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Saudische Verbrechen im Windschatten des Gaza-Massakers

#1 von Yavuz Özoguz , 12.08.2014 14:12

Saudische Verbrechen im Windschatten des Gaza-Massakers

Derzeit gibt es in Bahrain Massendemonstrationen für den Geistlichen Ayatollah Nimr Baqir al-Nimr, der in Saudi-Arabien zum Tode verurteilt wurde. Einen aktuellen englischen Bericht dazu siehe:

http://www.presstv.ir/detail/2014/08/12/...rt-saudi-shias/

Gleichzeitig sind in Saudi-Arabien allein 30.000 Schiiten in Gefangenenlagern. Im Windschatten des Gaza-Massakers besteht die Gefahr, dass das saudische Regime das Todesurteil gegen den Geistlichen vollstreckt, weshalb die Prosteste, insbesondere in Bahrain, wieder aufgeflammt sind. Sowohl die Unterdrückung der Proteste, die gegen das diktatorische Regime in Bahrain gereichtet sind, als auch die Verbrechen der Saudis, werden von der Westlichen Welt massiv unterstützt. Das erklärt auch, dass man hier weder über das skandalöse Todesurteil noch über die Massendemonstrationen in Bahrain irgendetwas hört.

Ayatollah Nimr Baqir al-Nimr ist ein Gelehrter der Schiiten in Saudi-Arabien. Er ist 1958 in al-Awamiya geboren und lebte in der Stadt im Osten des Landes. Er absolvierte seine religiöse Ausbildung im Iran und Syrien. Al-Nimr leitete seit 2009 das Freitagsgebet in der Stadt al-Awamiya, bis zu seiner Festnahme. Er gehört zu den beliebtesten und führenden Oppositionellen in Saudi-Arabien und ist für seinen gewaltfreien Widerstand gegenüber der saudischen Monarchie bekannt. Al-Nimr fordert „die Beseitigung der Monarchie und die Abdankung der al-Saud Familie", eine Forderung, die vor allem die Westlichen Interessen berührt hat, so dass keine einzige westliche Menschenrechtsorganisation sich ernsthaft um das Schicksal der politischen Gefangenen in Saudi-Arabien kümmert.

Al-Nimr wurde 2006 nach einer Demonstration in der Stadt Mabahith verhaftet und gefoltert. Erst nach großen Protesten der Bewohner von al-Awamiyah wurde er wieder freigelassen. Im Februar 2009 kritisierte Al-Nimr in einer Freitagsgebetspredigt die Behörden wegen einer Diskriminierung gegenüber schiitischen Frauen in Medina. Er machte den Innenminister von Medina für diese Diskriminierungen verantwortlich und sagte: „Unsere Würde ist wertvoller als die Einheit dieses Landes“. Daraufhin wurden er und vier weitere Personen verhaftet, später wieder freigelassen, um die Proteste zu besänftigen. Im Oktober 2011 führte Al-Nimr eine weitere Welle von Protesten in Saudi-Arabien an. Die saudischen Behörden schossen mit scharfer Munition auf die Demonstranten. Als einige Demonstranten die Gewalt der Behörden mit Gewalt rächen wollten, sprach er in einer Freitagsgebetspredigt: „Die Waffe des Wortes ist stärker als die Macht des Bleis."

Diese Protestwelle hält bis heute an. Am 8. Juli 2012 wurde al-Nimr von den saudischen Behörden ins Bein geschossen, festgenommen und gefoltert. Nach Meldungen in den saudischen Medien wirft ihm die Polizei Aufwiegelung der Bevölkerung vor. Tausende Menschen protestierten und forderten al-Nimrs Freilassung. Inzwischen ist Ay. An-Nimr durch das Regime zum Tode verurteilt worden, weshalb die Proteste derzeit wieder aufflammen. Die selbsternannten Menschenrechtsvertreter überall in der Westlichen Welt haben aber kein Interesse an den Rechten eines Menschen, der sich gegen die Westliche Hegemonialmacht und ihre Marionetten-Despoten auflehnt, selbst wenn das mit friedlichen Mitteln erfolgt. Deshalb wird jegliche Meldung über ihn in der Westlichen Welt unterdrückt. Umso wichtiger ist es, dass die Anhänger der Befreiungstheologie das Thema in allen Foren diskutieren und verbreiten.

Zweifelsohne ist der Kampf um Palästina der Kernkonflikt aller militärischen Konflikte dieser Erde, und sobald der rassistische Zionismus abgedankt hat, wird es auch kein saudisches Regime mehr geben, und daher ist auch unsere Aufmerksamkeit auf diesen Kernkonflikt fokussiert. Aber bei dieser aktuellen Bedrohung des Menschenlebens eines so hohen Würdenträgers und Vertreters der wahren islamischen Befreiungstheologie ist es unsere Aufgabe, auch an dieses Thema zu erinnern. Während die Westliche Hegemonialmacht mit allen Mitteln ihren ISIS-Ableger zum „Islamischen Staat“ propagieren will, müssen wir auf den wahren Islamischen Staat hinweisen und die wahre islamischen Befreiungstheologie, deren Erfolg zwar verzögert aber sicher nicht mehr aufgehalten werden kann – inschaallah.

Gott schütze Ayatollah Nimr Baqir al-Nimr und alle, die wegen ihrem selbstlosen Einsatz für Wahrheit unter den Füßen der Unterdrücker dieser Welt leiden.


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RE: Saudische Verbrechen im Windschatten des Gaza-Massakers

#2 von Fatima Özoguz , 12.08.2014 18:23

Leider wissen immer noch viele Muslime nicht, wer Sheikh Nimr eigentlich ist,dafür erfährt der Tod eines amerikanischen Schauspielers weitaus mehr Aufmerksamkeit in den sozialen Netzwerken und Foren. Das zeigt nur, dass auch wir von den Medien manipuliert werden. Denn hier steht kein Wort in der westlichen Presse, während die selbsternannten Menschenrechtsvertreter wieder aufheulen, wenn im Iran ein "Pastor" Frauen vergewaltigt hat und dafür bestraft wird.


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