#130 von
Werner Arndt
, 14.11.2025 20:28
Zitat
Studie zu Corona-PCR-Tests: Nur jeder siebte Positive war tatsächlich infiziert
Weiterer Befund der Studie: Ende 2020 hatte bereits ein Viertel der deutschen Bevölkerung natürliche Immunität nach Infektion erlangt / Forscher fordern dringende Anpassungen im Infektionsschutzgesetz / Robert Koch-Institut will Studie nicht inhaltlich kommentieren
7. November 2025
Stuttgart / Koblenz. (multipolar) Eine aktuelle Untersuchung hat ergeben, dass in der Coronazeit nur jeder siebte positive PCR-Test in Deutschland mit einer tatsächlichen Infektion mit SARS-CoV-2 einherging.
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Die Erkenntnisse aus der Studie stehen in einem deutlichen Widerspruch zu den Angaben der Bundesregierung. So schreibt das dem Bundesgesundheitsministerium unterstellte Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit auf seiner Webseite „infektionsschutz.de“, der PCR-Test sei der „Goldstandard“ unter den Corona-Tests. Er gelte als das „zuverlässigste Verfahren“, um den Verdacht auf eine akute Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 abzuklären. Auch das staatliche Robert Koch-Institut (RKI) bezeichnet das PCR-Verfahren auf seiner COVID-19-Ratgeberseite als „Goldstandard hinsichtlich Sensitivität und Spezifität“.
Günther und Rockenfeller weisen in ihrer Studie zudem auf RKI-Angaben hin, wonach bis Mitte November 2020 lediglich zwischen 2,0 und 2,8 Prozent der deutschen Bevölkerung Antikörper gegen SARS-CoV-2 gebildet hätten. Gemäß der ALM-Daten habe zu diesem Zeitpunkt der Anteil positiver Antikörpertests jedoch bereits bei 15 Prozent gelegen, Ende 2020 bei 24 Prozent und im Mai 2021 bei 50 Prozent. Im Interview mit Multipolar erklärt Günther, das RKI habe nun die Möglichkeit, einen so genannten „Letter to the Editor“ zu schreiben, falls die Studie aus Sicht des Instituts Fehler enthalten sollte. Im Peer-Review-Verfahren hätten die Forscher jedoch „über eineinhalb Jahren die Gutachter von der Validität der Messwerte und unserer Ergebnisse überzeugen können“. Rockenfeller bemerkt zudem, es lasse sich mit einem „möglichst geringen“ natürlichen Immunschutz der Bevölkerung „überzeugender“ für eine Impfkampagne „argumentieren“.
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https://multipolar-magazin.de/meldungen/0339
Zitat
"Das ist nicht hinnehmbar"
Deutsche Forscher haben auf der Grundlage amtlicher Daten erstmals nachgewiesen, dass in der Corona-Zeit nur jeder siebte positive PCR-Test tatsächlich mit einer Corona-Infektion einherging. Im Interview mit Multipolar erklären zwei von ihnen, Michael Günther und Robert Rockenfeller, wie sie vorgingen und welche Hürden die Veröffentlichung ihres Papiers, die im Oktober erfolgte, verzögerten. Die Forscher fordern eine "dringende Änderung" des Infektionsschutzgesetzes, da nun geklärt ist, dass der PCR-Test falsche Zahlen erzeugt und allein nicht zur Feststellung einer Infektion geeignet ist.
KARSTEN MONTAG, 4. November 2025
Multipolar: Herr Dr. Günther, Herr Dr. Rockenfeller, Ihre Forschungsergebnisse, peer-reviewed veröffentlicht im Oktober, zeigen auf Basis offizieller Daten, dass 86 Prozent der in der Corona-Zeit positiv Getesteten gar nicht infiziert waren. Bevor wir auf die Details eingehen: Hat das vor Ihnen schon einmal irgendjemand sonst entdeckt und publiziert?
Günther: Definitiv nein. Wir haben ja deutsche Daten ausgewertet. Also ist das Spektrum der Wissenschaftler, die sich damit beschäftigt haben könnten – einschließlich derjenigen, die beim RKI oder bei ähnlichen Behörden arbeiten – auf den deutschsprachigen Raum begrenzt. Aus dem Literaturüberblick wissen wir, dass niemand zuvor die ALM-Daten mit einem Zahlenwert zitiert hat.
Multipolar: ALM ist der Verband "Akkreditierte Labore in der Medizin", der in der Corona-Zeit eine wesentliche Rolle bei der Diagnostik spielte, und dessen Daten sie ausgewertet haben.
Rockenfeller: Auch unabhängig von den ALM-Daten hat noch niemand den quantitativen Wert der Überschätzung der anhand der PCR-Tests ermittelten Infektionen von 86 Prozent ermittelt. Es gab schon Publikationen, die festgestellt haben, dass eine Überschätzung stattgefunden hat – auch unabhängig davon, dass Falsch-Positiv-Tests auftreten und hohe CT-Zyklen problematisch sind. Doch einen harten quantitativen Wert von eins zu sieben – also nur einer von sieben positiv Getesteten war auch tatsächlich infiziert – hat nach meinem Wissen noch niemand ermittelt.
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Multipolar: Wenn man jetzt – wie Sie in Ihrer Studie festgestellt haben – davon ausgeht, dass nur maximal jeder siebte PCR-Positive tatsächlich infiziert war, was hat das für Auswirkungen auf die Inzidenzen, Krankenhausfälle und Todesfälle, die man anhand der PCR-Tests gezählt hat?
Günther: Als Naturwissenschaftler würde ich sagen, es gibt gute Gründe dafür, dass man schlicht und einfach jede Zahl, die mit einem COVID-19-Fall oder einem COVID-19-Tod zusammenhängt, durch sieben teilen muss. Es gab ja auch keine systematische Untersuchung, in der beispielsweise die COVID-19-Toten genauer bestätigt worden sind. Es gab laut RKI nur das einzige Kriterium eines positiven PCR-Tests. Es war sogar unerheblich, ob klinische Symptome vorlagen oder nicht. Rechtlich gesehen war der PCR-Test das einzige Merkmal für eine Infektion. Das gilt homogen auch für alle anderen epidemiologischen Größen wie die Inzidenz oder die COVID-19-Fälle. Das heißt, man kann jetzt alles, was von der WHO und anderen Behörden erzählt wurde, um den Faktor sieben herunterschrauben.
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Multipolar:Was sollte aus Ihrer Sicht die Konsequenz aus Ihren Erkenntnissen sein?
Rockenfeller: Eine Konsequenz sollte mit Sicherheit die dringende Änderung der Paragrafen 22a und 28a sein. Das hätte man schon längst machen müssen. In Paragraf 22a geht es – wie bereits erwähnt – im Grunde darum, dass angeblich nur der PCR-Test das Vorliegen – oder auch Nicht-Vorliegen – einer Infektion nachweisen kann. Das ist schlicht und einfach falsch. Und in Paragraf 28a ist das Konzept der 7-Tage-Inzidenz festgelegt. Das ist eine völlig unbrauchbare Nominierung auf je 100.000 Einwohner. Eine andere Konsequenz sollte sein, dass man Antikörpertests braucht, die eine Infektion nachweisen, oder sogar den Unterschied zwischen erworbener und künstlicher herbeigeführter Immunantwort offenlegen. Auch bei den CT-Zyklen des PCR-Tests müsste es eine transparente und nachvollziehbare Standardisierung geben. Das sind Dinge, die eigentlich schon lange klar sind, aber immer noch im Gesetzestext nicht abgebildet sind. Das ist nicht hinnehmbar.
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