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Hat Deutschland keine Helden mehr? Warum eigentlich nicht?

#1 von Yavuz Özoguz , 10.01.2014 12:56

Hat Deutschland keine Helden mehr? Warum eigentlich nicht?

In jedem Land dieser Erde gibt es Helden, Menschen, die durch ihr Lebenswerk, ihren Einsatz für die Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe und ihren vorbildhaften Lebenswandel von anderen verehrt werden. Nur Deutschland scheint seine Helden verloren zu haben. Warum?

Wer heute an Südafrika denkt, der denkt unweigerlich an Nelson Mandela. Völlig unabhängig davon, wie er als Person in seinem Privatleben einzustufen ist, gilt er als Heldenfigur, der durch seinen Einsatz den Rassismus der Herrenmenschen im Land überwunden hat. Im Libanon verehren Christen wie Muslime gemeinsam Sayyid Nasrullah als Held, der stets die Wahrheit spricht, ein wahrhaftiges Vorbild ist und das Land gegen den zionistischen Aggressor verteidigt hat. Im Iran gilt Imam Chomeini als Held, der die Schah-Diktatur und den US-Imperialismus besiegt und verjagt hat. Heute gilt nicht nur im Iran Imam Chamene'i als Heiligkeit unserer Zeit.

Es sind aber nicht nur die "großen" Helden, die diese Länder prägen. Auch die "kleinen" Märtyrer ohne berühmte Namen werden verehrt und gefeiert. Das gilt im Übrigen nicht nur für muslimische Länder. Auch in Nicaragua gilt nach wie vor Ernesto Cardenal als besonders angesehen Persönlichkeit, der durch seine geistige Haltung und als Vorreiter der Befreiungstheologie großartiges für sein Land geleistet hat. Es ist sicherlich kein Zufall, dass einstmals genau jener Ernesto Cardenal Imam Khomeini im Iran als Heiligkeit unserer Zeit bezeichnet hat.

Denkt man an Deutschland, dann fallen einem nicht sofort irgendwelche Helden ein. Warum eigentlich nicht? Wer definiert in diesem Land die Helden. Wenn es nach der Springer-Presse geht, die sich offensichtlich jegliche Definition in diesem Land vorbehält, dann ist z.B. ein Multi-Millionär Held des Landes, der seine Millionen damit verdient hat, dass er mit einem besonders schnellen Wagen immer wieder im Kreis gefahren ist und dabei schneller war als die anderen Millionäre, die ebenfalls im Kreis fahren. Als jener "Held" über die Neujahrstage einen Ski-Unfall hatte, kam die Meldung über dessen Gesundheitszustand sogar noch vor der Meldung über die Neujahrsansprache der Bundeskanzlerin in den Medien (auch in den öffentlich-rechtlichen Fernseh-Nachrichten!). Ich bin wahrlich kein Anhänger dieser Bundeskanzlerin, aber über den Gesundheitszustand eines Multimillionärs, der Ferraris umhergurkt noch vor unserer Kanzlerins Neujahresansprache erfahren zu müssen, empfinde ich als Beleidigung an Deutschland!

Dieser Tage dürfen wir uns alle - mehr oder weniger gezwungen - über einen anderen "Helden" informieren. Er zeichnet sich ebenfalls dadurch aus, dass er Millionen verdient hat, indem er hinter einem Ball hergelaufen ist und diesen besonders eindrucksvoll treten konnte. In der Anfangszeit seiner Balltretlaufbahn hat er - sage und schreibe - bis zu acht Jahren mit einer Frau zusammen gelebt. Dann ist ihm "eingefallen", dass er doch lieber mit Männern zusammen leben will. Das hat er während seiner Tätigkeit als Millionenverdiener verschwiegen, und jetzt, da er die Bälle in Ruhe lässt, informiert er die Republik über seine Vorlieben. Als Ergebnis verkauft uns die Hofberichterstattung großen "Respekt" für diese Person. Alternativ bietet uns die Hofberichterstattung noch einen Manager, ebenfalls aus der Ball-Tret-Branche, ebenfalls Multi-Millionär, nebenbei der Steuerhinterziehung überführt, denen seine Anhänger solch eine große Treue erweisen, dass er öffentlich vor laufenden Fernsehkameras zu Tränen gerührt ist. Der Mann hat scheinbar allein so viel Steuer hinterzogen, wie der Normalbürger in seinem ganzen Leben vor Steuern nicht verdienen würde.

Wer sich mit solchen Vorbildern nicht begnügen will, dem bietet die Show-Branche hinreichend Alternativen: Alles "Stars", die in ihren jungen Jahren vor allem dadurch aufgefallen sind, dass sie sich öffentlich entblößen mussten. Heute sind sie natürlich Charakter-Darsteller. Wer aber lieber Politiker als Vorbild wünscht, der kann sich an Menschen orientieren, die soundso viel Mal geschieden sind, oder noch gar nicht geschieden sind aber dennoch mit anderen Partnern zusammen leben (selbst in höchsten Spitzenämtern). Es ist immer wieder erstaunlich, dass man Menschen zutraut, ein ganzes Land führen zu können, die noch nicht einmal ihre eigene Familie führen können.

Doch dem Deutschen werden ja nicht nur Deutsche als Vorbilder verkauft: Wie wäre es denn mit einem Multi-Milliardär aus Russland, der nach seiner Haftentlassung zu anderen Multi-Milliardären nach Israels reist (darunter in Abwesenheit zu lebenslanger Haftstrafe verurteilte Straftäter, die Israel nie ausliefert!). Oder wie wäre es mit schamlosen Frauen, die öffentlich in einer Kirche das tun, was andere als intimes Gnadengeschenk Gottes an Ehepaare empfinden und was sicherlich nicht in die Öffentlichkeit gehört (und schon gar nicht vor Kinder).

Wo sind eigentlich die geistigen Größen? Hat Deutschland nicht z.B. einen Autor, der sogar Nobelpreisträger ist? Aber der hat über die Gefahren, die von Israel ausgehen, geschrieben und wurde daher zum Antisemiten abgestempelt! Held in Deutschland ist demnach nur, wen die Hofberichterstattung duldet! Jener Autor wird nicht mehr geduldet.

Doch gibt es wirklich keine Helden in Deutschland? Wie wäre es z.B. mit Horst Reinhardt? Jetzt sagen sie nicht, dass sie ihn nicht kennen. Er ist der berühmte Bombenentschärfer, der bereits 150 Bomben aus dem zweiten Weltkrieg entschärft hat, jedes Mal sein Leben riskiert, dadurch Tausenden und Abertausenden Menschen in Deutschland ein angenehmeres Leben ermöglicht und dabei in seinem ganzen Leben nicht so viel verdient, wie die "Helden", die uns vorgesetzt werden. Oder kennen sie die Minenräumerin Vera Bohle, die das wegräumt, was die vorgetäuschten Helden westlicher Unterdrückungspolitik in Afghanistan hinterlassen haben? Oder kennen sie Brigitte Kramer? Sie ist Pflegedienstleiterin im Kinder- und Jugendhospiz Bethel. Wissen Sie, welch eine Heldenleistung es für den Einzelnen und die gesamte Gesellschaft ist, tagtäglich Kinder und Jugendliche in den Tod zu begleiten, die an zumeist heutzutage noch unheilbaren tödlichen Erkrankungen leiden? Sie wird mit diesem Beruf in ihrem ganzen Leben nicht so viel verdienen, wie jene "Heldin" die einstmals auf Schlittschuhen Pirouetten drehte und allein dafür fürstlich entlohnt wurde, dass sie sich für ein Ausziehmagazin entblößt hat.

Gibt es keine Helden mehr in diesem Land, über die es sich zu berichten lohnt? Doch zweifelsohne, es gibt sie! Es gibt Menschen, die in anständiges Leben führen. Es gibt Menschen die moralisch integer sind, die unkäuflich sind, die ihre Steuern ganz normal bezahlen. Es gibt Menschen, die Kinder groß ziehen und ihren Körper nicht unanständig verkaufen. Es gibt Menschen, die sich in leichteren oder schwereren Ehrenämtern engagieren, und das sind nicht wenige! Deutschland ist - wenn man die Augen aufmacht - voller Helden! Ja, so unvorstellbar es erscheinen mag, aber es gibt auch in diesem Land Menschen, die nicht gleich zusammenzucken, wenn man von "Heiligkeiten" spricht! Es gibt Männer die ihren Ehefrauen treu sind und Frauen, die ihren Ehemännern treu sind; ein Leben lang! All das gibt es, und sie sind viel mehr, als es den Anschein erweckt! Aber sie sie erfahren nicht die Medienresonanz, die sie verdienen würden. Warum eigentlich nicht?

Zuweilen bekommt man den Eindruck, als wenn den Deutschen ganz bewusst die Helden der Geschichte und der Gegenwart vorenthalten werden. In der Gegenwart soll sich der deutsche offensichtlich nur über einen Homosexuellen definieren, der idealerweise drei bis vier Mal geschieden ist, jedes Scheidung durch ein Piercing verdaut hat, drogenabhängige Kinder hat, Millionen verdient und ins Ausland gebracht hat, mindestens eine handfesten Skandal erzeugt und sich für die Kinderadoption durch zwei Väter engagiert hat. Alternativ darf er auch einen "Star" anhängen, der so viel Geld verdient mit Dingen, die niemandem nützen (wie z.B. das Rasen im Kreis), und davon träumen, wie es wäre, wenn er selbst so reich wäre. Als Chance dazu darf er dann Lotto spielen.

In der Geschichte darf sich der Deutsche nur noch definieren über KZ-Wärter oder sonstige Verbrechern der Nazi-Zeit. Eine deutsche Geschichte vor der Nazi-Zeit gab es offenbar nie und danach nur noch im Büßerhemd, als wenn kein einziger Deutscher Widerstand gegen die Nazis geleistet hätte. Der Deutsche darf sich nicht an wahrhaftigen Werten orientieren. Dieses wird ihm durch zwei Wege tagtäglich eingebläut. Zum einen werden ihm angebliche Helden vorgeführt, die alle unter sachlichen Aspekten Loser sind, selbst wenn sie noch so viel Geld verdienen. Ihr Herz ist verdunkelt, ihre Seelen verkrüppelt und wahre Liebe kennen sie nicht. Auf der anderen Seite werden Menschen "gezüchtet" und ebenfalls "berühmt" gemacht, die sich doch an deutsche Helden erinnern wollen, aber sie geraten nur dann auf die Bühne deutscher Unterdrückung, wenn sie gleichzeitig Rassisten sind. So sind deutsche Helden und das Gedenken an Heiligkeiten immer mit dem unmenschlichen rassistischen Gedankengut verbunden. Und welcher anständige Mensch will schon mit Rassisten vermengt werden?

Selbst bei Helden, bei denen man obige Methoden nicht anwenden kann, weil sie zu integer und zu heilig sind, wie z.B. Jesus und Maria, wird ihre Heiligkeit im Sumpf der dreckigen Phantasien von "Künstlern" beschmutzt, indem alle heiligen Aspekte aus deren Leben wegradiert werden.

Deutschland ist ein großartiges Land! Viele Deutsche sind großartige Menschen, wie viele Menschen dieser Erde und aller Länder und Völker großartige Menschen sind. Aber es liegt an uns, diesen Menschen gegen den "Mainstream", gegen die unterdrückerische Hofberichterstattung, gegen die Schreiber des Imperialismus und Kapitalismus, gegen die Herrenmenschen der Westlichen Welt, gegen die Ausbeuter und gegen die "Superreichen" eine Bühne zu ermöglichen, auf der sie uns mit ihren menschenfreundlichen Gedanken der Nächstenliebe und den dazugehörigen Taten erfreuen können! Wenn ein Politiker Rumänen und Bulgaren ausgrenzt, weil er Hass verbreitet, dann wird das größer gemacht, als der Hass war. Wenn aber ein Politiker sich für die wahren Unterdrückten dieser Erde einsetzt, dann hören wir das fast nie! Es liegt an uns, das zu ändern!

Es wäre töricht, dem Satan vorzuwerfen, dass er satanisch ist. Es wäre töricht den machtvollen Hofschreibern von Unterdrücker vorzuwerfen, sie würden sich an Verbrecher prostituieren. Es liegt an uns, ob wir deren Texte konsumieren und lesen, oder sie einfach nur ablehnen. Gebt dem Kaiser was des Kaisers ist und Gott was Gottes ist. Lasst uns all den Dreck dieser Möchtegernhelden, die man uns vorsetzt, ignorieren, ihnen zurückgeben und unsere echten Helden den Menschen vorstellen. Dann können wir auch Deutschland wieder mit Helden in eine friedvolle Zukunft der Nächstenliebe führen und die Erinnerung an Deutschland so gestalten, dass die verachtungswürdigen Dinge der Vergangenheit verachtet und die lobenswerte der Vergangenheit gelobt werden. Und die Dankbarkeit zum Schöpfer allen Seins ist der beste Lob.

Es gehört zu den Blüten der Entschleierung unserer Zeit, dass es immer mehr Völkern gelingt, sich von falschen Helden zu befreien und Wahrhaftigkeit anzustreben. Wie weit das in Deutschland möglich ist, liegt in unserer Hand und jeder Deutsche ist dafür mitverantwortlich.

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RE: Hat Deutschland keine Helden mehr?

#2 von Thomas Steffen , 19.02.2017 10:55

Zitat
Zuweilen bekommt man den Eindruck, als wenn den Deutschen ganz bewusst die Helden der Geschichte und der Gegenwart vorenthalten werden. In der Gegenwart soll sich der Deutsche offensichtlich nur über einen Homosexuellen definieren, der idealerweise drei bis vier Mal geschieden ist, jedes Scheidung durch ein Piercing verdaut hat, drogenabhängige Kinder hat, Millionen verdient und ins Ausland gebracht hat, mindestens eine handfesten Skandal erzeugt und sich für die Kinderadoption durch zwei Väter engagiert hat.



Immerhin waren wir Papst, sind Export-, Fußball- und Piercing-Weltmeister.


"Ein Metallkunstwerk namens Rolf"
http://www.manager-magazin.de/video/rolf...eo-1744019.html



(t-online.de)


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RE: Hat Deutschland keine Helden mehr?

#3 von Dr.Josef Haas , 19.02.2017 14:53

Ein geistig und moralisch derart verfaultes Land wie die heutige BRD, kann ja auch von vorneherein nichts derartiges wie
"Helden" des traditionellen Verständnisses mehr hervorbringen.
Das ist gleichsam systemimmanent.
Infolgedessen sucht man sich hierfür stattdessen den für die heute über Deutschland herrschenden Plutokraten akzeptablen
Ersatz. Dessen Qualitäten hat Yavuz Özoguz durchaus richtig charakterisiert.
Sie sind daher die "würdigen Vertreter" dieses heutigen Landes, das mit seinen Realitäten permanent das Deutschland
der Vergangenheit beleidigt.
Daher sind die wahren Helden all diejenigen Frauen und Männer, welche hierzulande gegen Ausbeutung und
Ausgrenzung kämpfen und deswegen teilweise mit großen persönlichen Schwierigkeiten konfrontiert
werden.
Das sind die Helden der Nation, aber keineswegs die hier mittlerweile tonangebenden Politiker oder gar Repräsentanten
der christlichen Amtskirchen, welche ihren Heiland ständig durch feige Anpassung an den gottlosen Zeitgeist
verraten und verkaufen.
Ich kann daher nur wiederholen: In unseren Breiten auf irgendwelche Systemhelden zu warten, wäre genauso
vergeblich, wie etwa von einer Frau Merkel die Unterstützung des palästinensischen Widerstandes gegen Israel erwarten
zu wollen!

Dr.Josef Haas  
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