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Nahost-und Syrienkennerin Karin Leukefeld über Syrien und die EU

#1 von Brigitte Queck , 17.02.2020 13:02

Karin Leukefeld- Interview in Österreich über Syrien und die Haltung der EU

zusammengefasst und kommentiert von Brigitte Queck

Die Nahost -und Syrienkennerin Karin Leukefeld schätzt in diesem Interview detailliert die Lage in Syrien ein und beschreibt dessen Einbettung in den Nahen Osten.

1. Idlib, wo gegenwärtig die Kämpfe zwischen der syrischen Armee und den
Dschiadisten stattfinden, teilt eine lange Grenze mit der Türkei und ist die
letzte Rebellenhochburg in Syrien.
2. Mit den Beginn des Krieges in Syrien 2011 kamen Dschiadisten und Waffen aus der
Türkei nach Syrien> in der Türkei war auch die Freie Syrische Armee
gegründet worden.
Idlib entwickelte sich fortan als Begrüßungszentrum der religiösen internationalen
Dschiadisten (ISIS).
Schon in den 60iger, in den 70iger Jahren hatte es Kämpfe zwischen der syrischen
Baath-Regierung und den Muslimbrüdern gegeben, die sich zuspitzten im Hamma-
Massaker 1982.
Die Türkei schlug der Assad-Regierung vor, der Muslim-Bruderschaft in Syrien
größere Unterstützung zuteilwerden zu lassen. So sollten die Muslimbrüder 50%
der Sitze in der syrischen Regierung erhalten. Assad lehnte dieses Ansinnen ab.

3. Als sich im Jahre 2015 die NATO durch das Bombardement syrischer Städte in die
dortigen Kampfhandlungen einmischte, bat die syrische Regierung auf der Grundlage
des Art. 51 der UNO-Charta Russland und den Iran um militärische Unterstützung.
4. Nachdem 2016 Aleppo von der ISIS befreit worden war, gab es von der syrischen
Regierung das Angebot an die Dschiadisten, sich nach Idlib zurückzuziehen, oder das
Land zu verlassen.
Viele Dschiadisten zogen sich tatsächlich mit ihren Familien nach Idib zurück.
5. Die Nusra –Front richtete fortan dort ihren Stützpunkt ein und gründete eine Art
Regierung der Erlösung, das Kalifat Idlib, die immer mehr in-und ausländische
Dschiadisten um sich scharte.
Russland bemühte sich, die Lage zu deeskalieren.

6. Im Jahre 2018 wurde zwischen Russland und der Türkei ein Abkommen geschlossen, die Lage in und um Idlib zu normalisieren, von dem immer wieder Angriffe der Dschiadisten auf syrisches Territorium erfolgten.
Diesem Abkommen zufolge, das von der Türkei, Russland und dem Iran unterzeichnet worden waren, sollten:
-keine Kämpfe in und um Idlib mehr stattfinden,
-die Dschiadisten sollten ihre Waffen abgeben,
- die Türkei sollte in Idib und Russland und der Iran außerhalb Idib die Einhaltung der Vereinbarungen kontrollieren.
Aber die Dschiadisten hielten sich nicht an dieses Abkommen und die Türkei als Unterstützer der ISIS, nahm weder deren Entwaffnung ernst, noch traf sie sich mit den russischen Verbänden zu vereinbarten Beobachtungen in diesem Raum.
Stattdessen nahmen die Angriffe auf syrisches Territorium zu.
Die syrische Regierung hatte 1 Jahr auf die Einhaltung der Sotschi-Vereinbarungen gewartet. Nun begann sie, ebenfalls militärisch auf vermehrte Angriffe der Dschiadisten zu antworten und konnte bis Mitte Februar 2020 Gebiete um Idlib zurückerobern.
So wurden die Verbindungsstraßen nach Idlib , die Straße von Aleppo nach Damaskus und die Straße von Aleppo nach Latakia zurückerobert..
7. Ziel der Türkei ist es, an der ganzen Grenze zu Syrien, zwischen Euphrat und Tigris, eine Pufferzone einrichten, um 1 gemeinsames Kurdistan zu verhindern.
8. Durch die Zusammenarbeit der Kurden in Nordsyrien mit den USA, ist die Türkei lange Zeit gegen dieses kurdische Gebiet nicht vorgegangen!
9. Russland unterstützt die Türkei UND die Kurden.
10. Ein Großteil der Kurden in Nordsyrien unterstützt die syrische Regierung, aber fordert mehr Rechte ein, wie Regierungsbeteiligung, sowie kurdische Lehrbücher und kurdische Sprache an den Schulen.

11. DIE IRAKISCHEN KURDEN SIND MEHR AN EINEM EINHEITLICHEM KURDISTAN, DAS SOWOHL GEBIETE IN SYRIEN,ALS AUCH IM IRAK EINSCHLIEßEN SOLL, INTERESSIERT, ALS DIE KURDEN IM NORDSYRIEN.

AUßERDEM WÄREN DIE ÜBERWIEGEND DORT LEBENDEN BEDUINEN IM IRAKISCHEM KURDENGEBIET GEGEN EINE VEREINNAHMUNG DURCH DIE KURDEN!

12. Die syrische Armee führt KEINEN KRIEG gegen die Kurden !


Karin Leukefeld weist im Interview ferner darauf hin, welche Perspektiven sich für die EU in Syrien bei einem etwaigen Sinneswandel ergäben.
Zu diesem Zweck wäre notwendig:

1. die Aufhebung der seit 2011 über Syrien verhängten Wirtschaftssanktionen gegen die mehrheitlich vom Volk gewählte Assad-Regierung zu beschließen;
2. die Wiedereröffnung syrischer Botschaften in den einzelnen Ländern der EU zu veranlassen;
3..eine Mittlerrolle in Idlib zwischen den einzelenen Parteien einzunehmen.


DAMIT KÖNNTE DIE EU EINE GRÖßERE POLITISCHE ROLLE IN SYRIEN SPIELEN UND AUCH IHRE POSITION IM NAHEN OSTEN AUSBAUEN.

EINE WEITERE MILITÄRISCHE OPTION INS AUGE ZU FASSEN UND DAMIT DER AGGRESSIVEN USA IN DIESEM RAUM ZU FOLGEN, WIE ES DER EUROPARAT VORSCHLUG, WÄRE KONTRAPRODUKTIV!

MIT EINEM SINNESWANDEL ABER KÖNNTE SIE SICH
VON DEN USA EMANZIPIEREN UND DAMIT---SICHER ERFOLGREICH--GEWISSEN ÖKONOMISCHEN ZWÄNGEN DER USA AUF DIE EU ENTLEDIGEN !

ZUM ANDEREN: SOLLTE ES DIE EU UND SPEZIELL DEUTSCHLAND, WIRLICH ERNST MEINEN MIT EINEM KLIMAWANDEL, DANN KANN IHR DOCH NICHT AN EINER WEITEREN MILITÄRISCHEN ESKALATION IN DIESEM RAUM GELEGEN SEIN !!

SCHLIEßLICH WEISS HEUTE FAST JEDES SCHULKIND (FRIDAYS FOR FUTURE),

DASS KRIEGE UND MILITÄR DIE SCHLIMMSTEN UMWELTKILLER AUF DER WELT ÜBERHAUPT SIND !!!!

Quelle:

https://www.youtube.com/watch?v=a2KPG3N_ZIY&feature=youtu.be

Brigitte Queck  
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