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Will Selenskyj eine Art Groß-Israel für die Ukraine?

#1 von Yavuz Özoguz , 06.04.2022 09:28

Will Selenskyj eine Art Groß-Israel für die Ukraine?

Die Nachricht scheint so unglaublich, dass ich zunächst an ein Fake-News gedacht habe, womit man den ukrainischen Präsidenten Selenskyj zu diskreditieren versucht hat. Als ich jene Nachricht dann auch noch im Facebook-Auftritt der stets zuverlässigen Friedensaktivistin Evelyn Hecht-Galinski [1] fand, war ich mehr als verwundert. Der ukrainische Präsident Volodymyr Selenskyj hab das Konzept eines "Groß-Israels" als Modell für die Nachkriegs-Ukraine angeführt.



Die Recherche wird dadurch erschwert, dass es über den ukrainischen Präsidenten allein im Deutschen ein halbes Dutzend unterschiedliche Schreibweisen gibt. Doch eine Quelle soll letztendlich überzeugen. Die Middle East Eye titelt: „Zelensky says 'Big Israel' a model for post-war Ukraine” (Selenskyj sagt, „Großes Israel“ sei ein Modell für die Nachkriegs-Ukraine). Middle East Eye (MEE) ist eine Nachrichtenagentur mit Sitz in London und wurde im April 2014 gegründet. Chefredakteur ist David Hearst, der früher für The Guardian geschrieben hat. Die Meldungen werden als derart glaubwürdig eingestuft, dass sie unter anderem von der Bundeszentrale für politische Bildung in ihrer „Sicherheitspolitischen Presseschau“ verbreitet werden [3].

Was soll Selenskyj denn konkret gesagt haben? Dazu heißt es im Artikel der MEE: „Bei einem Briefing vor den Medien am Dienstag warnte der ukrainische Präsident … : „Wir werden ein ‚Groß-Israel‘ mit eigenem Gesicht. Wir werden uns nicht wundern, wenn wir Vertreter der Streitkräfte oder der Nationalgarde in Kinos, Supermärkten und Menschen mit Waffen haben. … Die Ukraine wird definitiv nicht das sein, was wir von Anfang an wollten. Es ist unmöglich. Absolut liberal, europäisch – so wird es nicht sein“.“ Der Kommentator von MEE schreibt dazu: „Selenskyj, der Jude ist, hat Israel lange Zeit als Modell für sein Land gepriesen, obwohl er auch die Entscheidung der israelischen Regierung kritisiert hat, eine relativ neutrale Haltung in dem Konflikt beizubehalten.“

Die Katze ist nunmehr endgültig aus dem Sack. Was Selenskyj will, hat weder mit irgendwelchen nicht mehr nachvollziehbaren Werten des Werte-Westens zu tun, noch mit der schwarz-weiß Einteilung, welche die westliche Propaganda in diesem Konflikt eingenommen hat. Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass jene doch politisch sehr brisante Aussage des ukrainischen Präsidenten von der Propaganda des Werte-Westen [4] weitegehen unterdrückt worden ist. Kein einziges Main-Stream-Organ des Werte-Westens hat darüber berichtet!

Immer deutlicher werden einige geschichtliche Zusammenhänge, die erklären, wie einstmals Zionisten und Nazis zusammenarbeiten konnten, denn auch heute arbeitet offensichtlich ein Groß-Israel-Träumer mit dem rechtsradikale Asow Regiment der Ukraine zusammen [4]. Vieles deutet darauf hin, dass der von den USA angeführte Weltimperialismus in der Ukraine seinen „Endkampf“ eingeläutet hat.

Die meisten Deutschen haben die Dramatik der Lage noch gar nicht verstanden, selbst wenn sie Toilettenpapier, Mehl und Speiseöl bunkern und die seit dem Zweiten Weltkrieg höchste Rekordinflation im Land schweigend hinnehmen. Sie nehmen auch hin, dass unser eigenes System immer autoritärer wird, wobei erstmalig seit dem Zweiten Weltkrieg zwei große Gotteshäuser konfisziert und tausende Betende auf die Straße gesetzt wurden [5]. Klaglos nehmen sie hin, dass Deutsche von Russen kein Gas mehr kaufen sollen, aber die Ukraine das darf und auch noch Geld dafür kassiert, dass Russland über die Ukraine an uns liefert (was mit einer fertig gestellten Pipeline nicht nötig gewesen wäre). Dafür kaufen wir auch klaglos das viel umweltschädlichere Fracking-Gas der USA und lassen unsere eigene Wirtschaft an die Wand fahren.

Selbst die mutigen Personen des 20. Juli 1944 [6] werden erschüttert sein, wie widerstandslos die heutigen Deutschen dem neuen und viel mächtigeren „Führer“ [7] dienen. Und eine Weiße Rose [8] ist in einer durch und durch kapitalisierten Studentenschaft kaum noch denkbar.

Der letzte „Endkampf“ eines „Führers“ blieb in Russland hängen und danach wurde das Reich des Führers unter den sogenannten Siegermächten aufgeteilt. Niemand weiß, wie es diesesmal ausgeht. Aber Historiker sollten die ideologische Nähe zwischen Zionismus und Rechtsradikalismus neu bewerten, zumindest jene Wissenschaftler, die emeritiert sind und daher nicht mehr entlassen werden können.

[1] https://www.facebook.com/Evelyn-Hecht-Ga...40929706099538/
[2] https://www.middleeasteye.net/news/ukrai...FKZyRH6pA7vYryY
[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Middle_East_Eye
[4] Propaganda des Werte-Westens auf Hochtouren für Ukraine
[5] Deutschland entzieht Schiiten Grundrecht auf Religionsausübung
[6] https://de.wikipedia.org/wiki/Personen_des_20._Juli_1944
[7] Der „Führer“ des Westens verwechselt Ukrainer mit Iranern – kein Zufall!

Yavuz Özoguz  
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RE: Will Selenskyj eine Art Groß-Israel für die Ukraine?

#2 von Dr.Josef Haas , 06.04.2022 11:45

Dass Selenskyj Jude ist und allein schon deshalb gedankliche Offenheit für das von Ihnen zitierte "Groß-Israel"
entwickeln könnte, ist ebenso bekannt wie das von Ihnen hier Mitgeteilte, vorstellbar. Nur, und darauf habe ich
hier schon verschiedentlich hingewiesen, und mir dafür sofort von Ihnen, Dr. Özoguz, den völlig unberechtigten
Vorwurf der "Verbreitung anti-russischer Stimmung" eingehandelt, arbeitet dieser Herr Putin in Syrien sehr eng
mit dem Terror-Staat Israel zusammen, dem er es dort überhaupt erst ermöglicht, iranische Kräfte zu bombardieren.
Dies ist nun allerdings sehr viel konkreter als das "Groß-Israel" Projekt.
Übrigens: Was sollen denn diese hier ständig wiederholten dummen Nazi-Vergleiche?
Aufgrund der leidvollen Erfahrungen im Stalinismus, wo von den sowjetischen Behörden Millionen von Ukrainern
planmäßig dem Hungertod preisgegeben wurden, weil sie sich der Kollektivierung der Landwirtschaft widersetzt hatten,
schlossen sich, gerade im Westen der Ukraine, einige tausend Ukrainer der Waffen-SS an. Sie deswegen als "Nazis" zu
bezeichnen, ist in meinen Augen ungerecht, denn dann müsste diese Bezeichnung ja auch für den Groß-Mufti von Jerusalem,
Hadsch Amin Al-Husseini, gelten. Gerade diese arabische Persönlichkeit hat sich aber durch ihren Freiheitskampf gegen die
damalige britische Mandatsherrschaft über Palästina uneingeschränkte Achtung und Bewunderung erworben.
Der Terrorfeldzug gegen die Ukraine in den späten 1920er und frühen 1930er Jahren wurde übrigens sehr stark von jüdisch stäm-
migen Geheimdienstfunktionären durchgeführt. An all das erinnert seit geraumer Zeit der internationale Gedenktag "Holodomor",
welcher übrigens gegen den erbitterten Widerstand Israels eingeführt wurde.
Meine Person hat hier von Anfang an für die deutsche gedankliche Neutralität in diesem Konflikt plädiert.
Daran sollten wir uns orientieren und nicht jede Stimmung genüsslich verbreiten, welche Moskau nützt, was für die Sache Palästinas
noch nie etwas wirklich konkretes an Hilfe und Unterstützung hat stattfinden lassen!

Dr.Josef Haas  
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