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Zu Inhalt und Kernaussagen von Grass' Gedicht

#1 von Muhammad Krüger , 10.04.2012 20:37

[von Admin editiert]: Die Wiedergabe des kompletten Gedichtes verstößt leider gegen geltendes Copyright, daher mussten die Originalverse gelöscht werden (Punkte), nur die Hinzufügungen konnten bestehen bleiben.


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Warum schweigt ihr, alle, Deutsche?
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Hätte Grass in den ersten Sätzen nicht diese harte und klare anti-iranische Stellung bezogen, so wäre der Medienhype gegen ihn noch weit bizarrer ausgefallen.
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Warum haben wir Deutsche Angst, den Namen "Israel" auszusprechen?
Warum haben wir Angst, Israel offen die Rechtsbrüche anzulasten, die es begeht?

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mit meinem bisherigen Schweigen, meinem Verschweigen bin ich -als Sehender Intellektueller- aktiv Schuld, habe Schuld auf mich geladen
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eine Sünde
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als Zwang empfinde ich mein Schweigen, weil mir durch Politiker und Medien dieser Maulkorb verpasst wurde-
Strafe habe ich zu erwarten, von der Geschichte, des Menschseins, wegen dieses Schweigens

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Verdikt, Maulkorb, Zensur - der Deutsche wird mittels "Antisemitismus-Verwurfs unmündig gehalten

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Jetzt erst wird mir die aktive Mittäterschaft deutscher Politiker und Unternehmen an den Verbrechen Israels bewusst
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Deutscher Mensch, frag dich das selber. Warum schwiegst du bislang?
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jedes Verbrechen und jede Sünde ist tilgbar! Und keine Sünde und kein Verbrechen kann Nachfahren eines Täters zu Last gelegt werden!
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Warum bin ich jemandem freundschaftlich zugeneigt? Weil wir gleiche Interessen haben, gleiche Ideale und Gerechtigkeitsvorstellungen haben, weil wir einander gut tun, gutes tun, weil wir ebenbürtig sind, nicht einer der Untertan des anderen ist.
Die ausgedrückte Verbundenheit von Grass zu Israel vermag ich nicht zu entschlüsseln

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ich stehe meinem Schöpfer bald gegenüber und mir wird täglich klarer: Ich habe außer ihm nichts mehr zu befürchten.
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Ich spreche es als Frage aus, was ich als Wahrheit empfinde. Aber sonst erreiche ich den einen oder enderen pro-israelischen Zeitgenossen nicht
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Heuchelei des Westens. DAS aus dem Mund des großen Grass ist eine Erkenntnis, eine Selbsterkenntnis. Deutscher Leser: Auch du und ich gehören zu diesem Westen. Solange bis wir uns das bewusst machen - und uns davon befreien.
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Habe den Mut dich deines verstandes zu bedienen - und den Mut und das Pflichtgefühl, diese deine Erkenntnis zu äußern!
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Israel hört auf Deutschland. Nicht weil Israel einsichtig wäre. Israel hat Angst vor Deutschland, Angst Deutschland könnte erwachen aus der Starre des Sklaventums in der pro-israelische Politiker und Presse uns halten. Angst, es könnte seine größte Schutzmacht nach den USA verlieren.
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uns Deutschland zu helfen, endlich ideologisch frei zu sein


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RE: Zu Inhalt und Kernaussagen von Grass' Gedicht

#2 von Fatima Özoguz , 13.04.2012 07:54

Es ist wirklich wichtig, dass man sich mit den Grundaussagen beschäftigt, die Grass gemacht hat. Das geschieht in der Presse aber nicht. Statt dessen wird die Diskussion geschickt auf Grass´Person gelenkt, z.B. auf seine frühere Mitgliedschaft bei der Waffen-SS, ob er nun Antisemit ist oder nicht, usw. Israel ist mal wieder fein aus der Schusslinie. Unterdessen hat Israel nämlich den Bau weiterer Siedlungen angekündigt. Ist darüber irgendwas in der Presse zu vernehmen, außer "beredtem" Schweigen? Ich habe gleich vermutet, dass hier wieder ein Ablenkungsmanöver im großen Stil stattfindet.


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RE: Zu Inhalt und Kernaussagen von Grass' Gedicht

#3 von Normen Peters ( gelöscht ) , 14.04.2012 10:24

Es ist vor allem interessant, welch zweifelhafte Figuren sich die Hetze gegen einen Israelkritiker mit der Keule des Antisemitismus zu Nutze machen um sich in das Gedächnis der deutschen Gesellschaft zurückzukämpfen.

1. Die Frau Klarsfeld mit Ihrem desaströsen Scheitern in der Bundespraesidentenwahl und einer nicht transpararenten Verangenheit mit dem israelischen Geheimdienst.
2. Marcel Reich Ranicky mit seinen von der Presse negativ wahrgenommenen Äußerungen über die deutsche Fernseh- und Literaturkultur. Um ihn wurde es sehr still. (Er bezeichnet das Gedicht von Grass als "ekelhaft".)
3. Guido Westerwelle, wir haben ihn alle noch mit seiner gescheiterten Meinungsoffensive (Dekadenz-Rede) gegen die Ärmsten in unserem Land bei ständig zunehmender Polarisierung der deutschen Einkommensverteilung in der Erinnerung. Nun ist er quasi für den "Ruf Israels" wieder alt kämpferisch.
4. Henryk M. Broder, vor Kurzem fiel er noch negativ durch eine deutliche Unterstützung der menschenverachtenden und pauschalisierenden Sarazin-Thesen gegen "alle" Muslime auf. Jetzt ist er auch auf einmal überall mit seiner Kippa zu sehen.

Ich persönlich emfinde die Beschimpfung des Praesidenten oder des Revolutionsführers (Maulheld, welcher sein Volk unterjocht) als eine absolute Unverschähmtheit.
Nun glaube ich aber jedoch, dass man dieses Zitat nicht unbedingt als persönliche Ansicht von Günther Grass herauslesen können muss.
Vielmehr könnte dies auch der versteckte Hinweis auf den selbstverständlichen diffamierenden Mediencode der westlichen Presse sein.

Normen Peters

   

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Antikriegsgedicht von Günter Grass

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