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Von guten und bösen Hitlervergleichen

#1 von Yavuz Özoguz , 26.11.2017 09:46

Von guten und bösen Hitlervergleichen

Die Spielregeln sind sehr einfach: Wenn der Hitlervergleich dem Zionismus dienlich ist, dann ist er gut, ansonsten ist er böse und muss bekämpft werden.



Vorab muss eines deutlich gemacht werden, damit die zionistischen Sprachrohre in Deutschland nicht auf eine falsche Fährte locken. Hitler und viele mit ihm waren Rassisten. Jegliche Gesetze und Handlungen, die auf Rassismus aufbauen, gehören zu den schlimmsten Formen der Unmenschlichkeit, selbst wenn er als Reaktion auf anderen Rassismus erfolgt. Der Rassismus, der in Deutschland einstmals auf dem Arierwahn aufbauend sich gegen Juden und viele andere Nichtarier richtete, sollte dazu führen, dass von deutschem Boden nie wieder Rassismus ausgeht. Der nunmehr drei Generationen zurückliegende Rassismus wird plakativ stets mit einem Namen verbunden: Hitler. In der zunehmend propagandistisch werdenden Weltpolitik auf allen Seiten, werden politische Gegner regelmäßig als Hitler bezeichnet. Genauso regelmäßig treten Israel-Lobbys weltweit auf und mahnen, dass der Vergleich die grausamen Taten des echten Hitlers verharmlosen würden. Wenn der weltweite Zionismus aber einmal bei einem extrem laut geschrienen Hitler-Vergleich wie abgesprochen schweigt, bedarf es der genaueren Analyse.

Zunächst einmal erfolgt ein Blick auf typische Beispiele von zurückgewiesenen Hitler-Vergleichen. Als im Augst 2017 die Zeitschrift Stern den neuen US-Präsidenten Trump mit Hitler verglich, reagierte der Zentralrat der Juden in Deutschland, eine Art inoffizielles Sprachrohr Israels, prompt und kritisierte die Verharmlosung [1]. Als des Präsidenten US-Pressesprecher Sean Spicer den syrischen Präsidenten Baschar al Assad mit Hitler verglich, reagierte die Zionismus-Lobby wiederum prompt. Selbst aus Deutschland kam Kritik [2]. Es gibt aber nicht nur zugelassene Hitler-Vergleiche. Manchmal wird ein Hitler-Vergleich von der Zionismus-Lobby selbst angestrengt. Als die ukrainische West-Ikone Timoschenko den russischen Präsidenten Putin mit Hitler verglich, war es hingegen die pro-zionistische Bildzeitung, die das Interview abdruckte und keine Kritik an dem Vergleich hatte [3].

Im Jahr 2006 verglich die damals neue Chefin des Zentralrats der Juden in Deutschland den iranischen Präsidenten Ahmadinejad mit Hitler [4]. Dazu muss man wissen, dass im Iran die zweitgrößte jüdische Gemeinde im Nahen Osten lebt. Juden haben ein problemlos im Iran arbeitendes Tehran Jewish Committee und eigene verfassungsmäßig garantierte Parlamentsabgeordnete. Sie können ihre Religion im Iran frei ausüben. Es gibt mehr als 20 aktive Synagogen allein in Teheran und mehr als fünf koschere Metzgereien und das, obwohl der Anteil an der Gesamtbevölkerung nur bei weniger als 0,1 Prozent liegt [5].

Nun gibt es einen neuen Hitler vergleich. Der neue saudische Statthalter westlicher Interessen in der Saudi-Kolonie, Kronprinz Mohammed bin Salman hat Irans geistliches Oberhaupt Imam Ajatollah Ali Chamenei mit Adolf Hitler verglichen und das lautstark bekräftigt. Was zuerst von der New York Times als Interview verbreitet worden ist, hat die den Zionismus mittragende Springerpresse in Deutschland wohlwollend aufgenommen [6]. Es gibt keine Kritik vom Zentralrat der Juden, keine Verharmlosungsvorwürfe und keine Aufforderung, der Vergleich zurückzunehmen.

Was lernen wir daraus? Es kommt bei Nachrichten, bei so genannten Informationen, bei Aussagen von Politikern und bei allem Geschriebenem und Gesagtem nur darauf an, wem es nützlich ist. Ein Hitler-Vergleich, der den Interessen des Zionismus schadet, wird mit der Auschwitz-Keule erschlagen. Ein Hitler-Vergleich, der dem Zionismus nützt, wir unterstützt.

Im Internet kursiert ein Foto einer Projektion eines deutschen Künstlers, der Kronprinz bin Salman mit Hitler-Bart auf den Zaun der Saudi-Botschaft in Berlin projiziert haben soll [7]. Davon lesen wir gar nichts in den Systemmedien, nicht einmal, ob es unwahr sei.

Fazit: Geschichte, Nachrichten, Meinungen und alles, was in der Westlichen Welt unter die Rubrik Informationen fällt, darf niemals unter dem Gesichtspunkt wahr oder falsch aufgenommen werden. Es gibt nur eine Kategorisierung: Was nützt den Machthabern und was nicht, was nützt dem Kapitalismus und was nicht, was nützt dem Imperialismus und was nicht? Was ihnen nützt, erhalten wir als „Information“, was ihnen schadet, wird entweder vertuscht, relativiert oder auf dem Kopf gestellt. Hat man diese Zusammenhänge erst einmal verstanden, weiß man, dass alle sogenannten Menschrechte, Freiheit, Frieden usw. nur so lange unterstützt werden, wie es der Westlichen Welt und damit auch dem Zionismus nützen. Findet hingegen z.B. ein Krieg statt gegen die Bevölkerung in Jemen, der von Saudis, Zionisten, USA und auch Deutschland bei Missachtung des eigenen Grundgesetzes unterstützt wird, dann leugnet die Bundesregierung, dass es überhaupt einen Krieg im Jemen gäbe [8].

Es greif zu kurz, wenn man die oben genannten Maßstäbe nur auf die heutigen Informationen anwendet. Es ist eher davon auszugehen, dass die Methode, dass Geschichte immer nur von Siegern geschrieben wird, schon immer existiert hat. Wer die Wahrheit sucht, sollte sich nie auf die Seiten der Reichen und mächtigen begeben, er sollte sich nie auf die Seite derjenigen begeben, die in Palästen ihrer schamlosen Prunksucht frönen, sondern an die Seite der Armen, an die Seite der Bescheidenen und nach Gerechtigkeit strebenden Hungernden. In dieser Weltsituation stellt sich daher immer wieder die Frage: „Ist es wirklich so schwer den Moses und Pharao seiner Zeit zu erkennen?“ [9]

[1] https://www.derstandard.de/story/2000063...leich-auf-cover
[2] http://www.faz.net/aktuell/politik/trump...h-14968676.html
[3] https://www.wsws.org/de/articles/2014/03/21/hitl-m21.html
[4] http://derstandard.at/2472985/Neue-Chefi...ejad-mit-Hitler
[5] http://www.dw.com/de/juden-im-iran-ging-...ropa/a-38848551
[6] https://www.welt.de/politik/ausland/arti...uen-Hitler.html
[7] https://www.facebook.com/NotoWahabism/?h...gtUsFGE&fref=nf
[8] https://de.sputniknews.com/politik/20171...n-waffenhandel/
[9] Ist es wirklich so schwer den Moses und Pharao seiner Zeit zu erkennen?

Yavuz Özoguz  
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