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Wie ich bei der Europa-Wahl 2024 wählen werde – so Gott will

#1 von Yavuz Özoguz , 31.05.2024 13:39

Wie ich bei der Europa-Wahl 2024 wählen werde – so Gott will

Demokratische Wahlen in Deutschland sind geheim und niemand ist verpflichtet seine Wahlentscheidung zu veröffentlichen. Da meine Wenigkeit aber oft diesbezüglich gefragt wird und ich keinen Anlass sehe, meine Wahlentscheidung geheim zu halten, versuche ich meine Wahlanalyse im Folgenden zu erläutern. Die Erläuterung stellt keine Empfehlung dar, denn jeder muss die Entscheidung für seinen Stimmzettel selbst tragen und vor seinem Schöpfer ganz allein rechtfertigen. Daher bitte ich höflichst, die folgenden Zeilen lediglich als Nachdenkhilfe zu verstehen.



Zunächst einmal stellt sich die Frage, ob man überhaupt wählen gehen sollte, denn schließlich bedeutet eine Wahlteilnahme auch eine Art Unterstützung des Systems, eines Systems, das ich in seiner heutigen Praxis als durch und durch undemokratisch einstufe. Deutschland ist in meinen Augen kein souveräner Staat und viele die Bevölkerung und die Menschlichkeit im Land beeinflussende Entscheidungen werden in den USA getroffen und nicht in Deutschland. So sehe ich im Kapitalismus eine der aktuell unmenschlichsten Systeme auf diesem Erdball [1]. Weder die deutschen Gesetze noch die Vernunft können Deutschland zum Kapitalismus drängen. Es ist der Vasallenstatus, den Deutschland gegen den Hegemon USA hat, der Deutschland auf Gedeih und Verderb an den Kapitalismus bindet. Das wird am deutlichsten an den Atomwaffen der USA, die auf deutschem Boden lagern. Das Volk in Deutschland hat sich gegen die lebensgefährliche Atomenergie entschieden und erträgt klaglos Atomwaffen auf eigenem Boden, über die Deutschland keinerlei Verfügungsgewalt hat und wodurch Deutschland zwangläufig zum Ziel für gegnerische Atomwaffen wird. Deutschland hat keine Souveränität über die eigene Infrastruktur und darf daher nicht veröffentlichen, wer unsere teuersten Pipe-Lines gesprengt hat. Deutschland darf keinen Handel mit Russland oder Iran betreiben und wird dazu genötigt, den Handel mit China einzuschränken, was für eine Exportnation eine Katastrophe ist. Deutschland hat keine Souveränität über das eigene Gold oder die eigene Energieversorgung, weshalb der Strom in Deutschland inzwischen zu dem teuersten in Europa aufgestiegen ist. Nicht einmal über die Zusammensetzung der täglich alternden Bevölkerung können wir selbst entscheiden, da die USA, die überall in der Welt Kriege vom Zaum bricht, die dadurch entstehenden Flüchtlinge lieber bei uns sieht als in den USA. Die Liste des deutschen Vasallentums findet ihren Höhepunkt in einer Staatsräson, bei der die Verteidigung eines Apartheids- und Besatzungsregimes und die Rechtfertigung von Menschenrechts-, Kriegs- und Völkerrechtsverbrechen über dem Grundgesetzt steht, einem Grundgesetz, das wir nie in eine Verfassung umwandeln dürfen. Natürlich ist es in solch einem Umfeld angebracht darüber nachzudenken, ob man überhaupt wählen geht.

Meine Wenigkeit wird – so Gott will und ich dann noch lebe – wählen gehen. Der Grund dafür ist nicht die Unterstützung eines Unrechtssystems, sondern die Wahl zwischen zwei Übeln. Die Wahlteilnahme kann als Unterstützung gewertet werden. Wähle ich aber nicht, wird beim bestehenden Wahlsystem meine Stimme automatisch so aufgeteilt, wie die Bevölkerung gewählt hat. So erhält dann die SPD einen Teil meiner Stimme, die CDU, die FDP, die AFD usw. Und das erachte ich als mit Abstand größeres Übel! Zudem lehne ich zwar den kapitalistischen Imperialismus und das Verbrechersystem, das sich dahinter versteckt, ab, aber ich lehne doch das deutsche Volk nicht ab! Vielmehr bin ich der festen Überzeugung, dass die absolute Mehrheit der Bevölkerung genau so schockiert vom bestehenden System wäre, wenn sie wüsste, was ich erfahren durfte. Das wird aber die Springer-Presse versuchen nach besten Kräften zu verhindern, was ebenfalls eine gravierende Schwäche der aktuellen Demokratie darstellt. Die Leute sollen lieber über irgendwelche merkwürdigen Ohrwurm-Lieder nachdenken als über die Massaker, die der USraelische Komplex in der Welt anrichtet.

Ich habe mich also entschieden, wählen zu gehen – so Gott will (Inschaallah). Doch wen soll ich wählen? Mein Idealbild einer Partei wäre – kurz zusammengefasst – eine Partei von Heiligen, die sich selbst aufopfern, um dem Volk zu dienen, keine Angst vor Mächtigen haben, jeden Bürger je nach Alter als ihren eigenen Bruder, Schwester, Vater, Mutter, Sohn oder Tochter sehen und jeden Menschen nach bestem Wissen und Gewissen menschenwürdig behandeln. Solch ein Mensch will selbst gar nicht gewählt werden und muss von der Bevölkerung dazu bewegt werden zu kandidieren. Solch ein Mensch steht aktuell in Deutschland nicht zur Wahl. Also muss ich einige Einschränkungen hinnehmen.

Eine Möglichkeit wäre der Wahl-O-Mat [2]. So ausführlich ich jenen Automaten auch aufsuche, und so sehr ich darin variiere, kommt am Ende fast immer das gleiche Ergebnis bei mir heraus. 1. Menschliche Welt (über 74 % Übereinstimmung), 2. Tierschutz hier (über 71%), 3. BSW (über 70 %).

Schaue ich mir die Homepages der drei erstgenannten an, werde ich bereits durch die Gender-Sternchen abgeschreckt, die mir bei der Menschlichen Welt entgegenspringen [3]. Die Verhunzung der deutschen Sprache kann und will ich nicht hinnehmen. Zudem wirbt die Partei damit, dass sie Yoga unter anderem in Israel gelehrt habe [4], was ich angesichts des aktuellen Massakers an unschuldigen palästinensischen Frauen und Kindern für ein Ausschlusskriterium meiner Wahl halte. Allerdings fordert die Partei unter anderem das Verbot von Waffenexporten aus Deutschland und der EU und den Abzug aller US-Truppen aus der EU [5], was sie wiederum sympathisch macht.

Bei der Tierschutzpartei brauche ich nicht lange zu suchen, denn ihr intensiver Einsatz für die LGBTQIA+Community auf europäischer Ebene ist für mich inakzeptabel [6] und dient letztendlich nur der kompletten Zerstörung der Familie und damit der gesamten Gesellschaft. Ich gehe aber wählen, weil ich die deutsche Gesellschaft als menschenwürdige Gesellschaft erhalten möchte, auch weit über meine eigene Lebenszeit hinaus. Das ist nur möglich mit der intakten Familie mit Großeltern und Enkeln.

Bei der BSW – die ich schon ziemlich lange beobachte – trägt die Gründerin den heiligsten Namen, den im Islam eine Frau haben kann, nämlich Zahra (oder Sahra), den ihr ihr persischer Vater gegeben hat [7] und die Vorsitzende hat im Nachnamen gleich die zwei heiligsten männlichen Namen im Islam, nämlich Muhammad (bei ihr Mohamed geschrieben) und Ali, aber das ist sicherlich weder ein Hinweis noch ein Indiz für ihre Wählbarkeit. Vielmehr interessiert mich da die Personalie Michael Lüders, dessen ellenlange Video-Vorträge ich trotz ihrer Länge alle anhöre und unter anderem davon lerne, dass man auch als Deutscher eine außenpolitische Vorstellung haben kann, die die Interessen Deutschlands höher werten als die Interessen der USA und Israels [8]. Seine vernunftbetonte Sachlichkeit finde ich beeindruckend. Wenn ausschließlich Außenpolitik das Kriterium meiner Wahl wäre, würde ich die BSW wählen. Auch bezüglich LGBT hat die BSW zumindest eine differenziertere Haltung als alle anderen im Bundestag vertretenen Parteien.

Doch inwieweit würden jene Partei ihre Ideale verraten, falls sie an die Macht kommen? Bei den Linken habe ich beobachtet, wie die soziale Gerechtigkeit, für die jene Partei eigentlich stehen sollte, und ihr Antikriegskurs völlig verloren gegangen sind. Noch schlimmer war es bei den Grünen, die einstmals Deutschland aus der Nato herausführen wollten und inzwischen in meinen Augen die mit Abstand kriegslüsternste Partei geworden sind, die jemals im Bundestag gesessen hat.

Neben den oben Genannten treten auch zwei muslimisch geprägte Parteien (BIG und DAVA) an in der Hoffnung, die wohl nötigen rund 200.000 Stimmen zusammenzubekommen, um wenigstens einen Kandidaten ins Europaparlament schicken zu können. Die Partei BIG ist älter, die DAVA breiter aufgestellt. Dennoch empfinde ich es als ausgesprochenen Skandal, dass sich zwei so ähnlich geratene Parteien gegenseitig die Stimmen wegnehmen und dadurch ihre Wahlchancen verringern. Ohne hier eine Schuldzuweisung durchführen zu wollen wird klar, dass in beiden Parteien neben dem islamischen Ideal auch andere Aspekte eine Rolle spielen. Wie sehr wünschte ich mir, dass zumindest die Kandidaten dem Ideal der Regierungsanweisung Imam Alis al Malik al-Aschtar [9] Nahe kommen würden. Das aber ist weit entfernt. Beide muslimisch geprägten Parteien richten sich derzeit vor allem an Migranten. Eine Ablehnung der Nato, wie ich sie mir wünsche, ist bei beiden Parteien nicht gegeben. So stehe ich nach so vielen Analysen immer noch so unschlüssig da, wie am Anfang der Analysen.

Ich könnte auch anders vorgehen. Z.B. könnte ich im Bundestag schauen, wer den Schutz von Müttern höher einstuft als die LGBT-Gleichsetzung. Dann würden sämtliche Bundestagsparteien herausfallen mit der Einschränkung, dass die AFD und BSW hier etwas differenziert herangehen. Wenn ich aber als Kriterium setzen, dass die Parteien Israels Existenzrecht so anerkennen sollten, wie es meiner Ansicht nach jeder Demokrat und Menschenrechtsfreund tun müsste, und wie meine Wenigkeit und Meinesgleichen es schon mehrfach getan haben [10], dann fallen alle Bundestagsparteien heraus und die beiden genannten muslimischen Parteien trauen sich auch nicht, so klar Stellung zu beziehen.

Bevor ich zu meiner eigenen Wahlentscheidung komme, müsste ich fairerweise zugeben, dass die AFD im Wahl-O-Mat bei mir immerhin Platz 5 belegt hat. Das aber lag an der sehr eingeschränkten Themenauswahl der Fragen, denn sicherlich werde ich keine Partei wählen, die mich letztendlich meiner Heimat Deutschland berauben will, meine urdeutsche Ehefrau gleich mit ausweisen würde, weil sie Muslima geworden ist und Kopftuch trägt, und überhaupt die mit Abstand islamfeindlichste Haltung im Bundestag hat. Einige wenige „Rechte“ haben jene Sackgasse bereits überwunden [11].

Also stehe ich vor einer Wahl, bei der ich wirklich nur perspektivisch das geringere Übel für die Zukunft wählen kann. Ich bin der festen Überzeugung, dass Deutschland nur in dem Zusammenschluss von Rechten, Linken, Muslimen und anderen zu retten ist. Hierbei stehen vor allem die Souveränität und die Rettung der Familie an oberster Stelle. Ich sehe die Zukunft Deutschlands an der Seite Asiens, Afrikas oder Südamerikas. Fest verankert im westlichen Bündnis würde Deutschland zusammen mit dem untergehenden imperialistischen Kapitalismus und einem kolonial ausgerichteten Zionismus untergehen. Länder wie Syrien oder der Iran werden in Zukunft Freunde sein.

In dieser Zukunftsperspektive gibt es bereits rechte Parteien und linke Parteien und Parteien, die von beiden etwas haben. Es gibt hinreichend Parteien, die den nichtmuslimischen Teil der Bevölkerung repräsentieren. Nur Muslime – die ja tagtäglich mehr werden aufgrund der deutschen Altersstruktur – sind bisher fast überhaupt nicht vertreten als Partei. Daher kommen für mich aktuell nur BIG und DAVA in Frage, wobei ich beiden Parteien verüble, dass sie keinen gemeinsamen Weg gefunden haben.

Aufgrund der zweifelsohne breiteren Aufstellung der DAVA (in ihrer Liste der Kandidaten gibt es bundesweit bekannte Sunniten wie Schiiten) werde ich – so Gott will – meine Stimme der DAVA-Partei geben. Ich sehe diese Stimmabgabe nicht als Ideal, sondern als geringeres Übel und gleichzeitig Aufforderung an meine Wenigkeit, sollte sich die DAVA etablieren, mit dazu beizutragen, dass die für Deutschland schädlichen Aspekte wie die fehlende Souveränität und die Mitgliedschaft im kriegerischen NATO-Bündnis thematisiert und zum Wohl Deutschlands entwickelt werden, völlig unabhängig davon, wie andere Staaten dazu stehen.

Am Ende wiederhole ich, was ich am Anfang bereits geschrieben habe. Diese Analyse ist meine eigene Analyse, die ich – anders als bei früheren Wahlen – nicht als Wahlempfehlung verstehe. Vielmehr möchte ich dazu anregen, dass wir als deutsche Muslime eines Tages eine so menschenfreundliche Partei aufbauen und deren Ideale vorleben, dass sie auch für Nichtmuslime attraktiv wird. Wahre Menschlichkeit ist nicht an eine Religion gebunden. Sie ist jedem Menschen angeboren, da er Träger von Gottes Geist im Herzen ist. Daran glaube ich fest als Muslim!

Nachsatz: Während ich diese Zeilen schreibe, führt ein offensichtlich durchgedrehter Muslim ein Messerattentat durch und wird von der Polizei angeschossen [12]. Meine Idealvorstellung einer Partei ist diejenige, die sich dafür einsetzt, dass solche Mörder oder Attentäter eine ihren Verbrechen angepasste Strafe erhalten.

[1] Der kapitalistische Wahnsinn muss ein Ende haben!
[2] https://www.wahl-o-mat.de/europawahl2024/app/main_app.html
[3] https://www.menschlichewelt.de/werwirsind/
[4] https://www.menschlichewelt.de/dadamadhuvidyananda/
[5] https://www.bpb.de/themen/parteien/wer-s...lichsein-aller/
[6] https://www.tierschutzpartei.de/content-...ramm%202024.pdf
[7] http://www.eslam.de/begriffe/z/zahra.htm
[8] https://www.youtube.com/channel/UCOpHmpW57dYcY8-4pj5-Zpw
[9] http://www.eslam.de/manuskripte/buecher/...ha_53_brief.htm
[10] Im Namen der Muslime: Wir bekennen uns zu Israel!
[11] https://jungefreiheit.de/kultur/literatu...onquista-islam/
[12] https://jungefreiheit.de/politik/deutsch...iedergestochen/


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