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Foltert der Iran oder lügt die Tagesschau?

#1 von Yavuz Özoguz , 01.02.2023 16:56

Foltert der Iran oder lügt die Tagesschau?

Es ist immer wieder faszinierend zu analysieren, wie nahezu perfekt die westliche Propaganda gegen die Islamische Republik Iran funktioniert. Nachdem der Versuch gescheitert ist, die revolutionären Frauen der Islamischen Republik Iran für die westlichen Regime-Change-Träume zu gewinnen [1] und der Iran nach wie vor gegen den menschenverachtenden Raubtierkapitalismus agiert, die Rechte aller Menschen und die Werte der Menschlichkeit schützt, findet jetzt eine Art Erklärungskrampf der westlichen Propaganda statt, warum jene westhörigen Demonstranten gescheitert sind. Die erfundene Erklärung ist sehr einfach: Iran Foltert fast jeden!



So oder so ähnlich klingt ein Artikel der Tagesschau, der nur stellvertretend für den Lügenapparat steht, welcher die untergehende westliche Dekadenz und Arroganz durch unglaubliche Lügen repräsentiert. Der Artikel heißt: „Wie das Regime Demonstranten foltert“ [2]. Gemäß den Gesetzen der Islamischen Republik Iran ist Folter zwar verboten, aber wer glaubt schon jemanden, der sich gegen den allmächtig wähnenden Westen stellt?

Der Artikel ist geschrieben von gleich vier Autoren, was wohl die Glaubwürdigkeit des Lügen- und Verleumdungspamphlets bestätigen soll: Bamdad Esmaili, Faranak Rafiei, Reiko Pinkert und Daniel Drepper. Bamdad Esmaili ist ein Exil-Iraner, dessen Familie vor dem Krieg gegen Saddam geflohen ist. Er arbeitet unter anderem für BBC-Farsi, Radio Farda und andere vom Westen finanzierte Medien, die allesamt nur den Umsturz des aktuellen Systems im Iran zum Ziel haben [3]. Auch Faranak Rafiei ist eine Exil-Iranerin, die keinen Hehl aus ihren Träumen macht, das System im Iran stürzen zu sehen, wobei sie das Goethe-Institut in ihre Arbeit mit einbindet. So schwärmt sie unter anderem für einen ehemalige Ministerin des Schah-Regimes, die wegen ihrer Beteiligung an den Verbrechen gegen das eigene Volk hingerichtet worden ist [4]. Reiko Pinkert arbeitet für den NDR, hat aber keine Ahnung über den Iran, zumal das bis heute nie sein Thema war. Bei anderen Themen ist er unter anderem bei indymedia angeeckt [5]. Daniel Drepper glaubt selbst ein Investigativ-Journalist zu sein. Zwar hat er auch keine Ahnung vom Iran, will aber im November 2022 die Menschheit über den Iran aufklären mit Verweisen auf Artikel, die von Anderen geschrieben worden sind. Sein erster Link führt zu CNN und der dritte zu New York Times [6]. Und dieser zusammengewürfelte Haufen von Möchtegernexperten soll einen Bericht über die angebliche Folter in iranischen Gefängnissen verfassen. Wie das ausgehen wird, kann man sich schon denken, bevor man den Text überhaupt gelesen hat.

Kronzeugen sind alles Personen, die sich die Autoren auch ausgedacht haben können; was ja bekanntlich schon einige Male vorgekommen ist. Doch selbst wenn es sich um „echte“ Personen handeln sollte, gibt es nicht einen einzigen Beleg dafür, dass sie nicht lügen. In den Schilderungen gibt es zahlreiche Belege dafür, dass sie lügen, und die sollen hier exemplarisch dargelegt werden. Ziemlich wahl- und ziellos wird auf die Kronzeugen während der angeblichen Verhöre eingeprügelt und das gleich von mehreren Männern. „Mehrere Männer, vermutet Laleh später, sollen auf sie eingetreten und sie mit Elektroschockern verletzt haben. Wenig später sei ihr komplettes rechtes Bein blau angelaufen gewesen.“ Allerdings stellt sich hier die Frage, wie sie das denn gesehen hat. Denn dazu müsste sie ihre Hose ausgezogen haben, was unter den genannten Umständen sicherlich ein abenteuerliches Unterfangen gewesen sein dürfte.

Einerseits seien den Gefangenen alle Handys und auch sonstige Dinge abgenommen worden aber anderseits haben die angeblich so brutalen Wärter eine Reihe von Flugblattmaterialien übersehen: „In der Nacht zuvor habe sie einige Flugblätter vorbereitet, um Menschen zum Protest zu bewegen. Eine Handvoll Zettel habe sie im Gefängnis noch in ihrer Tasche gehabt. In einem unbeobachteten Moment will Laleh sie schnell aufgegessen haben.“ Eine Handvoll Zettel schnell aufgegessen. Alle Achtung!! Fragt sich nur, wie sie das geschafft hat, denn zum einen ist eine Handvoll Papier nicht so bekömmlich, und zum anderen sollen sie doch stets unter Beobachtung gewesen sein!?

Im Anschluss an all die Folter wird sie angeblich ebenfalls kommentarlos frei gelassen und geht nach Hause. Warum hat sie denn bei derartig schweren Misshandlungen nicht einen Arzt oder ein Krankenhaus aufgesucht? Abgesehen davon, dass dann die Gewalt der Folter von einem Arzt bestätigt worden wäre, hätte sie sich ja auch behandeln lassen können. Oder arbeiten auch alle Ärzte im Iran mit den Gefängniswärtern zusammen? Ihr Vater drückt dann auf die Tränendrüse: „In der ersten Woche hat sie an jedem Tag geweint, immer zu der Uhrzeit, zu der sie sie verhaftet haben.“ Da sie noch am gleichen Tag frei gekommen ist, wurde sie ja offensichtlich nicht verhaftet. Aber dass eine Person, die Flugblätter verteilt hat, welche zum Umsturz aufrufen, zur Befragung auf eine Polizeistation mitgenommen wird, dürfte auch deutschen Journalisten und ihren exil-iranischen Freunden bekannt sein.

Die Reporter geben an, mit einem Dutzend Iranern gesprochen zu haben, die allesamt noch viel heftiger gefoltert worden seien, aktuell in Freiheit seien und im Iran leben würden. Hier stellt sich allerdings eine sehr wichtige Frage: Woher wissen wir, dass jene Personen – wenn sie nicht völlig frei erfunden sind – wirklich im Iran leben? Denn gemäß den Berichten solcher Journalisten wird ja jedes Medium im Iran kontrolliert und vor allem Auslandskontakte überwacht. Wären jene Verleumder nicht nach jenem „Kontakt“ sofort festgenommen worden?

Mehrere dieser Leute berichten angeblich von Knochenbrüchen. Nun gibt es im Iran – trotz enorm fortschrittlicher medizinischer Versorgung – keine Wunderärzte, die solche Brüche binnen Tagen genesen lassen können. Warum wurden sie denn mit Knochenbrüchen freigelassen, wenn sie daraufhin mit diesem unschlagbaren Beweis die Gefängniswärter hätten anzeigen können? Oder arbeiten auch alle Richter, alle Staatsanwälte, alle Anwälte und alle Polizisten mit den Gefängniswärtern zusammen?

Die wohl enorm viel Mitleid erzeugende Darstellung aber sollte noch folgen: „Einer beschrieb, wie er und seine Mitgefangenen 24 Stunden lang mit einer Augenbinde knien mussten. Wer sich bewegte, sei geschlagen worden.“ Bei dieser Schilderung wird deutlich, dass man deutschen Investigativ-Journalisten offensichtlich jeden Unsinn erzählen kann. Der Iran ist ein Land voller Muslime! Bekanntermaßen legt der Iran besonders großen Wert auf die Erfüllung islamischer Vorschriften. Wollte denn keiner der Gefangenen jemals beten? Es gibt definierte Zeiten, in denen fünf Gebete erfüllt werden müssen. Kein Gefängniswärter und kein sonstiger Beamter darf den Betenden davon abhalten. Dass diese Leute 24 Stunden nicht auf Toilette durften, scheint schon merkwürdig genug, aber dass sie gezwungen worden sind auf fünf Gebete zu verzichten ist im Iran absolut undenkbar. Oder sind auch alle Imame im Gefängnis, alle Seelsorger, die von außen jeden Tag ins Gefängnis kommen, alle religiösen Instanzen und alle Polizisten und Mitarbeiter der Polizeistationen Helfer der Folterer?

„Betroffene seien etwa mit der Todesstrafe bedroht worden, mit Vergewaltigungen, mit Elektroschockern oder Schlägen. Zum Teil sagen die Betroffenen, sie hätten gegen ihren Willen Medikamente verabreicht bekommen.“
Das Märchen von der Vergewaltigung ist inzwischen derart oft verbreitet worden, dass es zum Standardrepertoire eines solchen Berichtes gehört. Dabei würde der Vergewaltiger selbst die Todesstrafe riskieren, denn Vergewaltigung wird im Iran mit der Todesstrafe belegt. Hier scheint eine Variante der Jungfrauenvergewaltigungslüge verwendet worden zu sein [7]. Und warum hat nie einer nachgefragt, wofür der Iran - dem es doch an Medikamenten mangeln soll - den Gefangenen Medikamente gibt;wofür auch immer?! Drogen können es nicht gewesen sein, denn die sind im Iran streng verboten!

Eine etwas skurrile Schilderung folgt dann: „Die Iraner berichten übereinstimmend, dass ihnen Handys und Laptops abgenommen worden seien, oft schon bei der Verhaftung. Die Gefangenen seien bedroht und gefoltert worden, damit sie ihre Passwörter verraten. Äußerungen in sozialen Medien, bei WhatsApp oder Instagram seien ihnen dann ausgedruckt vorgelegt worden.“ Das Problem bei dieser Schilderung besteht darin, dass WhatsApp (anders als Instagram) im Iran seit mehreren Monaten überhaupt nicht mehr funktioniert, nicht einmal mit VPN.

Einen gewissen Einfallsreichtum besitzen die Märchenerzähler durchaus, wie an folgender Passage ersichtlich: „Keiner der Betroffenen habe anwaltliche Unterstützung erhalten. Oft seien die Familien über Tage nicht informiert worden. "Sie hatten einen allgemeinen Haftbefehl, ohne Namen. Als ich fragte 'Wo steht mein Name?' haben sie geantwortet: 'Dieser Zettel hier reicht uns, um 80 Millionen Iraner zu verhafteten'", erzählt eine Verhaftete aus Teheran.“ Wenn diese Leute ohnehin jeden jederzeit und ohne jegliche rechtliche Grundlage festnehmen und foltern können, ohne jegliche Konsequenzen befürchten zu müssen, wozu hat er dann überhaupt einen Haftbefehl?

Der wichtigste Zeuge für jene Journalisten ist ein angeblich geflohener Gefängniswärter, über den es heißt: „Gestützt werden die Berichte der Betroffenen von einem geflüchteten Gefängniswärter, den Reporter von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" in Deutschland treffen konnten. Nach eigenen Angaben arbeitete er mehr als zehn Jahre in verschiedenen iranischen Gefängnissen - auch nach Beginn der Proteste. Das belegen sein Dienstausweis und Gehaltsabrechnungen.“ Woher aber wissen die Reporter, wie ein Dienstausweis und eine Gehaltsabrechnung von einem iranischen Gefängniswärter aussieht, so dass sie die Echtheit bestätigen konnten? Jener Wärter gibt an, dass die Gefangenen neben ihren eigenen Fäkalien schlafen mussten. Auch hier wird deutlich, dass die Reporter keine – aber auch wirklich keine – Ahnung vom Islam, Iran und den Vorschriften des Islam haben. Für Gebete muss ein Muslim eine von jeglichen Fäkalien „reine“ Kleidung und Körper haben. Das ist z.B. der Grund dafür, warum auf jeder iranischen Toilette (auch im Gefängnis) ein Duschschlauch daneben hängt.

Um hier nicht weiter ins Detail zu gehen, bliebe nur noch eine Frage offen: Wozu wurde dieser Text jetzt veröffentlicht? Die Antwort darauf ist leicht zu finden. Die für jenen Tageschau-Bericht zuständigen NDR, WDR und Süddeutsche Zeitung haben ihre Leserschaft wochenlang mit dem Lügenmärchen bombardiert, im Iran gäbe es eine Revolution und die Frauen wollten alle westliche werden. Nunmehr ist das Lügengebilde wie ein Kartenhaus zusammengefallen, und immer mehr Leser stellen sich natürlich die Frage, ob NDR, WDR und Süddeutsche Zeitung nicht wochenlang maßlos übertrieben haben. Daher bedarf es einer Erklärung, warum jetzt Ruhe eingekehrt ist. Als Erklärung wird vorgeschoben: Maßlose Folter! Doch was werden jene Lügner erzählen, wenn auch dieses Kartenhaus zusammenbricht?

Das Hauptproblem dabei sind nicht allein die Lügen gegen die zum Feind und Schurken-Staat erklärte Islamische Republik Iran. Das Hauptproblem besteht darin, dass diese Art von Reportern ein Weltbild erzeugen, in dem die Westliche Welt das Gute darstellt und jeder, der sich gegen die Westliche Welt stellt, von Natur aus böse ist und daher isoliert sei. In diesem Weltbild merken derartige Reporter und ihre Konsumenten nicht, dass es zunehmend die Westliche Welt selbst ist, die isoliert wird und immer weniger Menschen ihnen glauben. Die Menschheit hat viele Großreiche untergehen sehen. Und nie gab es eingefleischte Hofberichterstatter, die den eigenen Untergang glauben wollten. Warum sollte das bei der Westlichen Welt anders sein?

[1] Zeitenwende in der Erotik
[2] https://www.tagesschau.de/investigativ/n...folter-101.html
[3] https://www.cinemacinema.de/wdrforyou/
[4] https://www.goethe.de/ins/in/de/kul/soc/fre/22785229.html
[5] https://de.indymedia.org/node/187063
[6] https://recherche.substack.com/p/wichtig...-zur-revolution
[7] http://www.eslam.de/begriffe/j/jungfraue...igungsluege.htm


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