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Wie der Syrienkrieg die westlichen Falschgelddrucker retten soll

#1 von Yavuz Özoguz , 08.09.2013 12:17

Wie der Syrienkrieg die westlichen Falschgelddrucker retten soll

Der Papst ist dagegen, US-Geheimdienste und US-Militärs sind dagegen, die Mehrheit aller Bevölkerungen der Welt ist dagegen! Wenn die Westliche Welt unter solchen Umständen dennoch den Krieg will, geht es um viel mehr als Menschen – zumindest aus Sicht der Machthaber.

Die Komplexität der kapitalistischen Finanzwirtschaft wird durch alle Träger des Systems derart übertrieben, dass der Normalbürger denkt, er könne es nicht verstehen. So bleibt ihm nichts anderes übrig, als sich den „Experten“ anzuvertrauen. Die wiederum haben seit sieben Jahrzehnten immer die gleichen Lügen erzählt. Dafür wurden sie fürstlich entlohnt und ausgezeichnet. Selbst wenn sie heute erkennen sollten, welch einen Unsinn sie verbreitet haben, könnten zumindest die Meisten unter ihnen nicht zurück, denn sonst müssten sie zugeben, ein Teil des größten Betrugssystems aller Zeiten gewesen zu sein. Einzelne Mutige werden von der Mehrheit der „Experten“ als „Verschwörungstheoretiker“ oder schlichtweg als Ahnungslose diffamiert, die eben die Komplexität nicht verstehen würden.

Will man das kapitalistische Finanzsystem verstehen, bedarf es nicht des Blicks in sämtliche Details des raubmörderischen Skandals. Der Blick auf einige fundamentale Aspekte genügt, um den verbrecherischen Charakter zu verstehen. Das soll im Folgenden an drei Beispielen erläutert werden, die bereits im Heiligen Qur’an – also vor über 1400 Jahren – verdeutlicht wurde. Sie stehen teilweise auch in der Bibel und sind dementsprechend viel älter.

Zunächst einmal ist da der Aspekt des Falschgeldes. Was bedeutet Falschgeld? Wenn z.B. der Autor dieses Artikels 1.000 Schuldscheine ausstellen würde über jeweils 1.000 EUR auf denen steht, dass der Besitzer jenes Scheins sich bei dem Aussteller des Scheins 1.000 EUR abholen kann, dann wäre das ein glatter Betrug, denn ich verfüge nicht über so viele Werte. Wenn ich dennoch diese Schuldscheine verteile, um damit im Tausch bestimmte Gegenstände oder Dienstleistungen zu erwerben, dann wäre das hinterlistiger Betrug oder, wie es der Heilige Qur’an es nennt, ein Tausch von Üblen mit Geläutertem (Heiliger Qur’an 4:2). Denn die erhaltene Ware bzw. Dienstleistung wäre Geläutertes, wohingegen der im Tauschangebotene Schuldschein Übles wäre, denn er ist nicht „gedeckt“. Der angebotene Schuldschein ist „nichtig“ (arabisch: batil).

„Oh diejenigen, die überzeugt sind, verzehrt nicht euer Vermögen unter euch in der Nichtigkeit“ (4:29)

Das oben dargestellte System kann so lange gut gehen, wie nur einige wenige derjenigen, denen ich jenes Falschgeld gegeben habe, entsprechende „Einlösung“ von mir wünschen. So lange können alle anderen auch denken, dass der Schuldschein tatsächlich den Wert hat, den ich darauf vermerkt habe. Sobald aber einige mehr ihren Schuldschein einlösen wollen, bin ich nicht mehr in der Lage dazu, und der gesamte Betrug fällt auf. Das von mir erzeugte Schuldscheinsystem bricht zusammen. Alle weiteren Schuldscheine sind wertlos.

Würde ein Bürger in Deutschland so etwas tun, dann wäre das ein strafrechtlich zu verfolgender Betrug. Und es gab prominente Fälle, die später aufgeflogen und deren Urheber im Gefängnis gelandet sind. Wird aber jenes System nicht im großen Stil von Einzelpersonen, sondern im globalen Stil von Staaten durchgeführt, dann ist das Kapitalismus. Der Betrug des Verteilten von ungedeckten Schuldscheinen erfolgt schlicht und einfach im Drucken von Geld, virtuell oder in Form von normierten Schuldscheinen, die Geld genannt werden. Der Betrug beginnt bei den Zentralbanken, die Geld drucken können ohne Ende und ohne jeglichen Gegenwert. Extremes Beispiel dafür ist die US-Falschgelddruckanstalt FED. Sie hat inzwischen so viel Falschgeld gedruckt, dass das gesamte Weltwirtschaftssystem zusammenbrechen würde, wenn die Besitzer jener Schuldscheine auch nur einen Bruchteil davon einlösen wollten. Doch das Betrugssystem endet nicht bei den Zentralbanken. Es pflanzt sich fort in jede kapitalistische Bank.

Stellen Sie sich einmal vor, meine Wenigkeit besitzt 1.000 EUR (z.B. in Form von Gold oder Öl), die ich „über“ habe und verleihen könnte an jemanden, der damit Geschäfte machen will. Würde ich ihm jene 1.000 EUR geben – mit welcher Form der Vereinbarung auch immer – dann hätte ich ihm etwas leihweise gegeben, was zuvor mir gehörte. Wenn ich ihm aber aufgrund der Tatsache, dass ich 1.000 EUR besitze, 10.000 EUR verleihen würde, dann wäre das Betrug, denn 9.000 davon habe ich nicht! Derjenige, der sich jenes Geld oder jene Güter von mir auf dem Papier geliehen hätte, würde real mit Dingen handeln, die es gar nicht gibt. Würde eine Privatperson so etwas tun, dann wäre das wiederum Betrug und ein Fall für den Staatsanwalt. Tun das im viel größeren globalen Sinn die Banken, dann ist das Kapitalismus. Damit der Betrug nicht sofort jedem auffällt und die „Komplexität“ unüberschaubar wird, gibt es dafür dann Fachbegriffe, die den Betrug kaschieren. Bei kapitalistischen Banken heißt jener Betrug „Eigenkapitalquote“. Hat z.B. eine Bank eine Eigenkapitalquote von 10% dann darf sie tatsächlich 10.000 EUR verleihen, wenn sie nur 1.000 EUR besitzt. An dieser Stelle wird ein Grundunterschied zwischen islamischem Wirtschaften und kapitalistischen Wirtschaften deutlich. Islamisch darf man nur mit realen Werten Handel treiben, Verleihen, sich beteiligen usw.. Im Kapitalismus basiert die Mehrheit der gehandelten Güter auf einem Betrug, der aufgrund der Größe des Betrugs nicht sofort auffällt. Außerdem fällt es den meisten Menschen schwer sich vorzustellen, dass Tausendschaften von Bänkern, Wirtschaftsfachleuten und Politikern allesamt dieses globale Betrugssystem mittragen. Selbst nach dem Lesen dieses kurzen Textes und dem Weiterforschen in inzwischen hunderten viel klareren Texten und Büchern zum Thema kann der gutherzige Bürger sich einfach nicht vorstellen, unfreiwillig Teil eines globalen Betrugssystems zu sein.

Die Problematik der „Eigenkapitalquote“ wird potenziert durch das Zinssystem. Die Bank verleiht 10.000 EUR (von denen sie 9.000 nicht hat) und verlangt z.B. 10% Zinsen. Am Ende des Jahres erhält sie also 1.000 EUR. Oberflächlich erscheint es so, als wenn sie ihren Besitz um 10% erhöht hat. Tatsächlich aber hat sie ihren Besitz verdoppelt, denn sie besaß ja nur 1.000 EUR. Für die gesamte Volkswirtschaft ist das ein Ding der Unmöglichkeit. Somit sind Zinsen eine weitere Form von Gelddrucken, die zudem dadurch verschärft wird, dass der Zinsnehmer nicht am Risiko des Geschäftes beteiligt ist (anders als bei einer fairen Beteiligung). Diese perfide Form des Betrugs wurde von allen Propheten angeprangert:

„Oh diejenigen, die überzeugt sind, verzehrt nicht den Mehrungszins in mehrfachster Vermehrfachung, sondern seid ehrfürchtig zu Allah damit ihr Erlösung erlangt.“ (3:130)

„…und ihr Abwenden von Allahs Weg ist mehrheitlich, und sie haben den Mehrungszins genommen, obwohl es ihnen untersagt war, und sie haben das Gut der Leute verzehrt in der Nichtigkeit.“ (4:160-161)

Der zweite wichtigste Aspekt, der ein islamischen Wirtschafts- und Bankensystem von dem kapitalistischen unterscheidet, besteht also im Zinsverbot. Sowohl das Falschgeld als auch das Zinssystem führen zu einer unlösbaren Verschuldung des Gesamtsystems bzw. zum Verbreiten von Falschgeld, das irgendwann keinen Wert mehr hat. Keine einzige Partei im Bundestag geht dieses Problem ernsthaft an. Keine einzige will das Problem ernsthaft ändern. Alle wollen im bestehenden System im Rahmen der bestehenden Betrugsregeln Wohlstand erzielen. Während die Linke das Schuldensystem zugunsten der Bürger ausweiten will und noch mehr Schulden – gleichmäßiger ausgeschüttet auf mehr Bürger – zulassen will, wollen die Rechten eine Art „Schuldenbremse“. Linke wie Rechte werden damit Teil des Betrugssystems. Bei den „Rechten“ wird dann auch ein neuer „Fachbegriff“ eingeführt, damit der Wahnsinn nicht verstanden wird. So wollen diese die „strukturelle Verschuldung“ beenden. Damit ist gemeint, dass sämtliche Schulden der Vergangenheit inklusive derer Zinsen und Zinsenszinsen hingenommen werden, aber es zu keiner „Neuverschuldung“ kommen soll. Anders ausgedrückt soll das bestehende Betrugssystem kurz vor dem Zusammenbruch „eingefroren“ werden, was allein strukturell nicht möglich ist, denn der Kapitalismus bedarf noch eines weiteren unabdingbaren Aspektes.

Beide bisherigen Hauptunterschiede, Falschgeld und Zinsen, können im Kapitalismus nur unter gewissen Voraussetzungen eine bestimmte Zeit aufrecht erhalten werden, was durchaus viele Jahrzehnte sein können. Der wichtigste Aspekt dabei ist das unbedingte „Wachstum“. Wachstum in Kombination mit Zinsen, Zinseszinsen und Falschgeld kann nur Exponentiell funktionieren, also auch einem Wachstum des Wachstums. Und das wird irgendwann an die Grenzen des Möglichen stoßen.

„Beherrscht seid ihr von der Mehrung (Wachstum), bis ihr die Gräber erreicht.“ (Anfang der Sure 102 die mit folgendem Vers endet: „Daraufhin werdet ihr befragt an jenem Tage, nach dem Wohlstand.“)

Der dritte Aspekt, der ein islamisches Wirtschaftssystem vom Kapitalismus unterscheidet liegt somit im qualitativen Wachstum gegenüber dem reinen Wachstum. Da es kein Zinssystem gibt und kein Falschgeld, kann das Wachstum orientiert an den Menschen, deren Bedürfnissen und den Möglichkeiten der Erde erfolgen. Nicht die Wirtschaft gibt den Bedarf für Wachstum vor, sondern der Mensch gibt der Wirtschaft vor, was er für Wohlstand benötigt. Nicht die Menschen dienen der Wirtschaft, sondern die Wirtschaft den Menschen. Nicht der Markt beherrscht das System, sondern die Bürger, die Gerechtigkeit anstreben.

Der gesamte Wohlstand der Westlichen Welt ist ein Wohlstand, der auf dem größten Betrugssystem aller Zeiten aufbaut. Leidtragende sind die Armen der Welt, die mit jenen Schuldscheinen letztendlich nur den Wohlstand der Reichen finanzieren. Selbst die ölreichen Länder vergeben ihr Öl z.B. an die USA, bekommen dafür Schuldscheine, die eines Tages nichts mehr wert sein werden, und werden zudem dazu animiert, damit Waffen aus den USA zu kaufen. Die USA subventioniert über den Umweg Öl die eigene Waffenwirtschaft. Und Waffen nützen der Wirtschaft nur dann etwas, wenn sie eingesetzt und zerstört werden.

Wer die aktuelle Syrienkrise verstehen will, muss diese Zusammenhänge kennen. In Syrien geht es darum, eine Weltkrieg zu entfesselten und das einzige bestehende ideologische System, das die Verbrechen des Kapitalismus anprangert, die Befreiungstheologie des Islam zu zerstören. Selbst wenn alle religiösen und politischen Oberhäupter gegen Krieg wären, muss die kapitalistische Welt diesen Krieg führen, denn das Finanzsystem braucht es zum Überleben – zumindest noch einige Jahre. Denn entweder wird es ein „begrenzter“ Krieg und die kapitalistische System hat dann wieder einige Jahre gewonnen bis zum nächsten Krieg, oder aber es gibt einen Weltkrieg und einen Neustart des Verbrechersystems, weil alle Gelder konfisziert werden. Denn in jenem System hat der „Markt“ einen größeren Wert als Menschen.

Zwei Fragen, die an dieser Stelle immer wieder auftauchen, sind zum einen: „In welchem islamischen Land ist denn das jemals verwirklicht worden?“ und zum anderen: „Gibt es überhaupt eine realistische Chance zu solch einem System zu kommen?“

Die erste Frage ist leicht zu beantworten. Bisher konnten die Muslime – einmal abgesehen von partiellen Verwirklichungen zur Zeit des Propheten, dieses System nicht umsetzen. Es gehört aber zu den Wahrheit verbreitenden Tatsachen der heutigen Zeit, dass ausgerechnet die Islamische Republik Iran – unfreiwillig – von dem mörderischen Betrugssystem des Kapitalismus komplett abgekoppelt wurde. Offensichtlich geschehen hier Dinge, die für verständnisvolle Menschen deutliche Hinweise sind.

Für die zweite Frage kann auf eine Aussage Jesu zurückgegriffen werden: „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist und Gott, was Gottes ist“. Anders ausgedrückt: Das „kaiserliche“ System (auf der spanischen 2-Euro-Münze ist heute noch der König abgebildet) ist schlichtweg abzuschaffen. Denn wenn nur noch der Kaiser sämtliche Münzen besitzt, dann sind sie auf dem Markt wertlos. Die Menschen müssen eine Alternative schaffen. Das wird im „Kleinen“ angesichts des Verbrechens in globaler Dimension kaum möglich sein. Daher ist die Etablierung von Parteien und Gedanken, die sich intensiv damit auseinandersetzen, von großer Bedeutung. Nicht umsonst heißt es kurz nach Jesu Aussage: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“

Revolutionäre vertreten die Ansicht, dass eine Reform innerhalb des bestehenden Systems nicht möglich sei und daher ein Umstürz vonnöten. Sie verkennen dabei, dass eine Revolution ohne Volk keine Revolution sondern ein neues Diktat wäre! In Deutschland gibt es keine revolutionäre Atmosphäre. Doch das bestehende Grundgesetzt gibt sowohl in seinem Schlussartikel als auch in seiner Ausrichtung durchaus Möglichkeiten für ein antikapitalistisches, antiimperialistisches System. Die Menschen müssen es nur wollen. So können wir dieses Land entweder reformieren und befreien, bevor das aktuelle Finanzsystem in sich zusammenbricht, oder aber wir werden vom Zusammenbruch überrollt werden. Wir sollten uns für das Erstere einsetzen.

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