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Wer sich nicht wehrt ...

#1 von Dr.Josef Haas , 12.04.2021 16:28

Wer sich nicht wehrt ...

so der Beginn einer deutschen Spruchweisheit, welche mit diesen Worten endet,
"der lebt verkehrt!"
Genau sie könnte man in den Mund nehmen, wenn es um die Beurteilung der
iranischen Reaktionen nach dem israelischen Angriff auf die Urananreicherungsanlage
Natans geht.
Es gibt dabei Dinge, die erschüttern einen so, dass man sie bestimmt nicht vergessen wird.
Ein knapp zweiminütiges Video gehört da mit Sicherheit dazu, auf welches ich heute Vormittag
ganz zufällig im Internet stieß.
Darauf sieht man, nach der deutschen Übersetzung, die ganze Führungsriege der israelischen
Streitkräfte und des Mossad um Premierminister Netanjahu versammelt.
Sie prosten sich mit vollen Rotweingläsern zu, während Netanjahu die Verantwortung für die
Unterbrechung des Stromkreislaufs in Natans vollmundig für sich in Anspruch nimmt.
Es trifft also genau das zu, was schon gestern ein Journalist aus Israel vermutet hatte:
der Geheimdienst Mossad stand hinter dieser Attacke, welche das iranische Atomprogramm
angeblich um mindestens neun Monate zurückgeworfen hat.
In mir steigt angesichts dieser zionistischen Selbstdarstellung ein kaum mehr in Worten
wiedergebbarer Ekel aus dem Körperinneren nach oben.
Denn wie würde die schmutzige Welt der "Westlichen Wertegemeinschaft" darauf reagieren,
wenn auch der Iran einmal das israelische Kernforschungszentrum Dimona zum Objekt einer
Cyber-Attacke machen würde?
Die atomare Auslöschung des Iran wäre die wohl durchaus vorstellbare Reaktion der Zionisten.
Ähnliches käme wohl bei Akten der Selbstverteidigung in Betracht, denen etwa Netanjahu oder
sonst ein führender Politiker Israels zum Opfer fallen würde.
Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang noch sehr gut an die im Januar 2020 erfolgte
Ermordung von Qassem Sulaimani durch die USA. Was waren danach alles für martialische
Drohungen aus Teheran zu hören, in denen massive Gegenreaktionen angekündigt wurden.
Es geschah dann allerdings in der Folgezeit genauso wenig wie nach der Tötung verschiedener
Atomwissenschaftler durch den israelischen Geheimdienst.
Natürlich ist mir klar, dass der Mörderstaat Israel darauf geradezu gewartet hatte, um einen
billigen Vorwand für die Auslöschung der politischen Führungsebene des Iran in die Hand
gespielt zu bekommen.
Aber dennoch: Wie steht denn dieses Land heute da? Die Staats-Terroristen Israels halten sich
doch ihre fetten Bäuche förmlich vor Lachen, wenn sie die großen Worte aus dem Iran mit den
darauf folgenden Taten vergleichen, welche die Bezeichnung "Tat" ja in aller Regel gar nicht verdienen.
Der wirklich Schuldige an dieser furchtbaren Situation, welche mich zutiefst erschüttert, ist dabei sehr
rasch beim Namen genannt. Es ist die Umma, welche diesen Namen- besonders in ihrem Verhalten
gegenüber dem Iran- doch schon längst nicht mehr verdient.
Träte sie nämlich einmal den Kriegsbrandstiftern in Washington und Tel Aviv- bildhaft gesprochen-
fühlbar auf die Füße, wäre es mit deren Frechheiten schon bald vorbei.
Aber auf einen wirklich diesen Namen verdienenden Solidaritätsbeweis der islamischen Welt kann
man leider vergeblich warten.
Daher kann und wird sich der Todfeind des Iran, also Israel, und in seinem Schlepptau die USA, auch
weiterhin alles erlauben.
Wenn der Prophet heute unter uns weilen könnte, er würde sich mit Abscheu und Ekel von denjenigen
abwenden, welche bei jeder passenden und vor allem unpassenden Gelegenheit seinen Namen im
Munde führen und dennoch seine Schwestern und Brüder in einem der ältesten Länder dieser Erde,
denn darum handelt es sich ja bekanntlich bei Persien/dem Iran, durch ihr feiges Verhalten an Israel
verraten.
Im christlichen Kulturbereich gibt es dafür den Begriff "Blasphemie" (=Gotteslästerung).
Und genau dies, eine permanente Gotteslästerung, lassen sich all die zuschulden kommen, welche in diesen
Stunden der Gefahr den Iran im Stich lassen.
Natürlich wird sie dieser Bannfluch weder erreichen noch gar zu einer Veränderung ihres perversen Handelns
veranlassen.
Ein bescheidenes deutsches Sprichwort sei hier aber dennoch beim Namen genannt: "Wem das Herz voll ist,
dem geht der Mund über!" Daher auch mein Schreiben.

Dr.Josef Haas  
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RE: Wer sich nicht wehrt ...

#2 von Yavuz Özoguz , 13.04.2021 10:01

Lieber Dr. Haas,

auch der Prophet der Wahrheit hat drei Jahre lang unter schwierigsten Bedingungen wie ein Aussätziger im Tal des Abu Talib hungern müssen mit seinen wenigen Getreuen! Er musste hinnwehmen, wie sei geliebter Onkel Abu Talib und seine gleibte Ehefrau Chadidscha in dieser Zeit (es war der Monat Ramadan) verhungert sind innerhalb von nur wenigen aufeinander folgenden Tagen! Er musste seine Heimatstadt verlassen, weil man seine Getreuen reihenweise umgebracht hat, und er sich nicht wehren konnte. Die Zeit war noch nicht reif! Sicherlich hätte er himmlische Kräfte mobilisieren können, aber das ist nicht der Sinn des Lebens! Auch Imam Husain mit seinen wenigen Getreuen musste sich massakrieren lassen. Selbst die himmlischen Armeen, die so gerne eingegriffen hätten, mussten das Unheil mit ansehen und durften nicht eingreifen. Imam Husain hatte es ihnen verboten. Die Zeit war noch nicht reif!

Israel zu bestrafen ist eine Sache, die Menschheit von dem Joch der Unterdrückung zu befreien eine andere. Es nützt nichts Israel zu bestrafen, wenn dadurch die Menschheit noch mehr in das Joch der Unterdrückung geraten wird. Die Zeit ist noch nicht reif. Aber die Zeit reift und reift jeden Tag. Der Monat Ramadan steht vor der Tür mit Gebeten, die die Welt verändern können. Das muslimische Fest am Ende des Monats fällt dieses Jahr zusammen mit Christi Himmelfahrt.

Sich wehren bedeutet nicht, dass man "zurückschlagen" muss. Sich wehren bedeutet auch, dass man sich intensiver als je zuvor läutert und zu einer Fackel für die seelische Befreiung der Menschheit wird. Sich wehren bedeutet auch, dass man besser betet, fastet und sich einsetzt für die Unterdrückten dieser Welt. Würde es z.B. der Befreiung Deutschlands hilfreich sein, wenn in Israel irgendetwas explodieren würde oder müssten wir dann noch mehr bezahlen als vorher? Und haben alle Iraner (und auch Deutschen) schon verstanden, welche grausam-heuchlerische Politik Deutschland betreibt, wenn sie aktuelle die Sanktionen gegen den Iran verschärft und gleichzeitig behauptet, sie versuche etwas zu verbessern in der Beziehung?

Nein, die Menschheit ist noch nicht so weit. Aber jeden Tag werden es mehr, die es verstehen! Sich wehren heißt auch standhaft und geduldig sich selbst vorzubereiten für den Tag, an dem die Zeit reif ist. Gott schütze Sie!

Yavuz Özoguz  
Yavuz Özoguz
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RE: Wer sich nicht wehrt ...

#3 von Dr.Josef Haas , 13.04.2021 10:44

Lieber Herr Dr. Özoguz,

haben Sie sehr herzlichen Dank für Ihre Worte, welche mich auf jeden Fall nachdenklich gestimmt haben.
Schütze Gott auch Sie!

Dr.Josef Haas  
Dr.Josef Haas
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