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Bespitzelung...? Das machen doch alle!!

#1 von Kurt Nickel , 02.11.2013 20:25

Über die NAS-Affäre und deren Folgen.

Unlängst äußerte sich der Chef der NSA, Keith Alexander, zu den Vorwürfen, dass sein Land, die USA, praktisch die ganze Welt ausspioniert, Kommunikationen von Privathaushalten mitverfolgt und speichert, Regierungen belauscht und sogar die private Kommunikation und die Regierungsgeschäfte der Kanzlerin bespitzelt. Über diese kriminellen Vorgänge angesprochen meinte er: Das machen doch alle!

Abartiger geht es kaum noch: Die Amis begehen die Flucht nach vorn und fangen an zu zicken! Sie bagatellisieren Vorgänge, die anderorts als Verbrechen gewertet werden, einzig, um ihre Haut zu retten!

Wirtschaftsgeheimnisse und Positionen bei Verhandlungen werden zur Farce, wenn der anderen Seite bereits alle Positionen und mögliche Zugeständnisse für Kompromisse bekannt sind. Verhandlungsergebnisse werden so zu unanständigen Vorteilsnahmen, die schlichtweg ergaunert wurden.

Und dass sollen unsere Freunde sein...?

Die demokratischen und freiheitlichen Grundsätze der amerikanischen Verfassung könnten für die Welt vorbildlich sein. Alle erdenklichen Rahmenbedingungen für ein friedliches Nebeneinader sind dort aufgeführt. Dort wird die Gleichheit und Freiheit des Individuums Mensch in klaren Worten manifestiert. Jeder sollte sich frei entfalten dürfen, sofern er den Mitmenschen achtet und sich an die Vorgaben hält.

Doch leider können die Amis damit anscheinend selbst nichts anfangen. Überall auf der Welt, wo sie sich tummelten und tummeln, ist oder war Krieg. Millionen von Toten hinterließen sie und ließen ihre selbsternannten Freunde schließlich im Stich. Vietnamesen, Iraker, Afghanen können ein Lied an den Gräbern ihrer Liebsten und beim Betrachten zerstörter Infrastrukturen davon singen. Nein, so sind die Amerikaner keine Freunde, sondern gemeine Spitzel, wie sie seinerzeit Gestapo und Stasi hatte. Die Gier nach Macht und Kapital hat das amerikanische Gedankengut schlicht vergiftet.

Und so ganz nebenbei unterhalten sie auf Kuba Einrichtungen, die in vielen Grundelementen mit den Konzentrationslagern von Nazi-Deutschland oder den Gefängnissen der Stasi vergleichbar sind. Guantanamo nennt man diese Einrichtung, wo Menschen ohne Rechtsgrundlage der Freiheit beraubt werden, Menschenrechtsverletzungen und Folter zur Normalität gehören und wo Gefangene psychisch zum Wrack mutieren. Natürlich sind dort auch Terroristen inhaftiert, die Amerika und der freien Welt Schaden zugefügt hatten und somit zu Recht Strafe bedürfen.

Doch in der Demokratie steht jedem Straftäter ein faires Verfahren zu, auch, wenn die Straftaten noch so verwerflich waren! Doch bei den selbsternannten Hütern der Demokratie scheint das nicht nötig zu sein!

Als Terrorabwehr titulierte Bespitzelmaßnahmen, die im Grunde charakterlose Straftaten darstellen, rundet das amerikanische Bild dann ab! Bei uns wird man schon dafür belangt, wenn man jemanden fotografiert, ohne ihn um Erlaubnis zu fragen. Mithören oder mitschneiden von Kommunikation kann hier sogar zum Freiheitsentzug führen!

Jahrzehntelang haben sich USA für mich als Schutzmacht dargestellt. Schon meine Oma sagte: „Der Amerikaner beschützt uns!“ Wir und die westlichen Verbündeten waren die Guten, währen Russen sowie Chinesen die Bösen waren. Und Länder im nahen Osten sogar die Schurken. Welch fataler Irrtum!

Mittlerweile empfinden drei Viertel der Bundesbürger die USA nicht mehr als Schutzmacht, sondern eher als Bedrohung für den Weltfrieden!

Es gab Zeiten, da hatte selbst ich Hoffnung in Barack Obama gesetzt. Ich war wirklich der Meinung, dass er die Welt zumindest ein wenig zum Positiven verändern könnte. Der ziemlich verschnell erteilte Friedens-Nobelpreis sollte wohl eher eine Ermutigung zur Motivation sein, denn sich verdient hatte er ihn bis dato wahrlich noch nicht! Dass letztendlich auch aus ihm eine Marionette des Kapitals geworden ist, hätte ich in diesem Ausmaß nicht gedacht.

Es ist mir wichtig zu erwähnen, dass ich im Grunde die Politik der Amerikaner befürworten würde, wenn sie es ehrlich praktizierten. Doch Ehrlichkeit heucheln und gleichzeitig Menschenrechte missachten, foltern, zerstören und bespitzeln geht gar nicht!

Ich möchte dem ehrenwerten amerikanischen Volk alles Gute wünschen. Mögen sie irgendwann in der Lage sein, sich eine Regierung zu wählen, die die demokratisch freiheitlichen Grundsätze ihrer Verfassung auch umsetzen kann. Mögen sie irgendwann in der Lage sein, sich der Unanständigkeit zu widersetzen, die durch maßlosen Reichtum und Gier in den Köpfen der Mächtigen hervorgerufen wird.

Es spricht überhaupt nichts gegen Reichtum, Wohlstand und freier Marktwirtschaft, doch es spricht alles gegen Ausbeutung und (demokratischer) Versklavung von Bündnispartnern, die einzig zum Eigennutz belogen und bespitzelt werden!!

Es ist traurig und schade, was aus den einstigen vereinigten Staaten Amerikas geworden ist. Ein Land, zu dem ich einmal aufschaute, enttäuscht die ganze Welt.

Noch gravierender wäre zudem, wenn es stimmt, dass deutsche Geheimdienste im Bespitzelungssystem mit involviert sind. Das würde zumindest erklären, warum sich am Anfang dieser Debatte vor Monaten das Entsetzen bei der Bundesregierung in Grenzen hielt und das Kanzleramt die Vorgänge bagatellisierte.

Ich bin einfach nur noch entsetzt...

Kurt Nickel  
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