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Gibt es einen Krieg zwischen den USA und Iran? - Ja klar, den gibt es doch schon seit Kain und Abel!

#1 von Yavuz Özoguz , 02.07.2019 11:46

Gibt es einen Krieg zwischen den USA und Iran? - Ja klar, den gibt es doch schon seit Kain und Abel!



Wie oft wurde hier schon darauf hingewiesen: Wer den Weltkrieg nicht erkennt, kann auch die Kämpfe an der Front nicht einordnen [1]. Dieser Weltkrieg ist ein Krieg des Daseins. Die Geschichte von Kain und Abel ist in allen monotheistischen Religionen verankert. Sie spiegelt sich wider in der Geschichte von Nimrod gegen Abraham, in Pharao gegen Moses, in den mekkanischen Quraisch-Anführern gegen den Propheten Muhammad, in Muawiya gegen Imam Hassan, in Yazid gegen Imam Hussain und heute in der imperialistischen Welt, angeführt von Trump und Netanjahu gegen die Heiligkeit unserer Zeit Imam Chamenei.

Die Merkmale jenes Kampfes haben sich seit Kain und Abel nicht verändert. Auf der einen Seite steht stets der verschwenderische Reichtum, auf der anderen Seite die Armut, auf der einen Seite die Prahlsucht und der Hochmut, auf der anderen Seite Bescheidenheit und Demut. Auch die Methoden haben sich kaum geändert. Kain will Abel ermorden, weil allein Abels Dasein die Seele Kains in Aufruhr versetzt. Das Unrecht aller Zeiten kann nicht in Ruhe existieren, wenn es Vertreter von Wahrhaftigkeit gibt.

Dem Unrecht gelingt es zwar immer wieder, die eigene Anhängerschaft in die Irre zu führen, aber gereinigte Herzen und wache Seele lassen sich nicht so leicht betrügen. Das gesamte Dilemma der Verbrecher dieser Welt wird im Heiligen Quran bereits gleich am Anfang in sehr einfach zu verstehender Schilderung verdeutlicht: „Sie versuchen zu betrügen Allah und diejenigen, die überzeugt sind, und nicht überlisten sie (irgendjemanden) außer ihre eigenen Seelen, und nicht erahnen sie es. In ihren Herzen ist Krankheit, so hat ihnen gemehrt Allah Krankheit, und für sie ist leidvolle Pein von dem, dass sie es gewesen sind, die gelogen haben. Und sobald ihnen gesagt worden ist: Stiftet nicht Verderbnis auf der Erde, haben sie gesagt: Wahrlich, wir sind Versöhnende. Zweifellos sind wahrlich sie die Verderbenstifter, jedoch erahnen sie es nicht.“ [2]

Der Lug und Trug beginnt mit dem Brechen von Vereinbarungen und geht über in dem Theater von Unberechenbarkeit. Aktuell spielen die USA dieses Spiel in scheinbarer Perfektion. Die Presstituierten der Westlichen Welt spielen das Theater willfährig mit. US-Präsident Donald Trump wird als Wahnsinniger, als Verrückter, als Unberechenbarer dargestellt, doch er spielt seine Rolle miserabel. So soll er angeblich stets im Konflikt mit seinem Berater Bolton stehen, den Trump mäßigt [3]; was für eine Schmierenkomödie? Wenn seine Berater ihm nicht passen, warum entlässt er sie nicht? Er hat doch sonst keine Schwierigkeiten damit die Dauerfluktuation um sich herum auszugleichen. Nein, Trump ist der letzte Notnagel, den das Imperium noch vorzuweisen hat, um die untergehende Weltmacht zu retten. Die Strategie dahinter ist schon vor über fünf Jahrzehnten von den USA angewandt worden und heißt Madman-Theory. Damals ging es um eine Taktik, um die Niederlage der USA in Vietnam erträglich zu gestalten. „Die Regierung unter Nixon wollte die Welt davon überzeugen, dass der Präsident unzurechnungsfähig und zu irrationalen Handlungen imstande sei.“ [4]. Heute geht es um die kaum noch abzufangende Niederlage der USA in allen Bereichen der Welt.

Die USA verlieren dabei immer mehr an Einfluss und Macht. Das erst vor wenigen Tagen zu Ende gegangene G20-Treffen war ein Desaster für die USA [5]. Immer mehr Verbündete suchen alternative Wege, um sich von den USA zu lösen. Das neu etablierte Zahlungssystem INSTEX könnte eines Tages das US-dominierte SWIFT-Abkommen ersetzen. Der Dollar wird mit seiner Rekordverschuldung nicht mehr zu halten sein. Alle von den USA angezettelten Quasi-Kriege der letzten Zeit sind verloren gegangen. Die US-lamisten-Monster in Syrien haben genau so verloren, wie ihre Vorgänger im Irak. In Jemen gelingt es Saudi-Arabien mit Hilfe der gesamten Westlichen Welt (einschließlich Deutschland) nicht einmal das ärmste, hungrigste und von Cholera geplagte Land der Welt zu besiegen. Und in Venezuela ist es selbst dem im CIA-Regime-Change-Labor gezüchteten Guaidó nicht gelungen, den erwünschten Seitenwechsel zur Westlichen Welt zu erzwingen, obwohl die gesamte Westliche Welt, einschließlich Deutschland ihn unterstützt haben. Reumütig darf der abgezogene deutsche Botschafter wieder einreisen [7].

Auch in Libyen haben die USA verloren. Als die Einheitsregierung seine Beziehungen zur neuen Seidenstraße und China vertieft hat, haben die USA ihre „Schutztruppen“ abgezogen und dem vom CIA ausgebildeten libyschen General Haftar die Erlaubnis gegeben, sein Land zu überfallen [8]. Doch kurz vor Tripolis ist sein Angriff zusammengebrochen. Plötzlich hat die Türkei mitgeschossen auf Seite der Einheitsregierung. Um die Türkei schnell wieder aus dem Konflikt herauszuhalten, hat das Trump-Regime die Beziehungen zu der Türkei verbessert, die Sanktionen aufgehoben, die türkische Lira wieder an Wert gewinnen lassen und sogar die Abwehrraketen-Einkäufe der Türken bei den Russen entschuldigt. Der neue Schuldige war Obama [8]. Ähnliche Beispiele ließen sich über die gesamte Welt verteilt aufzeigen. Der Konflikt der Rohingya, in Kaschmir, in Honkong und vielen anderen Orten dieser Welt sind Ausdruck eines untergehenden westlichen Imperialismus.

Den imperialistischen Kapitalisten schwimmen die Felle immer weiter davon. Vorreiter der Befreiung ist die Befreiungstheologie der Islamischen Republik Iran unter Führung der Heiligkeit unserer Zeit Imam Chamenei. Obwohl die Islamische Republik Iran bis heute das Atomabkommen nicht gebrochen hat, hört die westliche Lügenpresse nicht auf zu behaupten, Iran wolle das Atomabkommen brechen [9]. Die Folgen der von allen Presstiuierten mitgetragenen Maßnahmen gegen den Iran sind die historisch beispiellosen Sanktionen, denen sich das Land ausgesetzt sieht. Doch auch hier gibt es eine historische Parallele, die verdeutlicht, wie das Ganze enden kann.

Als der Prophet des Islam durch seine neue Liebesreligion immer mehr Sklaven und vormals verachtete Menschen – und nur sehr wenige Reiche – für die wahre Demut gewinnen konnte, haben die Kapitalisten Mekkas ihn und seine Anhänger ins Tal von Abu Talib verbannt. Jeglicher Handel mit ihnen wurde sanktioniert und mit der Todesstrafe bedroht. Mehrere Jahre konnten die Verbannten nur überleben, weil einige Todesmutige die Sanktionen immer wieder durchbrochen haben. Aber die Sanktionen waren für die Gegend historisch einmalig! Am Ende von vielen Jahren Darben, Hungern und schweren Verlusten auf Seiten der Demütigen kam Hilfe von einer Seite, die niemand erwartet hatte. Die Geschichte Mekkas endete viele Jahre später damit, dass sie kampflos von den Truppen der Demütigen eingenommen worden ist. Auch das ist eine göttliche Geschichte, die sich mehrfach wiederholt hat. Ist nicht die Hauptstadt der katholischen Kirche ausgerechnet die ehemalige Hauptstadt jenes dekadenten Imperiums, das die Christen bis auf den Tod bekämpft hat?

Der „unberechenbare“ Trump hat der Islamischen Republik inzwischen so viel angedroht, dass die Welt befürchten soll, er könne Teheran mit einer Atombombe angreifen. Sein Gesprächsangebot aber wurde von Imam Chamenei kategorisch abgelehnt. Diese Standhaftigkeit macht auch anderen Völkern Mut. China und Russland spielen das US-Spiel schon lange nicht mehr mit. Die neue Seidenstraße beinhaltet ein Potential für die Zukunft, von dem die USA und der untergehende Westen nur träumen können. Der Apartheidsstaat Israel, der sich heute am bisherigen Höhepunkt seiner Groß-Israel-Träume sieht, wird genauso implodieren, wie es die USA tun werden, denn sie können den verbrecherischen Charakter des Staates nur noch mit immer aggressiveren Unterdrückungsmechanismen, zu der sie die Westliche Welt zwingen, aufrecht erhalten [10].

Abel scheint gestorben, Abraham, Moses und Muhammad auch. Aber in Wirklichkeit leben sie weiter, während ihre Widersacher für immer verloren haben. Imam Husain wird inzwischen auch von Christen geehrt, während der Name seines Widersachers Yazid (hat nichts mit Yeziden zu tun!) als Schimpfwort in der gesamten muslimischen Welt gilt. Je repressiver die westlichen Maßnahmen gegen den Islam und die Muslime werden, desto näher rückt die Befreiung auch der nichtmuslimischen Westler von dem unmenschlichen Diktat eines imperialistischen Kapitals, das die Menschen zwingt, ein goldenes Kalb anzubeten.

Bereits 2010 haben neun von zehn Deutschen eine neue Wirtschaftsordnung gefordert [11], was sie 2012 deutlich bestätigt haben [12]. Alle etablierten Parteien – inklusive Grüne, Linke und AFD – sind aber Vertreter der unmenschlichen kapitalistischen Wirtschaftsordnung. Eine echte Befreiung gibt es nur mit einer grundlegend neuen Denkweise. Der aktuelle Weltkrieg ist ein Krieg zwischen der bestehenden Wirtschaftsordnung und neuen Wegen. Vielleicht kann der Einzelne nicht das gesamte Weltgeschehen beeinflussen, selbst wenn einige das Potential dazu hätten, aber er kann entscheiden, ob er an der Seite von Abel oder Kain stehen möchte. Auch Kain ist eines Tages gestorben. Wenn es kein ewiges Leben gibt, scheint Kains Weg länger zu wehren, selbst wenn er auch irdisch betrachtet selbstzerstörerisch ist. Gibt es aber ein ewiges Leben, dann ist klar, wessen Seele Glückseligkeit erlangen wird, nämlich diejenige, die menschlich war!

[1] Wer den Weltkrieg nicht erkennt, kann auch die Kämpfe an der Front nicht einordnen
[2] Heiliger Quran 2:9-12
[3] https://www.focus.de/politik/ausland/usa...d_10696387.html
[4] https://de.wikipedia.org/wiki/Madman-Theory
[5] http://www.antikrieg.eu/aktuell/2019_07_01_g20treffen.htm
[6] https://www.nachdenkseiten.de/?p=49003
[7] https://www.neues-deutschland.de/artikel...-einreisen.html
[8] https://www.focus.de/finanzen/boerse/kau...d_10879322.html
[9] https://www.youtube.com/channel/UCvyz3ieRVdzMK3SkbIC775A
[10] Wer sagt, Israel ist ein Apartheidsstaat?
[11] https://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial...g-a-712524.html
[12] https://www.zeit.de/wirtschaft/2012-08/um


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zuletzt bearbeitet 02.07.2019 | Top

RE: Gibt es einen Krieg zwischen den USA und Iran? - Ja klar, den gibt es doch schon seit Kain und Abel!

#2 von Dr.Josef Haas , 07.07.2019 15:53

Wie stets, eine ebenso umfassende wie vor allem wahrheitsgetreue Analyse, lieber Herr Dr.Özoguz.
Bei all dem so logisch nachvollziehbaren, geht es aber natürlich auch um dessen Umsetzung, also dem
Ziel, dem Ganzen einmal den Charakter einer konkret nachvollziehbaren Wirklichkeit zu verleihen.
So leidet bekanntlich das palästinensische Volk schon seit 1948 unter der israelischen Besatzungs-
herrschaft, und deren Ende scheint mehr denn je in weite Ferne gerückt zu sein.
Die von Ihnen so überzeugend aufgezeigten Wahrheiten leiden also scheinbar oder tatsächlich unter
dem Hinweis auf ihre Realisierbarkeit.
Der neutrale, aber dennoch durchaus gut gesinnte, Zeitgenosse unserer Tage, steht dem Gedanken der
Objektivität sicherlich einigermaßen unvoreingenommen gegenüber, weiß aber natürlich auch, wie schwer
es ist, aus der schönen Theorie die entsprechende Wirklichkeit entstehen zu lassen.
Viele potentielle Verbündete gehen aber leider bereits dadurch wieder verloren, weil ihnen das beispielsweise
hier immer wieder Aufgezeigte allzu illusionär erscheint.
Infolgedessen muss alles getan werden, damit aus überzeugenden Gedankengängen konkret nachvollziehbare
Tatsachen werden.
Dies kann und wird allerdings ohne ein heute möglicherweise noch gar nicht vorstellbares Engagement kaum
gelingen können.
Eine Tatsache, welche man daher stets bedenken sollte!

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RE: Gibt es einen Krieg zwischen den USA und Iran? - Ja klar, den gibt es doch schon seit Kain und Abel!

#3 von Yavuz Özoguz , 08.07.2019 11:49

Es gibt eine aktuelle REalität und ein Ziel. In wie weit das Ziel eine Illusion ist, hängt nicht von mir ab. Ich halte es da gerne mit dem Spatzen des Dichters Rumi. Auch wenn ich diese Antwort bereits einige Male hier gegeben habe, schadet es nicht, daran zu erinnern:

"Ein Spatz sah, dass der große Prophet Abraham (a.) von Nimrod ins Feuer geworfen wurde und flog sofort zu einer Wasserstelle, nahm den Schnabel voll mit Wasser und flog zur Feuerstelle, um das Wasser dort abzulassen. Leider war sein Schnabel nur so klein, dass nur wenige Tropfen darin Platz hatten, und so flog er unermüdlich immer wieder hin und her und ließ seine wenigen Tropfen über dem großen Feuer ab, während das Feuer größer und größer wurde. Als ein anderer Vogel das sah, sprach er den Spatz an und fragte: "Weißt Du denn nicht, dass Du mit Deinen mickrigen wenigen Tropfen nichts gegen dieses riesige Feuer ausrichten kannst?"

Der Spatz antwortete: "Ich weiß, dass meine Tropfen nichts ausrichten. Aber wenn der Tag des Gerichtes kommt und ich gefragt werde, was hast Du getan, als der große Prophet ins Feuer geworfen wurde, da will ich nicht verschämt dastehen. Ich tue, was ich kann. Und wenn hunderttausende Vögel solche mickrigen Tropfen über dem Feuer abwerfen würden, dann könnten wir es löschen. Ich aber bin nur verantwortlich für mich!"


Letztendlich stellt sich die Frage, wenn unsere Seele diesen Körper verlassen hat, was ist der Erfolg? Ist es ein Erfolg, dass ein gewünschtes Ziel eingetreten ist, oder ist es ein Erfolg, dass wir uns im Rahmen unserer Möglichkeiten bemüht haben? Was nützt es, wenn Gott seinen Plan verwirklicht, ich aber außen vor bin? Und was schadet es, wenn ich persönlich die Verwirklichung von Gottes Plan nicht miterlebe, aber mich mein Leben lang im Rahmen meiner bescheidenen Möglichkeiten dafür eingesetzt habe?

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