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Der kastrierte Islam

#1 von Dr.Josef Haas , 06.03.2015 18:01

Der kastrierte Islam

Vor gut einem Monat verabschiedete der österreichische Nationalrat, die dortige
Parallele zum hiesigen Bundestag, das sog. "Islam-Gesetz". Es hat in unserem
Nachbarland, natürlich vor allem bei den direkt davon Betroffenen, nicht geringes
Aufsehen erregt.
Letzlich verankert es dabei den Primat, also Vorrang, des nationalstaatlichen Rechts
vor den Verpflichtungen, die sich für die Gläubigen aus Koran und Überlieferung
ergeben.
Bewußt- worauf auch verschiedentlich hingewiesen wurde- knüpft es damit an
gleich gelagerte Festlegungen eines ähnlichen Gesetzes aus der Zeit des
österreichisch-ungarischen Kaiserreiches an, welches 1912 den damals für die
Österreicher vor allem in Bosnien/Herzegowina antreffbaren Islam gängeln wollte.
In der aktuellen Formulierung ihrer neuen politischen Herren wird darüber hinaus
die Tätigkeit ausländischer Imame in der Alpenrepublik verboten und von den
muslimischen Gemeinden eine genaue Interpretation der dort zu Gehör gebrachten
Glaubensinhalte verlangt.
Begründet wird all dies mit einem angeblichen "Gewaltpotential" des Islam- eine in
jeder Hinsicht ebenso unbewiesene wie böswillige Behauptung.
Allerdings scheint sich diese verleumderische Darstellung mittlerweile in der ganzen
westlichen Hemisphäre eingenistet zu haben, weshalb Österreich damit gar nicht
so sehr aus der Reihe tanzt.
Selbstverständlich- und dies sollte einem jeden so klar wie die Gewißheit sein, dass
der Mensch die Luft zum Leben benötigt- käme in diesem Zusammenhang aber
niemand darauf, etwa das Judentum wegen der vielen anrüchigen Texte im Talmud,
also der Kommentierung des altjüdischen Gesetzes, mit derselben Unterstellung
zu konfrontieren.
Wer aber es dennoch wagen sollte, auf dortige Gewaltphantasien, wie etwa in
Kerithuth 6b Seite 78, 64523 Jebhammoth 61a (Jabmuth Jewamot) "Nur die Juden
sind Menschen, die Nichtjuden sind keine Menschen, sondern Tiere" aufmerksam zu
machen, könnte sich deswegen seiner zumindest gesamtgesellschaftlichen
Verurteilung von vorneherein sicher und gewiss sein.
Und doch findet man derartige Formulierungen, in denen Andersgläubige von da-
maliger jüdischer Seite nur Diskriminierung erfuhren, in mancherlei Form, von der
hier nur- stellvertretend für anderes- nur noch dies zitiert werden soll:
"Die Nichtjuden sind geschaffen, damit sie den Juden als Sklaven dienen."
(Midrasch Talpioth 225)
Wenn es also- zu Recht- niemandem mehr einfällt, die ganze jüdische Religions-
gemeinschaft deshalb mit dem Bann des kollektiven Gewaltverdachtes zu belegen, so
sollte man dies, schon allein aus Gründen der Gleichbehandlung, gegenüber den
Muslimen genauso verlangen dürfen.
Aber allein darum geht es ja auch nicht, denn eine andere Gefahr ist genauso stark
ins Blickfeld zu rücken. Man kann sie mit wenigen Worten umreissen:
Der Islam soll nämlich genauso zu einer "politisch korrekten" Religion verkommen wie
dies leider bei den beiden großen christlichen Konfessionen schon seit längerem
geschehen ist.
Diese haben sich ja von Jesu Wort und Werk auf erschütternde Weise entfernt und
gefallen sich stattdessen nur noch im billigen Götzendienst, insbesondere der
Legitimierung von Konsumgesellschaften und imperialistischer Kriegspolitik.
Es ist infolgedessen sicher keine allzu schrille Annahme, dass sie, wenn Jesus heute
noch einmal auf dieser Erde erschiene, alles daransetzen würden, um ihn zu
diskriminieren und aus ihren Reihen auszustoßen.
Martin Luther gar, sähe sich, schon allein wegen seines 1543 erschienenen Spätwerkes
"Von den Juden und ihren Lügen" mit Sicherheit wegen "Volksverhetzung" vor die
Schranken eines x-beliebigen Gerichtes gezerrt, wobei die Strafanzeige von denen
käme, die sich noch jetzt auf ihn als Gründer ihrer Konfession beziehen.
Auf diese Rolle als Erfüllungsgehilfe von Konzernen und USA-Diktatur soll nun also
auch der Islam reduziert werden, und sehr viele, welche heute in seinen hiesigen
Gemeinden das Sagen haben, hätten dagegen sicherlich nicht allzuviel einzuwenden!
Folglich stehen die noch nicht zu Bütteln der Dekadenz herabgesunkenen
Rechtgläubigen aller Religionen bzw. Konfessionen vor ihrer bislang höchsten
Bewährungsprobe.
An ihnen liegt es nämlich, diese im schön anzusehenden Kleid einer vermeintlichen
"Freiheit" daher kommenden perversen Versuche, den Kern der Religion fundamental
zu verändern, abzuwehren.
Aber auch hier gilt das alte deutsche Sprichwort: "Gefahr erkannt heisst sie schon
halb gebannt zu haben!"

Dr.Josef Haas  
Dr.Josef Haas
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RE: Der kastrierte Islam

#2 von Fatima Özoguz , 12.03.2015 07:39

Sehr geehrter Herr Haas

genau das sind auch meine Bedenken bei diesem ominösen "Islamgesetz". Übrigens hat sich sehr wohl Protest geregt bei den österreichischen Muslimen. vor allem bei den jungen.

http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/...lam-Gesetz.html

Ein weichgespülter, stromlinienförmig auf Linie gebrachter "Islam". Der bedeutet natürlich keine Gefahr mehr für das kapitalistische Ausbeutungs- und Zinssystem, und deswegen wurde auch das Gesetz erlassen. Den uninformierten Massen erzählt man, dass man damit "Parallelgesellschaften" verhindern möchte.

Ausgerechnet ein linkes Medium wie das Neue Deutschland hat erkannt, um was es sich da handelt, nämlich im Grunde um ein "Anti-Islamgesetz", wo der Islam mehr als andere Religionen unter der Fuchtel des Staates stehen soll.

http://www.neues-deutschland.de/artikel/...slamgesetz.html


Fatima Özoguz  
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