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Libyen und die Lockerbie-Affaire

#1 von Brigitte Queck , 05.04.2012 00:10

Lockerbie-Akte publiziert
Dokument aus dem Jahr 2007 untermauert die Zweifel an der Verantwortung des libyschen Geheimdienstes für den Absturz eines Passagierflugzeugs im Jahr 1988
von Knut Mellenthin ( hier verkürzt und kurz kommentiert wiedergegeben)

Knut Mellenthin machte in der Jungenwelt-Ausgabe am 31.03.2012 auf den in der schottischen Zeitung Synday Herald am 25.3.2012 veröffentlichten Geheimbericht aufmerksam, der ein anders Licht auf die Lockerbie-Affaire von 1988 wirft.
Schon vorher hatte es Zweifel an den zu lebenslanger Haft verurteilten Libyer Abdel Baset al-Megrahi gegeben. Megrahi war im August 2009 aufgrund seiner schweren Krebserkrankung auf dem Gnadenweg aus der Haft entlassen worden und lebt seither in Libyen. Dieser hatte von Anfang an eine Verwicklung in den Fall bestritten !!
Zum Hergang:
Am 21. Dezember 1988 war in einer Passagiermaschine der PanAm, die sich auf dem Weg nach New York befand, eine Bombe explodiert. Die brennenden Trümmer des Flugzeugs waren auf den schottischen Ort Lockerbie gestürzt. Alle Insassen des Flugzeugs – 243 Passagiere und 16 Crew-Mitglieder – sowie elf Anwohner des schottischen Ortes Lockerbie starben.

Seit 1991 hatten die US-amerikanischen Ermittler Megrahi beschuldigt, an der Tat beteiligt gewesen zu sein. Die Aussagen eines maltesischen Händlers, bei dem Megrahi kurz vor dem Anschlag Kleidungsstücke gekauft hatte, die sich in dem Bombenkoffer befunden haben sollen, waren der Ausgangspunkt für die US-amerikanische Anklage.
Megrahi war Leiter der Sicherheitsabteilung der libyschen Fluglinien und arbeitete nach US-amerikanischer Darstellung angeblich für den Auslandsgeheimdienst seines Landes.
Nachdem die libysche Regierung jahrelang alle Auslieferungsbegehren zurückgewiesen hatte, wurde Megrahi im April 1999 auf Veranlassung Muammar al-Ghaddafis in die »neutralen« Niederlande überstellt.
Ein schottisches Gericht sollte den Fall neu verhandeln.

Megrahi wurde dennoch am 31. Januar 2001 verurteilt. Er legte gegen das Urteil sofort Berufung ein, die jedoch im März 2002 abgewiesen wurde. Erst sein 2. Antrag vor dem zuständigen schottischen Berufungsausschuß (SCCRC) im Juni 2007 hatte Erfolg.

Zu einem erneuten Prozess kam es jedoch nicht mehr: Bevor er im August 2009 in die Heimat entlassen wurde ( die Ärzte hatten ihm nur noch eine Lebenserwartung von etwa drei Monaten prognostiziert ) hat Megrahi seine Berufung gegen das Urteil zurückgezogen.
Nicht auszuschließen ist, dass die Absicht, ein neues Aufrollen des Falles zu vermeiden (wer hatte wohl ein Interesse daran ? B.Q.), bei der Begnadigung eine wichtige Rolle gespielt hatte.

Das 821 Seiten umfassende Dokument, das der Sunday Herald am 25.3.2012 veröffentlichte, ist die Begründung des SCCRC für die Zulässigkeit der von Megrahis Anwälten geforderten Revision.
Dass das Gericht im Prozess gegen den Libyer erhebliche Verfahrensfehler begangen hatte, war schon vorher bekannt gewesen. Doch der gesamte Bericht war und bleibt Verschlusssache.
Warum wohl ??!!

Der Verteidigung waren damals vom Gericht Aussagen, Dokumente und Sachverhalte vorenthalten und verschwiegen worden, die den Prozessverlauf entscheidend verändert hätten.
Sie betreffen vor allem die Glaubwürdigkeit des Hauptzeugen, des maltesischen Händlers Tony Gauci. Seine Angaben waren widersprüchlich, zum Teil nachweislich falsch und offenbar nicht unbeeinflusst von dem – im Prozess nicht zur Sprache gekommenen – Umstand, dass er von der US-Regierung zwei Millionen Dollar Belohnung erhalten hatte !!

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Auf die von Knut Mellentin hingewiesenen und schon damals im Umlauf befindlichen Theorien, denen zufolge der Lockerbie-Anschlag von der äußerst obskuren palästinensischen Terrorgruppe PFLP-Generalkommando begangen worden sein könnte, die eine Vergeltungsaktion für den Abschuss eines iranischen Passierflugzeugs durch ein US-Kriegsschiff im Persischen Golf gewesen sein könnten, bei dem am 3. Juli 1988 alle 290 Passagiere und die Crew getötet worden waren, schließe ich mich nicht an.
Denn: WIESO SOLLTE DIE US-REGIERUNG DAFÜR DEN HAUPTBELASTUNGSZEUGEN GEGEN DEN LIBYER MEGRAHI EINE SUMME von 2 MILLIONEN DOLLAR ZAHLEN ??!!
Allen denjenigen, die vor der NATO-Bombardierung Libyens den „Schlächter“ Gaddafi nannten und in eben diesem Zusammenhang mit der Lockerbie-Affaire schon vorverurteilten, ins Stammbuch: immer erst genau prüfen, ehe man zu einem Urteil gelangt !!
Die westlichen bürgerlichen Medien, können uns, wie auch der Fall Syriens zeigt, DABEI NICHT HELFEN !! GANZ IM GEGENTEIL !!
DIE VON DEN FINANZ-UND RÜSTUNGMONOPOLEN BEZAHLTEN MEDIEN BEDIENEN DIE MEINUNG DERER, DIE AN KRIEGEN VERDIENEN.
MIT ANDEREN WORTEN : SIE WERDEN VON IHNEN DAFÜR BEZAHLT, KRIEGE VORZUBEREITEN !!
Brigitte Queck, 2.8.2012
Quelle: http://www.jungewelt.de/2012/03-31/032.php vom 31.03.2012

Brigitte Queck  
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