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Geld statt Recht

#1 von Dr.Josef Haas , 10.12.2016 14:38

Geld statt Recht

Wieder einmal hat das Erdogan-Regime seine Heuchelei im Verhältnis
zu Israel schlagend unter Beweis gestellt.
Auf seine Veranlassung hin wurde jetzt nämlich das Verfahren gegen
die Mörder von zehn türkischen Staatsangehörigen, die im Mai 2010
bei der Enterung des Hilfsschiffes "Mari Marmara" von israelischen
"Soldaten" ermordet wurden, eingestellt.
Unter den vier selbstverständlich nur in Abwesenheit angeklagt
gewesenen zionistischen Offizieren befand sich dabei übrigens sogar
der damalige Generalstabschef Israels Gavriel Aschkenasi.
Ein erschütternder Vorgang, welcher in vollkommenem Gegensatz
zur früheren Einstellung der Türkei gegenüber diesem zionistischen
Verbrechen steht.
Seinerzeit wurde es von Ankara bekanntlich noch scharf verurteilt,
was ja auch die Einleitung eines offiziellen Strafverfahrens gegen
einige der Täter überzeugend belegt.
Allerdings kam es hier in dem zu Ende gehenden Jahr zu einer
vollkommenen Kurskorrektur bei den türkischen Behörden.
Ende Juni 2016 musste dann sogar das Recht hinter die Erfordernisse an-
geblicher Realpolitik zurücktreten.
Um genau dies zu erreichen, erklärte sich die Tel Aviver Führung zur
Zahlung einer "Entschädigung" in Höhe von 20 Millionen Dollar
(=18,8 Millionen Euro) bereit und gab darüber hinaus eine nichtssagende
"Entschuldigungserklärung" ab.
All dies schuf die Voraussetzungen für die heutige Einstellung des
Prozesses gegen die Türkenmörder aus Israel.
Ein Faustschlag in das Antlitz des Rechtes und der Gerechtigkeit-
vollzogen von einem Staatschef mit Namen Erdogan, der sich, solange
es ihm opportun erschienen war, doch so gerne als Kritiker des
israelischen Staatsterrorismus in Szene zu setzen verstand.
Wie es damit aber tatsächlich beschaffen ist, dokumentiert nun die
Einstellung dieses Verfahrens deutlich genug.
Sie demaskiert diesen "Helden" stattdessen als erbärmlichen Feigling.
Eine sehr traurige, aber doch belegbare Feststellung!

Dr.Josef Haas  
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Registriert am: 29.07.2014


RE: Geld statt Recht

#2 von Cengiz Tuna , 12.12.2016 10:06

Dazu würde ich gerne etwas bemerken, lieber Herr Haas.

Wenn man in den Nachrichten von der Zahlung liest, könnte man meinen, Israel hätte seine Schuld eingestanden und würde die Angehörigen der Opfer entschädigen. Dem ist aber bei weitem nicht so. Israel hat sich für die Morde an wehrlosen Friedensaktivisten nicht entschuldigt und die Zahlung gilt nur als „Geste guten Willens“. Selbst das, natürlich nur für eine Gegenleistung. Wie kämen die auserwählten Herrenmenschen auch auf die Idee, sich zu entschuldigen. Es ist sogar so, dass die Angehörigen der Opfer von den Millionen nur dann etwas bekommen, wenn sie ihre Anklage gegen Israel zurückziehen. Sie können sich aber vorstellen, dass die Angehörigen mit der ganzen Verhandlung bzw. Abmachung nicht einverstanden sind.

Ich kann mich noch erinnern, wie Präsident Erdogan der betörten Menge lautstark zurief, wir werden mit Israel keinen Frieden schließen, bis Israel sich entschuldigt hat. Gleichzeitig verlangte er lautstark die Aufhebung der Gaza-Blockade. Doch wie sieht es heute aus? Israel hat sich nicht entschuldigt, die Blockade besteht immer noch und die türkische Regierung hat die Zusammenarbeit mit dem zionistischen Regime, zugunsten Israels, in strategisch wichtigen Bereichen sogar ausgebaut. Selbst die internationale Anerkennung Palästinas hat Erdogan nicht unterstützt. Von der militärischen Operation „Euphrat-Schild“ will ich erst gar nicht anfangen.

So viel zur Glaubwürdigkeit.

Cengiz Tuna  
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