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Netanjahu behauptet faktisch, dass es keinen Antisemitismus mehr auf der Erde gibt

#1 von Yavuz Özoguz , 25.01.2020 13:45

Netanjahu behauptet faktisch, dass es keinen Antisemitismus mehr auf der Erde gibt

Kein Antisemitismus mehr auf Erden mag erstaunlich klingen, aber die Analyse der Worte des israelischen Ministerpräsidenten und ihre Abwägung im Licht der Wahrheit lässt keine andere Schlussfolgerung zu, als dass Netanjahu keinerlei Antisemitismus mehr auf diesem Planten vermutet.



Bei seiner Rede auf dem „World Holocaust Forum 2020 - Erinnerung an den Holocaust, Bekämpfung des Antisemitismus“ in Yad Vashem in Jerusalem sprach er am 23.1.2020 unter anderem folgende Worte mit Bezug auf die Islamische Republik Iran: „Und doch bin ich besorgt. Ich bin besorgt, dass wir noch keine einheitliche und entschlossene Haltung gegenüber dem antisemitischsten Regime auf dem Planeten sehen - einem Regime, das offen versucht, Atomwaffen zu entwickeln und den einzigen jüdischen Staat zu vernichten.“ [1]

Zunächst einmal dürfte der Rest der Welt erstaunt gewesen sein, dass der Iran neuerdings „offen“ versuche Atomwaffen zu entwickeln. Es gibt keinen einzigen iranischen Politiker von Rang und Namen, der jemals behauptet hat, dass die Islamische Republik Iran Atomwaffen anstreben. Aber es gibt die höchste Autorität des Landes, das Revolutionsoberhaupt Imam Chamenei, der bereits im Jahr 2005 ein höchstinstanzliches religiöses Dekret (Fatwa) erlassen hat, nachdem Atomwaffen für Muslime verboten sind [2]. Ganz nebenbei ist Iran Mitglied des Atomwaffensperrvertrages. Israel hingegen hat Atomwaffen und gehört dennoch nicht dem Atomwaffensperrvertrag an. Kein bekannter Rabbiner verbietet den Besitz oder Einsatz von Atomwaffen gegen andere Menschen (im Gegensatz zu der höchsten islamischen Autorität des Iran).

Auch die weitere Behauptung, der Iran wolle den „jüdischen Staat“ vernichten, ist blanker Unsinn. Wenn die islamische Republik Iran so etwas vorgehabt hätte, hätten sie das schon längst verwirklichen können, wie man beim letzten Angriff der Streitkräfte auf eine US-Basis eindrucksvoll erkennen konnte. Es ist nicht der Iran, der den „jüdischen Staat“ vernichten will, sondern es ist das Konstrukt des „jüdischen Staates“ der sich selbst vernichtet. Denn ein „jüdischer Staat“ kann nur als Vertreibungsstaat und/oder Apartheidsstaat existieren. So lange Palästinenser nicht als gleichberechtige Menschen im Staat betrachtet werden, ist Israel ein Apartheidsstaat. Werden sie als gleichberechtigte Menschen anerkannt, dann gibt es Israel nicht, denn noch immer ist es den Zionisten nicht gelungen, hinreichend viele Juden aus der ganzen Welt dazu zu bewegen, nach Israel zu kommen. Noch immer leben die meisten Juden lieber außerhalb Israels. Es ist also nicht der Iran, der den jüdischen Staat vernichten will, sondern Israel, der das Judentum im Geiselhaft genommen hat für seine rassistische Apartheidspolitik und Dauerbesatzung, die sie Stück für Stück in Annexion und Vertreibung ummünzt.

Doch ignorieren wir doch einmal die außenpolitischen Propagandasprüche einer des korruptesten Ministerpräsidenten der Welt und konzentrieren uns auf die Aussage „antisemitischstes Regime auf dem Planeten.“

Im Iran gibt es zahlreiche Synagogen, die von Juden betrieben werden. Keine einzige davon muss von irgendeiner Polizei geschützt werden, weil die gesamte islamische Bevölkerung bereits ein hinreichender Schutz ist. Es gab seit der Gründung der Islamischen Republik Iran keinen einzigen Anschlag auf irgendeiner Synagoge im Iran und nicht einmal irgendeine Wandschmiererei. Das liegt auch daran, dass die Islamische Republik Iran solche Straftaten ggf. schwer verfolgen würde. Anders ist die Lage in Israel, wo jeden Monat mindestens eine Moschee oder Kirche von zionistischen Extremisten beschmiert wird. In der Islamischen Republik Iran gibt es kein einziges Grab oder Monument für einen Verbrecher, der betende in einer Synagoge, Kirche oder Moschee ermordet hat. Anders in Israel. Legendär ist das Pilgergrab des Baruch Goldstein in Israel, der 29 unbewaffnete beim Beten in der Moschee ermordet hat [3].

Die Minderheitenrechte in der Islamischen Republik Iran haben Verfassungsrang [4]. So steht den Juden stets ein Sitz im Parlament zu, obwohl sie gar nicht hinreichend Bevölkerung dafür haben. Zudem dürfen Juden im Iran Personenstandangelegenheiten nach den Geboten der eigenen Religion praktizieren. Sowohl das Ehe- als auch das Erbrecht dürfen Juden nach ihren eigenen Regeln umsetzen. In welchem anderen Land des Planeten dürfen Juden das noch als Minderheitenschutz? Das amtierende religiöse Oberhaupt der islamischen Republik Iran hat maßgeblich an der Ausarbeitung dieser Verfassung mitgearbeitet? Welche Rechte haben denn Muslime oder Christen in Israel?

Wenn jenes System, jene Regierung, die das alles gewährleistet im Iran, das mit Abstand antisemitischste auf diesem Planeten sein soll, wie Netanjahu behauptet, dann müsste man annehmen, es gibt keinen Antisemitismus mehr auf Erden. Tatsächlich aber wimmelt es in der Westlichen Welt nur so von Antisemiten, die sehr großer Aversionen gegenüber jedem hegen, der sich selbst als von Gott auserwählt wähnt und darauf aufbauend Sonderrechte für sich beansprucht. Das liegt unter anderem an der durch und durch materialistischen Denkweise im Westen und einem Gegenrassismus, der wiederum den weißen Mann als Herrenmenschen versteht.

Im Islam ist eine spirituelle Auserwähltheit nicht an Blut oder Rasse gekoppelt, sondern an das Herz eines Menschen, in dem Geist Gottes schlägt und der dieses Licht Gottes in seinem Herzen nach außen scheinen lässt. Jeder Mensch ist gemäß islamischer Vorstellung Träger des Geistes Gottes im Herzen. Das mit Abstand antisemitischste System auf Erden ist jenes, das im missbrauchten Namen des Judentums jahrzehntelang andere Menschen wie Sklaven hält, ganze Landstriche besetzt und niemals vorhat Gerechtigkeit walten zu lassen. Jenes antisemitische System wird aber vergehen.

[1] https://www.timesofisrael.com/the-world-...t-forum-speech/
[2] http://www.freace.de/artikel/200508/130805b.html
[3] http://www.eslam.de/begriffe/g/goldstein_baruch.htm
[4] http://www.eslam.de/manuskripte/verfassu...fassung_iri.htm
[5] Die so genannte Lügenpresse ist ein Teil des Lügensystems von Herrenmenschen!

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RE: Netanjahu behauptet faktisch, dass es keinen Antisemitismus mehr auf der Erde gibt

#2 von Dr.Josef Haas , 25.01.2020 14:32

Es ist genauso, wie Sie das in Ihrer so beeindruckenden Analyse festgestellt haben.
Ich möchte in diesem Zusammenhang aber nur noch auf folgendes hinweisen- deswegen auch meine Antwort.
Bei der Zeremonie vom 23.Januar 2020 in Yad Vashem bezeichnete Russlands Präsident Putin Herrn Netanjahu
ausdrücklich als "Freund".
Dies an die Adresse, insbesondere von Frau Queck gerichtet, die hier immer wieder einmal die Werbetrommel
für das Russland des Wladimir Putin rührt.
In Wahrheit hat Moskau stets Israel unterstützt und damit das palästinensische Volk in seinem Freiheitskampf
gegen den Zionismus verraten. Auch kein Wunder: Schließlich war ja die seinerzeitige Sowjetunion das erste Land
der Welt, welches das zionistische Gebilde "Israel" völkerrechtlich anerkannte.
Diese alten Verbindungen haben, wie man nun wieder einmal gesehen hat, jeden Systemwechsel im Flächen-
größten Staat dieser Erde überdauert- und allein dies lässt schon einmal tief blicken!

Dr.Josef Haas  
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