organisationen, die sich intensiv dafür einsetzen, dass die Palästinenser nie wieder in ihrer eigenen Heimat auf eigenem Boden gleichberechtigte Staatsbürger sein können und veranlasst die Europäer zur Propaganda gegen China, damit die Uiguren „befreit“ werden. Und viel zu viele Muslime in dieser Welt wollen das gar nicht wissen, denn es würde das ihnen eingetrichterte Propagandabild zerstören. Daher berichtet der oberste Exil-Uigure auch nicht darüber.

Es gibt eine sehr bedeutsame Überlieferung im Islam, die übertragen auf die heutige Welt und für Nichtmuslime folgendermaßen verstanden werden könnte: „Wer die Heiligkeit seiner Zeit nicht erkennt, der wird ignorant bleiben.“ Gott bewahre uns davor.

[1] Warum so viel Hass des Westens gegen den Iran?
[2] Die Perversität des Kapitalismus
[3] Ein im Westen verbotenes Testament
[4] Die uigurische Falle, in die viel zu viele Muslime hineinstürzen
[5] https://jewishnews.timesofisrael.com/jew...ent-of-uyghurs/
[6] https://www.derstandard.de/story/2000113...laenger-zusehen
[7] https://www.uyghurcongress.org
[8] https://en.wikipedia.org/wiki/Dolkun_Isa


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zuletzt bearbeitet 17.02.2020 | Top

RE: Was hat der Uiguren-Konflikt mit dem Zionismus zu tun?

#2 von Dr.Josef Haas , 17.02.2020 16:32

Herzlichen Dank für Ihre fakten-reiche Hintergrundanalyse.
In diesem Zusammenhang erinnere ich nur an die enge
militärische Zusammenarbeit zwischen Myanmar, also dem
früheren Burma, und Israel, mit der die Unterdrückung der
muslimischen Rohingyas einher geht.
Allerdings mache ich auch darauf aufmerksam, dass die Volksrepublik
China einer der wichtigsten israelischen Kooperationspartner im
Bereich der Rüstungsproduktion ist und sowohl Israel wie auch China in
großem Umfang voneinander Waffen beziehen.
Man sollte also Peking, was seine derzeitige Außen- und Sicherheitspolitik
angeht, keinesfalls glorifizieren!

Dr.Josef Haas  
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