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Können wir wirklich nicht allen helfen? Gedanken auf dem Hundefriedhof

#1 von Yavuz Özoguz , 08.08.2017 12:02

Können wir wirklich nicht allen helfen? Gedanken auf dem Hundefriedhof

Vor einigen Tagen wurde ein Buch vorgestellt mit dem Titel: „Wir können nicht allen helfen. Ein Grüner über Integration und die Grenzen der Belastbarkeit.“ [1] Autor ist ausgerechnet Tübingens Bürgermeister der Grünen Boris Palmer. Die Tatsache, dass die Grünen inzwischen so ziemlich alle ihre Gründungsideale über Bord geschmissen haben, ist zwar allgemein bekannt, aber die Behauptung, dass wir nicht allen helfen könnten, klang schon allein deshalb so provokativ, weil es eine Aussage der AfD hätte sein können.



Auf einer meiner vielen Dienstreisen durch die Republik kam ich gestern an einer Landstraße in Seevetal vorbei, an der ein Schild stand: Hundefriedhof Seevetal. Währenddessen lief in Deutschlandfunk wieder eine Berichterstattung darüber, wie die Identitäre Bewegung den Hilfsbooten im Mittelmeer das Leben schwer macht. Ich hatte noch etwas Zeit bis zu meinem nächsten Geschäftstermin und folgte der Beschilderung. Da lagen sie also die vielen Waldis, Pützis, Snoopys und Fipsis sehr idyllisch im Wald, während die hungernden Afrikaner im Mittelmeer ertranken. Manche der Grabsteine (ja, die Hunde hatte teils teure Grabsteine) hatten ein Kreuz. Gibt es christliche Hunde?



Wieder fiel mir die Aussage des grünen AfD-Imitats ein: „Wir können nicht allen helfen.“ Ist das wirklich so? Solch eine Behauptung müsste doch zumindest mit Zahlen belegt werden können. Laut UNO Flüchtlingshilfswerk sind aktuell 65 Millionen Menschen auf der Flucht [2]. Davon befinden sich fast 3 Millionen in der Türkei, die weniger Bevölkerung hat als Deutschland und als ärmer gilt. 1 Million sind in der Islamischen Republik Iran, das ebenfalls weniger Bevölkerung hat als Deutschland und ebenfalls als ärmer gilt. Zudem wird der Iran überzogen mit westlichen Boykottmaßnahmen! Ebenfalls 1 Million Flüchtlinge werden dem Libanon zugesprochen. Mit nur 6 Millionen Einwohnern hat also jeder sechste Libanese einen Flüchtling aufgenommen. Das wäre so, als wenn Deutschland 14 Millionen Flüchtlinge aufgenommen hätte, falls Libanon und Deutschland über gleiche Vermögensverhältnisse verfügen würden. Im Libanon gibt es keine AfD. Auch die völlig verarmten Länder Uganda und Äthiopien haben fast eine Millionen Flüchtlinge aufgenommen. Selbstverständlich sind die Verhältnisse in den beiden letztgenannten Ländern für Flüchtlinge nicht annähernd vergleichbar mit der Situation der Flüchtlinge in Deutschland. Daher sollte der Blick auf die Möglichkeiten Deutschlands geworfen werden.

Nach Angabe der Verbraucherzentralen landen Jahr für Jahr in Deutschland 11 Millionen Tonnen Lebensmittel im Wert von circa 25 Milliarden Euro im Müll [3]. Das sind mehr als 30.000 Tonnen an jedem Tag! Würde man vereinfach und großzügig von 1 kg Lebensmittel ausgehen, die ein durchschnittlicher Mensch pro Tag benötigt, könnten davon 30 Millionen weitere Menschen versorgt werden. Allein durch die Verschwendung von uns Deutschen könnte die Hälfte aller Flüchtlinge in der Welt versorgt werden. Aber es gibt ja nicht nur uns Deutsche, sondern auch noch Franzosen, Engländer, US-Amerikaner und einige andere in der Westlichen Welt, die mindestens genau so viel verschwenden wie wir. Die indirekten Auswirkungen, dass wir durch unsere Verschwendungssucht maßgeblich mit dafür verantwortlich sind, dass die Hungernden zu Flüchtlingen werden, wurde hier noch gar nicht berücksichtigt.

Es gibt aber noch eine andere Speise, die die hungernden Afrikaner liebend gerne annehmen würden, wenn wir es ihnen nur geben würden: das Hundefutter. In Deutschland wird im Jahr 2017 ca. 1,5 Milliarden Euro Umsatz mit Hundefutter gemacht [4]. Würde man statt 6 Millionen Hunden 3 Millionen Menschen versorgen, bliebe sogar etwas über.

Und schon könnten wir Deutschen 33 Millionen Menschen mit Lebensmitteln versorgen. Weitere 12 Millionen Katzen entsprächen sicherlich weiteren versorgbaren 3 Millionen Menschen.

Würde Deutschland allein mit seiner unerträglichen Verschwendungssucht aufhören und statt Katzen und Hunden lieber Menschen ernähren, könnte Deutschland allein weit mehr als die Hälfte aller Flüchtlinge weltweit mit Lebensmitteln versorgen. Allerdings ist hierbei nur berücksichtigt, dass die Menschen in Deutschland mit deutschen Preisen versorgt werden. Würde die Versorgung nicht in Deutschland sondern in den jeweiligen Heimatländern erfolgen, könnte auch deren Unterkunft, Ausbildung und viele andere mehr sichergestellt werden. Die westliche Welt besteht bekanntlich nicht nur aus Deutschland. Zudem ist Deutschland nicht der größte Verschwender im Westen. Würden also die anderen großen westlichen Nationen mitmachen, wie z.B. Frankreich, England, USA usw., dann gäbe es nicht nur keinen Hunger in dieser Welt, sondern auch einen zunehmenden Reichtum!

Ja, wir Deutschen könnten der ganzen Welt helfen, wenn wir unsere eigenen Erkenntnisse umsetzen und verbreiten würden! Ja, wir Deutschen könnten Deutschland zum Leuchtturm für Menschlichkeit in der Welt umgestalten, wenn wir aus dem Wahn des Kapitalismus ausbrechen und die Logik der Menschlichkeit obsiegen lassen würden. Ja, wir Deutschen könnten Vorreiter für Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit auf Erden werden, wenn wir unseren Egoismus überwinden und Nächstenliebe praktizieren würden!

Müssten wir dann tatsächlich auf unseren gewohnten Lebensstandart verzichten? Müssten wir ärmer werden, damit die Hungernden nicht mehr hungern? Würden wir Lebensqualität verlieren? Ist es Lebensqualität, wenn man verschwendet und die Seele mit ansieht, wie verzehrbares Brot vernichtet wird? Ist es Lebensqualität, wenn hunderttausende vereinsamter alter Menschen nur noch in einem Hund einen Gesprächspartner finden? Ist es Lebensqualität, wenn die Seele weiß, dass jeden Tag 30.000 Mitmenschen auf diesem Planeten verhungern, weil die Reichen ihren voll gestopften Rachen nicht voll genug bekommen können?



Es gibt eine Lebensqualität jenseits rein materieller Güter. Jene Lebensqualität ist viel größer als das, was wir derzeit erreicht haben. Voraussetzung dafür ist Menschlichkeit und Nächstenliebe. Die Liebe zu Hunden ist ein Ausdruck dieser unerfüllten Sehnsüchte. Einstmals gab es Christen in diesem Land, die das Wort Nächstenliebe in den Mund genommen haben. Sie haben an die Armen der Welt gedacht und waren sogar bereit zu verzichten, wenn dadurch Menschenleben gerettet werden können. Jene Christen sind inzwischen in der Minderheit in einem durch und durch kapitalisierten Land. Es wird Zeit, dass wir deutschen Muslime jenen Christen unter die Arme greifen und die Nächstenliebe hochhalten. Dann wird niemand mehr seinen verstorbenen Hund in einem Waldfriedhof mit einem Kreuz begraben müssen und niemand wird weinen müssen um die Hungernden in der Welt, weil es Letztere nicht mehr gibt. Wir können das schaffen!

[1] http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/af...n-15128326.html
[2] https://www.uno-fluechtlingshilfe.de/cdn/trk/lp/v01/
[3] https://www.verbraucherzentrale.de/lebensmittelverschwendung
[4] https://de.statista.com/statistik/daten/...nach-futterart/


Yavuz Özoguz  
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zuletzt bearbeitet 08.08.2017 | Top

RE: Können wir wirklich nicht allen helfen? Gedanken auf dem Hundefriedhof

#2 von Dörte Donker , 09.08.2017 12:09

Der Artikel ehrt Dich natürlich, aber zwei Dinge gibt es da zu bedenken:
1. Unsere Haustiere bekommen nur Abfälle (Schlachtabfälle und andere Abfälle aus der Lebensmittelindustrie) und zwar der übelsten Sorte, zum Teil direkt aus der Abdeckerei, also auch von Tieren, die für die menschlche Ernährung nicht mehr geeignet sind; sogar eingeschläferte Haustiere werden dort verarbeitet, denn man hat dort Rückstände der Betäubungsmittel gefunden, mit denen man Haustiere einschläfert. Selbst wenn man Barf Futter kauft, würde keiner, wenn du mal daran riechst, das der menschlichen Ernährung zuführen. Das sind, wenn die Qualität hochwertig sind, Innereien, Pansen, Mägen, Gedärme, oder gar nur Hühnerhintern, die für menschliche Ernährung nicht geeignet sind. In den ganz billigen Futtersorten kannst du sogar Fleisch gänzlich vermissen, vielleicht etwas Fleischmehl, in denen sich vor allem auch Häute, Hufe und Federn befinden.

2. Unser Fleischkonsum hier in der 1. Welt ist das Problem
https://vebu.de/tiere-umwelt/umweltbelas...sum/welthunger/

http://www.handelsblatt.com/politik/inte.../8928552-3.html

Also warum nicht bei sich selbst anfangen. Man muss kein Vegetarier oder Veganer werden, aber man kann den Fleischkonsum drastisch reduzieren, wenn man da ansetzen möchte. Es gibt unzähliche Gemüsesorten, Hülsenfrüchte (vor allem Linsen und Kichererbsen aus denen man wunderbare Gerichte zaubern kann), Sojaprodukte, Nüsse mit denen man sein Eiweißbedarf decken kann. Ich zumindest machen es schon eine ganze Zeit so und ich habe keinerlei Bedürfnis mehr nach tierischen Protein. Fisch gönne ich mir noch vereinzelt


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zuletzt bearbeitet 09.08.2017 | Top

RE: Können wir wirklich nicht allen helfen? Gedanken auf dem Hundefriedhof

#3 von Dr.Josef Haas , 14.08.2017 17:30

Wie immer,ein sehr interessanter Beitrag von Ihnen!
Aber mit "könnte", "würde", "hätte", "müsste", ist und bleibt es natürlich nicht getan.
Je älter ich werde- bin derzeit 63- um so mehr stoßen mich, auch sehr gut gemeinte,
Illusionen ab. Denn letztlich sind ja selbst bewusst ihren Glauben lebende Menschen
oftmals weder willens noch fähig, zumindest einen Bruchteil von dem in die Wirklichkeit
umzusetzen, was für unsere Gesellschaften Überlebens notwendig bleibt.
Leider machen da sämtliche Religionen keine Ausnahme (mehr).
Infolgedessen kommt es -mehr denn je- auf das persönliche Bemühen, sogar den
individuellen Kampf, um eine Verbesserung unserer jeweiligen Lebensumwelt an.
Hoffnungen auf die hier sicherlich theoretisch vorhandenen Reform-Möglichkeiten
helfen aber meines Erachtens nicht viel weiter, können- demgegenüber- sogar
später zu großer Enttäuschung führen.
Denn all das, was hier vollkommen richtig analysiert worden ist, konnte man ja,
gerade an dieser Stelle, schon des öfteren lesen.
Da gefällt mir Ihr Beitrag "In einer Welt von Wahnsinnigen muss man eine Parallelgesellschaft
bilden" wegen seiner Realitätsnähe dann doch viel besser!

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RE: Können wir wirklich nicht allen helfen? Gedanken auf dem Hundefriedhof

#4 von Cengiz Tuna , Gestern 16:53

An so etwas Ähnliches habe ich auch gedacht, Herr Haas: Wenn das Wörtchen wenn nicht wär. Theoretisch könnten wir noch viele Millionen Menschen aufnehmen. Ja theoretisch müsste sogar niemand verhungern auf der Welt. Doch sieht die Realität leider ganz anders aus.

Hätten Sie mir noch vor einigen Jahren gesagt, es gibt einen Plan die Völker zu entwurzeln, ich hätte es nicht geglaubt. Heute kann ich es nicht mehr leugnen. Man denke auch an den Kalergi-Preis für Merkel. Jetzt verstehe ich die Europäische-Idee. Jetzt verstehe ich auch den Mauerbau, die Teilung Deutschland und aus welchem Grund unsere Eltern in den sechziger und siebziger Jahren nach Deutschland geholt wurden. Das war nur der Anfang. Man muss der Wahrheit einfach ins Auge sehen und nicht immer alles als Verschwörungstheorie abtun.

Wer heute immer noch glaubt, Frau Merkel will den Menschen nur helfen und die Migration wird nicht absichtlich angetrieben, der sieht die Zusammenhänge nicht. Es ist eine derart dreckige Politik, die auch den Tod von vielen Menschen in Kauf nimmt. Zum Teil sogar absichtlich herbeiführt, um Mitleid zu erwecken. Es ist Kriminalität von ganz oben.

Seit dem die Balkanroute nicht mehr aufrechterhalten werden konnte, werden die „Flüchtlinge“ nun vorwiegend aus Afrika gelockt. Dabei übernehmen sogar unsere eigenen Hilfsschiffe die Funktion der Schlepper. Zumindest arbeiten sie mit den Schleppern eng zusammen. Sie fischen die Flüchtlinge an der Grenze zu Afrika auf und bringen sie nach Europa.

Ich bin ja nicht dagegen, noch mehr Menschen nach Deutschland einwandern zu lassen, erst recht nicht dagegen, wirklichen Flüchtlingen zu helfen, aber dann soll man es kontrolliert und betreuend machen und uns nicht belügen, man würde Flüchtlingen helfen. Damals als die ersten Ausländer kamen, da gab es wenigstens noch Unterkunft und Arbeit, heute sieht es ganz anders als. Es fehlen einfach die Voraussetzungen dafür. Deshalb sehe ich das Ganze auch nicht so positiv.

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RE: Können wir wirklich nicht allen helfen? Gedanken auf dem Hundefriedhof

#5 von Cengiz Tuna , Gestern 18:10

Heute kam in den Nachrichten, dass die Rettungsschiffe ihre Arbeit stoppen mussten, weil die libysche Küstenwache sie daran hinderte, weitere Menschen aufzunehmen.

Warum hindert Libyen eigentlich plötzlich die Rettungsschiffe daran, weitere „Migranten“ (selbst die Medien schreiben schon nicht mehr Flüchtlinge, sondern Migranten) aufzunehmen? Aus humanitären Gründen? Weil es zu gefährlich ist und zu viele ertrinken, oder weil sie auch einen Teil vom Merkel-Kuchen haben wollen? Schließlich ist Frau Merkel bereit Milliarden auszugeben, damit noch mehr Migranten kommen.

Noch etwas wird aus solchen Nachrichten deutlich. Die NGOs, wie man sie nennt, also die Rettungsschiffe, sind in der Nähe der Küste Libyens. Warum bringt man die Menschen dann nicht zurück nach Libyen, nachdem man sie gerettet hat? Nach Europa ist es doch viel weiter weg. Und warum nennt man die Rettungsschiffe NGOs? Will man davon ablenken, dass doch die Regierungen dahinter stecken? Schließlich will die EU nun weitere Rettungsschiffe zur Verfügung stellen. Also ist die Bezeichnung NGOs irreführend.

Noch etwas darf in diesem Plan nicht fehlen: Die Radikalen. Das was die AFD auf Land, das die Identitäre Bewegung auf See. Das ist das Erste, was mir einfiel, als ich von dieser Bewegung hörte. In der letzten Zeit kommen die immer öfter in den Medien vor. Man darf die Opposition eben nicht dem Zufall lassen.


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RE: Können wir wirklich nicht allen helfen? Gedanken auf dem Hundefriedhof

#6 von Cengiz Tuna , Heute 11:38

Hier ist eine kurze Dokumentation darüber, wie die Menschen aus verschiedenen afrikanischen Ländern an die Küste Libyens transportiert werden, um sie dann auf Boote zu verfrachten, die gar nicht für so viele Menschen ausgelegt sind und die für so eine Strecke nicht geeignet sind. Sie müssen ja auch nicht geeignet sein, schließlich sollen sie ja auch „gerettet“ werden.

https://www.youtube.com/watch?v=K8a3wxY2HvU

Das wurde noch ausgestrahlt, da waren Nafris noch unerwünscht, jetzt wo die Balkanroute dicht ist, nimmt man auch die Nafris.

Vom Oberschlepper gibt es natürlich nur ein Phantombild, aber von allen anderen werden die Identitäten veröffentlicht. Typisch für die Systempresse. Der Oberdrahtzieher hat vermutlich die besten Beziehungen zur EU-Regierung und ist das Bindeglied zwischen Schleppern und Regierung, deswegen darf der seine Identität nicht so bekannt werden, wie die der anderen.

Die wirklich Hungernden und Armen können keine 2000 bis 5000 € zahlen, um sich so eine Hoffnung zu erkaufen, sie kommen noch nicht mal bis an die Küste. Es ist die afrikanische Mittelschicht, die sich das leisten kann. Für mich sieht das aus, wie moderner Sklavenhandel.

Schönen Gruß aus einem regnerischen Berlin

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RE: Können wir wirklich nicht allen helfen? Gedanken auf dem Hundefriedhof

#7 von Yavuz Özoguz , Heute 19:04

Lieber Herr Haas, lieber Bruder im Tragen des Geistes Gottes im Herzen.

Es stimmt! Einige meiner Artikel widerholen sich inhaltlich. Aber nicht jeder Leser hatte die Gelegenheit die früheren Texte zu lesen. Mit zunehmenden Alter allerdings - und da verusche ich einen weitern Apsekt einzubringen - nähert sich der Mensch seinem Schöpfer. Insofern müsste die Hoffnung daher zunehmen und nicht abnehmen. Zugegeben, vieles von dem, was ich vorschlage, "könnte" man auch schon heute hier und jetzt verwirklichen. Und wir könnten es verwirklichen. Aber die meisten tun es nicht. Na und?! Maßgebend ist für mich eine wudnerbare Geschichte des persischen Mystikers Rumi, den die Türken als Mewlana verehren. Sein Grab ist das größte Heiigtum der Türkei.

"Ein Spatz sah, dass der große Prophet Abraham (a.) von Nimrod ins Feuer geworfen wurde und flog sofort zu einer Wasserstelle, nahm den Schnabel voll mit Wasser und flog zur Feuerstelle, um das Wasser dort abzulassen. Leider war sein Schnabel nur so klein, dass nur wenige Tropfen darin Platz hatten, und so flog er unermüdlich immer wieder hin und her und ließ seine wenigen Tropfen über dem großen Feuer ab, während das Feuer größer und größer wurde. Als ein anderer Vogel das sah, sprach er den Spatz an und fragte: "Weißt Du denn nicht, dass Du mit Deinen mickrigen wenigen Tropfen nichts gegen dieses riesige Feuer ausrichten kannst?"

Der Spatz antwortete: "Ich weiß, dass meine Tropfen nichts ausrichten. Aber wenn der Tag des Gerichtes kommt und ich gefragt werde, was hast Du getan, als der große Prophet ins Feuer geworfen wurde, da will ich nicht verschämt dastehen. Ich tue, was ich kann. Und wenn hunderttausende Vögel solche mickrigen Tropfen über dem Feuer abwerfen würden, dann könnten wir es löschen. Ich aber bin nur verantwortlich für mich!"


Ich habe die festen Überzeugung, dass dieses Leben nicht umsont oder sinnlos erschaffen worden ist, sondern einen Sinn hat. Im Rahmen dieses Sinns kann die Hoffnung nur zunehmen, denn es wird DEFINITIV der Tag kommen, an dem Gerechtigkeit etwabliert wird. Es spielt keine Rolle, ob ich das miteerlebe oder nicht, denn wenn ich mich für Gerechtigkeit einsetze, gehöre ich dazu, unabhängig davon, wann es geschieht, und wenn ich micht nicht für Gerechtigkeit einsetze, dann würde es nichts nützen, wenn ich es miterlebe. Im Kleinen kann jeder die aufgelisteten Ideale versuchen zu verwirklichen. So wird bei uns der Teller immer aufgegessen, die Kinder lernen das von klein auf, und Übriggebliebenes wird auch am nächten oder übernächsten Tag noch gegessen. Vielleicht kann ich nicht die Welt verändern. Aber wenn der Geist Gottes in meinem Herzen schlägt, und Gott seinen Thron im Herzen des Gläubigen aufbaut, dann muss ich vor allem an mir arbeiten und nicht an der Außenwelt, die nur wiederspiegelt, was in meinem Herzen geschieht. Ich hoffe, das hilft weiter.

Yavuz Özoguz  
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