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Kapitalpumpsystem oder Lichtmess?

#1 von Yavuz Özoguz , 23.01.2014 15:24

Kapitalpumpsystem oder Lichtmess?

Heute warnt der US-Finanzminister den Kongress zum soundsovielten Mal vor der bevorstehenden Zahlungsunfähigkeit. Eigentlich erstaunlich für einen Staat, der seit über einem Jahrzehnt seine Schulden nur noch mit Kriegsbeute bezahlt.

In regelmäßigen Abständen findet in Zimmern hoher Herren eine hohe Sitzung statt, die einem Pumpsystem gleicht, bei dem jeder und alles durch den Kakao gepumpt wird! Oder sollte man lieber von einem Schneeballsystem ungeahnten Ausmaßes sprechen, bei dem eine Treibjagd auf den nackten Bürger betrieben wird? Diese Treibjagd erfolgt allerdings ohne Hunde, sondern eher mit Bären und Bullen, und nicht im Wald sondern im Dschungel der Börsen. Dadurch wird Geld teurer! Wer immer dachte, dass Geld nur ein genormtes Tauschobjekt ist, wird sich natürlich die Frage stellen, warum man Geld „kaufen“ muss und warum es „teurer“ werden kann. Nun, das hängt damit zusammen, dass man im allgemeinen Zinssystem gar nicht mit dem Geld wirtschaftet, das man hat, sondern mit dem Geld, das man hofft eines Tages zu haben! Staaten geben Gelder aus, die sie nie besaßen und voraussichtlich nie besitzen werden. Beim Normalbürger würde man von betrügerischer organisierter Kriminalität sprechen. Nur so funktioniert ewiges Wachstum. Nur so funktioniert Kapitalismus. Daher muss man sich das Geld, das man später wirklich haben will, zunächst einmal leihen. Für dieses Leihen muss man allerdings Zinsen bezahlen. Und so kommt es, dass nach und nach immer mehr Geld - inzwischen "zu viel" Geld auf dem so genannten Markt ist. Früher hat am auf "Märkten" Waren gehandelt. Inzwischen spielen Waren nur noch eine untergeordnete Rolle, denn man handelt mit Geld und ähnlichen wertlosen Papieren.

Woher aber kommt diese „zu viel“ Geld. Wenn jeder nur das ausgibt, was er hat, dann kann doch Geld nicht plötzlich „zu viel“ werden. Das „zu viel“ Geld kommt daher, dass zu viele Leute das Geld von morgen, dass sie hoffen zu haben, bereits heute besorgt und auch schon ausgegeben haben. Jede Inflation ist nur ein Maß dafür, wie viel Geld wir von unseren Enkeln und Urenkeln bereits ausgeben, die noch gar nicht geboren wurden. Und das ist gleich im doppelten Sinn so. Denn falls die Zentralbank eines Tages die Zinsen erhöht, dann können wir nicht nur schwerer Geld leihen, sondern müssen für das bereits geliehene Geld plötzlich auch mehr Zinsen zahlen. Nein, keine Sorge, es ist nicht der kleine Häuslebauer gemeint, der seinen Festzins festschreiben ließ, gemeint ist unter anderem die Bundesrepublik Deutschland und andere „Leute“, die einige Cent Schulden haben, und dafür dann mehr Zinsen zahlen müssen. Die Zentralbank beschließt also, dass die Zinsen für die Schulden eines jeden Bundesbürgers und ganzer Staaten um soundsoviel steigen oder sinken, ohne jemals einen Bundesbürger dafür zu fragen.

Da die Preise für alles Mögliche steigen, weil zu viel Geld geliehen wurde, müssen natürlich auch die Löhne steigen. Die aber steigen nicht so stark, wie die Inflation, so dass die Kaufkraft über Jahre hinweg in der Bevölkerung immer weiter abnimmt. Das würde normalerweise ziemlich schnell zu ziemlich viel Unmut bei den Menschen führen, aber bei einer alternden Gesellschaft wird das durch das Erbe etwas abgefedert, da es immer mehr Erblasser und immer weniger Erben gibt. Und außerdem merkt es ja nicht jeder sogleich, da er ja scheinbar „mehr“ Geld bekommt. Notfalls helfen auch einige "offizielle" Statistiken weiter, die uns bescheinigen, dass das alles gar nicht so teurer geworden ist, wie man es selbst wahrnimmt.

Also, um das Chaos, dass kaum jemand versteht, einmal zusammenzufassen: Das westliche Kapitalsystem funktioniert folgendermaßen. Herr Otto Normalverbraucher ist pleite und will sich dennoch etwas kaufen. Dieser Herr kann der Torwart von TUS Kleinwülferode sein oder die größte Bank Deutschlands. Dafür verkauft er seine zukünftige Leistung inklusive Kinder und Enkel und bekommt heute etwas Geld. Der Preis des Geldes (also die Menge der zukünftigen Leistung und Kinder, die er zahlen muss) hängt vom Zinssatz ab. Mit dem Geld kauft er sich etwas, womit er hofft, seine zukünftige Leistung und Kinder zurückkaufen zu können. Gelingt das, dann kauft er sie zurück, allerdings etwas teurer, als er sie verkauft hat, und das ist dann der Mehrwert, was irgendwie mit der Mehrwertsteuer zu tun haben könnte. Und die steigen ja bekanntlich, zumindest in anderen Ländern. Gelingt es aber nicht, dann muss er eben doch seine zukünftige Leistung erbringen und seine Kinder verschuldet gebären. Hier wäre eine Schwangerschaftsverhütung unangebracht, da man die Schulden, die das Produkt haben wird, ja schon verkauft hat. Wenn Otto Normalverbraucher bei dem Verkauf zukünftiger Leistungen etwas zu viel Geld einkauft, dann steigt der Preis des Geldes, was dann Inflation ist. .. Moment, jetzt sind wir durcheinander gekommen, denn nicht das Steigen des Preises des Geldes ist die Inflation sondern das Steigen des Geldes des Preises oder so.

Etwas einfacher zu verstehen ist folgende Bauernregel:
„Wenn's an Lichtmess stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit. Ist es aber rein und hell, kommt der Frühling nicht so schnell.“

Was bleibt uns da übrig, als auf schlechtes Wetter zu hoffen, um möglichst früh den Winter loszuwerden. Maria Lichtmess ist in gut einer Woche. Doch wer weiß schon, was Maria Lichtmess ist? Maria Lichtmess wird in der Katholischen Kirche am 2. Februar mit einem besonderen Gottesdienst gefeiert. Das ist der 40. Tag nach Weihnachten. Früher stand bis zum 2. Februar der Christbaum in den Wohnungen, denn erst dann war das Ende der Weihnachtszeit. Kommt das dem Muslim, der Arba'in gedenkt bekannt vor? Die meisten Christen haben es in der schnelllebigen Zeit vergessen. Einstmals war es bei den Juden üblich, dass die Eltern (in diesem Fall nur die Mutter, da es keinen Vater gab), mit dem Kind 40 Tage nach der Geburt zum Tempel ging und dort in Dankbarkeit für das Kind opferte. Während der Zeremonie, der so genannten Darstellung Jesu, geschieht gemäß christlicher Tradition etwas Außergewöhnliches: Ein alter Mann, Simeon, und die so genannte Prophetin Hanna erkennen in Jesus "das Licht, das die Heiden erleuchtet". Die beiden alten Menschen sind sicher: dieses Kind ist der Retter Israels. In Jerusalem wurde das Fest bereits im 4. Jahrhundert n.Chr. gefeiert.

Wir froh wären doch die Gelddrucker und Schneeballsystemraubzügler, die diese Welt materiell zu beherrschen glauben, würden die Muslime auch alle ihre 40. Gedenktage vergessen. Sie tun es aber nicht. Und vielleicht können wir Muslime auch den Christen helfen, ihre alten Gedenketage aufzufrischen. Denn es ist besser in Dankbarkeit für sein Kind, dem Schöpfer allen Seins zu opfern, und das Opferfleisch oder Opfergeld den Bedürftigen zukommen zu lassen, als den Börsen zu opfern.

Es gehört zu den Zeichen der Erlösung, dass das weltweite Geldsystem in sich zusammenbrechen wird. Die Voraussetzungen dafür hat die Westliche Welt - allen voran die USA - bereits geschaffen. Jetzt kommt es nur noch darauf an zu erkennen, wann es eintritt.

Dazu eine aktuelle Nebenbemerkung: Jeder Anleger von Prokon hätte ahnen können, dass sein angelegtes Geld irgendwann verloren ist, denn das Unternehmen hat offensichtlich kein Geld durch Leistung "erwirtschaftet" sondern durch ein "Schneeballsystem"; wenn die Medienberichte zutreffen. Was im "Kleinen" in sich zusammenbricht, sobald hinreichend Anleger ihr Geld zurück haben wollen, bricht im "Großen" viel katastrophaler zusammen, sobald niemand mehr den USA Geld leihen werden, weil wie wissen, dass sie nicht einmal mehr die Zinsen zurück erhalten können, geschweige denn das geliehene Geld. Und die USA können nicht unbegrenzt Kriege führen, um ihre Kassen aufzufüllen. Und da passt eine aktuelle Zahl anschaulich ins Bild, um die Weltveränderung zu verstehen. Welches Unternehmen hat im Jahr 2013 die meisten PCs verkauft? Die Firma heißt Lenovo mit einem Marktanteil von 17%. Und wem gehört Lenovo: Den Chinesen! Das Unternehmen übernahm 2005 die PC-Sparte von IBM und gehört zu 65 % der staatlichen Chinesischen Akademie der Wissenschaften.

Und was hat das mit der Heiligen Maria und Lichtmess zu tun? Die Westliche Welt hat im missbrauchten Namen des Christentums einen Raubtierkapitalismus vorangetrieben, das so viel Unheil über diese Erde gebracht hat, dass sie jetzt mit ihren eigenen Waffen von einem Volk, dass überhaupt nicht an Maria und Jesus glaubt, übertrumpft wird. Es sind im Wesentlichen die Muslime in Deutschland, die die wahrhaftige Ehrung Marias und Jesus aufrechterhalten. Der 40. Gedenktag zum Geburtstag Jesu wird nur aufrechterhalten zusammen mit dem 40. Gedenktag zum Martyrium Imam Husains. Viele Christen haben vergessen, dass Jesus eines Tages zurückkommen wird. Die Muslime im Land glauben fest daran. Möge er bald erscheinen.

Yavuz Özoguz  
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