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Vorschlag, wie man GEMEINSAM ISIS schlagen und sich selbst vor d Untergang bewahren kann

#1 von Brigitte Queck , 16.06.2014 01:23

Amerikas verdeckte erneute Invasion in den Irak

von Tony Cartalucci
übersetzt von Brigitte Queck


ISIS benutzt brand-neue Toyatas, die gleichen Autos die von der NATO-bewaffnete Terroristen schon überall von Libyen bis Syrien benutzten und nun auch im Irak.

Diese Staats-gesponserten regionalen Söldner sind Einsatzkräfte
Am 13. Juni 2014 marschierte die „ICH“-„LD“- eine schwer bewaffnete, gesponserte und professionell organisierte Armee, die Militärs des Islamischen States von Irak und Syrien (ISIS), von der Türkei nordöstlich Syriens in den Irak ein, besetzten die Städte Mosul und Tikrit und wandten sich dann in Richtung Bagdad….
Das „Wall Street Journal berichtete: “ Irak Drama erwischt die U.S.Wache“: Das sich schnell entfaltende Drama und der schnelle Kollaps der irakischen Sicherheitskräfte überraschte Politiker und Militärs auf einem Treffen am Mittwoch im Weißen Haus.
Ein anderer Wall Street Bericht trägt die Überschrift „Geheime US-Drohnen über dem Irak“
Ein US-Mitarbeiter erklärte, dass der Geheimdienst mit Wissen des irakischen Militärs eine geheime US-Drohne geschickt habe.
Ungeachtet der Drohnenflüge durch die Geheimdienste und eines 3-jährigen CIA-Programms entlang der türkisch-syrischen Grenze, hatten „moderate“ Söldner gegen die syrische Regierung gekämpft.
Wenn Drohnen und CIA- Operationen auf ISIS Territorium operieren, dann war ihnen die Invasion der ISIS bekannt !
Die Lebanon Daily Start berichtete bereits im März 2014, dass die ISIS ganz offensichtlich ihre Kräfte von den Provinzen Latakia und Idlib im Westen Syriens abzog und sie nach dem Osten Syriens verlagerte- entlang der syrisch-irakischen Grenze.

Die Frage ist, wenn die libanesische Zeitung über die Truppenbewegung Bescheid wußte, warum sollte das die CIA nicht gewusst haben ?
Die offensichtliche Antwort lautet, dass die CIA informiert war.
Die Zeitung New Eastern Outlook Journal (NEO) berichtete: „NATOs Terror- Horden in Irak sind der Vorbote für eine Syrien Invasion“. Die USA, die Türkei, Saudi Arabien und Katar haben die Terroristen gesponsert und bewaffnet, die in den letzten 3 Jahren in Syrien für Hunderte von Millionen Dollar kämpften- die gleiche Summe werden die ISIS Truppen verlangen, wenn sie die Übermacht über die militanten Gruppen in Syrien erlangen sollen und wenn sie Kräfte mobilisieren, die in den Irak einmarschieren und die Nationalen Verteidigungskräfte Bagdads überwältigen sollen.

Die bekannteste Route von ausländischen Kämpfern nach Syrien wurde in einem Bericht vom West Points Combating Terrorism Center im Jahre 2007 beschrieben „ Al-Quaidas ausländische Söldner im Irak“ ( Seite 20 ). Die gleichen Netzwerke wurden im Jahre 2011 genutzt, als man versuchte, die syrische Regierung mit Hilfe der Türkei zu stürzen und heute im Jahre 2014 eine erneute Irak-Invasion durchführen.
Der NEO-Bericht verweist auf den Bericht des West Point Countering Terrorism Center der US-Armee : “ Bomben, Bankkonten und Ausbluten: Al-Quaidas Weg in und aus dem Irak“ und „Al Quaidas ausländische Söldner im Irak“, die im Detail das umfangreiche Terrornetzwerk beschreibt, das genutzt wird, um in den Irak ausländische Terroristen, Waffen, und Geld für Benzin einzuschleusen, um einen künstlichen „Stellvertreterkrieg“ während einer US-Okkupation zu führen, um danach vom Westen Syrien mit Terroristen zu überfluten und die Regierung von Damaskus zu stürzen.

Was macht ISIS im Irak ?
Der NEO-Bericht benutzte auch den Bericht von Seymour Hersh im Jahre 2007 „ Die Umleitung“, die über 9 Seiten die Vorstellungen der USA, Saudi-Arabiens und Israels beschreibt, stellvertretend Terroristen Regionen- weit zu nutzen, um den Iran, Syrien und die Hezbollah im Libanon zu bekämpfen.
Hersh erklärte, dass diese „stellvertretenden Extremisten“ entweder mit Al Quaida verbunden sind, oder die Al Quaida selbst repräsentieren.

Die ISIS-Armee, die auf dem Weg nach Bagdad ist, stellt den Beweis für diese Geheimsache dar, eine stehende Armee, die ungestraft handelt, wenn sie die syrische Regierung stürzt und PRO-IRANISCHE KRÄFTE IN DEN IRAK SCHICKT um SCHLIEßLICH DEN IRAN SELBST ZU BEDROHEN, indem sie eine Brücke vom Alquadas sicheren NATO-Haven in der Türkei durch Nordirak baut bis zu den direkten Grenzen Irans. Vom Westen als „Terroristen“ bezeichnet, garantiert dem Westen eine plausible Verneinung seiner eigenen Kreation, deren Aufstellung und deren Einsatz über ein breites Spektrum von Grausamkeiten, die sie nun ausführen.

Landkarte: das von der ISIS beanspruchte Territorium umfasst sowohl den Irak, als auch Syrien
Falls es möglich ist, eine NATO –Pufferzone zu errichten, dann kann sie (ISIS) straflos in Syrien, den Irak und den Iran einfallen und der Westen kann jahrelang einen regionsweiten Stellvertreterkrieg führen.

Das Ganze ist eine de facto erneute Invasion in den Irak im Interesse des Westens, ohne dass sich westliche Militärs direkt daran beteiligen, vielmehr versucht die Stellvertreterarmee alles Wissen um diese Verbindung zu leugnen. Es gibt jedoch keine andere Erklärung für die Größe und das Können der ISIS jenseits eines Staatensponsorings. Und wenn das klar ist, stellt sich die Frage, welche Staaten sponsern diese ? Mit dem Irak, Syrien und dem Iran zusammen mit der im Libanon befindlichen Hezbollah, die in einen bewaffneten Kampf mit ISIS und anderen Al Quaida Verbänden in dieser Region verwickelt sind, verbleiben nur die NATO und Saudi-Arabien zusammen mit Katar.
Wenn die ISIS vom Westen volle Handlungsfreiheit bekommt, direkt in Nordirak und Ostsyrien einzudringen und eine lang ersehnte „Pufferzone“ zu schaffen mit einem Zugang zum Hafen, um noch größere Einsatzkräfte zu schaffen, bietet es sich für Syrien, den Irak Iran und andere an, dem zuvorzukommen, indem sie gemeinsam geopolitische Punkte auswählen, die NATO-Söldner, Washingtons letzten „Schurken“ zu eliminieren.

GEMEINSAME IRAK-IRAN-OPERATIONEN IM NORDEN UND SÜDEN DER ISIS -STÜTZPUNKTE und GENAU ENTLANG DER TÜRKISCHEN GRENZE könnte die ISIS EINSCHLIEßEN, IN DIE FALLE LOCKEN UND ZERSTÖREN, so wie es die Syrer mit den NATO- Stellvertreterterroristen innerhalb ihrer eigenen Grenzen getan haben.

Was auch immer das regionale Ergebnis bringen mag, Fakt ist, dass der Westen erneut in den Irak eingefallen ist mit einer Militärkraft, die so brutal, wenn nicht noch brutaler ist, als die „Schock und Furcht“ Doktrin von 2003.
Irak droht eine erneute und schwere Okkupation, falls es nicht imstande ist, eine gemeinsame Front im Innern zu schmieden, zusammen mit Alliierten dieser Gefahr widersteht und sie (ISIS) mit höchsten Einsatz zerstört.

Quelle: http://www.informationclearinghouse.info/article38793.htm
America's Covert Re-Invasion of Iraq

Brigitte Queck  
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RE: Vorschlag, wie man GEMEINSAM ISIS schlagen und sich selbst vor d Untergang bewahren kann

#2 von Cengiz Tuna , 16.06.2014 17:02

Ganz sicher stecken hinter den Terror-Bewegungen der ISIS, ISIL, Al-Kaida usw. die zionistischen Imperialisten wie USA, IL, Saudi-Arabien und Lakaien. Und selbstverständlich wussten sie USA über den Einmarsch Bescheid. Die Frage ist nur, was planen und erhoffen sie sich diesmal? In Syrien mussten sie sich wegen der Unterstützung der Hizbollah zurückziehen.

Jedoch glaube ich nicht, dass es um eine Schaffung eines Korridors geht, um in den Iran einzumarschieren. Die ISIS und all die Terrorgruppen, wie die auch heißen, sind nicht stark genug, um eine Bedrohung für den Iran zu sein. Sie waren in Syrien nicht erfolgreich und werden es auch im Irak nicht sein. Es kann nur um etwas anderes gehen. Alleine der Aufruf von Ayatollah Al-Sistani hat 1,5 Millionen Menschen zur Verteidigung auf die Straßen gebracht. Zwar verstehe ich den Aufruf von Ayatollah Al-Sistani nicht, da er in der Vergangenheit immer behauptete, zu einen Jihad darf nur Imam Mahdi (a.f.) aufrufen, und nun plötzlich sollen die Schiiten im Irak das irakische Militär unterstützen. Das war der Grund, warum er so lange passiv blieb. Für mich hätte es gereicht, wenn er nur dazu aufgerufen hätte, die Heiligtümer zu beschützen.

Sorgen machen mir auch die Nachrichten, dass Rohani angeblich eine Annäherung an die USA sucht, um gemeinsam gegen die ISIS zu agieren. Wenn das denn überhaupt stimmt. Trotzdem, dem Herrn Rohani traue ich nicht. Leider wurde er aber von der Mehrheit der Iraner gewählt. Ich frage mich, was wird da im Irak jetzt mit dem Einmarsch wirklich geschmiedet?


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zuletzt bearbeitet 16.06.2014 | Top

RE: Vorschlag, wie man GEMEINSAM ISIS schlagen und sich selbst vor d Untergang bewahren kann

#3 von Brigitte Queck , 20.06.2014 09:49

Liebe Cengit Tuna !
Das macht mir auch Sorgen !
Hier nun ein anderer Beitrag, der ein bezeichnetes Licht auf diejenigen US/NATO-Staaten wirft, die bisher mit der Opposition , wie z.B. in Syrien, zusammenarbeiteten, diese mit nunmehr 250 000 NATO-Söldnern und Waffen unterstützen, um eigene neo-koloniale Ziele in diesem Raum durchzusetzen.

BAGDAD/DAMASKUS/BERLIN
Afsane Bahar am 16.6.14

(Eigener Bericht) - Mit dem Vormarsch des "Islamischen Staats im Irak und der Levante" (ISIL) erschüttert einmal mehr ein Produkt des auch von Berlin energisch befeuerten Syrien-Krieges den Mittleren Osten. Der ISIS verdankt seine aktuelle Stärke einer Radikalisierung im Aufstand gegen Assad, vor der Beobachter schon frühzeitig gewarnt hatten - ohne bei der Bundesregierung auf Gehör zu stoßen, die die Aufständischen weiter bestärkte. Der ISIS hat zudem von Waffenlieferungen und von weiterer Unterstützung aus Saudi-Arabien profitiert; die Golfdiktatur ist einer der wichtigsten Kooperationspartner Berlins im Syrien-Krieg. Das deutsche Polit-Establishment hält unter anderem engen Kontakt zu einem saudischen Prinzen, der bereits in den 1980er Jahren als Geheimdienstchef seines Landes die Mujahedin in Afghanistan aufrüstete, darunter Usama bin Ladin, und noch heute über erheblichen Einfluss verfügt. Auf der Beendigung der saudischen Hilfen für den ISIS hat Berlin nie bestanden. Die salafistische Miliz hat jetzt weite Teile des Irak unter ihre Kontrolle gebracht und beginnt auch den Libanon anzugreifen. Zudem sind ISIS-Aktivisten in Europa unterwegs; ihnen wird der mutmaßliche Vierfachmörder vom Jüdischen Museum in Brüssel zugerechnet.

Brutale Kämpfe

Der Al Qaida-Ableger "Islamischer Staat im Irak und der Levante" (ISIL) ist am Wochenende bei seinem Vormarsch auf Bagdad zum ersten Mal auf ernsthafte militärische Gegenwehr gestoßen. Vergangene Woche hatte die Miliz zunächst Mossul eingenommen, die zweitgrößte Stadt des Irak, die für die Erdöl- und Erdgasindustrie erhebliche Bedeutung besitzt. Anschließend war sie weiter in Richtung auf die Hauptstadt gestürmt und hatte mehrere weitere Orte eingenommen, etwa Takrit und die Industriestadt Baiji. Der ISIL strebt die Errichtung eines "Kalifats" auf syrischem und irakischem Territorium an; in den Gebieten, die er kontrolliert, herrscht ein Terrorregime, Massenexekutionen von Andersgläubigen inklusive. Flohen die irakischen Streitkräfte zunächst vor der Miliz, so haben sie am Wochenende eine erste Offensive gegen die vorwärtsstürmenden Truppen gestartet. Dabei werden sie von schiitischen Milizen unterstützt. Brutale Kämpfe haben begonnen.[1]

Entfesselt

Mit dem Vormarsch des ISIL erschüttert einmal mehr ein Produkt des auch von Berlin energisch befeuerten Syrien-Krieges den Mittleren Osten.

Die Eigendynamik des Krieges

Dass der Aufstand in Syrien, sollte er nicht rasch beendet werden, einer weitreichenden Radikalisierung den Boden bereiten könnte, hatten Beobachter schon frühzeitig gewarnt. Bereits am 23. Dezember 2011 war ein erster Suizidanschlag in Damaskus verübt worden, bei dem 44 Menschen umgebracht und 160 verletzt wurden; er trug die Handschrift salafistischer Terroristen und wird heute weithin dem damals im Entstehen begriffenen Al Qaida-Ableger "Jabhat al Nusra" zugeschrieben. Anfang Februar 2012 beklagte der griechisch-melkitische Erzbischof von Aleppo, unter den Söldnern, die "von der Türkei, dem Irak, Jordanien, Libyen oder Pakistan aus nach Syrien ein(sickerten)", seien auch viele "Extremisten": "Bewaffnete islamistische Gruppen" säten in Teilen des Landes inzwischen "Tod und Entsetzen".[2] Die Zahl allein derjenigen Suizidanschläge, die Jabhat al Nusra zugeschrieben werden, stieg von einem Attentat monatlich Anfang 2012 auf vier im April des Jahres und fünf bis sechs in den folgenden Monaten. Dies hielt Berlin nicht davon ab, den Krieg weiter zu befeuern: In der deutschen Hauptstadt wurden exilsyrische Oppositionsgruppen koordiniert sowie Pläne für ein Nachkriegs-Syrien geschmiedet [3]; der Bundesnachrichtendienst beschaffte Spionageerkenntnisse aus Damaskus und den Kampfgebieten [4]; schließlich unterstützte die Bundesregierung mittels Entwicklungs- und Hilfsorganisationen Ansätze zum Staatsaufbau im Rebellengebiet [5]. Dass es in einem sich in die Länge ziehenden Bürgerkrieg jedoch zur Stärkung von "Extremisten" komme, sei durchaus üblich, bekräftigt eine aktuelle Analyse der Washingtoner "Brookings Institution"; das treffe nun auch auf den Syrien-Krieg zu.[6]

Der Weg der Waffen

Dabei arbeitete Berlin - und arbeitet noch heute - eng mit den arabischen Golfdiktaturen zusammen, insbesondere mit Saudi-Arabien und Qatar. Dass Riad und Doha in Syrien islamistische Kräfte unterstützten, darauf wiesen Berliner Regierungsberater bereits im Februar 2012 hin (german-foreign-policy.com berichtete [7]). Die Unterstützung umfasst spätestens seit Anfang 2012 auch Waffenlieferungen und weitere Hilfsmaßnahmen für salafistische Milizen. Häufig ist darauf hingewiesen worden, dass die Waffen immer wieder ihren Weg selbst zu Al Qaida-Ablegern finden; so berichtet die Washingtoner "Brookings Institution", panzerbrechende Waffen und Granatwerfer, die Saudi-Arabien "gemäßigten Kräften im südlichen Deraa" zur Verfügung gestellt hatte, seien später bei Al Nusra und zuletzt sogar bei ISIL-Truppen im Irak aufgetaucht.[8] Experten zufolge sind salafistische Kleriker und "Privatpersonen" in Saudi-Arabien und Kuwait zudem dazu übergegangen, in Syrien, im Irak und mittlerweile auch im Libanon ganz gezielt Al Nusra und den ISIS mit Geld, Waffen und Trainingsmöglichkeiten auszustatten. Der saudische Herrscherclan sei vermutlich nicht selbst direkt involviert, heißt es; er dulde das Vorgehen aber bereitwillig, um sich Erfolge im Kampf gegen schiitische Kräfte in den genannten Ländern zu verschaffen.[9]

"Ein ganz wichtiger Partner"

Die enge deutsch-saudische Kooperation im Syrien-Krieg ist dadurch zu keiner Zeit gestört worden. "Saudi-Arabien ist ein ganz wichtiger Partner Deutschlands", hatte der damalige Außenminister Guido Westerwelle etwa erklärt, als er im März 2012 Riad besuchte - unter anderem zu Gesprächen über den Syrien-Krieg.[10] Im Monat zuvor hatte sich der damalige Vorsitzende der SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag, Frank-Walter Steinmeier, ebenfalls in Riad aufgehalten, um über den Syrien-Krieg zu diskutieren; er traf dort mit dem saudischen Außenminister sowie dem gleichzeitig in der saudischen Hauptstadt weilenden Javier Solana, ehedem NATO-Generalsekretär sowie anschließend Chef-Außenpolitiker der EU, zusammen. Zu den Saudis, zu denen Berlin auch jenseits offizieller Regierungsbeziehungen Kontakt hält, gehört der einstige langjährige Geheimdienstchef Prinz Turki al Faisal, der während seiner Amtszeit in den 1980er Jahren die Unterstützung des Westens und Saudi-Arabiens für die Mujahedin in Afghanistan koordiniert hatte; dabei arbeitete er mit einem gewissen Usama bin Ladin zusammen. Prinz Turki, der bis heute in Riad beachtlichen Einfluss besitzt, ist Mitglied im "Advisory Council" der Münchner Sicherheitskonferenz. Deutsche Medien haben ihm mehrfach in Interviews die Chance geboten, seiner Forderung nach einer Aufrüstung der Aufständischen in Syrien ein breites Publikum zu verschaffen. Dass auch salafistische Milizen bis hin zu Al Qaida-Ablegern aus Saudi-Arabien unterstützt werden, blieb jeweils unerwähnt.[11]

Nur der erste Schritt

Um Bashar al Assad zu stürzen, haben Berlin, Washington und die übrigen westlichen Mächte die saudischen Hilfen sogar für den ISIS faktisch toleriert - bis sich zu Jahresbeginn unübersehbar abzuzeichnen begann, dass dieser aus dem Ruder lief, nicht unähnlich dem früher in Afghanistan unterstützten Usama bin Ladin. Anfang Januar verübte der ISIS einen ersten Anschlag im libanesischen Beirut und eroberte die irakische Großstadt Falluja; weitere ausgreifende Offensiven konnten nicht ausgeschlossen werden. Im März erklärte Riad die Organisation auf westlichen Druck hin offiziell zur Terrororganisation und bemühte sich, andere salafistische Milizen in Syrien gegen sie in Stellung zu bringen - zu spät: Trotz allem konnte der ISIS nun bis kurz vor Bagdad marschieren. Wie Guido Steinberg, Mittelost-Experte der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), erklärt, ist der Irak dabei "nur der erste Schritt": Nach Bagdad "soll das Regime in Damaskus fallen, Syrien ist also das Ziel", wobei der ISIS "unter Syrien das historische Syrien im Osmanischen Reich" verstehe, "und dazu gehören der Libanon, Jordanien und auch Israel und Palästina".[12]

Anschläge im Westen

Steinberg weist darüber hinaus darauf hin, dass der ISIS sich "an die Spitze der dschihadistischen Bewegung weltweit setzen will". "Wenn er das tun will", erklärt Steinberg, "dann muss er aufsehenerregende Anschläge im Westen gegen amerikanische, gegen britische oder israelische Ziele verüben".
Insofern habe man es bei dem Erstarken des ISIS zwar "zunächst einmal mit einem lokalen Problem zu tun", dann "aber auch mit einem, das uns sehr konkret betrifft hier in Europa".[13]

Ende Mai ist in Frankreich der mutmaßliche Vierfachmörder aus dem Jüdischen Museum in Brüssel festgenommen worden, der sich zuvor rund ein Jahr lang in Syrien aufgehalten hatte - wohl als ISIS-Kämpfer.[14] Am Samstag hat nun die Bundespolizei in Berlin einen weiteren Syrien-Heimkehrer aufgegriffen, von dem es heißt, er könne in Deutschland womöglich weitere Milizionäre rekrutieren oder sogar einen Anschlag vorbereiten. Einmal mehr läuft eine Welle der Repression gegen eine Kraft an, die gleichsam als Begleiterscheinung in einem Operationsgebiet der deutschen Außenpolitik entstand und - als Feind des eigenen Feindes - faktisch geduldet und von Verbündeten sogar unterstützt wurde - bis sie sich gegen den Westen zu wenden begann.

Quelle :http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/58891


[1] Irakische Armee meldet Erfolge gegen Dschihadisten. www.faz.net 15.06.2014.
[2] S. dazu Irans Achillesferse.
[3] S. dazu The Day After, The Day After (III) und The Day After (IV).
[4] S. dazu Verdeckte Kriegspartei.
[5] S. dazu Im Rebellengebiet (IV).
[6] Charles Lister: Dynamic Stalemate: Surveying Syria's Military Landscape. Brookings Doha Center Policy Briefing, May 2014.
[7] S. dazu Die kommenden Kräfte.
[8] Charles Lister: Dynamic Stalemate: Surveying Syria's Military Landscape. Brookings Doha Center Policy Briefing, May 2014.
[9] Udi Dekel, Orit Perlov: The Saudi Arabia and Kuwait "Outposts Project": Al-Qaeda and Its Affiliates. The Institute for National Security Studies, INSS Insight No. 517, 16.02.2014.
[10] Deutschland und Saudi-Arabien. www.riad.diplo.de.
[11] S. etwa Gute Jungs, böse Jungs.
[12], [13] Ein neuer Bin Laden? www.deutschlandfunk.de 13.06.2014.
[14] S. dazu Der Krieg kehrt heim.

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