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Vergessenes Palästina?

#1 von Dr.Josef Haas , 23.12.2021 18:17

Vergessenes Palästina?

Corona hat scheinbar oder leider tatsächlich auch innerhalb dieser Internet-Plattform das Geschehen
in Palästina sehr in den Hintergrund gedrängt. Dabei ereignet sich dort fast täglich Neues, was es verdient,
einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu werden.
Der ungemein verdienstvollen palästinensischen Gefangenenhilfsorganisation Samidoun, welche bekanntlich
der mutigen Freiheitsbewegung Volksfront für die Befreiung Palästinas sehr nahe steht, ist es zu verdanken,
dass ein sehr ausführlicher Bericht aus dem israelischen Damon-Foltergefängnis herausgelangte.
Dort wurden und werden schon seit geraumer Zeit Frauen aus Palästina in brutaler Isolationshaft gehalten.
Die Frauen sind dort ständig, so Samidoun, "gewalttätigen Übergriffen, Zwangsverlegungen, Isolationshaft und
der Verweigerung grundlegender Rechte ausgesetzt." Darunter sind vor allem die Vorenthaltung von Familien-
besuchen und eine angemessene medizinische Versorgung zu verstehen.
Palästinensische nationale und islamische Kräfte riefen daher für den morgigen Tag, also den 24.Dezember, zu
Protestaktionen auf, "während die palästinensischen Widerstandsfraktionen versprachen, den Gefangenen im
Widerstand zur Seite zu stehen."
Hinter den israelischen Kerkermauern spielen sich sowieso furchtbare Szenen ab. In diesem so traurigen
Zusammenhang sei hier beispielsweise nur an Hisham Abu Hawash erinnert, der sich seit über 127 Tagen im
Hungerstreik befindet, "um seine Administrativhaft, d.h. seine Inhaftierung ohne Anklage oder Prozess, zu beenden."
Besonders erwähnenswert sind darüber hinaus die ständigen Angriffe zionistischer Sicherheitsorgane auf die
Gefangenen im Nafha Gefängnis, vor allem auf die dort in der Abteilung 12 untergebrachten Gefangenen.
Zwischen dem 16. und 19.Dezember dieses Jahres wurden überdies im Damon-Gefängnis zahlreiche dort inhaftierte
Frauen angegriffen.
Aus Protest dagegen, so Samidoun, "griff Yousef al-Mabhouh, ein palästinensischer politischer Gefangener aus dem Gaza-
Streifen, m Nafha-Gefängnis einen Wärter körperlich an und verletzte ihn, um seine Wut über die Misshandlung der
weiblichen Gefangenen auszudrücken. Daraufhin drangen die zionistischen Besatzungstruppen mit zahlreichen
Repressionseinheiten in das Nafha-Gefängnis ein und brachten alle Gefangenen in den Gefängnishof. Eine Gruppe von
Gefangenen, darunter Mabhouh sowie mindestens drei weitere Gefangene- Fadi Abu Sabah, Tamer al-Derini und eine
dritte unbekannte Person, wurden schwer geschlagen und später in die Gefängnisklinik gebracht. Mabhouh wurde mit
einem Helikopter vom Ort abtransportiert".
Soweit der Wortlaut dieses Berichtes.
Der hier schon erwähnte Hisham Abu Hawash hat, so wird ebenfalls berichtet, durch seinen langandauernden Hun-
gerstreik mittlerweile schon sehr schwere gesundheitliche Schäden davongetragen. Übrigens befindet sich der
40jährige Abu Hawash inzwischen bereits seit acht Jahren hinter israelischen Kerkermauern, davon 52 Monate ohne
Anklage und Gerichtsverfahren in sogenannter "Administrativhaft".
Insgesamt wird derzeit von mindestens 4.550 palästinensischen politischen Häftlingen in Israel ausgegangen, wobei viele
von ihnen, und dies schon seit langer Zeit, ohne jede Anklage dort gefangen gehalten werden.
Die internationale Solidarität mit ihnen ist und bleibt daher eine unbedingte Notwendigkeit.
Schließlich opfern sie sich förmlich für die Freiheit und das Selbstbestimmungsrecht ihrer Heimat Palästina auf.
Dies darf niemals in Vergessenheit geraten, denn ihr individuelles Leiden und Opfern für ihre dortigen Schwestern und Brüder
ist so beeindruckend, dass man es eigentlich kaum mit Worten zu würdigen vermag.
Gerade in diesen letzten Tagen des Jahres 2021 sollte daran aber in besonderer Weise erinnert werden.
Schließlich gibt es nicht nur die Corona-Diktatur, sondern auch- und dies schon sehr viel länger- das brutale, menschenverachtende
israelische Unterdrückungsregime, das bereits seit 1947/1948 die Palästinenserinnen und Palästinenser förmlich bis aufs Blut
quält. Und genau dies darf daher niemals in Vergessenheit geraten!

Dr.Josef Haas  
Dr.Josef Haas
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