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Gaza stirbt für sich allein

#1 von Dr.Josef Haas , 22.08.2014 17:51

Gaza stirbt für sich allein

Man kann sich eine Steigerung des Dramas um Gaza eigentlich kaum mehr vorstellen, wo auf engstem
Raum zusammengedrängt eine Bevölkerung mehr denn je den Bombardements des israelischen Terrorstaates
ausgesetzt ist. Doch die Wirklichkeit spricht in diesem so schlimmen Zusammenhang mittlerweile eine
gänzlich andere, viel brutalere Sprache.
Mehr denn je stellt sich daher- zumindest für meine Person- die Frage, was zur Linderung der Not dieser
so armen und hilflosen Menschen getan werden könnte.
Die humanitäre Unterstützung ist und bleibt dabei natürlich wichtig, aber allein keineswegs
ausreichend, weil ja bekanntlich nie garantiert werden kann, dass sie angesichts der israelischen
Blockade ihre Empfänger zu erreichen vermag.
Venezuela hat hier bisher einzigartiges geleistet. Eine Maschine von dessen Luftwaffe hat so vor wenigen
Tagen erst 12 Tonnen Lebensmittel und Medikamente angeliefert, obwohl der Aggressor sie unmittelbar nach
ihrer Landung mit schweren Bomben angriff.
All dieses, von unseren "Qualitätsmedien" natürlich konsequent totgeschwiegene solidarische Handeln eines
südamerikanischen Staates,stellt natürlich dann sofort die Frage nach der Solidarität anderer Länder.
Hiervon ist leider wenig zu registrieren; Ägypten hat sogar seinen Grenzübergang Rafah geschlossen und
fällt mit diesem seinem so unwürdigen Verhalten den Muslimen im Gazastreifen sogar schamlos in den Rücken.
Aber selbst die bisher geleistete Unterstützung guter Menschen wird aber leider wohl nur die Bedeutung
eines in die Sahara aus einem Gartenschlauch gespritzten Wasserstrahls erlangen und damit wirkungslos
bleiben, steht doch Gaza in Gestalt des zionistischen Israel der blutrünstigste und grausamste Angreifer
gegenüber, den die Weltgeschichte seit langem erleiden musste.
Was wäre daher die in des Wortes buchstäblichster Bedeutung effizienteste und damit einzig vorstellbare
Hilfe für das notleidende Gaza?
Ein Übereinkommen von möglichst vielen Muslimen, sämtliche aus den USA und Israel kommende Waren zu
boykottieren. Darüber hinaus bleibt das Vorhandenbleiben der diplomatischen Beziehungen von Ägypten,
Jordanien und der Türkei mit Tel Aviv ein sich tagtäglich wiederholendes Verbrechen dieser muslimischen
Staaten an ihrer Solidarpflicht zu den Schwestern und Brüdern im Gazastreifen.
Vom perversen Verhalten Saudi-Arabiens, auf dessen Territorium sich bekanntermaßen die heiligen Stätten
des Islam befinden, braucht hier ja gar nicht weiter gesprochen zu werden. Es ist jedem objektiven
Betrachter der Szenerie seit langem wohl bekannt- allerdings wird auch diese Erkenntnis leider ohne jedwede
Wirkung bleiben.
Traurig, aber wahr, dass der Iran seine Beziehungen zu diesem Land, wo eine Prinzenkaste durch die
Unterdrückung der Einwohnerschaft auch die Religion permanent schändet, laut IRIB als "vollkommen normal"
bezeichnet.
All dies mag Realpolitik genannt und mit scheinbar überzeugenden Erklärungen, wie man sie in diesem
Forum immer wieder zu lesen bekommen hat, abgetan werden.
Mich widert dies allerdings genauso wie die zionistenhörige Politik der Regierung des Landes, in dem ich derzeit
lebe, also der Bundesrepublik Deutschland,dennoch ständig mehr an.
Von ihm ist wohl aber inzwischen auch gar nichts mehr anderes zu erwarten!
Nein: zur tatsächlichen Lösung dieser furchtbaren Tragödie in und um Gaza kann n u r eine vollkommen
andere Verhaltensweise führen. Nämlich das Schaffen von Gegebenheiten, welche der Zionismus, also
jüdische Faschismus, auch zu verstehen in der Lage ist.
Dies kann und wird allein die der Macht- sei es auf ökonomischem (wirtschaftliche Sanktionen) oder
militärischem Gebiet sein.
Die Ermordung des amerikanischen Journalisten Foley durch ISIS-Angehörige macht dies auf erschütternde
Weise deutlich und dokumentiert zugleich einmal mehr, dass ein Leben aus Amerika den Mächtigen dieser
Welt unendlich viel mehr wert zu sein scheint als das von mehr als 2.OOO Bewohnern des größten Freiluft-
gefängnisses, also Gaza.
Wenn dem aber- Gott sei´s geklagt!- schon so ist, dann hilft, so grausam dies erscheinen wird, gegen
die Mörder der friedliebenden palästinensischen Bevölkerung nur noch das Recht auf globale Selbst-
verteidigung, das die Israeltreue Bundeskanzlerin Angela Merkel bekanntlich schon seit langem dem
Judenstaat als Generalvollmacht gegenüber Palästina ausgestellt hat.
Alles andere bleibt -demgegenüber- bloße Augenauswischerei!


Dr.Josef Haas  
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zuletzt bearbeitet 22.08.2014 | Top

RE: Gaza stirbt für sich allein

#2 von Fatima Özoguz , 23.08.2014 17:08

Angeblich soll Hamas ja zugegeben haben, für die Entführung der drei Siedlerkinder verantwortlich zu sein, aber ich glaube den Nachrichten kein Wort mehr.
Aber immerhin ein Lichtblick:

Die Boykottaktionen wirken langsam!

http://worldobserveronline.com/2014/07/1...-boycott-fears/

https://www.middleeastmonitor.com/news/m...nned-eu-boycott

Leider musste ich aber heute entdecken, das Aldi Sodastream verkauft...sah aber wie Restposten aus.


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RE: Gaza stirbt für sich allein

#3 von Cengiz Tuna , 24.08.2014 21:13

Zitat
Traurig, aber wahr, dass der Iran seine Beziehungen zu diesem Land, wo eine Prinzenkaste durch die
Unterdrückung der Einwohnerschaft auch die Religion permanent schändet, laut IRIB als "vollkommen normal"
bezeichnet.
All dies mag Realpolitik genannt und mit scheinbar überzeugenden Erklärungen, wie man sie in diesem
Forum immer wieder zu lesen bekommen hat, abgetan werden.


Lieber Herr Haas,

wenn ich Sie richtig verstanden habe, werfen sie dem Iran Realpolitik vor, so wie wir es hier bei uns verstehen. Vermutlich weil es den Anschein hat, der Iran sei zu passiv. Das würde ich so nicht sehen. Der Iran ist eines der wenigen Länder, welches den Widerstand in Gaza tatkräftig unterstützt. Was meinen Sie, woher die Waffen, Raketen und das Know-How dafür kommt. Palästina ist nicht allein und wird vom Iran unterstützt. Und was glauben Sie, warum der Konflikt in Syrien vom Westen angestoßen wurde? Weil auch Assad zusammen mit der Hizbollah die Palästinenser unterstützten. Das hängt alles zusammen. Somit sterben die Menschen dort auch für Gaza.

Natürlich muss man noch mehr tun, aber dem Iran sind die Hände gebunden. Was soll der Iran denn machen, als den Widerstand vorerst im Untergrund zu unterstützen? Eine militärische Intervention des Iran, würde den Konflikt international eskalieren lassen. In Washington und Tel-Aviv sitzen Psychopathen auf Atombomben. Die Frage ist, ob der Iran damit nicht noch mehr Schaden anrichten würde.

Womit Sie aber Recht haben, ist die Tatenlosigkeit der Länder in der Region, die auch vom Iran kritisiert wird. Achten Sie aber nicht auf Nachrichten, die Irans Beziehung mit Saudi-Arabien als normal bezeichnen. Denn das ist nur diplomatisch ausgedrückt und stimmt nicht. Der Regierung um Rohani herum traue ich auch nicht, aber das letzte Wort hat immer noch das Revolutionsoberhaupt. Vertrauen Sie dem erfahrenen und weisen Oberhaupt Irans - Imam Chamene`i.

Gaza stirbt nicht, schon eher unsere Menschlichkeit. Gaza ist ein Exempel für die Menschheit. Hier wird zwischen Recht und Unrecht, zwischen Unterdrückern und Unterdrückten entschieden. So hart es sich anhört, aber all jenes muss passieren, damit die Menschen die Zeichen sehen. Damit die Fronten immer offensichtlicher werden. Mittlerweile sieht sogar die Masse wie die Fronten verlaufen. Vor einigen Jahren war das nicht so offensichtlich. Der Konflikt geht sogar bis ins kleinste Detail in Palästina selbst. Dort verliert Abbas immer mehr an Macht. Deswegen die Annäherung zwischen der Hamas und der Fatah. Genauso wie Sie, sehen die Palästinenser immer offensichtlicher, dass sie den arabischen Ländern nicht trauen können und nähern sich endlich dem Iran:

http://time.com/3138366/iran-and-hamas-a...after-gaza-war/

Wenn der Konflikt im Innern Palästinas gelöst ist, wird es sich auch nach außen verbreiten. Das scheint derzeit zu geschehen. Wenn man es nüchtern betrachtet, verliert Israel immer mehr die Kontrolle und steht mit dem Rücken zur Wand. Deshalb wird Israel aggressiv. Vielleicht sollten wir es auch von dieser Seite betrachten.

Ganz aktuell kommen auch Raketen aus dem Libanon und aus Syrien:

Israel unter Beschuss: Raketen aus Libanon und Syrien


Cengiz Tuna  
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