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Vortrag von Dr. Gürhan Özoguz am Donnerstag, dem 3. Muharram (Zusammenfassung)

#1 von Fatima Özoguz , 09.11.2013 16:59

Assalamu alaikum liebe Geschwister,

Wie wir alle wissen, dass Imam Hussain (a.s.) und seine Gefährten in der Nacht zu Aschura wachgeblieben sind, sie haben sehr intensiv Dua gemacht. Was würden wir machen, wenn wir wüssten, dass wir am nächsten Tag sterben werden? Wofür machen wir Dua, und was für ein Dua?

Allah sagt im Quran, dass Er uns näher ist als unsere Halsschlagader. Allah kennt unser Innerstes, Er kennt all unsere Gedanken, Gefühle und Wünsche. Wofür sollen wir dann Dua machen, wenn Er sowieso weiß, was wir uns wünschen? Was wünschen wir uns denn eigentlich? Worum bitten wir Allah? Um mehr Geld, Gesundheit, Essen, d.h. wir verlangen etwas. Bei Krankheit machen wir intensiver Dua als bei Gesundheit. Im Zustand der Gesundheit dagegen vergessen wir zu danken. In Armut machen wir mehr Dua als bei Reichtum. Wir machen also vor allem dann Dua, wenn uns etwas fehlt. Aber wenn wir alles haben, was wir brauchen, verlangen wir entweder noch mehr, oder wir vergessen, Allah zu danken. Ist das denn dann ein aufrichtiges Dua? Was machen wir falsch? Im Quran sagt Allah "Bittet Mich, Ich antworte euch." Wir müssen uns selber dabei zuhören, wenn wir Dua machen. Wir können uns dann darüber klar werden, warum wir auf Erden sind, welche Ziele wir verfolgen. Meist machen wir nach dem Ritualgebet Dua. Wir sollten aber vor allem nachts Dua machen, wenn alles ruhig ist, abseits von Arbeit, Kindern, Beruf ,Schwierigkeiten und anderem. Das führt zu wahrer Spiritualität. Setzen wir uns einfach nachts hin und sagen Allah, welche Sorgen wir haben, Bedanken wir uns? Wir sollten das in Ruhe machen, nicht zwischen Tür und Angel, zwischen zwei Terminen. Dieser Geschmack des Dua in Ruhe ist wunderschön, kann sogar süchtig machen. Aber Shaitan will das nicht und versucht alles, um uns davon abzuhalten. Das sehen wir auch im Gebet. Schon beim Takbiratul Ihram kommen uns 1000 Gedanken, meist weltlicher Natur. Können wir uns vorstellen, wie Imam Hussain und seine Anhänger Dua gemacht haben?
Eine Episode aus Fatimas (A.s.) Leben sei an dieser Stelle eingefügt: Imam Hassan, damals noch ein Kind, hörte, wie Fatima (as.) im Nachmitternachtsgebet für alle möglichen Leute Dua machte, für Nachbarn, Freunde, Bekannte, alle, nur für sich nicht. Hinterher fragte er "Mutter, du hast für alle Leute gebetet, nur nicht für dich, warum nicht?" Fatima (a.s.) antwortetet: "Das Dua für andere ist 1000 mal wertvoller als nur für sich selber."
Es ist ja erwünscht, im Qunut des Ritualgebets Duas zu rezitieren. Meistens nehmen wir Duas aus dem Quran. Die sind meistens für die Gemeinschaft insgesamt. Wir bitten darin um Rechtleitung, Schutz und Bewahrung. Also mehr für andere als für uns individuell. Ein Gebet muss aber ehrlich und aufrichtig sein. Wir können nicht sagen "Oh Allah, bewahre mich vor der Hölle", und dann immer weiter sündigen. Es kann nicht sein, dass ich Dua für meine Familie mache, und sie dann vernachlässige oder schlecht behandele. Man soll auch mit Kindern vor dem Schlafengehen Dua machen, das ist für Kinder unvergesslich. Die Ausrede "keine Zeit" gilt nicht! Diese Zeit muss man sich einfach nehmen.
Beim Einschlafen kann man den Tag Revue passieren lassen und überlegen, was man am nächsten Tag besser machen kann. Wir können mit Dua ins Bett gehen und mit Bismillah aufwachen. Die Anhänger von Imam Hussain (a.s.) haben in jener Nacht über alles nachgedacht, auch über die gesamte Menschheit! Wir alle kennen den Ausspruch des Propheten (s.a.s.)"Wer aufsteht, ohne an die Ummah zu denken, gehört nicht zu uns." D.h. so jemand ist dann kein Muslim. Man kann nicht an die Gemeinde denken, ohne an den Imam zu denken. Bei jeden Dua lesen wir vorher und nachher Salawat, auf den Propheten und seine Familie.
Im Quran steht: "An dem tage, an dem alle Menschen mit ihrem Imam auferstehen werden."
Wir müssen auch im Kleinen auf den Amir der Moscheegemeinde hören, daraus folgt auf Imam Khamenei, dann auf Imam Mahdi. Daraus folgt: Wenn wir nicht an die Gemeinschaft denken, dann werden wir auch NICHT mit Imam Mahdi auferstehen!
Ein Gelehrter hatte sich mal in seinem Haus ein Grab gegraben und sich dort hineingelegt. Oh XY, du hast 45, 50 Jahre Zeit gehabt, Gutes zu tun. Die Engel werden gleich kommen, um mich zu befragen. Was werde ich antworten? Der Imam war da, habe ich ihn befolgt? Im Gegensatz zum richtigen Tod darf ich wieder zur Erde zurück. Wir können uns nicht im Haus ein Grab schaufeln, aber wir können uns vorstellen, dass wir im Grab liegen, wenn wir abends schlafen gehen. Wir müssen denken, dass wir bald sterben werden, dass wir genug Zeit hatten, ob wir die genutzt haben. Stellen wir uns vor, dass wir uns bald von allem , was uns lieb und teuer ist, verabschieden müssen. Wenn wir aber die Möglichkeit bekommen, alles besser zu machen, und das auch nutzen, dann kann der Schlaf eine wahre Revolution sein! So könnenwir wahre Diener Gottes werden. Unsere Kinder können dann auch unseren Fleiß und unsere Hoffnung sehen. Möge Allah uns gnädig sein, so dass wir am Tag der Auferstehung den Quran in die rechte Hand bekommen werden, uns auf den Geraden Weg leiten, indem wir immer unserem Imam folgen. Amin.

Anmerkung: Die gestrige Rede von Dr. Yavuz Özoguz deckte sich in weiten Teilen mit dem heutigen Artikel "von der klassischen Mardscha´iyya zum Imamat".
Von der klassischen Mardschaiyya zum Imamat


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Zur demonstrativen Missachtung eines bedeutsamen lokalen Ereignisses
Von der klassischen Mardschaiyya zum Imamat

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