Aufschlussreich ist die Stellungnahme des syrisch-katholischen Patriarchen von Antiochien. Er hat Recht, wenn er sagt, dass Umsturzwillen nicht unbedingt mit Demokratiefähigkeit einhergeht. Und er zieht nicht von ungefähr eine Parallele zum Nachbarland Irak, wo sich - nicht nur - die Situation der Christen zusehends verschlechtert. Angesichts der Stimmen, die aus den Golfscheichtümern, Saudi-Arabien und westlichen Staaten kommen und einem Militäreinsatz von außerhalb das Wort reden, wird es nicht nur dem Patriarchen und seinen Mitchristen grausen.
Sagen wir, man s etzt alles daran, um daraus einen zweiten Irak zu machen, oder einen zweiten Balkan. In Libyen fängt es auch schon an. Dort sind sich bereits solche Entwicklungen im Gange:
Osten von Libyen hat seine Teilunabhängigkeit vom Rest von Libyen erklärt. Die Rebellenhochburg Benghazi will mit der Hauptstadt Tripolis nichts mehr zu tun haben. Der neue Name für den östlichen Teil des Landes soll BARQA sein. Keine sechs Monate nach der Ermordung von Gaddafi bricht das Land auseinander. Die NATO hat wieder eine Balkanisierung und damit Schwächung eines Landes geschafft.