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Märytrer Sulaimani ist mächtiger als General Sulaimani

#1 von Yavuz Özoguz , 21.01.2020 07:21

Märytrer Sulaimani ist mächtiger als General Sulaimani

Märytrer Sulaimani ist für das imperialistische Verbrechersystem viel gefährlicher als General Sulaimani. Diese Parole stand handgeschrieben auf vielen Plakaten, die während der Millionenumzüge im Iran in Gedenken an den durch die USA ermordeten General Qasim Sulaimani durchgeführt worden sind. Doch ist die Aussage auch sachlich nachvollziehbar?



Der lebendige General Sulaimani war ein Militärkommandant, dem es gelungen war, die von westlichen Geheimdiensten erschaffenen und bis heute unterstützten ISIS-Terroristen im Irak und Syrien zu besiegen, unzählige von den Terroristen besetzte und terrorisierte Dörfer – auch viele Christen – zu befreien und im Jemen den Widerstand gegen den Saudi-Terror zu stärken. Er hatte den Widerstand im Libanon so weit entwickelt, dass Israel es sich nicht mehr wagen wird, das Land wieder zu überfallen. Seine Kontakte zu den Kurden und andere Minderheiten in der Region haben sämtliche Separatismus-Bestrebungen des imperialistischen Kapitalismus massiv gestört. Die militärischen Leistungen des Generals wurden im Westen zwar aus rein politischen Gründen als Terrorismus eingestuft, weil alles als Terrorismus gilt, was sich den Expansionsinteressen des Raubtierkapitalismus entgegenstellt, aber in der Region seines Wirkens war er ein Held. Er war ein Held weit über ethnische und konfessionelle Grenzen hinweg. Selbst viele Christen haben ihn verehrt, was man an den Messen erkennen kann, die dem Verstorbenen zu ehren in Kirchen gehalten worden sind [1]. Die Liebe aller Völker der Region für diesen General könnte Bücher füllen, aber es war eine regional begrenzte Liebe. Die militärischen Erfolge des Generals könnten Vorlesungen an Militärakademien bereichern, aber es waren regional begrenzte Erfolge.

Nach seiner Ermordung wurde er noch am Tag darauf durch einen neuen Kommandeur ersetzt, der sicherlich schon bald genau so von sich reden machen lassen wird, wie sein Vorgänger. Diese Erfahrung hat der Westen bereits nach der Ermordung des ehemaligen Hizbollah-Führers Saydi Abbas Musawi [2] gemacht. Und als Imam Chomeini dahingeschieden ist, hat sich die damalige Hoffnung der Westlichen Welt, der Nachfolger würde schwächer sein, auch nicht bewahrheitet.

Doch Neben dem neuen Kommandanten der Quds-Brigaden namens Ismail Qani [3] lebt jetzt auch noch Märtyrer Qasim Sulaimani. Der Märtyrer ist nicht durch Raum und Zeit begrenzt und wirkt in Regionen und Bereichen, mit denen er zuvor kaum zu tun hatte.

Südamerika


Vor dem Martyrium Qasin Sulaimanis war er in Südamerika vergleichsweise unbekannt. Doch plötzlich wurde nicht nur in Venezuela seiner gedacht. Auch in vielen anderen Staaten der Region war Märtyrer Sulaimani ein Held des Widerstandes gegen das kapitalistische Imperium. Schon bald nach der Ermordung kursierte eine Fotomontage mit folgenden Personen: Hugo Chavez, Simon Bolivar, General Soleimani, Che Guevara und Fidel Castro. Über dem Bild steht in Spanisch: Es ändern sich die Gesichter, die Zeiten und die Länder, aber das Ziel bleibt das selbe. [4]

Irak


Obwohl die islamische Republik Iran seit vielen Jahren der einzige ehrliche Unterstützer des Irak war, ist und Milliarden an Hilfsgeldern in das von vielen Kriegen und der US-Besatzung geschundene Land geschickt hat, war ein Teil des Landes immer noch sehr dem Westen zugeneigt. Ein schwaches Parlament, eine unter der unaufhörlichen Besatzung durch die USA leidende Geistlichkeit und ein unter einer teils katastrophalen Infrastruktur leidende Bevölkerung waren die Garanten dafür, dass die USA ihre größte Botschaft in der Welt mitten in das Herz Bagdads bauen konnte. Doch nach dem imperialistischen Mord kam es im irakischen Parlament zu dem Beschluss, dass ausländische Truppen das Land zu verlassen hätten. Auch wenn die noch unter US-Einfluss stehende Regierung nicht den Mut hat, diesen Beschluss unmittelbar umzusetzen, so steht der Beschluss in den Geschichtsbüchern des Irak und wird früher oder später zum Verlust des US-Einflusses in der Region führen, was selbst im CNN offen diskutiert wird [5]. Der Irak hat eine grandiose Chance zur Befreiung erhalten, wie es sie zuvor noch nie gab [6].

US-Wirtschaft und Boeing

Der lebende General Sulaimani hatte sicherlich nur einen unbedeutenden Einfluss auf die US-Wirtschaft und schon gar nicht auf Boeing. Von Anfang an gab es Gerüchte, dass die im Zuge der Vergeltungsangriffe gegen eine US-Basis im Irak versehentlich abgeschossene Boeing der Ukraine manipuliert worden sei. Aber inzwischen haben auch berühmte Ex-CIA-Größen mit in diese Gerüchte eingestimmt [7]. Die überraschende Wende des Iran, die Flugschreiber jetzt doch im Iran auswerten zu wollen, deutet ebenfalls darauf hin, dass man Ungereimtheiten vermutet. Aber letztendlich ist es inzwischen egal, ob es menschliches Versagen war, was zu dieser Katastrophe geführt oder Verschwörung mitgewirkt hat. Allein die Tatsache, dass Boeing ohnehin mit einigen Flugverboten belegt ist, war schon schlimm genug für den Konzern. Die zunehmenden Gerüchte – selbst wenn sie unwahr sind – werden nicht so schnell ausgeräumt werden, und das dürfte viele Flugzeugeinkäufer in ihrer Entscheidung für die Zukunft beeinflussen. Ohnehin ist die US-Wirtschaft nur noch in der Lage konkurrenzfähig zu blieben, indem die eigene Regierung alle anderen Länder massiv bedroht oder erpresst, selbst eigene Verbündete wie Deutschland. Es wäre wirklich für alle überraschend, wenn Märtyrer Sulaimani auch noch zum Untergang der Weltwirtschaft mit beitragen würde

Tal der Ahnungslosen


Die Islamischen Befreiungstheologie fristet in einigen Teilen dieser Welt immer noch ein Schattendasein. So war bis vor Kurzem weder General Sulaimani, noch die Islamische Revolution im Iran, noch die damit verbunden Befreiungstheologie und der Widerstand gegen den Raubtierkapitalismus in Kroatien ein Thema. Als hundertfünfzigprozentiger Lakai des westlichen Imperialismus hat man sich für das Thema nicht interessiert. Die bis dahin im Land völlig unbekannte Ikballe Berisha Huduti hatte in Facebook den Mord an General Sulaimani beklagt. Daraufhin wurde sie von der Polizei im Kosovo festgenommen und für inzwischen einen Monat in Isolationshaft gesteckt. Selbst die News York Times musste darüber berichten [8]. Da gibt es also eine unverhältnismäßige Festnahme inmitten Europas wegen Qasim Sulaimani. Der deutschen Bevölkerung wurde diese Info bisher zwar vorenthalten, aber im Kosovo wird gegen jene Frau in den Medien massiv gehetzt. Was bei derartigen Hetzen allerdings immer übersehen wird: Im vernetzten Medienzeitalter gibt es auch immer wieder weniger unterdrückte Seelen, die sich ihre eigene Meinung bilden, eine Meinung über einen General, den sie niemals hätten kennenlernen können ohne das Martyrium und die übertriebene Handlung einer europäischen Polizei. Zweifelsohne ist der Kosovo nicht das einzige Gebiet, in dem durch solche oder ähnliche Handlungen der Name Qasim Sulaimanis seinen Weg bahnt. Wie viele Deutsche kannten ihn vor dem Martyrium?

Der Märtyrer lebt

Märtyrer Qasim Sulaimani könnte von Irak über Palästina, Syrien und Jemen bis hin nach Südamerika vielen Völkern zur Befreiung von Imperialismus verhelfen. Er könnte der US-Wirtschaft den Todesstoß in einer Schlüsseltechnologie versetzen und die islamische Befreiungstheologie in Regionen tragen, in denen sie bisher zu wenige vernommen worden ist. Zu all dem war General Sulaimani nicht in der Lage. Doch es ist der Schöpfer, der den Menschen, die er liebt, die hohen Stufen der Ewigkeit und wahren Liebe gewährt.

Im Heiligen Quran heiß es: Und sagt nicht, dass jene, die auf Allahs Weg getötet worden sind, Tote sind. Vielmehr sind sie Lebende, jedoch erahnt ihr es nicht. (2:154)

[1] https://www.legit.ng/1291075-iran-syrian...-soleimani.html
[2] http://www.eslam.de/begriffe/m/musawi_sayyid_abbas.htm
[3] http://www.eslam.de/begriffe/q/qani_ismail.htm
[4] https://www.powerlineblog.com/archives/2...s-soleimani.php
[5] https://edition.cnn.com/2020/01/18/middl...intl/index.html
[6] Die grandiose Chance zur Befreiung des Irak aus der Verfluchung durch Zaynab
[7] https://ahtribune.com/world/north-africa...flight-752.html
[8] https://www.nytimes.com/aponline/2020/01...osovo-iran.html


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RE: Märytrer Sulaimani ist mächtiger als General Sulaimini

#2 von Dörte Donker , 21.01.2020 10:18

Ich habe zum Thema lange geschwiegen, da Herr Dr. Özoguz es eben immer wieder deutlich genug sagt und meine Worte bei der Brillianz seiner Artikel überflüssig erscheinen, aber was ich jetzt an Tendenzen sehe, schlägt dem Fass den Boden aus, so dass ich nicht mehr schweigen will.
Derweil erdreisten sich einige, den Trauernden Nähe zu Terroristen vorzuwerfen oder selbst als potenzielle Terroristen zu sehen. Wie verdreht ist diese westliche Welt? Kann man nicht mal mehr verlangen, dass wenigsten die Logik noch eine Rolle in den Köpfen der Presse und Politiker spielt?
https://www.youtube.com/watch?v=UZQO8m3-wnY&feature=youtu.be
Bei diesen rhetorischen Tiefschlag erdreistet man sich auch noch, Kinder als Argument zu nehmen. Das sind Argumente von Leuten, die keine haben oder ihre Volksverhetzung kaschieren wollen:
„Mir tun die Kinder leid, die von diesen Menschen, die um einen Terroristen trauern, erzogen werden.“ https://www.welt.de/politik/deutschland/...erroristen.html
Wenn auch nur annähernd der Iran oder die Schiiten eine aggressive Politik ( soll Heiko Maas übrigens so gesagt haben, dass der Iran aggressiv sein würde oder es wurde ihn von der Presse in den Mund gelegt: https://www.stuttgarter-nachrichten.de/i...1af786e0da.html), wäre die Antwort auf den Tod des Sulaimanis anders ausgefallen. Nein, man erkennt nicht mal die Größe in den ausgewogenen, maximal defensiven Gegenschlag, ganz davon ab, dass man die Größe der Bloßstellung der USA nicht erkennen will. Die USA hat wahrscheinlich erwartet, dass der Iran wie ein wilder Hund um sich schlägt, damit die USA unter Trump das Armageddon einzuleiten kann. Zeigt mir eine Antwort, die ausgewogener und treffender gewesen wäre und dabei noch den Frieden bewahrt hat, als die Antwort des Irans.
Der Begriff Terrorist wird so absurt genutzt, dass man sich fragt, wer einen noch, in Falle, dass man Schiiten in Deutschland einfach mal so auf eine Terrorliste setzt, schützen wird. Wo sind die Grenzen des absurden Spiels?
Aggressiv, meine lieben Mitbürger, sieht anders aus und Terroristen agieren anders.
Macht euch bitte klar, dass sich in kaum einer Stunde die Vasallenstellung Deutschlands deutlicher geworden ist, als in der, in der man die eigene Logik und Vernunft ausschalten musste, um den angeblichen "Freund" USA unter Trump noch beiseite zu stehen, indem man seine Rhetorik und Lügen übernahm, anstatt die Wahrheit zu sagen, obwohl er einen zur Zeit sein Gesicht so deutlich zeigt, dass selbst der Dümmste erkennt, dass man keine Feinde mehr braucht, wenn man solche Freunde hat, wie die USA. Diese führen schon lange eine Wirtschaftskrieg gegen Deutschland, sie haben Angriffskriege geführt, die die halbe Welt destabilisiert haben und machen es jetzt, wie die Engländer in ihren besten Zeiten: Stellvertreterkriege führen, Nationen gegeneinander aufhetzen und zusätzlich echte Terroristen zu finanzieren, um ihre Vormachtstellung durch Destabilisierung zu sichern. Und diese Verdrehung und der Einstieg in die Lügen beginnt schon, wenn ein deutscher Politiker behauptet, der Atomvertrag mit dem Iran hätte den Bau einer Atomwaffe verhindert. Nein, der Iran wollte nie eine Atomwaffe bauen und geht da unverfroren weiter, wo man Sulaimani als Terroristen bezeichnet und und und. Zeigt mir einen Vertragspartner, der den Vertrag erfüllt hat. Man findet keinen, außer den Iran, der stetig übererfüllt hat. Und auch schon vor dem Vertrag wurden die Atomanlagen im Iran permanent kontrolliert und man fand keine Hinweise, dass der Iran eine Bombe bauen wollte. Wie kurz ist das Gedächtnis der Welt, dass man jetzt sogar behaupten will, dass der Iran den Vertrag gebrochen habe, während USA und Europa von Anfang an vertragsbrüchig waren, bis die USA offiziell den Vertrag gekündigt haben? Kann ich von meinem eigenen Volk nicht mehr erwarten, dass sich ihr Bewusstsein länger als ein Jahr zurück erinnert, man das Maß der Vernunft und Logik einhält und bei der Wahrheit bleibt? Das erschreckt und beschämt mich einfach.
Wieviel Hinweise braucht es noch, dass einige verstehen, wo hier Gut und Böse ihren Platz einnehmen? Erkennt ihr nicht die wahren Terroristen der Zeit und die wahren Heiligen der Zeit? Ich sehe die Gefahr für den Frieden und Demokratie nicht in trauernden Schiiten, sondern in dieser fahrlässigen, gefährlichen Geisteshaltung, die so oben genannten Phänomenen führt.

Eine Nation wird permanent erpresst, drangsaliert, jede nur erdenklich Lüge wird über sie erdichtet, und man darf hier keine Stellung beziehen, weil man sonst in die Nähe von angeblichen Terroristen gerückt wird? Soll so die BRD 2020 aussehen?


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RE: Märytrer Sulaimani ist mächtiger als General Sulaimini

#3 von Dörte Donker , 21.01.2020 12:57

Und die USA, die echte innenpolitische Probleme hat, sollte sich einfach um ihre eigenen Leute kümmern:
Massen an Obdachlosigkeit:
https://www.youtube.com/watch?v=0E6dmaNq1yY
https://www.youtube.com/watch?v=O5th937DtAo
https://www.welt.de/vermischtes/article1...-01c4eedaca.png

US Soldaten, die sich umbringen:
Es sterben mehr US Soldaten durch eigene Hand, als in den Kriegen
https://www.nzz.ch/gesellschaft/die-gebr...lden-ld.1326621

Auf den Straße der USA sterben jedes Jahr 30.000 bis 40.000 Menschen:
In anderen Ländern nennt man sowas Bürgerkrieg
https://www.spiegel.de/panorama/gesellsc...-a-1243595.html

oder die Selbstmordrate in den USA:
https://www.spiegel.de/gesundheit/psycho...-a-1216341.html

Drogensucht im Mittelstand, Heroin
https://www.faz.net/aktuell/politik/trum...s-15147779.html

Und das sind keine Wohlfühlprobleme, sondern Probleme, bei denen es um das eigene nackte Überleben geht. Das wird auch schon an der sinkenden durchschnittlichen Lebenserwartung der US Bürger ersichtlich.
https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/l...t-usa-1.4703084

Zitat
In den USA ist die Lebenserwartung 2019 im dritten Jahr in Folge zurückgegangen. Eine große Analyse im Fachblatt JAMA hat das gerade gezeigt. Als Hauptursachen werden frühe Todesfälle durch die Opioid-Krise, Alkohol und Suizide angeführt. "Tod aus Verzweiflung" nennen Ärzte diese dunkle Triade.



Die Liste ist beliebig erweiterbar, aber ausreichend um zu zeigen, dass die Welt die USA nicht als Weltpolizisten benötigt. Und noch viel weniger brauchen die Menschen in den USA solche Polit-Pausenclowns, wie Trump.


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RE: Märytrer Sulaimani ist mächtiger als General Sulaimini

#4 von Dr.Josef Haas , 21.01.2020 16:51

Herzlichen Dank, lieber Herr Dr.Özoguz, für die hier eingestellten Informationen, die mir -zumindest teilweise-
unbekannt gewesen sind.
In diesem Zusammenhang hat aber dabei für mich das alte Sprichwort "Zuletzt stirbt die Hoffnung" noch immer
eine große Bedeutung behalten.
Denn es wäre ja ebenso notwendig wie wünschenswert, wenn der "Märtyrer Qasim Sulaimani ... vielen Völkern
zur Befreiung vom Imperialismus verhelfen" würde.
Allerdings darf es dann m.E. nicht bei der bisherigen iranischen Politik bleiben, welche bislang keine tatsächlich
diesen Namen verdienende Bestrafung seiner USA-Mörder hat stattfinden lassen.
Einmal mehr kann ich daher nur vor einem Missverhältnis zwischen beeindruckender Rhetorik und deren unzureichender
Umsetzung warnen. Denn genau dies brächte die auch von mir leidenschaftlich unterstützte islamische Befreiungs-
theologie bei vielen ihr ebenfalls offen gegenüberstehenden Menschen in großen Misskredit.
Wie schon immer in der Geschichte, kann und wird nämlich nur das eigene Vorleben einer Weltanschauung, dies gilt
insbesondere für Ihren so beeindruckenden Ausspruch "Wer nicht Märtyrer wird, der wird sterben!", Menschen zu
beeindrucken vermögen.
Ein anderes Verhalten wäre hingegen inkonsequent und damit unglaubwürdig.
Dies sollte niemals vergessen werden!

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RE: Märytrer Sulaimani ist mächtiger als General Sulaimini

#5 von Dörte Donker , 22.01.2020 13:02

Geehrter Herr Haas

was meinen Sie?

Zitat
Allerdings darf es dann m.E. nicht bei der bisherigen iranischen Politik bleiben, welche bislang keine tatsächlich
diesen Namen verdienende Bestrafung seiner USA-Mörder hat stattfinden lassen.
Einmal mehr kann ich daher nur vor einem Missverhältnis zwischen beeindruckender Rhetorik und deren unzureichender
Umsetzung warnen. Denn genau dies brächte die auch von mir leidenschaftlich unterstützte islamische Befreiungs-
theologie bei vielen ihr ebenfalls offen gegenüberstehenden Menschen in großen Misskredit.
Wie schon immer in der Geschichte, kann und wird nämlich nur das eigene Vorleben einer Weltanschauung, dies gilt
insbesondere für Ihren so beeindruckenden Ausspruch "Wer nicht Märtyrer wird, der wird sterben!", Menschen zu
beeindrucken vermögen.



Sollen sich die Iraner in ein Gefecht mit nicht überschaubaren Folgen werfen und genau das tun, was der Feind erwartet?
Sind Sie sich der Verflechtungen innerhalb der USA bewusst, die das Armageddon herbeisehnen. Wissen Sie, dass Trump gerade von den Evangelikalen Armageddonanhängern gewählt wurde.
https://www.sueddeutsche.de/politik/trum...imani-1.4745295
Ich empfehle Ihnen das Buch von Ali Khamenei zu lesen: "Der 250 jährige Mensch."
Und was nützt das Martyrium, wenn es hier im Westen verdreht wird, oder einfach todgeschwiegen. Kennt hier im Westen auch nur den Namen eines einzigen Märtyrers aus dem Irak, Libanon, Palästina, Syrien ...denn die meisten sterben im Stillen. Nichts davon kommt hier im Westen an, und wenn es ein Bekannter Märtyrer wird, wird er kurzerhand zum Terroristen erklärt.
Nein, die Schlachten finden auf dem Schauplatz der Deutungshoheit statt. Kampf ist nicht immer das Sprechen der Waffen. Kampf ist auch das Geistige und in einem Informationszeitalter gerade dieser. Und ja, fragen Sie doch die Gläubigen, die diesen Kampf auf sich nehmen. Es wird sich kaum einer finden, der deswegen in seinem Leben nicht massive Nachteile erfährt und sie tragen es, ohne zu murren. Und tatsächlich wünscht sich jeder wahrhaft Gläubige nichts sehnlicher, als den eigenen Märtyrertod. Deshalb wäre es fatal, wenn Sie in einer klugen Zurückhaltung Schwäche erkennen und nicht die Größe und die dahinter stehenden Überlegung.
Wenn eines die deutsche Geschichte gelehrt haben sollte, ist es, dass es nichts Dümmeres gibt, als auf die Provokationen der Feinde einzugehen und damit genau das zu tun, was der Feind will.

Lesenswert in dem Zusammenhang:

https://deutsch.rt.com/meinung/62342-tru...kale-zionisten/

https://www.heise.de/tp/news/Trumps-Wort...hr-4628219.html

Die Evangelikalen sind nicht nur einen religiöse Bewegung, die nicht ohne den Antichristen auskommt (früher UDSSR, heute der Iran), sondern auch den Atomkrieg willkommen heißt; maximales Chaos, da sie dort die Widerkehr Jesu erwarten. Daher setzen sie sich erst gar nicht für die tatsächlichen christlichen Werte ein, weder in Sachen Umwelt, noch in Sachen Ökonomie, weder in Sachen der Armen, noch in Sachen des Weltfriedens und erst Recht nicht in Sachen Verständigung der Religionen.


https://www.tagesspiegel.de/kultur/donal...e/24932162.html


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RE: Märytrer Sulaimani ist mächtiger als General Sulaimini

#6 von Dr.Josef Haas , 22.01.2020 16:17

Sehr geehrte Frau Donker,

natürlich will ich auch nicht, dass die Iraner "genau das tun, was der Feind erwartet."
Es sei aber an die offiziellen Erklärungen aus Teheran nach der feigen Ermordung von
Qasim Sulaimani erinnert, in denen detaillierte Angaben über militärische Vergeltungs-
schläge gegen Einrichtungen der USA-Besatzer enthalten waren.
Wenn dann derselbe Iran Angriffe auf amerikanische Stützpunkte im Irak eine Stunde
zuvor über Russland bei den Amerikanern ankündigt, kann ich nur sagen, war und ist das
ein Verhalten, das dem Ermordeten nicht gerecht wurde.
Es liegt mir natürlich fern, das was Sie "kluge Zurückhaltung" nennen, irgendwie negativ
zu charakterisieren, geschweige denn soll der Iran "auf die Provokationen der Feinde eingehen
und damit genau das ... tun, was der Feind will."
Mittlerweile ist aber hierzulande kaum mehr etwas über den umgebrachten General Sulaimani
zu lesen und, sollte in diesem Zusammenhang nichts außergewöhnliches geschehen, wird dies
in einigen Monaten erst recht der Fall sein.
Es erinnert mich das zudem an die in die Tausende gehenden Verbal-Attacken auf Israel, welche
leider in der Realität absolut nichts bewirkt haben.
Im Gegenteil: Der Feind weiß nach geraumer Zeit ganz genau, was er davon zu halten hat: Nichts!
Sollen die USA und Israel derartiges bald auch vom Iran annehmen?
Es wäre sein moralischer Untergang, den keine noch so überzeugend vorgetragene religiöse Ar-
gumentation mehr bemänteln könnte!

Dr.Josef Haas  
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RE: Märytrer Sulaimani ist mächtiger als General Sulaimini

#7 von Dörte Donker , 23.01.2020 11:10

Khamenei hat nicht gesagt, dass die Bombardierung die Rache sei, sondern nur eine Ohrfeige. Die Rache wird die Vertreibung der USA aus den besetzten Regionen sein. Natürlich muss das erst mal gelingen.
Und ich meine, dass diese Ohrfeige gelungen war. Ob die nun im Westen vergessen wird, oder auch das Opfer Sulaimanis, ist in unserer kurzlebigen Zeit egal, wichtig ist, welches Signal gesendet wurde und dass die islamische Welt es nicht vergisst. Das Signal war doch eindeutig, die USA sind verwundbar und der Iran ist in der Lage gezielt zuzuschlagen, ohne dass die USA in der Lage ist, zurückzuschlagen. Das sollte zumindest für die Kriegstreiber in den USA ein Signal sein.
Auch zeigt sich darin eine weitere Logik, die der Iran auch immer betont hat: Nuklearwaffen nützen nichts.
Die Logik und Vernunft geht in diesem Konflikt nur von einer Seite aus; dem Iran. Die USA unter Trump gehen nur emotionalen Reaktionen, wie ein unreifes Kind nach, die Europäer zeigen sich den USA gegenüber erschreckend devot. Und genau darin hat sich auch die Stärke des Irans gezeigt: Überlegung und ehrenvolles Handeln !!!
Und wenn man schiitisches Denken auch nur ansatzweise versteht, erkennt man, dass das kein Denken ist, das von heute bis zum nächsten Tag reicht, nein, es umfasst Jahre, Jahrzehnte, Jahrhunderte. Und auch sind sich Schiiten bewusst: die Masse macht es nicht, sondern die Qualität des Einzelnen. Nur so konnte ein Sulaimani aus der Nation hervorgehen.
Ales was der Iran tat, einschließlich des Warnens, darin wird doch nur seine Größe erkennbar. Größe, die wir im Westen nicht sehen wollen? Dashalb müssen stetig Pseudoprobleme debattiert werden, um davon abzulenken und stetig von den eigenen Problemen, die zum Beispiel die USA haben, ablenken.
Natürlich sollten sich einige fragen, auch Schiiten und andere Muslime, wo sie stehen und ihre Position gegenüber Gott ist, wenn sie eine solche Größe nicht mehr erkennen. Das muss ich dann als Germanin sagen, mit dem Lebensgefühl von Ehre und Anstand.


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