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Wider den post-Ramadan- Jojo-Effekt

#1 von Fatima Özoguz , 19.07.2015 14:47

Wider den post-Ramadan- Jojo-Effekt

Erst mal möchte ich allen Geschwistern im Islam nachträglich ein gesegnetes Aid al – Fitr wünschen.

Der diesjährige Monat Ramadan hatte es ja neutral betrachtet „in sich“. Die Tage waren die längsten im Jahr, zwischendurch „erwischte“ uns auch noch eine Hitzewelle, die aber nicht lange anhielt.

Durch die kurzen Nächte aber wurde es leichter, die drei Qadr-Nächte zu beleben (ihya´), d.h.sie bis zum Morgengrauen mit Gottesdienst zu verbringen.

Viele von uns haben sich mehr als in den übrigen Monaten mit dem Heiligen Quran und islamischer Literatur beschäftigt. Das gilt übrigens auch für diejenigen, die aus gesundheitlichen oder anderen Gründen nicht in der Lage waren, zu fasten.
Überhaupt soll sich niemand ausgeschlossen fühlen, nur weil er / sie nicht fasten kann. Wie ein berühmter Gelehrter, der neulich im Islamischen Zentrum Hamburg zu Gast war, festhielt, ist der Nahrungsverzicht nur ein geringer Aspekt des Fastens.
Das Fasten soll sich ja , wie immer wieder betont wird, auch auf sämtliche Körperteile erstrecken, nicht allein auf den Magen. Es soll dazu führen, dass wir mehr darauf achten, was wir denken, wohin wir gehen, was wir anhören oder anschauen. Denn unsere Körperglieder werden am Tag der Auferstehung darüber Zeugnis ablegen, wofür wir sie benutzt haben.

Und verfolge nicht das, wovon du kein Wissen hast. Gewiß, Gehör, Augenlicht und Herz, – all diese –, danach wird gefragt werden. (17 : 36)




Und an dem Tage, wo die Feinde Allahs allesamt vor dem Feuer versammelt werden, da werden sie in Gruppen geteilt ,

bis daß, wenn sie es erreichen, ihre Ohren und ihre Augen und ihre Haut Zeugnis gegen sie von dem ablegen, was sie zu tun pflegten.

Und sie werden zu ihren Häuten sagen: " Warum zeugt ihr gegen uns?" Sie werden sprechen: "Allah hat uns die Rede verliehen - Er, Der einem jeden Ding das Reden verleiht. Und Er ist es, Der euch erstmals erschuf, und zu Ihm seid ihr zurückgebracht worden.

Und ihr pflegtet (eure Sünden) nicht so zu verbergen, daß eure Ohren und eure Augen und eure Haut nicht Zeugnis gegen euch ablegen könnten; vielmehr meintet ihr, Allah wüßte nicht viel von dem, was ihr zu tun pflegtet. (41, 19 – 21)


Das Fasten führt also – wenn man es richtig versteht und praktiziert – allgemein zu mehr Achtsamkeit und Bewusstsein.

Das Fasten kann auch dabei helfen, schädliche Gewohnheiten wie zB.das Rauchen ganz aufzugeben, denn Rauchen bricht das Fasten. Wer aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage ist zu fasten und Raucher ist, kann trotzdem versuchen, so vom Rauchen loszukommen, denn es gibt keine Krankheit der Welt, die das Rauchen zwingend erforderlich macht, im Gegensatz zu Essen und Trinken.
Wir sind nun spirituell gestärkt aus diesem Monat hervorgegangen, manche von uns, eigentlich alle, die ich kenne, haben auch das eine oder andere überflüssige Pfund durch das Fasten verloren.
Wir sollten darauf achten, nicht wieder in alte Gewohnheiten zu verfallen. D.h. Das durch das Fasten erreichte Gewicht möglichst halten, aber auch und vor allem die neugewonnene Spiritualität nicht wieder leichtfertig aufgeben.
Im Monat Ramadan kann man auch mehr gute Gewohnheiten annehmen wie das Nachmitternachtsgebet oder die tägliche Quranlektüre. Es gibt im Internet viele gute Vorträge von Gelehrten, die man sich anhören kann.

Warum sollten wir das nicht weiter fortführen oder sogar vertiefen? Wir sollten jetzt die vorhandene spirituelle Kraft nutzen, um die guten Taten, die wir uns im Hl. Monat angewöhnt haben, weiter fortzusetzen oder sogar auszubauen, statt wieder in den alten Trott zu verfallen, der zu einem körperlichen wie geistigen Jojo-Effekt führt. Es ist ja allgemein angeraten, am Montag und am Donnerstag zu fasten, das ist allein schon dafür gut, um sozusagen fastentechnisch in Übung zu bleiben.

Wir sollten uns nicht wieder vom Alltag „auffressen“ lassen, sondern versuchen, die Spiritualität des Monats Ramadan in die spätere Zeit so gut es geht „hinüberzuretten“, und dabei erbitten wir Allahs Hilfe.


Fatima Özoguz  
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Warum das Ende des Fastenmonats ermutigen sollte

#2 von Thomas Steffen , 05.07.2016 23:35

Zitat
(05.07.2016)

Nach dem Ramadan ist vor dem Ramadan

Warum das Ende des Fastenmonats ermutigen sollte

... Wir verabschieden Ramadan mit einer vorauseilenden Sehnsucht. Besonders, weil wir wissen, dass es dem restlichen Jahr an diesem gewissen Zauber fehlt. Nur ist die Lehre dessen doch, dass wir das, was wir im Ramadan erfahren, erleben und erlernen konnten, unserem Herzen auch für das restliche Jahr mitgeben. Gerade, weil wir befreit sind und Platz für Neues in uns haben. Denn Allah verspricht, dass denjenigen, die den Ramadan aufrichtig fasten, alle vorangegangenen Sünden vergeben werden.

Uns wird als Abschiedsgeschenk die Bedeutung des Namens Allahs Al-`Afu, der Allvergebende, demonstriert, mit Einfluss auf das restliche Jahr, ja das restliche Leben.

[...]

http://www.islamische-zeitung.de/nach-de...or-dem-ramadan/

Thomas Steffen  
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RE: Warum das Ende des Fastenmonats ermutigen sollte

#3 von Werner Arndt , 20.03.2026 19:38

Zitat

Es ist Zeit, das Leben zum Ramadan zu machen

(20.03.2026)


Heute ist Freitag, der 1. Schawwal 1447. Alles Lob gebührt unserem Schöpfer und Herrn, Der uns die Freude des Festes und den Segen des Freitags zugleich erleben lässt!

...

Geschwister!
Das Ramadanfest ist kein Abschluss, sondern ein Anfang auf unserem Weg der Dienerschaft. Jetzt ist die Zeit, all das Gute, das wir im Ramadan erlangt haben, in unser Leben zu tragen. Jetzt ist die Zeit, das ganze Leben zu einem Ramadan zu machen. Denn die Aufforderung Allahs: „Und diene deinem Herrn, bis die Gewissheit (also der Tod) zu dir kommt!“1, zeigt uns, dass unsere Hingabe nicht auf einen Monat begrenzt ist, sondern ein Leben lang andauert. Ja, der Ramadan dauert einen Monat - doch die Dienerschaft währt ein Leben lang. Seht nur: Ein weiterer Ramadan ist vergangen. Doch dürfen wir nicht vergessen, dass auch unser Leben schnell vergeht. Ob wir den nächsten Ramadan erreichen werden, weiß allein unser erhabener Herr.

Werte Geschwister!
Lasst uns daher bemüht sein, die Offenbarungen Allahs bis zu unserem letzten Atemzug zu lesen, zu verstehen und zu leben. Möge unsere Verbindung zum Koran bis zum nächsten Ramadan niemals abbrechen. Das Verantwortungsbewusstsein, das wir durch das Fasten gewonnen haben, soll auch im restlichen Jahr weiter wachsen. Die Bedürftigen, um die wir uns im Ramadan gekümmert haben, dürfen wir danach nicht vergessen. Die Wärme und Geborgenheit, die wir an den Iftar- und Suhur-Tischen gespürt haben, soll unsere Häuser das ganze Jahr über erfüllen. Das starke Gemeinschaftsgefühl, das wir Schulter an Schulter in einer Gebetsreihe erreicht haben, soll sich zu einer festen und unerschütterlichen Geschwisterlichkeit entwickeln. Möge uns die innere Stärke, die wir in diesem Monat entdeckt haben, auch danach mit derselben Entschlossenheit begleiten. Das Licht, das in unseren Herzen im Ramadan aufgegangen ist, darf danach nicht wieder der Dunkelheit weichen. Besonders die Rechte unserer Mitmenschen, auf die wir in diesem Monat so achtsam geachtet haben, dürfen auch danach nicht verletzt werden. Das Fasten, das uns im Ramadan zurückgehalten hat, soll auch danach zu einem Schutzschild werden – für unsere Hände und Füße, für unsere Augen und Ohren, für unsere Zunge und unsere Worte – damit wir uns von allem Falschen fernhalten. Mögen die Werte, die wir im Ramadan gewonnen haben, uns auch danach weiter wachsen lassen und uns noch mehr an Wert gewinnen lassen.

Geschwister!
Wir befinden uns im Monat Schawwal. Bemühen wir uns, die frohe Botschaft unseres Propheten (s) zu erlangen: „Wer im Ramadan fastet und diesem (Fasten) anschließend sechs Tage im Schawwal hinzufügt, dem wird es angerechnet, als hätte er das ganze Jahr gefastet.“2 Wenn es unsere Gesundheit erlaubt, sollten wir versuchen, mit dem Fasten an sechs Tagen dieses Monats den spirituellen Geist des Ramadan in unserem Leben fortzuführen.

...

https://www.ditib.de/detail_predigt1.php?id=841&lang=de


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