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Dummheit oder Feigheit?

#1 von Dr.Josef Haas , 26.07.2015 15:48

Dummheit oder Feigheit?

Derzeit sorgen Berichte über türkische Luftangriffe auf Stellungen des sog. "Islamischen Staates" in
Syrien, sowie gegen solche der kurdischen Organisation PKK im Ostirak, für internationales Aufsehen.
Einmal davon abgesehen, dass sich die Türkei, genau so wenig wie etwa die USA oder Israel, um die
Souveränität fremder Staaten auch nur das geringste scheren, offenbaren diese Attacken das ganze
Dilemma der gegenwärtigen Situation im Mittleren Osten.
Dort hat sich mittlerweile der von den Vereinigten Staaten, aber auch Ankara, maßgeblich mit aus der
Taufe gehobene IS als ein relevanter Faktor erwiesen, ohne oder gegen den dort nichts mehr gemacht
werden kann.
Dessen Verbrechen sind zwar inzwischen weltweit bekannt, insbesondere in Deutschland, was ja be-
kanntlich das Gros der von dort kommenden Flüchtlinge aufgenommen hat.
Deren ständig weiter nach oben weisende Zahlen bringen zwar immer mehr hiesige Kommunen an die
Grenzen ihrer infrastrukturellen und finanziellen Leistungsfähigkeit, was die über dieses Land
Herrschenden allerdings nicht im geringsten zu beeindrucken scheint.
Sie huldigen- demgegenüber- der Auffassung, dass die BRD noch viel mehr davon aufzunehmen habe.
Den Hauptgrund für das dort vorgefallene furchtbare individuelle Leid von Millionen Menschen
verschweigt man aber hierzulande wohlweislich, sind seine Ursachen doch allein auf den verbrecherischen
Überfall der USA auf den Irak im März 2003 und deren spätere Einmischung in den syrischen Bürgerkrieg
zurückzuführen.
Ausgelöst durch die vor Lügen nur so strotzende Rede des seinerzeitigen amerikanischen Außenministers
Colin Powell, welcher am 5.Februar des genannten Jahres dem damaligen Bagdader Regime in einer Rede
vor dem Weltsicherheitsrat der Vereinten Nationen den Besitz von Massenvernichtungswaffen un-
terstellte, geriet dann diese Region mit dem ihr folgenden Krieg gegen den Irak zum ersten Male an den
Rand einer totalen Katastrophe. Die Geschehnisse in Syrien verstärkten sie bekanntermaßen in der Folgezeit
noch ganz erheblich.
Merkmale, welche damit das Verhalten der Washingtoner Administration in n i c h t s vom nationalsozialistischen
Deutschland unterscheiden, dem ja in unseren Breiten, mehr denn jemals zuvor, die gesamte Schuld am
Ausbruch des zweiten Weltkrieges aufgebürdet wird.
Während dieses ihn aber mit der vorherigen Ermordung mehrerer Tausend Volksdeutscher in Polen begründete,
standen und stehen hinter der US-amerikanischen Kriegstreiberei allein geopolitische Interessen sowie solche
des dortigen militärisch-industriellen Komplexes.
Doch allein die Erwähnung dieser unwiderlegbaren Tatsachen führt bei uns schon von vorneherein zu einem
Aufschrei der Medien- und Staatsgewaltigen; eine wie auch immer geartete Kritik am USA-Kriegskurs, dem
das heutige Elend von Millionen Flüchtlingen zuzuschreiben ist, findet infolgedessen nicht statt.
Die Gründe hierfür sind bereits in der Überschrift zu diesem Beitrag genannt worden und lassen sich am
besten mit "Dummheit" und "Feigheit" umschreiben.
Nun könnte man zwar sagen, dass diese beiden unsäglichen menschlichen Verhaltensweisen doch derzeit
sowieso bereits wichtige Komponenten des hiesigen gesamt gesellschaftlichen Lebens darstellen, sie daher
in diesem Zusammenhang unweigerlich auftauchen müssen.
Dies kann und mag zwar so sein, stellt aber dennoch ein Armutszeugnis in des Wortes allerschlimmster
Bedeutung für den Geisteszustand dieser Bundesrepublik Deutschland dar, deren totale Abhängigkeit von den
USA- auch in Sachen Irak-Krieg- einmal mehr in schlimmster Weise zum Vorschein kam und damit alle
schönen Worte von deren Souveränität vollkommen ad absurdum führte.
Und genau dies stellt neben der Flüchtlingskatastrophe eine weitere, dazu durchaus gleichberechtigte, dar!

Dr.Josef Haas  
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RE: Dummheit oder Feigheit?

#2 von Cengiz Tuna , 27.07.2015 10:37

Das gleiche könnte man auch bezüglich der Türkei fragen. Wobei meiner Ansicht nach für die Türkei das erstere eher in Frage kommt.

Nun soll auch noch eine NATO-Sondersitzung einberufen werden. Die Frage ist wofür. Um mit der Nordatlantischen Terrororganisation gemeinsam gegen die IS oder die PKK vorzugehen? Beides sind doch hausgemachte Terrororganisationen, die den Interessen des Westens, der USA und der NATO dienen. So bekommen sie doch Gründe, um weiter in den Syrien einzugreifen.

Es ist unglaublich. Erst wird ein Anschlag vom Terrormanagment gegen die Kurden verübt, dann werden Stellungen der PKK in Syrien bombardiert und jetzt soll die Nato helfen. Hinterlistiger geht es nicht.

Natürlich geht es weder gegen den IS noch gegen die PKK, sondern immer noch gegen Syrien, um den Sturz von Assad. Deswegen wird die Nato jetzt auf den Plan gerufen. Denn wenn Assad fällt, fällt Palästina.

Die Türkei ist voll und ganz auf der Linie Washingtons und Israels, aber das wird sogar vielen Schiiten nicht klar.

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