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Schurken unter sich

#1 von Dr.Josef Haas , 05.01.2022 09:59

Schurken unter sich

In der Tat: Da haben sich wirklich zwei Schurkenstaaten gefunden. Sie passen ja auch zusammen, wie die
sprichwörtliche Faust aufs Auge. Gemeint sind Marokko und Israel. Die haben am 24.November 2021 ein
sogenanntes "Verteidigungsabkommen" geschlossen. Um es zu unterzeichnen, war der israelische Kriegsminister
Benny Ganz extra nach Rabat gekommen, wo er es dann mit seinem marokkanischen Amtskollegen Abdellatif
Ludiji unterschrieb. Das "Israelnetz" geriet darüber förmlich in Verzückung.
Dieses Propagandamedium wörtlich: "Beide (neben Marokko sind auch noch Bahrain und die Emirate am Persischen
Golf gemeint) sind wertvolle Partner im Kampf gegen den Iran".
Darum geht es also, um die Unschädlichmachung des einzigen muslimischen Staates, der heute noch wirklich seinen
Solidaritätsverpflichtungen gegenüber dem von Israel so grausam unterdrückten palästinensischen Volk nachkommt.
Ende Dezember 2020 hatten infolge dessen, und dies auf Betreiben des damaligen amerikanischen Präsidenten Trump,
Israel und Marokko zueinander diplomatische Beziehungen aufgenommen. Dafür erkannten die USA den marokkanischen
Anspruch auf die West-Sahara an. In dieser phosphatreichsten Region der Welt hatte, unmittelbar nach ihrer Annexion
durch Marokko, die Volksbefreiungsbewegung POLISARIO 1976 die "Demokratische Arabische Republik Sahara" ausgerufen,
die mittlerweile von rund 50 Staaten völkerrechtlich anerkannt worden ist. Interessanterweise erkennen übrigens die
frühere Kolonialmacht Spanien und sogar die Bundesrepublik Deutschland die Besetzung der West-Sahara durch Marokko
nicht an, weshalb Rabat auch seine Beziehungen zu Berlin eingefroren hat.
Bei Israel ist das natürlich völlig anders. Es hat ja jahrzehntealte Erfahrungen bei der Knechtung und Ausbeutung eines fremden
Volkes, nämlich des Palästinensischen, und kann sie deshalb nutzbringend Marokko zur Verfügung stellen.
Dies ist inzwischen auch schon geschehen. Der marokkanische König Mohammed VI. sieht sich mittlerweile als ein großer Freund
Israels, das jetzt natürlich mit allen Mitteln versucht, an die Phosphatvorkommen der West-Sahara heranzukommen.
Der dortige Tagebau bei Bou Craa liegt dabei im besonderen Blickfeld. Das längste Förderband der Welt verbindet den dortigen Abbau
mit dem Hafen von El Aaiún, und Israel versucht dort- nicht eben überraschend- ins Geschäft zu kommen.
Für diese Zusammenarbeit mit dem Erzfeind Palästinas, also Israel, hat Marokko 2018 übrigens die diplomatischen Beziehungen zum
Iran abgebrochen. Zuvor war dies bereits 1980 und 2009 geschehen.
Zuletzt schützte Rabat dabei angebliche Waffenlieferungen der Hisbollah an die POLISARIO als Abbruchsgrund vor.
Die habe angeblich von ihr Boden-Luft-Raketen der Typen SAM 9 und SAM 11 erhalten.
Wie es auch gewesen sein mag: Die POLISARIO ist eine wichtige Organisation im anti-imperialistischen Kampf, und verdient daher
die größtmögliche Unterstützung, zumal Marokko sich derzeit aktiv an der Aggression Saudi-Arabiens gegen die schiitischen Huthis
im Jemen beteiligt.
Für uns Deutsche hat das Ganze sowieso noch einen besonderen historischen Bezug.
Unmittelbar nach dem ersten Weltkrieg, konkret in den Jahren 1921 bis 1926, erhob sich die Freiheitsbewegung der Rifkabylen unter
der Führung von Mohammed Abd al-Karim gegen die seinerzeitigen spanischen und französischen Kolonialherren.
Dieser mutige Volksaufstand konnte nur mit Hilfe des aus Deutschland von der hiesigen Firma Stoltzenberg gelieferten Giftgases Lost
(=Senfgas) niedergeschlagen werden.
Auch dies sollte genau so wenig wie die traurige Tatsache in Vergessenheit geraten, dass es immer die reaktionärsten arabischen Regimes
sind, welche mit Israel kollaborieren. Dort, wo angeblich der Islam eine besondere Heimstatt besitzt, wird er stattdessen durch die
Missachtung des Solidaritätsgebotes mit dem um seine Freiheit kämpfenden Volk von Palästina tagtäglich mit Füßen getreten und das
Erbe des Propheten verraten und verkauft.
Möge man dies auch im eben erst begonnenen neuen Jahr niemals vergessen und daher auch im neuen Jahr den anti-imperialistischen
Volkskampf gegen Israel und seine feudalen Verbündeten mit allen Mitteln unterstützen. Dies ist mit Sicherheit im Sinne des Propheten!

Dr.Josef Haas  
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