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Darf eine Muslima erotisch sein? - Ein muslimischer Beitrag zur Sexismusdebatte

#1 von Yavuz Özoguz , 04.02.2018 11:37

Darf eine Muslima erotisch sein?

Ein muslimischer Beitrag zur Sexismusdebatte



In einer durch und durch sexualisierten Gesellschaft wird so getan, als wenn einige extreme Übertretungen von Grenzen und deren Aufdeckung durch MeToo Kronzeugen zur Aufklärung der Gesellschaft beitragen würden. Dabei ist die Kultur der Nacktheit Ursache für die Nacktheit der Kultur [1]. Immer wieder muss ich schmunzeln, wenn in einem Gespräch mit Journalisten oder Verantwortungsträgern dieses Landes wir an den Punkt „Kopftuch“ gelangen und dann die Nacktheit vehement als „Errungenschaft der Zivilisation“ verteidigt wird. Wenn das so wäre, dann müssten die Urwaldstämme die am meisten entwickelten Gesellschaften sein. Offensichtlich haben diese Menschen noch nie ein unaufgeklärtes mittelalterliches Schloss besucht, in dem es an den Wänden und an der Decke nur so wimmelt von vielen nackten Frauen (und wenigen nackten Männern). Die Playboy-Fotografen der Frühzeit mussten noch echte Künstler sein und wurden fürstlich bezahlt. Heutzutage wird der Fotograf oder Filmemacher zwar nicht so berühmt, aber die Pornoindustrie ist viel „produktiver“. Mehr als 10.000 reine Pornofilme (Softporno und „normale Kinofilme mit Sexszenen gar nicht mitgezählt) werden in jedem Jahr in Deutschland auf DVD hergestellt. Damit ist die Bundesrepublik der zweitgrößte Pornomarkt der Welt nach den USA. Der jährliche Umsatz wurde vor drei Jahren nur für Deutschland auf etwa 800 Millionen Euro geschätzt [2]. Die unzählbaren kostenlosen Filme, die jedes Kleinkind inzwischen mit wenigen Klicks auf seinem Smartphone ansehen kann, sind da noch gar nicht mitgerechnet.

Das alles hatte nach Ansicht der Presstitutierten, die sich vor allem Journalisten nennen, gar nichts mit Sexismus zu tun. Nicht einmal in der Hochphase der Sexismusdebatte ist jemand auf die Idee gekommen, Pornographie verbieten zu wollen. Warum eigentlich nicht? Warum haben selbst die Feministinnen aufgegeben, gegen Pornographie zu kämpfen und nehmen es angesichts der Übermacht jener urkapitalistischen Industrie hin? Warum wird die Vermarktung der menschlichen Triebe und all der Schaden, der damit zusammenhängt, so klaglos akzeptiert. Warum sind Muslime die einzige verbliebene Interessengruppe in Deutschland, die noch glaubhaft gegen die Entwürdigung der Frau vorgeht?

Das hat mit einem Frauenbild in der Westlichen Welt zu tun, dass sehr ungern eingestanden wird. Die Frau hatte nach christlichem Weltbild dem Mann Untertan zu sein, wie es gleich mehrfach in der Bibel beschrieben ist (z.B. Titus 2.5). Geradezu absurd erscheint es da, wenn die angeblich so christlich-jüdisch geprägte deutsche Gesellschaft dem Islam vorwirft, die Frau zu unterdrücken. Im Islam hatte die Frau stets mehr Rechte als in allen anderen Religionen. Deutsche erinnern sich ungern daran, dass die Frau in Deutschland bis in das Jahr 1957 nicht einmal ihr eigenes Eigentum verwalten durfte. Der Mann war Herr über das von der Frau in die Ehe eingebrachte Vermögen [3]. Zum Vergleich: Im Islam verfügt die Frau über ihr eigenes Vermögen seit 1400 Jahren, ohne dass irgendein Mann Zugriffsrechte darauf hätte.

Der Untertangedanke gegenüber der Frau spiegelt sich noch heute in der Mehrheitsgesellschaft wieder. Die Frau muss „hübsch“ sein. Wenn sie zu einem Bewerbungsgespräch kommt, sind ihre Lippen roter, als die Natur es vorgesehen hat, und die Augen wirken größer. Sie sendet eindeutige Sexualsignale aus, doch das sei kein Sexismus. Der Mann, der sie einstellen soll, soll jene Signale nicht beachten! Rotere Lippen haben keinen anderen Zweck als erotisch zu wirken, aber Mann und Frau werden von den Presstituierten eingeredet, das hätte mit Sexualität gar nichts zu tun. Beide wollen es glauben, obwohl es jeder besser weiß. Diese Absurdität kann in allen „Etagen“ beobachtet werden. Schauen Sie sich doch die Fotos von Frauen in Aufsichtsräten an: Teilweise dürfte die Schminke der Frauen in das Vermummungsverbot fallen. Aber kein einziger Mann ist geschminkt, denn bei ihm geht es ausschließlich um die Qualifikation. In einem „seriösen“ Artikel von Focus Money über die Zunahme von Frauen in Aufsichtsräten wird ein Foto mit Frauenbeinen gezeigt [4]. Die Frau soll auch erotisch wirken, wohingegen der Mann seriös wirken soll. Das ist heute noch so. Dieser Schminkterror wird heutzutage auch einigen Muslimas eingeredet, so dass sie glauben, sich mit jenem Kleister im Gesicht „schöner“ fühlen zu können.

Begriffe wie „Bikinifigur“ flattern mit entsprechender Bildgarnierung jedem Tageschau-Konsumenten wenige Sekunden vor dem Gong frei Haus auf den Bildschirm. Hotpants sind inzwischen ein alltäglicher Begriff, dürfen aber niemanden heiß machen. Und wenn sie dennoch jemanden „heiß“ machen, dass setzt die allgemeine Bierwerbung ein und sagt: „Nur Gucken, nicht anfassen“ [5].

Eigentlich wird in der Debatte der Sexismus nur darauf beschränkt, dass falls eine Frau „nein“ sagt, das gefälligst von den Männern auch so zu verstehen sei. Sondersituationen, dass bestimmte Karriereleitern nur über die Schlafzimmer bestimmter Männer führen, seien hier einmal ausgeklammert. Nein heißt nein, ist der neue sensationelle Spruch. Allerdings ist auch der nicht immer gültig. Die berühmten Volkssänger Sigrid und Marina singen „Zwei Mal Nein heißt einmal Ja, so ist das bei uns Frauen“ [6]. Der durch die Gesichtsverkleisterung angelockte Mann muss also auch über mathematische Fähigkeiten verfügen, bevor er weiß, ob eine Frau ja oder nein gesagt hat.

Miss-Wahlen, die fast überall in der Welt als Fleischbeschauwettbewerbe angepriesen werden, gelten nicht als Sexismus, warum auch, wenn ein Lifestylemagazin in Deutschland die Miss-Bundestag wählen lässt [7]. Wenn jene Politiker dann auf irgendwelchen Sälen mit Abendkleid auftreten, sind die Männer bis an den Hals zugeknöpft und die Frauen sollen möglichst viel Haut zeigen. Das geht dann so weit, dass selbst die Kanzlerkür-Presse die Frage aufwirft: Wieviel Dekolleté darf eine Kanzlerin zeigen? [8] Das alles soll mit der Würde des Menschen zu tun haben, die unantastbar ist.

Im Rahmen dieses Absurditätenkabinetts wird dann ausgerechnet der muslimischen Frau vorgeworfen, sie sei unterdrückt, weil sie ihre Schönheit nicht öffentlich zu Schau stellt. Die praktizierende muslimische Frau in der Westlichen Welt ist die größte Gefahr für den Fortbestand des Raubtierkapitalismus und wird deshalb so unbarmherzig bekämpft. Jede noch so integrierte muslimische Frau mit Kopftuch gilt als Intergrationshemmnis. Aber hat eine muslimische Frau ihren Glauben abgeworfen, sich in der Pornographie derart engagiert, dass der Anblick ihres Körpers zum konsumierbaren Wegwerfgut degradiert wurde, dann kann sie es sogar bis zum Bundesverdienstkreuz schaffen [9].

Die muslimische Frau ist eine Gefahr für die westlich-kapitalistische Zivilisation. Sie unterwirft sich nicht einem Modediktat, sie konsumiert nicht Farben, um ihre natürliche Schönheit öffentlich der gesamten Menschheit kundzutun. Sie verhüllt ihre Schönheit wie eine Nonne und signalisiert allen Menschen: Beurteil mich nach meiner Qualifikation, nach meiner Menschlichkeit und nicht nach meiner Weiblichkeit! Meine Weiblichkeit ist in der Gesellschaft tabu! Damit fällt sie in jeder Hinsicht aus als Konsumentin für wertlose Konsumgüter. Sie erzieht Kinder, die ebenfalls ausfallen werden als unterwürfige Konsumenten. Sie unterwirft sich nicht dem Drang der Männer, ihre Haarpracht sehen und genießen zu dürfen. Sie unterwirft sich nicht dem Wahnsinn einer Gesellschaftsnorm, bei der Menschen verdinglicht und Dinge vergöttert werden. Und dadurch ist sie frei! Der Kapitalismus funktioniert aber nicht mit freien Menschen, er funktioniert nur mit Menschen, denen suggeriert wird, sie seien frei, damit sie alles im Namen der Freiheit konsumieren, was man ihnen vorsetzt, sogar Pornos.

Bliebe noch die Anfangsfrage, die den Leser in geradezu kapitalistischer Manier auf diesen Artikel gelenkt hat: Darf eine Muslima erotisch sein? Die Frage selbst ist absurd, denn jede praktizierende muslimische Frau ist für ihren Ehemann die erotischste Frau der Welt. Sie hat die unantastbare Selbstbestimmung über ihre eigene Sexualität und schenkt ihre Erotik nur dem einen, den sie für sich erwählt hat und weiß wiederum, dass derjenige ausschließlich ihre Erotik genießt. In ihrer Liebesverschmelzung [10] bilden sie gemeinsam den Kern einer Gesellschaft, der widerstandfähig ist gegen die Ausbeutung unserer Zeit. Für diese Exklusivität und für diese wahre Freiheit wird sie bekämpft. Die Faszination des Weiblichen im Islam [11] ist derart anziehend, dass immer mehr deutsche Frauen sich davon angezogen fühlen trotz einer unvorstellbaren Propaganda gegen sie. Aber die Wahrheit ist erkennbar für diejenigen, die ihr Herz öffnen.

[1] https://www.eslamica.de/buecher-nach-the...heit-der-kultur
[2] https://www.focus.de/kultur/erfolgsgesch...id_4760567.html
[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Frauenrechte
[4] https://www.focus.de/finanzen/news/fraue...aid_952814.html
[5] https://www.youtube.com/watch?v=3lrUI0XQDJg
[6] https://www.songtexte.de/songtexte/sigri...a-20853936.html
[7] https://www.merkur.de/politik/neue-miss-...zr-4723885.html
[8] https://www.welt.de/jahresrueckblick-200...rin-zeigen.html
[9] https://de.wikipedia.org/wiki/Sibel_Kekilli#Auszeichnungen
[10] https://www.eslamica.de/buecher-nach-the...litaet-im-islam
[11] http://www.eslam.de/manuskripte/buecher/...slam_inhalt.htm


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zuletzt bearbeitet 04.02.2018 | Top

RE: Darf eine Muslima erotisch sein? - Ein muslimischer Beitrag zur Sexismusdebatte

#2 von Dörte Donker , 05.02.2018 13:29

Ich glaube die Frau hat sich niemals so sehr an der Nase herumführen lassen, wie zur Zeit. Sie nennt das Prinzip dann auch noch Emanzipation. Das fängt bei der Ächtung ihrer Rolle als Mutter an und hört bei ihrer Entblößung zum Lustgewinn fremder Männer auf. Dazwischen liegt eine riesige Spannweite und als Alibi dient die muslimische Frau, die Kopftuch trägt. Da sind sie sich alle einig, dass das Unterdrückung sei; Kommentarspalten sind vollgeschrieben von angeblichen Verteidigern der Frauenrechte. Man muss aber mal Kommentare lesen bezüglich wirklicher Frauenrechte, die die Lebenswirklichkeit der Frau betreffen, wie das Thema Satus der alleinerziehenden Mutter hinsichtlich ihrer finanzielle Situation, die schlichtweg als Armut zu bezeichnen ist. Da ergießen sich diese ganzen Männer gegen einen Teil der Lebenswirklichkeit von Frauen mit den primitivsten Kommentaren, so unter dem Motto, dass sie selbst Schuld hätten. Selbst Schuld wird auch Frauen mit mehr als 2 Kindern gesagt, wenn es um ihre berufliche Wirklichkeit geht. Also kurzum, eine Frau sollte keine Mutter sein, sie sollte Vollzeit tätig sein (wenn Mutter bitte die Kinder abgeben) und entsprechend Steuern zahlen und möglichst viel Haut zeigen, dann ist sie gesellschaftlich anerkannt. Das ist eine nützliche Frau und ihre Nützlichkeit wird von Männern definiert und Frauen tun nichts dagegen. Das ist Fakt und meilenweit von Gleichberechtigung entfernt.


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