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Wladimir Putin und der G 8-Gipfel

#1 von Brigitte Queck , 24.05.2012 22:18

Warum Wladimir Putin nicht am jüngsten G 8- Gipfel teilnahm

In seiner Rede anlässlich des 67. Jahrestags des Sieges der Sowjetunion über Hitlerdeutschland am 9. Mai 2012 sagte Putin, dass Russland für die strikte Einhaltung des Völkerrechts, die Verteidigung der Souveränität der UNO-Staaten und die Freiheit der Wahl jeder Nation, seinen politischen Weg und sein politisches System selbstbestimmt zu wählen. eintritt. Und er fügte hinzu, dass Russland seine nationale und internationale Position standhaft verteidigen wird.
Nach heftigen und gemeinen Kritiken westlicher Politiker und Medien an den Duma-Wahlen 2011 und den Präsidentschaftswahlen im März 2012 sowie nach der Unterstützung von
Anti-Putin-Demonstrationen in wichtigen russischen Städten ließ sich Obama herab, nun den gescholtenen Putin zum G-8- Gipfel auf seine Ranch in Camp David einzuladen. Das war sicherlich für Putin in vielerlei Hinsicht ein unsicheres und nutzloses Terrain. Auch war diese Einladung im Grunde eine Verhöhnung Putins, denn es stand zu dieser Zeit für Washington bereits unverhandelbar fest, dass der NATO-Raketenschild an der Westgrenze der GUS-Staaten errichtet wird. Der Raketenschild ist als westliches Gemeinschafsprojekt unter der Führung der USA konzipiert. Die USA positionieren Schiffe mit Raketenabwehrsystemen ( die jeder Zeit auch als Raketenangriffssysteme dienen können !) im Mittelmeer. Deutschland wird zu diesem Zweck seine Patriot Systeme bereitstellen. Die Kommandozentrale für diesen Raketenschild soll nach den Vorstellungen der USA in Deutschland (Ramstein)eingerichtet werden. Dieses sog. Raketenabwehrsystem ist nach der Darstellung des Westens ein Verteidigungssystem gegen atomare Raketen und Atomwaffen tragende Flugzeuge. In Wirklichkeit aber ist es eine Angriffswaffe gegen Russland und seine Verbündeten. Russland soll durch die unmittelbare Nähe der NATO-Raketenschildinstallierung die Möglichkeit genommen werden, auf einen Atomangriff oder sonstigen bedrohlichen Angriff der NATO adäquat mit atomaren Gegenschlägen zu antworten. Das erhöht ganz erheblich die Gefahr eines neuen Weltkrieges sowie eines weltweiten Atomkrieges. Zunächst wird das Wettrüsten angeheizt, denn Russland muss jetzt die Schlagkraft seines Atomwaffenarsenals nach allen Richtungen erhöhen, um das militärische Gleichgewicht zur NATO aufrechtzuerhalten Es muss die Fähigkeit ausbauen, den Raketenschild der NATO im Falle eines Angriffes der NATO auf Russland zu durchbrechen. Moskau kann und wird natürlich nicht den Versicherungen der NATO Glauben schenken, dass der Raketenschild nur gegen „Schurkenstaaten“ wie den Iran oder Nordkorea gerichtet sei. Das würde jeder militärischen Logik widersprechen.

Es ist überhaupt merkwürdig, dass es westliche Politiker und Militärs der NATO gibt, die unterstellen, dass irgendjemand, der denken kann, ihren Lügen glauben könne, der NATO-Raketenschild sei nur gegen ‚Irrläufer der Weltpolitik’ gerichtet, z.B. über Russland und die Ukraine anfliegende iranische oder nordkoreanische Raketen ! Damit unterstellen diese den Menschen totale Denkunfähigkeit und Dummheit !!

Als eine sich derzeit noch mit den USA und der NATO im Gleichgewicht befindliche Atommacht muss sich Russland als das eigentliche Zielobjekt der auf absolute militärische Überlegenheit hinarbeitenden NATO-Strategie betrachten und das gilt auch für andere GUS-Staaten wie Belorussland, die Ukraine oder Kasachstan.

Mit diesem Raketenschild soll Russland im Falle einer NATO-Aggression für einen atomaren Gegenschlag unfähig gemacht werden.

Putin schickte also den russischen Ministerpräsidenten Medwedjew als seinen Vertreter auf die Ranch von US-Präsident Obama.
Er selbst erklärte, dass er mit Fragen der Regierungsbildung beschäftigt sei. Die Begründung stimmte. Aber Putin wäre bei einem besserem politischen Klima zweifellos auch selbst gekommen, wäre da nicht die Nutzlosigkeit seiner Teilnahme am G8- Treffen ersichtlich gewesen. In der für sein Land wichtigsten internationale Frage des Raketenschilds hatten die westlichen Staaten bereits GEGEN RUSSLAND entschieden !
Die russische Sicht zu Fragen z. B. im Zusammenhang mit der EURO-Krise aber konnte auch der derzeitige russische Ministerpräsident Medwedjew deutlich machen.

Putin hatte auch keine Lust, sich das westliche heuchlerische Palaver über angeblich in Russland und anderswo verletzte Menschenrechte anzuhören und sich hier z. B. wegen Polizeieinsätzen gegen Demonstranten in Moskau und Sankt Petersburg, die gegen das Gesetz verstoßen haben, rechtfertigen zu müssen. Obgleich er dabei auch in der Position gewesen wäre, Gegenfragen zu stellen, z. B. , wieso denn die Occupy- und Anti-NATO-Bewegungen beispielsweise in Chikago und Frankfurt/ a. Main niedergeknüppelt worden waren !

Und zum längst feststehenden und beschlossenen Antiraketenschild (NATO-Raketenschild) an den europäischen Grenzen zu Belorussland, der Ukraine und Russland hätte man ohnehin nur noch protestieren können.

Das geplante Treffen des Russland-NATO-Rats fiel aus diesem Grunde auch aus. Zum NATO-Gipfel in Chikago aber war Russland gar nicht eingeladen worden !!

Und was sollte Putin auch zum längst fälligen Abzug der NATO aus Afghanistan bis Ende 2014 sagen, der derzeit noch unter der Führung der USA von 50 Staaten, darunter 22 NATO-Staaten, getragen bzw. unterstützt wird ?
Dieser NATO-Einsatz in Afghanistan hat schon längst seinen Rückhalt in der Welt verloren. Auch dem Letzten ist klar geworden, dass es sich hier seit dem 11. September 2001 nur um einen barbarischen Aggressionskrieg gegen einen souveränen Staat handelt, der mit dem Einsturz des Welthandelszentrums in New York absolut nichts zu tun hatte !!

Was sollte Russland in Camp David zu den militärischen NATO-Einsätzen am Horn von Afrika zusätzlich sagen, wo die Souveränität Somalias ständig grob verletzt wird und inzwischen Fischerboote an den Küsten von NATO-Hubschraubern zerstört und friedliche Einwohner, darunter Frauen und Kinder, getötet und verletzt werden ?
Russland hat auch dazu schon vielfach Stellung genommen.

Auch zur Abrüstung der NATO, die von der Welt nur noch als Bedrohungsfaktor für den Weltfrieden wahrgenommen wird, weil sie ständig völkerrechtswidrige Kriege führt, hat Russland klar gemacht, dass hier nicht schöne Worte am Platze sind, sondern Handlungsbedarf seitens der NATO besteht.

Sollte man seitens der westlichen Länder darauf spekulieren, dass ein durch den Raketenschild in die Enge getriebenes Russland sich nicht mehr gegen NATO-Aggressionen in aller Welt ausspricht, so ist Putin wohl der falsche Partner für solche Spielchen !

Und ein Russland, das sich der NATO ergibt, ist mit einem russischen Präsidenten Putin an der Spitze erst recht nicht zu machen. Deswegen wurde dieser auch zum Hassobjekt westlicher Agitation und Propaganda gemacht.
Vor einem neuen Krieg gegen Russland kann man nur dringend warnen. Es wäre die Wiederholung der Grundfehler der Politik Adolf Hitlers, die seinerzeit Deutschland in den Abgrund führten. .

22. Mai 2012 Hans-Jürgen Falkenhagen/Brigitte Queck

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