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Ein Teil Deutschlands gratuliert dem neuen iranischen Präsidenten

#1 von Yavuz Özoguz , 06.07.2024 14:32

**Ein Teil Deutschlands gratuliert dem neuen iranischen Präsidenten**

Nein, wir haben nicht das Mandat im Namen des deutschen Volks dem neuen iranischen Präsidenten zu seiner Wahl zu gratulieren. Und diejenigen, die das Mandat haben, müssen wahrscheinlich erst die Erlaubnis aus Washington und Tel Aviv einholen, bevor sie gratulieren dürfen, falls sie es je tun. Daher erlaube ich mir im Namen des Teils des deutschen Volkes, das sich ein souveränes Deutschland wünscht und bessere Beziehungen zu der ganzen Welt anstrebt und nicht nur als Vasall zum Hegemonen existieren möchte, dem neuen iranischen Präsidenten zu seiner Wahl zu gratulieren.



Masud Pazaschkian (oder Pezeschkian), ist ein prominenter Politiker, Arzt und neunter Präsident der Islamischen Republik Iran. Er ist 29.9.1954 n.Chr. in Täbriz geboren. Seine medizinische Karriere mündete in die Professur für Herz- und Thoraxchirurgie an der Täbriz Universität für Medizinwissenschaften [1].
Pazaschkian begann seine politische Karriere als Minister für Gesundheit und medizinische Bildung von 2001 bis 2005 im Kabinett von Seyyid Muhammad Chatami. Danach diente er als Abgeordneter in der Islamischen Beratungsversammlung (Madschlis/Parlament), wo er verschiedene Wahlkreise wie Täbriz, Osku und Azarschahr vertrat. Er war auch erster stellvertretender Sprecher des Parlaments von 2016 bis 2020 n.Chr.

Pazaschkian hat sich stark für die Verbesserung der Verteidigungsfähigkeit der Islamischen Republik Iran eingesetzt und betont die Bedeutung der nationalen Sicherheit. Er hat auch betont, dass die Weiterentwicklung der Verteidigungsindustrie des Landes dazu beigetragen hat, feindliche Pläne zu vereiteln und das Land vor Invasionen zu schützen. Darüber hinaus ist er ein aktiver Befürworter internationaler Zusammenarbeit in Gesundheitsfragen und hat sich für die Bekämpfung des Drogenproblems eingesetzt, wobei er betont, dass dieses Problem eher als gesundheitliches als kriminelles Problem betrachtet werden sollte. Neben seiner politischen Arbeit hat Pazaschkian zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten und Bücher zu politischen und medizinischen Themen veröffentlicht. Seine wissenschaftlichen Beiträge umfassen Artikel über politische Theorien im Islam und Fragen der öffentlichen Gesundheit.

Im Juni 2024 registrierte sich Pazaschkian als Kandidat für die Präsidentschaftswahlen im Iran, die nach dem Hubschrauberabsturz von Varzaqan 2024 [2] und dem Unfalltod von Präsident Ibrahim Raisi notwendig geworden waren. Er wurde vom Wächterrat als Kandidat zugelassen und erhielt im ersten Wahlgang die meisten Stimmen. Er kam in die Stichwahl gegen Said Dschalili und gewann diese am 5.7.2024. Damit wurde er zum neunten Präsidenten der Islamischen Republik Iran. In der Westlichen Welt wird er als "Reformer" bezeichnet. Er setzte sich für die Rechte der ethnischen Minderheiten im Iran ein und unterstützte die Umsetzung von Artikel 15 (Offizielle Sprache, Schrift, Zeitrechnung und Flagge des Landes) der Verfassung der Islamischen Republik Irani, der die Nutzung und den Unterricht lokaler und ethnischer Sprachen erlaubt. Besonders unterstützt er den Unterricht der aserbaidschanischen Sprache in iranischen Schulen.

Masud Pazaschkian hat in seinem persönlichen Leben eine tragische Familiengeschichte: 1993 n.Chr. verlor er seine Frau und eines seiner Kinder bei einem Autounfall. Er zog seine verbleibenden Kinder alleine groß. Seine Tochter Zahra Pazaschkian hat einen Master-Abschluss in Chemie von der Scharif Universität für Technologie und arbeitete bei Dscham Petrochemical.

Sowohl der Präsident als auch sein Kabinett werden – wie üblich im Iran – aus hochqualifizierten Fachleuten bestehen. Die einzelnen Minister müssen ihre Qualifikation vor dem Parlament in Befragungsstunden nachweisen und können auch abgelehnt werden. Das sind Amtsvoraussetzungen, die in Deutschland völlig unbekannt sind. Entsprechend setzt sie das Kabinett aus Ministern zusammen, die von ihrem jeweiligen Amt kaum Ahnung haben. Die Folge ist der politische wie auch wirtschaftliche Niedergang einer ehemaligen wirtschaftlichen Führungsnation in einer atemberaubenden Geschwindigkeit. Anders der Iran, der unaufhaltsam zur regionalen Führungsmacht aufgestiegen ist und dessen Befreiungstheologie weit über West-Asien hinausscheint.

Für alle Anhänger dieser Befreiungstheologie, die mit dem Wahlergebnis nicht glücklich sind, sei an eine wichtige Aussage Imam Chamenei erinnert: "Meine Lieben, alle Probleme, die für die Leute und die menschlichen Gesellschaften entstehen, gehen durch einen dieser zwei Punkte hervor: Entweder durch das Fehlen der Weitsicht [basirat] oder das Fehlen der Geduld [sabr]."

Kurz nach der Wahl des Präsidenten haben die bedeutendsten Staatspräsidenten der Welt bereits gratuliert, darunter Vladimir Putin (Russland), Xi Jinping (China), Narendra Modi (Indien), Anwar bin Ibrahim (Malaysia), Bashar al-Assad (Syrien) aber auch andere wir der Emir von Qatar, der König und der Kronprinz von Saudi-Arabien, Emomali Rahmon (Tadschikistan), Ilham Aliyev (Aserbaidschan) und viele andere mehr.

Aus der Westlichen Welt ertönt bisher erwartungsgemäß nur unverschämtes Schweigen einer durch und durch in ihrer Überheblichkeit ertrinkenden Kultur. Das lässt sich am deutlichsten an der „Berichterstattung“ über die iranischen Wahlen erkennen. Stellvertretend für Dutzende System-Artikel schreibt der Spiegel: „Als frei gelten die Wahlen jedoch nicht: Der Wächterrat, ein mächtiges islamisches Kontrollgremium, prüft Kandidaten stets auf ihre ideologische Eignung. Eine grundsätzliche Kritik am System wird nicht geduldet“ [3]. Wie viel Systemkritik wird denn in der Westlichen Welt – insbesondere ein Deutschland – geduldet? Die AFD ist immerhin stärkste Kraft in Ostdeutschland und dennoch wird über das Verbot diskutiert, obwohl kein einziger AFD-Spitzenkandidat sich jemals gegen das Grundgesetz geäußert hat. Allein die Tatsache, dass die AFD Frieden mit Russland anstrebt, genügt der westlichen Kapitaldemokratur, sich gegen die AFD zu stellen. Andere „Rechte“ in Europa haben das erkannt und kooperieren mit der Waffenindustrie.

Und wenn in Deutschland jemand in Frage stellt, warum eine Staatsräson sogar über dem Grundgesetz und dem Völkerrecht stehen soll, dann wird er bereits mit allen Mitteln des Systems bekämpft, selbst wenn sein Einflussbereich äußerst beschränkt ist. Insofern ist es ganz gut, dass Deutschland nicht gratuliert. Denn es sollen nur diejenigen gratulieren, die frei sind. Meine Wenigkeit gratuliert im Namen der wenigen verbliebenen freien Geister im Land.

Völlig unabhängig von den Wahlen im Iran beginnen übermorgen die zehn bedeutendsten Muharram Tage in Erinnerung an Aschura in Kerbela [4]. Es könnten spannende Tage werden. Gott wandle die Tränen der Gläubigen dieser Tage in reinigende Regenstürme für die Menschheit. Sie sind dringend nötig in der Westlichen Welt, denn die westlichen Nationen wurden durch Sodom und Gomorra und Türme von Babel ersetzt [5]. Doch solche Türme haben keinen Bestand.

[1] http://www.eslam.de/begriffe/p/pazaschkian_masud.htm
[2] http://www.eslam.de/begriffe/h/hubschrau...rzaqan_2024.htm
[3] https://www.spiegel.de/ausland/iran-refo...d5-d865f1eab228
[4] http://www.eslam.de/begriffe/a/as/aschura.htm
[5] http://www.muslim-markt.de/interview/2024/effenberger.htm


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zuletzt bearbeitet 06.07.2024 | Top

RE: Ein Teil Deutschlands gratuliert dem neuen iranischen Präsidenten

#2 von Yavuz Özoguz , 06.07.2024 21:14

Eine der ersten Aussagen von Pezeshkian war: "Zuerst müssen wir dem Obersten Führer danken, denn sicherlich, wenn er nicht gewesen wäre, denke ich nicht, dass mein Name so leicht aus den Wahlurnen herausgekommen wäre."

Diese Aussage zeigt Dankbarkeit gegenüber dem Obersten Führer (in diesem Fall Ayatollah Ali Khamenei) und impliziert, dass seine Unterstützung oder sein Einfluss wesentlich dafür war, dass Pezeshkian erfolgreich aus den Wahlen hervorging.

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