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Weniger Migrantenkinder lernen Deutsch

#1 von Fatima Özoguz , 14.05.2013 19:18

...angeblich, weil zu Hause kaum Deutsch gesprochen wird, so kolportieren die Medien unisono. Ich halte das für Unsinn. Die Eltern meines Mannes haben auch kein Deutsch gesprochen, und alle Kinder haben studiert, zwei sogar promoviert. Solche Beispiele kenne ich massenhaft, wo die Kinder erfolgreich waren, obwohl ihre Eltern kein Deutsch sprechen. M.E. liegt das Problem woanders, denn es brauchen auch immer mehr deutschstämmige Kinder aus prekären Verhältnissen Sprachförderung. Dieser Artikel gibt das immerhin zu, statt mal wieder den Schwarzen Peter den Migranten zuzuschieben:

http://blog.initiativgruppe.de/2013/05/1...sch/#more-12005

Wenn Kinder den Kindergarten besuchen, ergibt sich die Sprache doch von selbst...aber bitte nicht vor drei Jahren. Es liegt wohl weniger daran, dass daheim eine andere Sprache gesprochen wird, sondern daran, dass mit den Kindern einfach allgemein zu wenig gesprochen wird, ganz unabhängig von der Muttersprache.
Ein exzessiver Medienkonsum der Kleinen kommt noch erschwerend hinzu.


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RE: Weniger Migrantenkinder lernen Deutsch

#2 von Mariam Geist , 15.05.2013 23:09

nun, vielleicht trifft das ja in einigen Ballungsgebieten zu, wo die Migranten die Mehrheit darstellen und einfach kein großer Bedarf ist, deutsch zu sprechen. An manchen Schulen wird ja schon bemängelt, dass Deutsche in der Minderheit sind und "ausländisch" die Hauptsprache. Aber in kleineren Städten oder gar Dörfern ergibt sich das Erlernen der deutschen Sprache wohl eher von selbst....jedenfalls sind die Migrantenkinder aus unserem Dorf eigentlich nicht viel anders als die deutschen Kinder. ....
PS Bin schon gespannt auf das Wochenende und die vielen Vorträge in Hamburg. Vielleicht in scha allah sehen wir uns dort mal....Hoffe nur, es wird nicht so anstrengend....
Salams und lieben Gruß,
Mariam

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RE: Weniger Migrantenkinder lernen Deutsch

#3 von Fatima Özoguz , 16.05.2013 09:24

Ja das ist ein großes Thema! Man weiß gar nicht, wo man anfangen soll. Ich sehe es auch als problematisch an, wenn auf dem Schulhof ein Mischmasch aus Türkisch / Deutsch bzw. Arabisch/ Albanisch was weiß ich noch- / Deutsch gesprochen wird. Die Kinder können ja auch ihre Muttersprache nicht mal richtig. Wenn ich da was zu sagen hätte, würde ich Deutsch auf dem Schulgelände zur Pflicht machen. Es ist keinem damit gedient, wenn sich so Separationen bilden, das schadet der Gemeinschaft.
Multikulti sei gescheitert, so viele Politiker. So wie es zur Zeit gelebt wird, auf jeden Fall, aber das liegt auch daran, dass die meisten Muslime hier die eigene islamische Kultur nicht kennen. Sie haben oft erlebt, dass ihre Eltern verächtlich behandelt oder gar angespuckt wurden, oder dass sie sich ständig für Geschehnisse in fernen Ländern rechtfertigen müssen. Jetzt drehen halt viele den Spieß um in den Gebieten, in der sie die Mehrheit bilden, und auch das gegen völlig Unschuldige. Der Deutsche, der das von außen betrachtet, denkt sofort an einen Glaubens- oder Kulturkrieg "die wollen uns überrennen, hilfeeee". Das ist aber eine glatte Fehleinschätzung. Es handelt sich um entwurzelte Jugendliche, die ihre Identität suchen, denn bei Aufenthalten im Heimatland ihrer Eltern wird ihnen bewusst, dass sie dort auch nicht als Türken, Libanesen usw wahrgenommen werden. Hier sind sie die Türken, dort die "Almancis", "Deutschländer".
Wir brauchen keinen Multikulti-Einheitsbrei, wo keiner mehr weiß, wo es langgeht, sondern eine Gesellschaft mit festen Regeln, in der aber auch jeder akzeptiert wird in seiner religiösen Ausprägung, aber es muss verbindliche Werte geben für alle, die auch religionsübergreifend sind. Als da wären Fairness, Akzeptanz auch von Meinungen, die nicht der eigenen entsprechen, Zusammengehörigkeit, ohne zwingend eine ethnische / religiöse Homogenität einzufordern usw. Natürlich auch keinen Assimilationszwang, dass Mädchen ihre Kopftücher abnehmen sollen oder Ähnliches.
Was spricht dagegen, wenn sich alle als Deutsche muslimischen Glaubens sehen? Aber da gibt es auf beiden Seiten Defizite. Die meisten Mehrheitsdeutschen glauben, dass Muslim und Deutsch nicht zusammenpassen, dass ein Muslim zwangsweise Türke oder Araber sein muss. Leider glauben das auch viele Muslime. Mit Deutsch assoziieren sie unislamische Werte und Verhaltensnormen wie lockere Moralvorstellungen, dass Ehebruch zum guten Ton gehört,Aufsässigkeit gegen Eltern usw. All das wurde ihnen aber leider auch so präsentiert . Der im Schnitt immer noch zu schlechte Bildungsstand der Muslime tut ein übriges. Die Teile-und Herrsche-Taktik hat schon gut verfangen. Wann setzt sich bei allen endlich die Erkenntnis durch, dass wir EIN VOLK sind, egal woher die Großeltern eingewandert sind? Wir haben große Probleme, wie die immer größer werdende Kluft zwischen Arm und Reich, Verschleuderung unserer Steuergelder an den EU-Moloch, Menschenhandel in der EU, Verwahrlosung der Jugend , Zerfall der Familien. Das geht usn alle an, und alle sollten gemeinsam daran arbeiten, diese Dinge endlich anzupacken.


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