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Verhungern wirklich Menschen in Madaya?

#1 von Yavuz Özoguz , 08.01.2016 19:19

Verhungern wirklich Menschen in Madaya?

Der Weltimperialismus kann sich bisher stets darauf verlassen, dass viel zu viele Muslime ihrem eigenen Heiligen Qur’an weniger Beachtung schenken als den westlichen Propagandisten, und so werden Tag für Tag neue Lügen ausgedacht, um zumindest den Informationskrieg zu gewinnen.

Im Heiligen Qur’an heißt es in der 49. Sure, Vers 6: „O die ihr glaubt, wenn ein Frevler zu euch mit einer Kunde kommt, dann schafft Klarheit, damit ihr (nicht einige) Leute in Unwissenheit (mit einer Anschuldigung) trefft und dann über das, was ihr getan habt, Reue empfinden werdet.“ Gibt es also irgendeinen Muslim, der die verbrecherischen Imperialisten nicht als zumindest „Frevler“ einstuft? Muss er daher nicht die Nachrichten, die aus deren Mündern und Tastaturen stammen, zumindest überprüfen, bevor er sie verbreitet und darauf aufbauend sogar Hass und Abneigung gegen bestimmte Menschen empfindet?

Letzte Woche wurde weltweit die Nachricht verbreitet, dass in der belagerten Stadt Madaya bei Damaskus die Menschen inzwischen Blätter und Katzen verspeisen müssten um zu überleben, weil sie bis auf die Knochen ausgehungert wären. Eine Flut von Fotos ausgehungerter Menschen füllte die Medien, so dass die Herzen der Zuschauer tief betroffen waren. Wie sagte Imam Chamene’i so eindrucksvoll in seinem zweiten Brief an die Jugend im Westen: „Das Leid eines einzelnen Menschen, wo immer auf der Welt, stimmt von Natur aus die Mitmenschen traurig.“ Und so stimmte auch dieses Leid einen jeden Menschen traurig. Doch darf man wegen dieser Trauer seinen Verstand ausschalten und zu einer willenlosen Marionette des kapitalistischen Imperialismus werden, der jeden Menschen in der Welt verhungern lassen würde, wenn einige wenige dadurch schadlos noch reicher werden könnten?

Es gibt mehrere verstandesgemäße Vorgehensweisen, die ein jeder Träger von Verstand anwenden muss bei solch einer Nachricht, da er sonst eines Tages von seinem eigenen Verstand angeklagt werden wird, im entscheidenden Moment nicht genutzt worden zu sein, worauf die Irreleitung folgte. Zu den Fragen, die auf der Hand liegen, gehören: Woher stammt diese Nachricht? Wer alles bestätigt sie? Bei Nachrichten in der Westlichen Welt muss man auch grundsätzlich fragen: Warum wird diese Nachricht jetzt veröffentlicht? Denn die Nachrichtenweitergabe im Kapitalismus hat Kapitalinteressen – also den Imperialismus – zum Hauptziel und nie die Wahrheit. Gibt es innere Widersprüche in der Nachricht? Hat der Nachrichtenüberbringer schon einmal gelogen? Wenn ja, warum wird er immer noch als zuverlässige Quelle verwendet? Und vieles andere mehr.

Verfolgt man die Hunger-Nachricht über Madaya zurück, landet man sehr schnell bei britischen und amerikanischen Quellen, die wiederum beide immer nur eine einzige Urquelle angeben: Die so genannte „Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (SOHR)“, wie es z.B. die Washington Post ganz offen zugibt [1]. Von dort sei die Nachricht zur Nachrichtenagentur Reuters und von dort wiederum in die ganze Welt gelangt. Jene sogenannte Beobachtungsstelle ist derart dubios, dass selbst die Süddeutsche Zeitung bereits 2012 nicht umhin konnte, deren Wahrheitsgehalt anzuzweifeln [2]. Der bisher berühmteste Fall ihrer Lügengeschichten war die dreiste Behauptung, dass in der Stadt Hama neugeborene Säuglinge in Brutkästen gezielt getötet worden seien, indem die Regierung die Stromversorgung des Krankenhauses unterbrochen habe. CNN war die erste Quelle, welche die „Nachricht“ mit Bezug auf SOHR verbreitete. Da SOHR selbst keine glaubwürdige Quelle hatte, bezog sich SOHR in der Folge auf CNN und die Nachricht geriet zur Farce, einmal abgesehen davon, dass sie erstunken und erlogen war! Die österreichische Standart berichtete darüber [3].

Wer deshalb annimmt, dass die SOHR an Glaubwürdigkeit bei den westlichen Medien verloren hätte, irrt. Der westliche Mediengrundsatz dabei heißt: Wer einmal in unserem Sinn gelogen hat, dem glauben wir immer wieder!

Die Quelle ist nach wie vor unglaubwürdig und bringt selbst die eingefleischten Lügenverbreiter der westlichen Medien immer wieder in Schwierigkeiten. So musste die berühmte kanadische Nachrichten-Seite Vice News bei dem Artikel mit der Überschrift „Kinder essen die Blätter der Bäume“ in einem Zusatz unter der Überschrift zugeben, dass frühere Fotos rausgenommen worden sind, weil sie gar nicht aus Madaya stammen konnten [4]. Etwas konkreter wird da der Sender al-Manar (der so genannte Hizbullah-Sender, den man im Westen ja faktisch verboten hat) und weist nach, dass viele der Fotos aus einem jordanischen Flüchtlingscamp al-Zaatari stammen [5]. Damit war der Nachrichten-Gau perfekt. Die Verhungernden sind Opfer des westhörigen Diktators im Nachbarland. Aber was schert es die westlichen Journalisten. Sie setzen auf die Vergesslichkeit ihrer Konsumenten.

Hat man nicht die Möglichkeit zur Quellenrecherche, gäbe es auch eine inhaltliche Herangehensweise. Zum Beispiel könnte man sich die Frage stellen, warum die Westliche Welt so plötzlich Mitleid mit verhungernden Kindern hat, die bis auf die Knochen abgemagert sind. Das ist eine sehr berechtigte Frage, denn es sterben jeden Tag des Herrgottes mehr als 20.000 Menschen an Hunger, jeden Tag! Und es gibt sie wirklich diese bis auf die Knochen abgemagerten Kinder in Afrika. Wenn wir auch nur eine halbwegs gerechte Welt hätten, in der zumindest halbwegs die Wahrheit irgendeine Rolle spielen würde, müssten Abends die ARD-Nachrichten oder ZDF-heute jeden Abend mit dem Satz beginnen: „Heute sind 20.000 Menschen, darunter soundsoviele Kinder an Hunger gestorben.“ Dazu müssten dann die echten Bilder aus Afrika gezeigt werden, jeden Abend. Spätestens nach einer Woche würde das Volk fragen, ob es nicht einen Weg gibt, das Leid zu mindern. Allein diese Frage könnte die Grundfesten des Kapitalismus und Imperialismus so sehr erschüttern, dass jene Nachricht eben fast nie kommt und die Bilder fast nie gezeigt werden (außer zu Weihnachten). Wenn also doch einmal solche Fotos auftauchen, dann muss man sich die Frage stellen, was denn der Grund ist. Und Menschlichkeit scheidet beim Kapitalismus als Grund aus!

Eine Nachricht muss auch in sich stimmig sein. Die Nachricht lautet, dass die vereinten Kräfte von Hizbullah, Russen und syrische Regierung die Stadt belagern, während die Bewohner alle an Hunger sterben! Warum sollte irgendjemand eine Stadt belagern, bei der die Bewohner verhungern? Und wie sollte eine Truppe verhungernder in der Lage sein gegen die vereinten Kräfte von Hizbullah, Russen und syrische Regierung eine Stadt zu halten, so dass sie belagert werden müsste? Tatsache ist, dass es in der Stadt mindestens 600 best ausgerüstete Söldner diverser Organisationen gibt. Jene 600 Söldner dürften kaum bis auf die Knochen ausgemergelt sein. Irgendwie also kommt Nahrung in die Stadt und wird dort verteilt, aber offensichtlich nicht sehr gerecht. Kinder bekommen – gemäß dieser Meldung – nichts, aber die Söldner der Imperialismus-Front werden gut versorgt. Würde man die Nachricht dieser Art verbreiten, würden die Söldner als Unmenschen da stehen und das war ja schließlich nicht beabsichtigt.

Bliebe noch die Frage: Warum kommt die Meldung gerade jetzt und warum über Madaya. Die Antwort ist einfach. Die Imperialisten-Front stehen kurz davor diesen letzten Brückenkopf in die Nähe der Hauptstadt zu verlieren und damit auch 600 Söldner. Der Verlust hätte weitere demoralisierende Wirkung auf andere Söldner. Die Stadt wurde nicht angegriffen, um die Zivil-Bevölkerung zu schonen!

Die syrische Regierung, Hizbullah und Russen kennen diese inzwischen ausgeleierte Methode der westlichen Propaganda so gut, dass sie sofort reagiert haben. Nur einen Tag später hat die syrische Regierung der Durchfahrt von Hilfskonvois des Roten Kreuzes nach Madaya zugestimmt, obwohl es nicht nötig war. Damit war die gefakte Nachricht „verbrannt“ für die Westliche Welt. Denn sobald unabhängige Beobachter in die Stadt fahren und besagte ausgemergelte Personen nicht finden, wäre die offensichtliche Lüge nur schwer zu verbergen. Aber im Verbergen ist die Westliche Welt inzwischen Weltmeister. Die westliche Antwort ist ganz einfach: Madaya verschwindet genau so schnell aus den gleichgeschalteten, eingebetteten Einheitsmedien, wie sie erschienen ist.

Meiner Wenigkeit tun alle Mitmenschen leid, die immer und immer wieder auf dieses gleiche Spiel hineinfallen und damit ihre eigene Seele vergewaltigen. Die Wahrheit ist offenkundig und wir müssen nur die uns von unserem Schöpfer anvertrauten Fähigkeiten nutzen. Lasst uns vorbereitet sein: Die nächste Lüge kommt bestimmt. Selbst wenn man Assad nicht mag, Imam Chamene’i nicht versteht, die Schia verachtet und vieles andere mehr, ein Mensch sollte seine eigene Seele niemals derart unterdrücken und erniedrigen, das er an der Seite von USA, Briten, Israel und deren Marionetten wie den Saudis steht.

[1] https://www.washingtonpost.com/news/worl...town-of-madaya/
[2] http://www.sueddeutsche.de/politik/syris...todes-1.1522443
[3] http://www.webcitation.org/6SyF9NYEM?url...n.org/6SyF9NYEM
[4] https://news.vice.com/article/children-a...of-madaya-syria
[5] https://www.youtube.com/watch?v=BDqpnoQ-RdI


Yavuz Özoguz  
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zuletzt bearbeitet 08.01.2016 | Top

   

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