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Messen mit zweierlei Maß

#1 von Dr.Josef Haas , 24.02.2022 10:22

Messen mit zweierlei Maß

Die Welt steht in diesen Stunden im Bann des russischen Einmarsches in die Ost-Ukraine. Fassungslos blicken
ihre satten und gegenüber der Not anderer Menschen furchtbar bequem gewordenen Repräsentanten auf die
dortigen Ereignisse, von deren Stattfinden ich vor wenigen Stunden noch nicht auszugehen wagte.
In diesem Zusammenhang drängt sich nun allerdings, gleichsam von selbst, eine historische Parallele auf.
Ein ähnliches oder sogar gleiches Szenarium, erlebte man nämlich in den Septembertagen des Jahres 1939, wo sich
Adolf Hitler, genauso wie heute Wladimir Putin gegenüber den in der Ukraine lebenden Russen, um die im damaligen
polnischen Machtbereich lebenden Deutschen kümmerte. Konkret ging es in diesem Zusammenhang um den
sogenannten "Polnischen Korridor", der die Landverbindung zwischen Ostpreußen und dem übrigen Deutschen
Reich verhinderte. Die seinerzeitige deutsche Reichsregierung bot Polen noch im März des genannten Jahres 1939
für dessen Beseitigung weitreichende Konzessionen an. Auf britisch-französischen Druck lehnte Warschau all dies
ab, natürlich auch die Rückkehr der überwiegend von Deutschen bewohnten Stadt Danzig in das Deutsche Reich,
zu dem es bis zum Abschluss des Versailler Vertrages gehört hatte.
Nach einer furchtbaren Eskalation des polnischen Terrors gegenüber den im Warschauer Machtbereich lebenden
Volksdeutschen, kam es dann am 1.September zum Einmarsch deutscher Truppen, dem zwei Tage später die
Kriegserklärung Frankreichs und Großbritanniens folgte.
"Hätte, wenn" hat zwar in der historischen Interpretation keinerlei Berechtigung- diese beiden Worte aber hier
trotzdem einmal zugrunde gelegt- wäre man damals aufgeschlossener mit der Forderung nach Rückkehr Danzigs
in den deutschen Staatsverband umgegangen, wäre uns all das, was Jahre später als zweiter Weltkrieg bezeichnet
werden musste, erspart geblieben. Mit allen Folgen, beispielsweise auch den Millionen jüdischen Opfern, die in dessen
Verlauf zu beklagen waren.
Die aktuellen Geschehnisse in der Ukraine, um dies zu wiederholen, drängen diesen Vergleich geradezu auf, dem noch
hinzugefügt werden sollte, dass das Leid der von einer militärischen Auseinandersetzung betroffenen Menschen
unbedingten Vorrang gegenüber den kapitalistischen Machtinteressen der in Washington, der NATO, aber auch der
in Russland sowie der Ukraine, das Sagen habenden Gruppierungen haben muss.
Alles andere hat gegenüber dem zurückzutreten. Sicherlich wird es aber auch in diesem Konflikt vollkommen anders
sein. Und genau dies kann einen dann nur ebenso mit Wut wie auch immenser Trauer erfüllen!

Dr.Josef Haas  
Dr.Josef Haas
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