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Hetzt CDU-Chefin gegen jüdische Rabbiner wegen Handgeben?

#1 von Yavuz Özoguz , 30.09.2015 09:09

Hetzt CDU-Chefin gegen jüdische Rabbiner wegen Handgeben?

Es gehört zu den Gepflogenheiten eines vernünftigen Umgangs, dass man jemanden erst selbst die Chance gibt, sich für missverständliche Äußerungen zu rechtfertigen, bevor man in die Öffentlichkeit geht. Wenn aber betroffene Person trotz dieser Chance weiterhin augenscheinlich gegen Muslime (und dadurch auch unbewusst gegen Juden) hetzt, dann muss das in die Öffentlichkeit gebracht werden.

Die Vorsitzende der CDU Rheinland-Pfalz Klöckner – ein Bundesland mit beachtlichem muslimischen Wählerpotential – hört nicht auf, einen muslimischen Geistlichen öffentlichen zu demütigen, der ihr die Hand aus religiösen Gründen nicht gereicht hatte. Daraufhin hat meine Wenigkeit ihr am 23. September 2015 die unten abgedrückte Mail gesandt und am gleichen Tag vom Büro der Politikern eine Empfangsbestätigung erhalten. Es gehört zu den muslimischen Gepflogenheiten, dass in solch einem Fall zunächst die Antwort abgewartet wird, bevor man öffentlich aktiv wird, falls das dann noch nötig ist. Bedauerlicherweise hat die ehemalige Deutsche Weinkönigin Klöckner nicht davon abgelassen, die religiös bedingte Geste weiterhin öffentlich zu schmähen (zuletzt gestern in Deutschlandfunk), so dass es Zeit wird, den Brief zu veröffentlichen:

Sehr geehrte Frau Klöckner,

der Friede Gottes sei mit Ihnen. Aus den Medien habe ich entnommen, dass Sie sich sehr darüber aufgeregt haben, dass ihnen ein muslimischer Mann nicht die Hand reichen wollte. Bevor ich mich dazu öffentlich äußere, verfahre ich diesbezüglich nach einem in allen Kulturen üblichen Grundsatz, den Gegenüber so zu behandeln, wie man selbst behandelt werden möchte, und frage Sie diesbezüglich zunächst direkt. Stimmt es, dass sie darauf bestehen, dass eine fremder Mann und eine fremde Frau sich in Deutschland berühren müssen und falls sie es nicht tun, sie nicht integriert sind?

Tatsächlich steht auch meine Wenigkeit immer wieder vor der Situation, dass eine Frau auf mich zugeht und mir von sich aus die Hand entgegenstreckt, noch bevor ich sie höflich darauf hinweisen kann, dass wir Berührungen des anderen Geschlechts aus religiösen Gründen ablehnen. Für diese, für hiesige Verhältnisse ungewöhnliche Situation hat jeder von uns eine eigene Strategie entwickelt. So lege ich z.B. meine rechte Hand auf meine Brust auf Herzhöhe und sage meinen Standartspruch: „Entschuldigen Sie bitte, aber aus religiösen Gründen darf ich nur meine eigene Frau berühren.“ Diese extrem verkürzte Wiedergabe einer religiösen Regel stimmt zwar nicht ganz mit den Tatsachen überein, aber für eine ausführliche Erklärung reicht der kurze Moment der Begrüßung zumeist nicht aus. Denn es gibt noch eine ganze Reihe von anderen Frauen, wie z.B. meine Mutter, meine Schwester, meine Tochter sowie die Schwestern meiner Eltern, die ich auch berühren darf. Die Strategie meines Bruders ist ähnlich geartet. Er sagt immer: „Entschuldigen Sie bitte, aus religiöser Treue zu meiner Frau darf ich keine andere junge Frau berühren.“ Die Tatsache, dass er sein Gegenüber als “junge Frau“ bezeichnet, schmeichelt oft, so dass die sonst zu erwartende kurzzeitige Verkrampfung gelockert wird.

Dabei hat diese Geste ABSOLUT nichts mit einer Diskriminierung von Frauen zu tun. Vielmehr geht es um die Exklusivität der Berührungsbeziehung, die als besonderer Schutz der Familie dient. Würde z.B. meine Ehefrau dabei sein, würde sie Ihnen die Hand reichen, nicht aber männlichen Anwesenden. Würde man ihr deshalb eine „Diskriminierung“ von Männern vorwerfen? Möglicherweise hatten Sie bisher nicht die Gelegenheit diesen besonderen Respekt, den wir durch unser Verhalten der ehelichen Berührungsexlusivität erweisen, kennen zu lernen und/oder Ihre Berater haben ihn falsche Erläuterungen gegeben. Daher frage ich, ob es sich bei Ihrem Verhalten um ein Missverständnis handelt, oder aber sie weiterhin darauf bestehen, dass Muslime jeweils dem anderen Geschlecht die Hand reichen müssen, um integriert zu sein? Falls letzteres der Fall sein sollte, bitte ich höflichst zu bestätigen, dass Sie dieses Verlangen aus Gerechtigkeitsgründen von allen Deutschen verlangen, auch von deutschen orthodoxen jüdischen Rabbinern, die diesbezüglich genau so verfahren wie Muslime.

In diesem Sinn hoffe ich auf eine klärende Antwort und wünsche Ihnen, dass Sie und Ihre Lebensgefährten immer die Menschen berühren werden, über die sich beiden freuen. Und ich würde mich freuen, wenn ich ein Missverständnis öffentlich richtig stellen kann und darf.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Yavuz Özoguz
(Wissenschaftlicher Leiter der Enzyklopädie des Islam - eslam.de)
Schilfweg 53
D-27751 Delmenhorst
e-Mail: yavuz@muslim-markt.de


Frau Klöckner hat im Prinzip öffentlich geantwortet, indem sie nach wie vor diesbezüglich gegen praktizierende Muslime spricht. Offensichtlich legt die CDU-Frau keinen Wert auf die Wahlstimmen von Muslimen. Da sie weiterhin darauf besteht, dass muslimische Männer ihr die Hand zu reichen haben, gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder, sie besteht auch darauf, dass jüdische Rabbiner ihr die Hand reichen, dann wäre sie offensichtlich jemand, der gegen einen Brauch von jüdischen Geistlichen aufhetzt. Oder aber sie behandelt jüdische Rabbiner anders als muslimische Geistliche und praktizierende Muslime, so dass dann der Vorwurf der Diskriminierung zutrifft. So oder so verfährt die Frau nach Ansicht meiner Wenigkeit gegen die Werte des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland und da sie dies in einer recht hohen Position tut, wäre sie ein Fall für den Verfassungsschutz.

Nachsatz: Gott sei Dank hat dieses Land derzeit wichtigere Probleme, als die Frage, ob ein muslimischer Mann einer ehemaligen deutschen Weinkönigin die Hand reicht oder nicht, so dass wir uns wichtigeren Herausforderungen widmen können.

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RE: Hetzt CDU-Chefin gegen jüdische Rabbiner wegen Handgeben?

#2 von Fatima Özoguz , 30.09.2015 10:11

Das ist die Stellungnahme des Christlich-Alevitischen Freundeskreises der CDU (CAF)

http://www.cafcdu.de/index.php?ka=1&ska=4&idn=44
Hätte Frau Vartian das Gleiche gegen Juden geschrieben, wäre die wohl ganz anders ausgefallen. Wer jetzt noch CDU wählt, dem ist nicht zu helfen.


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zuletzt bearbeitet 30.09.2015 | Top

RE: Hetzt CDU-Chefin gegen jüdische Rabbiner wegen Handgeben?

#3 von Dörte Donker , 30.09.2015 11:32

Das ist doch einfach nur Dummheit, denn diese Frau kennt anscheinend überhaupt keine Handschüttelregel. dann wüsste sie auch, dass es dann auch männerverachtend ist, wenn wir als Frauen überhaupt keinen Mann die Hand geben müssen und immer der Mann zu warten hat, bis die Frau die Hand reicht. Genauso hat immer der Gast zu warten, ob der Gastgeber die Hand reicht, von daher hätte sie sich bei dem Rabiner in Israel ja nun gar nicht muckieren dürfen, denn er als Gast entscheidet, ob die Hand gereicht wird, auch bei uns. Aber heute wird einen überall die Hand entgegen gestreckt, egal von wem und man wird geradezu genötigt, die zu ergreifen, was ich selbst aus diesen Kulturkreis stammend schon ekelhaft finde. Genauso war es eine absolute Höflichkeitsbekundung, der entsprechenden Frau das vorher mitzuteilen, dass das Brauch und Sitte ist, man hätte die Dame auch jedes mal dabei auflaufen lassen können, mit dummen Gesicht für die Kamera. Eine Begrüßung nur mit einem Kopfnicken, ein Absenken des Kopfes aus Respekt (Bedeutung: ich vertraue dir und komme in Frieden, darum zeige ich dir meinen verwundbaren Nacken), gibt es auch bei uns. Händeschütteln ist eine ähnliche Geste, ich gebe dem anderen die waffenführende rechte Hand und zeige damit, dass ich keine Waffe halte und in Frieden komme.
Wenn in anderen Kulturkreisen aus religiöser Sicht überhaupt vermieden wird, dem anderen Geschlecht die Hand zu reichen, hat das nichts mit Frauenverachtung zu tun und ich frage mich, was daran nicht zu akzeptieren ist. genauso unsinnig war die Bemerkung in der ARD Talkrunde, dass Frauen wenn sie hier ankommen, ihr Kopftuch in den Dreck treten sollten. Ist das nicht frauenverachtend?
Nein, dass hat damit zu tun, dass andere Menschen ihre religiös-kulturellen Richtlinien beachten und diese auch beachten wollen und jedes dem eine andere Bedeutung aufzuzwängen ist schon eine Beleidigung an sich und zwar für die Menschheit an sich, denn das sind Dinge, Sitten, Riten und religiöse Normen, die die Menschheit ausmachen und prägen. Und bedenke, all diese, die sich jetzt über so etwas beschweren, waren einst diejenigen, die die MULTI-Kultur gefordert haben und jetzt die einfachsten interkulturellen Regelungen beschimpfen und Menschen beleidigen, weil es nach ihrer Deutungshoheit der Riten zu gehen hat ohne Beachtung dessen, was sie tatsächlich bedeuten. Nein, man lässt sich das nicht einmal erklären.

Und dann ist das für mich wieder typisch Frau mit ihrer Pseudoemanzipation. Kein Staatsmann würde wegen so etwas ein Gespräch verweigern.
Ein Wunder, dass Männer noch Krawatten tragen dürfen, denn eine Krawatte ist ein Rudiment des Brustschildes einstiger Krieger, Ritter, Soldaten. Das ist ein kriegerisches Symbol und damit auch frauenfeindlich, wenn man es so sehen will, zeigt sie doch die männlicher Vorherrschaft und sind es nicht wir Frauen, die unter den Kriegen der Männer am meisten litten und leiden. Stelle man sich vor, die Krawatte würde es nur bei muslimischen Männern geben. Dann wäre diese ein No-Go, weil es zu einem Symbol des kriegerischen Charakters des Islams gemacht werden würde.


Dörte Donker  
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zuletzt bearbeitet 30.09.2015 | Top

   

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