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Dr. Özoguz am 1. Muharram

#1 von Fatima Özoguz , 07.11.2013 17:00

Liebe Geschwister, es hat ein neues Jahr begonnen, das Jahr 1435. In dieser Gesellschaft ist es üblich, dass man zu diesem Anlass feiert und gute Vorsätze fasst für das neue Jahr. Unser neues Jahr beginnt nicht mit einer Feier, sondern mit Trauerzeremonien. Wieder ist ein Jahr vergangen, seit wir uns zum letzten Mal gesehen haben. Haen wir unsere guten Vorsätze erfüllt? Wir hatten uns vorgenommen, mindestens ein islamisches buch zu lesen. Haben wir das gemacht? Wir hatten uns vorgenommen, dass es keine Gewalt mehr in unseren Familien gibt. Sind wir vorangekommen, so dass wir sagen können "Labbayka ya Hussain"? Es gibt immer so eine Art "Fahrplan", an welchem Abend über welche Persönlichkeit in Kerbala erzählt und gesungen wird. Muss das denn immer so sein? WEnn Eltern ihren Kindern Geschichten vorlesen, dann wollen Kinder immer alles wortwörtlich so, wie sie es gewohnt sind. Irgendwann, wenn es älter wird, liest es entweder selbst, oder es will eine andere Geschichte. Wir müssen auch weiter kommen, auch mit der Befreiungsgeschichte des Islam.
Wir rufen gerne die Parole "Lasna min ahl al-Kufa, labbayka ya Hussain." Aber auch da müssen wir aufpassen, nicht vorschnell zu verurteilen. Es war die Mehrheit, die Imam Hussain (a.s.) verraten hat, aber es waren nicht ALLE! Viele sind ihm auch treu geblieben. Einer hat sich zu Imam Hussain (a.s.) durchgekämpft, als man Kufa unter Todesandrohung nicht verlassen durfte, und wurde Shahid. Wollen wir die Geschichte von Aschura verstecken? Gilt die Einladung nur für Muslime, nur für Schiitenn, oder nur für Befolger eines bestimmten Marja´? Wir sehen, dass viele zu Aschura kommen, die sonst nicht in die Moschee gehen. Ja sogra Nichtmuslime sind zu Imam Hussain (a.s.) gegangen. Wie ist es heute? Selbst viele Christen sind auf der Seite von Hizbollah. Da gab es neulich eine sehr interessante Reportage im Bayrischen Rundfunkt über Christen in Syrien, und während eines Interviews sagte der höchste christliche Geistliche dort, dass die Hizbollah die Schutzmacht der Christen sei. Der Reporter fragte ungläubig nach "aber die sind doch auch gegen Sie", woraufhin der Geistliche lebhaft widersprach. Er sagte "Diese Terroristen wollen uns vertreiben und töten, aber die wahren Muslime verteidigen uns." Im Libanon gibt es eine christliche Sängerin, Julia Boutros, die in Konzerten die Hizbollah besingt . (Anmerkung: Von Frauen gesungenes Solo ist muslimischen Männern verboten anzuhören, auch wenn der Text schön ist). Sie singt dort Dinge wie "Du bist vom Berg der Sonne", und mit "du" ist Sayyed Nasrallah gemeint.
Wir sollten auch unsere nichtmuslimischen Bekannten oder ggf. Familienangehörige zu Imam Hussain einladen. Wir verehren Zainab dafür, dass sie nicht ruhig geblieben ist, dass sie ihre Stimme erhoben hat gegen Unrecht. Wo ist unsere Stimme? Wir müssen ALLEN helfen, die Schwierigkeiten haben, gleich welcher Art.
Im Laufe der Geschichte haben wir Ali, Hassan, Fatima im Stich gelassen. Viele sind damals mit Imam Hussain auf die Hajj gegangen, weil sie sich davon etwas mehr Glanz erhofften, aber er verliße Mekka und ging in Richtung Kufa. Viele verstanden das nicht. Aber ohne Imam sind Hajj, Gebet, Fasten, alles ist wertlos!


Fatima Özoguz  
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zuletzt bearbeitet 07.11.2013 | Top

   

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