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Ruft der Heilige Qur’an zum Töten von Ungläubigen auf? – Ein Weckruf eines Muslims

#1 von Yavuz Özoguz , 14.03.2015 16:40

Ruft der Heilige Qur’an zum Töten von Ungläubigen auf? – Ein Weckruf eines Muslims

Es gehört inzwischen zum guten Stammtischton, dass Menschen, die ihre Gehirnzellen mit Alkohol benebelt haben, sich als Islamexperte aufplustern und dem Heiligen Qur’an vorwerfen, zum Ermorden oder Schmähen von Ungläubigen aufzurufen. Wenn das so ist, dann muss das ja auch nachprüfbar sein.

Schauen wir uns also einige Stellen an. In einigen Versen heißt es:

1) „(Moses sprach im Auftrag Gottes): So erwürget nun alles, was männlich ist unter den Kindern, und alle Weiber, die Männer erkannt und beigelegen haben; aber alle Kinder, die weiblich sind und nicht Männer erkannt haben, die lasst für euch leben.“

2) „Wer den Namen des Herrn schmäht, wird mit dem Tod bestraft. Die ganze Gemeinde soll ihn steinigen.“

3) „Wenn in deiner Mitte jemand anderen Göttern dient, sollst du ihn zum Stadttor führen und steinigen.“

4) „Dem Gläubigen ist es erlaubt zum Ungläubigen zu gehen, diesen zu täuschen und mit ihm Handel zu treiben, ihn zu hintergehen und sein Geld zu nehmen.“

5) „Den besten der Ungläubigen sollst du töten.“

6) „Der Beischlaf der Ungläubigen ist wie Beischlaf der Viecher.“

Wie würde ein unbedarfter Leser jene Stellen interpretieren bzw. verstehen? Macht er sich die Mühe, den Zusammenhang zu verstehen, aus dem jene Zitate herausgerissen wurden? Macht er sich die Mühe, die Theologen zu fragen, wie sie jene Verse verstehen und interpretieren? Oder verurteilt er sofort und behauptet, dass jene Verse brutale unmenschliche Verse seien? Und geht er davon aus, dass jeder, der an die Bücher glaubt, in denen so etwas steht, ein potentieller Unmensch ist? Vergleicht er das Buch, in dem so etwas steht, mit Hitlers „Mein Kampf“? Und fordert er jeden auf, dass er sich von jenen Versen öffentlich distanzieren muss und sich dafür einsetzt, dass jene Verse aus dem Buch gestrichen werden?

Ich muss zugeben, dass es mir als Muslim schwer fällt jene obigen Verse zu verstehen! Dennoch maße ich mir nicht an, darüber zu urteilen, denn sie entstammen nicht dem Heiligen Qur’an, sondern der Bibel und dem Talmud. Über obige Verse müssen Christen und Juden urteilen. Ich als Muslim halte mich da raus! Hier die Quellen zum Nachlesen:

1) 4. Buch Mose 31,14-17; 2) 3. Buch Mose 24,16; 3) 5. Buch Mose 17, 2f; 4) Baba kamma 113a; 5) Kiduschin 40b, 6) Aboda zara 22b

Wie aber ist es mit entsprechenden Versen im Heiligen Qur’an? Tatsache ist, dass es allein schon von der Anzahl her nur einen Bruchteil derartig klingender Verse im Heiligen Qur’an gibt (im Vergleich zu den heiligen Büchern der Christen und Juden), und nie haben Muslime jene Verse so gedeutet, wie sie heutzutage von Abendlandverteidigern missdeutet werden. Stets war der Zusammenhang der Offenbarung solcher Verse klar, und bei genauer Analyse ergab sich stets das genaue Gegenteil dessen, was dem Vers heutzutage im Westen vorgeworfen wird. Die sogenannten Gewaltverse am Anfang der neunten Sure sind in Wirklichkeit Schutzverse für jeden Asylsuchenden, selbst wenn er zuvor feindselig war. Und Ähnliches könnte bei entsprechender Ausführlichkeit auch detailliert erläutert werden. Doch es bleibt die Frage bestehen: Dürfen 75 Millionen nichtmuslimische selbsternannte Islamexperten sich anmaßen dem Muslim erklären zu wollen, wie er den Heiligen Qur’an zu verstehen hat?

Im Heiligen Qur’an heißt es für jeden Nachlesbar:

„Gewiss, diejenigen, die glauben, und diejenigen, die dem Judentum angehören, und die Christen und die Sabier – wer immer an Allah und den Jüngsten Tag glaubt und rechtschaffen handelt, – die haben ihren Lohn bei ihrem Herrn, und keine Furcht soll sie überkommen, noch werden sie traurig sein.“ (2:62)

Der Heilige Qur’an bietet in einem versöhnlichen Vers auch Juden, Christen und anderen die Gnade der Erlösung an. Ein Großayatollah im Iran wurde einst gefragt, wie es denn mit Atheisten sei, die sich für Wahrheit und Gerechtigkeit einsetzen. Seine sinngemäße Antwort lautete, dass Menschen, die glauben nicht zu glauben, sich aber für Wahrheit und Gerechtigkeit einsetzen, sich für Attribute Gottes einsetzen und ihren Lohn erhalten werden. Gibt es solch ein Angebot auch bei anderen Religionen? Bietet das Judentum auch Nichtjuden ewige Erlösung an? Bietet das Christentum auch Nichtchristen die Erlösung an? Der Islam jedenfalls tut es, und das allein sollte hinreichend sein, die durch eine hasserfüllte Propaganda vernebelten Gedanken neu zu ordnen, um sich die Frage zu stellen, warum man selbst in jene Hassecke gedrängt wurde. Imam Chamene’i schreibt dazu in seinem Brief an die Jugend in Nordamerika und Europa:

„Ihr wisst ja, dass Hervorrufung von Hass und fiktiver Angst gegenüber „Anderem" die Grundlage für alle ungerechten Bestrebungen nach Profit und Vorteilen ist. Nun möchte ich, dass Ihr Euch selber fragt, warum diesmal die alte Politik der Angstmacherei und Verbreitung von Hass in einem derartig beispiellosen Ausmaß den Islam und die Muslime ins Visier genommen hat? Warum ist das internationale Machtsystem von heute bestrebt, das islamische Denken an den Rand und in die Passivität zu drängen? Welche Sinngebungen und Werte gibt es denn beim Islam, die dem Konzept der Großmächte passt, und wem nutzt es, wenn der Islam falsch dargestellt wird? Meine erste Bitte lautet daher, dass Ihr nach den Motiven dieser groß angelegten Schwarzmalerei über den Islam forscht.“

Es soll auch Menschen in diesem Land geben, die sich mit einem jungen Herzen angesprochen fühlen, auch wenn der Rest des Körpers in die Jahre gekommen ist. In diesem Sinn sollte man die „Verse“ studieren, die dazu führen, dass Reiche immer reicher und Arme immer Ärmer werden. Man sollte die „Verse“ studieren, die die ganze Welt in einen weiteren verheerenden Krieg führen wollen, um ihren unersättlichen Machtgelüsten nachzugehen. Denn dann wird man feststellen, dass die Fronten der Menschlichkeit nicht gegen die Religionen gerichtet sind, sondern gegen die Unterdrücker dieser Welt. Sie sind sehr wenige und können nur so lange unterdrücken, so lange die Unterdrückten sich nicht zusammenschließen. Und sie gehören auch nicht einer bestimmten Religion oder Ideologie an, sondern ihre Ideologie ist Unterdrückung! Daher sollten sich die Bürger in Deutschland nicht auseinander dividieren lassen von Islamhassern, Judenhassern, Christenhassern, Kommunistenhassern usw. sondern erkennen, dass der Reichtum dieser Erde groß genug ist, allen Menschen ein Paradies auf Erden zu gestalten, wenn wir die Unterdrücker daran hindern die Menschheit weiter zu unterdrücken. Das aber können wir nur Hand in Hand.

Yavuz Özoguz  
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