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Frohes Neues Jahr und neue Hoffnung

#1 von Fatima Özoguz , 31.12.2011 20:32

Assalamu alaikum und Friede mit allen

das alte Jahr währt nur noch wenige Stunden, jedenfalls nach hiesiger Zeitrechnung. Das islamische neue Jahr hat am 1. Moharram begonnen, Beginn der Trauerfeierlichkeiten für Imam Hussain (a.s.).
In letzter Zeit häufen sich die Weltuntergangspropheten. Amerikanische Zukunftsforscher wollen uns Muslimen Angst machen und fordern uns auf "Fluchtwege zu erabeiten", um aus Europa fliehen zu können.
Die Islamhasser zeichnen Horrorszenarien von einer Übernahme Europas durch radikale Muslime, wobei Muslime mit Salafisten gleichgesetzt werden und so getan wird, als seien das "richtige" Muslime.
Es wird ein Film nach dem anderen gedreht, in denen dramatische Klimawandel, elektrische Stürme oder neue Eiszeiten die Menschheit bedrohen. Dann geistern im Internet Artikel und esoterische Verschwörungstheorien herum , nicht zu vergessen den ominösen "Maya-Kalender", nach dem 2012 die Welt angeblich untergehen sollte und vieles mehr von diesem Unsinn. Die eigentlichen Bedrohungen aber gehen vom Kapitalismus aus, der dafür sorgt, dass schon jetzt die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer werden. In Ostafrika gibt es eine gigantische Hungerkatastrophe, die sich aber für Unterhaltungssendungen wenig eignet, also wird den Menschen mit fiktiven Horrorszenarien Angst eingejagt.

Was soll das alles, und vor allem, wem nützt es? Sie wollen uns die Hoffnung nehmen, sie wollen uns vor Angst lähmen. Es wird uns weiterhin Angst gemacht, dass unser Wohlstand verloren geht, aber die Angst können ohnehin nur die haben, die noch etwas zu verlieren haben. Aus diesen diffusen Ängsten speisen sich auch Fremdenhass, Antisemitismus und Islamophobie. Die Botschaft von Politik, Medien und Unterhaltungsindustrie lautet: "Fürchtet euch! Habt Angst!" Denn verängstigte Bürger sind leicht lenk- und instrumentalisierbar. Aber diese Strategie kann nur bei denen fruchten, die kein festes Glaubensfundament haben. Denn die Hoffnung ist das Lebenselixier aller Gläubigen. Der Ausspruch, der Luther in den Mund gelegt wurde "Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht, würde ich heute noch einen Baum pflanzen", stammt eigentlich von Ali ibn Abi Talib (as.), dem Schwiegersohn des Propheten und 1. Imam der Schiiten.

Jesus der auch bei Muslimen einen hohe Stellung hat, lehrte: "Fürchtet euch nicht". Im Islam gilt Hoffnungslosigkeit als die größte Sünde. In diesem Sinne, schauen wir zuversichtlich in die Zukunft.
Die Mayas haben schließlich die Rechnung ohne Jesus und Imam Mahdi gemacht, mögen beide bald erscheinen. Es erhebt sich ohnehin die Frage, warum ein Volk, das sich immer noch mehrheitlich in der christlichen Kultur verwurzelt sieht, seine Zukunft ausgerechnet in den Voraussagen eines ausgestorbenen heidnischen Volkes zu erkunden sucht. Ganz abgesehen davon, dass der letzte Weltuntergang ja schon 2011 stattfinden sollte, und das ist nachweislich nicht geschehen. Überhaupt scheint das Erinnerungsvermögen der Panikmacher wie deren Befolger recht kurz zu sein.
Und laut einiger obskurer Weltuntergangspropheten sollte am 5. 11. 2011 eine "Kleine Eiszeit" beginnen. Wir haben den wärmsten Winter aller Zeiten...

Allen Lesern gleich welchen Glaubens wünsche ich ein friedvolles, glückliches Neues Jahr!


Fatima Özoguz  
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RE: Frohes Neues Jahr und neue Hoffnung

#2 von Cengiz Tuna , 01.01.2012 20:31

Zitat
Ganz abgesehen davon, dass der letzte Weltuntergang ja schon 2011 stattfinden sollte, und das ist nachweislich nicht geschehen. Überhaupt scheint das Erinnerungsvermögen der Panikmacher wie deren Befolger recht kurz zu sein.


Im Jahre 2000, im sogenannten Millenium, haben sich doch hunderte Sektenanhänger tatsächlich selbst umgebracht.

Es gibt sogar eine Seite, die die ganzen verpassten Weltuntergänge, und einige Zukünftige, aufgelistet hat:

http://www.unmoralische.de/weltuntergang.htm

Hätte nicht gedacht, dass es so viele gab.

Cengiz Tuna  
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RE: Frohes Neues Jahr und neue Hoffnung

#3 von Fatima Özoguz , 01.01.2012 21:57

Zitat
Hätte nicht gedacht, dass es so viele gab.



wo es wenig Glauben gibt, gibt es eben umso mehr Aberglauben. Es gibt in Delmenhorst allen Ernstes ein Institut zum Wahrsagen!


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