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Tödliche Gefahr

#1 von Dr.Josef Haas , 08.10.2017 17:21

Tödliche Gefahr

Einmal mehr hat der USA-Präsident eine Aufkündigung des Atom-Abkommens mit dem Iran angekündigt.
Natürlich war ihm damit der Beifall in Saudi-Arabien und Israel sofort sicher.
Letztlich wollen ja alle drei die gewaltsame Beseitigung der dort seit 1979 bestehenden politischen
Verhältnisse.
Menschen und deren Leben interessieren die plutokratischen Weltverbrecher in Washington und ihren
zionistischen Anhang dabei selbstverständlich in keiner Weise.
Diese Tatsache ist bekanntlich schon seit langer Zeit hinlänglich bekannt.
Der niemals geahndete Völkermord an den amerikanischen Indianern und die ungezählten Verbrechen,
welche die US-Regierung durch die Anzettelung zahlreicher Kriege seit mehr als anderthalb Jahrhunderten
begangen hat, beweisen dies ja überzeugend genug.
Da aber die heutige Gerechtigkeit sich scheinbar allein an der Stärke derjenigen orientiert, die im
weltpolitischen Leben in Erscheinung treten, kamen und kommen die Vereinigten Staaten hierbei selbstredend
jedesmal straffrei davon.
Während "BILD" beispielsweise den leider im Iran zu Unrecht vergessenen früheren Präsidenten Dr.Mahmoud
Ahmadinedschad stets als "den Irren in Teheran" beschimpfen durfte, wird dort und anderswo ein Donald
Trump ganz anders, nämlich als ein ganz normales Staatsoberhaupt eines demokratischen Landes, gesehen.
Und dies, obwohl dieser Mann in seinem Wahn mittlerweile die größte Bedrohung des Weltfriedens geworden ist.
Die angeblich doch so sehr dem Islam verpflichteten Saudis unterstützen ihn dabei, um sich so die regionale
Vormachtstellung im Mittleren Osten verschaffen zu können.
Ich frage mich in diesem perversen Zusammenhang bereits seit langem, was der Prophet dazu sagen würde, wenn
er wüsste, wie hier all sein Tun mit Füßen getreten wird.
Aber die muslimische Welt nimmt dies scheinbar hin und verrät dadurch tagtäglich die Religion, welche ihr doch
angeblich oder auch tatsächlich so wichtig ist.
Denn mit Sicherheit würde das Riader Regime frohlocken, wenn amerikanische Bomben im Iran Tausende und Abertausende
von Menschen töten würden. Mich überkommt der Ekel, wenn ich dies mit den religiösen Zeremonien in Verbindung
bringe, die dann sicherlich, vielleicht noch zeitgleich, in Mekka und Medina abgehalten werden.
Eines ist jedenfalls klar: Der Iran befindet sich derzeit in großer Gefahr, denn die amerikanischen Staatsterroristen
bedrohen ihn, wie seit langem nicht mehr.
Infolgedessen ist dort, gerade jetzt, eines so wichtig wie Luft und Wasser: Unbedingte Bereitschaft, die revolutionären
Errungenschaften des Landes mit a l l e n M i t t e l n zu verteidigen!

Dr.Josef Haas  
Dr.Josef Haas
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Registriert am: 29.07.2014


RE: Tödliche Gefahr

#2 von Michael Thomas , 09.10.2017 13:55

As-salamu alejkum!

In Form einer Nebenbemerkung möchte ich das oben Gesagte lediglich ein wenig anreichern:

Seit jetzt vielen Jahren habe ich zu der Medienliste, mit der ich mich täglich informiere, eine weitere hinzugesellt. Nachdem ich den Verdacht hatte, dass etliche Informationen auch mit größerer Bedeutung oftmals überhaupt nicht, manchmal verstümmelt und ebenfalls häufig völlig verrenkt und falsch in unseren europäischen Medien erscheinen, sah ich mich zum "Gegenlesen" mit anderen Medien gezwungen.
Es hat zugegebenermaßen eine ganze Zeit gedauert, bis ich eine Liste von vier sehr zuverlässig und hochqualitativen Presseerzeugnissen zusammenhatte - und der direkte Abgleich der Informationsqualität hat mich tief erschrocken.
Heute kann ich nicht mehr anders als auf Basis von vielen dutzend Einzelbeispielen zu dem Schluss zu kommen, dass europäische Medien qualitativ ausreichend, seitens ihrer Verbindlichkeit und Objektivität jedoch mangelhaft bis ungenügend berichten. In einigen Fällen habe ich saftige Fälschungen und Lügen in europäischen Medien entdeckt.
Ein eindrucksvolles Beispiel: wir erinnern uns an den (kleinen und kurzen) Krieg Russlands gegen Georgien. Hierzu führte die ARD ein Interview mit Wladimir Putin. In der zuerst ausgestrahlten Fassung eröffnet Putin das Gespräch mit folgendem Dialog:
Putin: "'Wir sind uns angesichts der Fakten aber einig, dass Georgien den Krieg provoziert hat?"
Interviewer: "Ja. Das sind wir."
Exakt diese Eröffnung wurde bei der nächsten Nachrichtenfassung bzw. -Ausstrahlung herausgeschnitten; dem Interview folgte ein redaktioneller Beitrag, der Putin zum alleinschuldigen Aggressor machte.
Meine Medienliste ist buchstäblich voll von palästinensischen Anstrengungen, auf verschiedensten Ebenen zu einem tragfähigen Frieden mit Israel zu gelangen. Da gibt es Märsche, Sit-Ins, Diskussionen, Kooperationen bei Feldarbeiten etwa .... ausschließlich nur in Deutschland werden alle diese Aktionen vollständig "vergessen", dafür aber erhält die irgendwo harmlos in einem Feld niedergegangene Qassam-Rakete einen viertelstündigen Beitrag, in welchem unter Sirenengeheul Kinder in Bunker flüchten. Der Phosphorbombeneinsatz Israels gegen Gaza-Stadt fand auch nur als Randbemerkung hier Erwähnung, weil viel außereuropäische Presse entsprechende Fotos und Reportagen gebracht hatten.
Wäre dem nicht so, hätte der Europäer seit vielen Jahren im Bewussstsein, dass Israel seit vielen Jahren schon Journalisten körperlich angreift, ihre Ausrüstungen vernichtet, sie verhaftet, z.T. foltert und bisher ein halbes Dutzend an Redaktionen gewaltsam geschlossen hat. Solche Veröffentlichungen werden hier in Europa unterdrückt. Würde nur realistisch über Israel berichtet, hätte sich das Image des Faschistenstaates schon seit mindestens zehn oder fünfzehn Jahren endgültig ins Negative gedreht; Waffenlieferungen wären politisch nicht mehr so problemlos zu machen und politische Unterstützung auf Befehl der USA würde Deutschland zwischen Mühlsteine legen - wenn die eigene Bevölkerung nicht zielgerichtet durch fehlende und gefälschte Informationen einseitig massiv manipuliert würde. Kein deutsches Medium schreibt von jüdischen Siedlern, die im Westjordanland Haustüren von Palästinensern mit "Gas the Arabs!" beschmieren. Niemand berichtet von den immer wiederkehrenden Vorfällen, bei denen Siedler in Rotten einzelne Palästinenser, häufig genug Kinder!, zusammenschlagen und wie Müll in Straßengräben werfen. Kaum ein Deutscher kennt den Begriff "price tag" - aber alle wissen, was eine Qassam ist. Warum wohl?
All die fehlgegangenen Drohnenangriffe, die den Lesern und Zuschauern in Deutschland bekannt sind, sind nur diejenigen, die in der Weltöffentlichkeit diskutiert werden. Die meisten der unschuldigen Toten, die die USA zu verantworten haben, werden durch europäische und US-Presse ganz bewusst, zielgerichtet und verabredet durch Schweigen ein zweites Mal getötet.

Und genau deshalb wird man auch in den nächsten zehn Jahren produktive, positive und realitätsnahe Berichterstattung aus dem Iran vergeblich suchen. Es gibt hier und da Reportagen über die Natur und das Wildleben dieses wundervollen Landes (erst kürzlich eine über Schneeleoparden gesehen!). Politische und informative Reportagen wird man noch lange vermissen. Iran wurde in die Position des "extremistischen Schurkenstaates" geschoben - und soll dort verbleiben, bis sich die USA darüber einig sind, ob sie nun für Israel einen Krieg gegen Iran vom Zaun brechen oder nicht.
Bis dahin haben Iraner "rückständige, mittelalterliche und aggressive" Menschen zu sein, die einer gefühlt "bestialischen" Religion angehören und nur Tod, Zerstörung, Hass, Frauensteinigungen und Erschießungen kennen.

Michael Thomas  
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